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RitationSbrud und Verlag der Buchdruckerei cti verein» ev» WaifeuhauleS in Hanau.
General-Anzeiger
NHidjts Organ für Stadt- und Fanddrets Kanau.
Erscheint täglich mit AnSnahM der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,
Anzeiger
Die fünf gespaltene Pstttzeil« ob« betet N«m W Mi
* Nr. 257 ffernfrt*nWnft Nr. 605.
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Amtlich,?.
Eandkreis Fjanau.
Btkemtimchmgkii des Königliche» La«dra!samts.
Wahlen der Mitglieder und Stellvertreter in den Steuerausschüffen der Gewerbesteuerklaffen in und IV.
Die Wahlperiode der Abgeordneten und Stellvertreter in den beiden Gewerbesteuerausschüssen ist abgelaufen.
Zur Vornahme der Neuwahlen der Mitglieder und Stellvertreter setze ich folgende Termine an:
1« für die Gewerbefteuerklafse in
^enSLag den 12. d. Mts., vorm. II Uhr, im Kreishause zur Wahl von 3 Mitgliedern und 8 Stellvertretern und
2. für die Gewerdesteuerklaffe IV
Mittwoch den 13 d. Mts, vorm 11 Uhr, ebendaselbst zur Wahl von 7 Mitgliedern und 7 Stellvertretern.
Wahlberechtigt sind sämtliche zur Zeit der Wahl zur Gewerbesteuer veranlagten Gewerbetreibenden des Veranlagung^- bezirks in ihrer Klasse. Die Wiederwahl der Mitglieder des Steuerausschusses sowie der Stellvertreter ist gestattet.
Wählbar sind nach § 47 des Gewerbesteuergesetzes nur solche männliche Mitglieder der betreffenden Klasse, welche das 25. Lebensjahr vollendet haben und sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden.
Von mehreren Inhabern eines Geschäfts ist nur Einer wählbar und zur Ausübung des Wahlrechts zuzulassen. Aktien- und ähnliche Gesellschaften üben die Wahlbefugnis durch einen von dem geschäftsführenden Vorstande zu bezeichnenden Beauftragten aus; wählbar ist von den Mit- gliedern * des geschäftsführenden Vorstandes nur Eines. Minderjährige und Frauen können die Wahlbefugnis durch Bevollmächtigte ausüben, wählbar sind letztere nicht. Zu welcher Steuerklasse die einzelnen Gewerbetreibenden gehören, ist aus der diesjährigen Steuerveranlagungszuschrift zu ersehen. Wird die Wahl der Abgeordneten und Stellvertreter seüens einer Steuergesellschaft verweigert oder nicht ordnungsmäßig bewirkt, oder verweigern die Gewählten die ordnungsmäßige Mitwirkung, so gehen die dem Steuerausschusse zustehenden Befugnisse für das nächste Jahr auf mich über.
Feuilleton.
Konzert des Gesangvereins „Snmser".
3 Hanau, 1. Novbr.
Anregende und unterhaltende Veranstaltungen bilden gegenwärtig die von hiesigen Gesangvereinen veranstalteten Konzerte. Während wir am Donnerstag von einem glanzvoll verlaufenen Konzert des Oratorien-Vereins berichten konnten, sind wir heute in der angenehmen Lage, über das vom Gesangverein „Sums er" am Donnerstag abend in der Centralhalle veranstaltete Konzert in eine Besprechung einzutreten.
Welch großer Wertschätzung sich der konzertgebende Verein in der hiesigen Bürgerschaft erfreut, bewies der starke Besuch. Der Centralhallensaal war fast überfüllt. Dem Konzert lag ein sorgfältiges und bis zum Schluß anregendes Programm zugrunde. Treten wir zunächst dem Chorgesang näher, so ist darüber nur gutes zu sagen. Die Wiedergabe der Chöre ließ eine durchdachte und fleißige Vorbereitung und eine weise Ausnützung des gegebenen guten Stimmmaterials erkennen. Die schonen dynamischen Schattierungen, die vortreffliche Aussprache, der wirkungsvolle Zusammenklang gaben den Vorträgen ein kunstvolles Gepräge, wodurch der Verein unter Leitung seines kunstsinnigen und zielbewußten Dirigenten, des Herrn Gustav Altvater, den weitgehendsten Ansprüchen Genüge zu leisten vermag. „Die Liebe" von Cherubini war eine prächtige Eingangsnummer. Die auf diesen Chor verwandte Mühe, die sich besonders in der Genauigkeit im Rhythmus, in der richtigen Anwendung der crescendis und decrescendis und in einer dem Chor nttsprechenden Kraft zeigte, ward reichlich belohnt. Auch der nackende Chor: „Vale carissima“ von H. Kaun, der in seiner Ausführung ein leistungsfähiges Stimmenmaterial erforderte, fand dankbare Aufnahme. Als am besten gelungen und den tiefsten Eindruck hinterlassend war der Hugo Iüng'sche Cbor: ^Au die Heimat" (portugiesische Volksweise.)
Samstag btn 2. November
Die Wahl erfolgt mittelst Abgabe von Stimmzetteln, doch ist die Wahl durch Akklamation gestattet.
Hanau den 81. Oktober 1907.
Der Vorsitzende des Steuer-Ausschusses der Gewerbesteuerklaffe III und IV.
J. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Die Herren Bürgermeister und GutSvorsteher wollen die vorstehende Bekanntmachung zur Kenntnis der beteiligten Gewerbetreibenden bringen und dieselben auf Grund der dort befindlichen Gewerbesteuerrolle und der Mitteilungen über die Zugänge unverzüglich zu den angesetzten Wahlterminen laden.
Ueber die erfolgte Ladung der Gewerbetreibenden ist mir alsbald Anzeige zu erstatten.
Hanau den 31. Oktober 1907.
Der Vorsitzende
des Steuer-Ausschusses der Gewerbesteuerklasse III und IV.
St 5642 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.___________
Handelsregister.
Firma Böhme & Winkler
Unter dieser Firma ist mit dem Sitze zu Hanau eine offene Handelsgesellschaft errichtet worden, welche am 29. Oktober 1907 begonnen hat.
Persönlich haftende Gesellschafter sind:
1. Graveur Gustav Hermann Böhme,
2. Kaufmann Friedrich August Winkler, beide in Hanau.
Hanau den 30. Oktober 1907.
Königliches Amtsgericht Abt. 5. 22601
Stadtkreis Fjanau. Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 26. Oktober bis 1. November 1907:
1 Fabrikarbeiter, 1 Fahrbursche, 1 Glaser, 1 Masch -Schreiner, 2 Schlosser, 1 Spengler, 4 Tagelöhner.
Im Monat Oktober erhielten Stellen zugewiesen: 1 Arbeiter, 2 Knechte, 1 Packer, 2 Schlosser, 1 Schneider, 3 Schreiner, 1 Schuhmacher, 1 Silberarbeiter, 25 Tagelöhner, 1 Viehfütterer.
Hanau den 2. November 1907.
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle. 22699
Hier entwickelten die Sänger eine beachtenswerte Biegsamkeit in der Tongebung und eine wohltuende Wärme im Vortrag, besonders nach dem Schluffe der einzelnen Verse hin. Hübsch abgestuft und duftig erklangen auch die beiden Chöre: „An einem Bächlein" von H. Waelrant und „Tanzlied" von Th. Morley. Als Schlußnummer verzeichnete das Programm den Chor: „Mein Mädel hat einen Rosenmund."
Das Konzert gewann dann noch an künstlerischer Bedeutung durch die Mitwirkung der Solisten Herrn Karl Gentner (Tenor), Frau Gentner-Fischer und Herrn Hans Lange (Violine), sämtlich vom Frankfurter Opernhaus.
Herr Gentner eröffnete den Reigen der solisiischen Darbietungen durch den Vortrag der Arie des Pylades aus der Oper „Iphigenie auf Tauris" von Ch. W. v. Gluck und ließ dann „Kriegers Ankunft" von F. Schubert, „Die beiden Grenadiere" von R. Schumann und „Heimliche Aufforderung" von R. Strauß folgen. Wie schon des öfteren, so präsentierte sich Herr Gentner wieder als ein gewandter und tüchtiger Konzertsänger. Er fesselte durch seltenen Wohlklang seiner herrlichen Tenorstimme, durch den durchgeistigten und dramatisch belebten Vortrag und erfüllte somit seine Aufgabe musikalisch und künstlerisch mit bedeutendem Erfolg. Eine ebenbürtige Partnerin war ihm Frau Gentner- Fischer. Unter großem Beifall gab sie ihren prächtig gewählten Liedern durch einen tief empfundenen und herrlich abgeklärten Vortrag und in der Beherrschung der technischen Mittel künstlerischen Ausdruck. Als Zugabe spendeten beide Solisten noch ein Duett aus „Carmen" mit natürlichem Empfinden und künstlerischer Intelligenz. Laute Beifallspenden durchbrausten aus dankbarer Anerkennung den Saal. Auch die Violinvorträge des dritten Solisten, Herrn Hans Lange, wurden lebhaft applaudiert. Wir bewunderten an seinem virtuosen Spiel eine meisterhafte Technik und ein feines Gefühl für die seelische Natur der gewählten Stücke. 9?ur schien uns die Auswahl der Lucia-Fanlasie für Violine allein von L. de Saint-Lubin etwas gewagt.
Herr Altvater, der vortreffliche Leiter deS Vereins, zeigte sich auch wieder als Begleiter der ioltAschen Vortrâae
KerüsprechaiUchlutz Nr. 605. 1907
Wegesperre.
Wegen des Straßenumbaues am Hainberg bei Groß- Steinheim bleibt die Kreisstraße von GroßSteinhetm nach Klein-Auheim von Montag den 4. November 1907 ab bis ans weiteres für sämtlichen ;Fnhr- verkehr gesperrt.
Als Ersatz kann die Kreisstraße über die Tanuenmühle benutzt werden.
Offenbach den 30. Oktober 1907.
Großherzogliches Kreisamt Offenbach.
V 11005 von Ho mb ergk.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Kneifer, 1 weißleinener Geldstrumpfbeutel mit Inhalt, 1 Sturmlaterne, 1 goldener Trauring (gez. A. B. 06), 1 schwarzer, geflochtener Schnürriemen Damengürtel mit länglicher gelber Schnalle, 1 schwarzer Strumpf (gez. G. ß.\ 1 Kinderschirm (stehengeblieben in der „Wirtschaft zum Krahnen"), 1 Monatsfahrkarte znr Fahrt zwischen Frankfurt a. M., Sachsenhausen und Kl«n- Auheim.
Verloren: 1 roter Damengummigürtel mit Stahlperlen, 1 weißlederner Tanzschuh, 1 Double-Halskettchen mit Anhänger, 1 gelbes Portemonnaie mit etwas Inhalt und mit goldenem Ring mit rotem Stein, 1 weißer Bandgürtel mit großer runder oxidierter Schnalle, 1 brauner Damenpelz» Hanau den 2. November 1907.
Politische Rundschau.
Dem Frhrn. Marschall v. Bieberstein, deutschem Botschafter in Konstantinopel und erstem Vertreter Deutschlands auf der Haager Friedenskonferenz ist der Schwärzt Adlerorden verliehen worden.
Der Staatssekretär des Reichsamts M Innern, v. Bethmann-Hollweg, ist am Freitag mittag in Pillnitz vom König von Sachsen empfangen worden. Der Staatssekretär wurde sodann zu der Königlichen Tafel gezogen, zu der auch der preußische Gesandte Prinz zu Hohenlohe-Oehringen und der Staatsminister des Aeußern, Dr. Graf v. Hohenthal und Bergen, geladen waren. Am SamS- tag gedenkt Herr v. Bethmann-Hollweg in Berchtesgaden einzutreffen. Er wird sowohl beim Prinzregenten Luitpold in Berchtesgaden, als auch beim bayerischen Ministerpräst- denten Frhrn. v. Podewils in München zur Tafel sein.
=-----■--■■_- ?!-''."-"—-! ......«jssr sehr gewandt und geschickt und bewährte sich alS eine schätzenswerte Kraft.
Mit besonderer Befriedigung können die „Sumser" ,N das prächtig verlaufene Konzert zurückblicken und daraus eintul Ansporn nehmen zu weiterer erfolgreicher Arbett.
Allerseelen.
Wo sind für die Gräber groß un& klein Die treulich pflegenden Hände?
Gleich nach dem Tode vergessen sein, Das ist ein trauriges Ende.
Die jüngsten Hügel schon einsam steh« Die Kränze welk und gestorben, Und auf den Schleifen „Das Wiedersehn*, Vom Regenwasser verdorben.
O trete nur an des Grabes Rand, Und richte das Kreuz in die Mitte, Es hat dich der Schläfer schon erkannt, Erwachend von deinem Schritte.
Und pflücke nur das verdorrte GraS,
Für dich doch keine Beschwerde, So weiß er, daß man ihn nicht vergaß, Und leichter trägt er die Erde.
Das ist das Wenigste was du mußt, An Liebe den Toten geben, Die einst an Vater- und Mutterbrust, Dich groß gezogen fürs Leben.
Auf daß du nicht auch vergessen balh Auf deinem verwildernden Gral^, Sich niedersetzt vom nahen Wald, Ein würmersuchender Rabe.
Nichts ist so trostlos auf weiter Wâ Als eingesunkene Hügel. —
Hast du schon dein Haus und Hof bestellt k Auch der Tod! Der Tod hat Flügel!
Heinrich Knöfel, Hamm.