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Bezugspreis,

VirrtchShrlich IM Mk., monatlich 60 Pfg., für autz- »ä«tige Abonnenten mit dem betteffendeu Postaufschlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

EiurückuugsgeLüyr,

Mânrdmck und Verlag der Buchdruckers dO «k Waisenhauses in HanmL-

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Tomi- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die sünfgespaltE Pstttzei!« oder deren Raum SS Pfz. im Reklamentell die Zeile 35 Pfg.

Berrntwortl. Redakteur: T. Schrecker in Hanau,

Nr. 230 M«rnspr«chai!schl,,tz Nr. 605. Mittwoch btii 2. Oktober

Fernsprechimschltttz Nr. 605. 1907

Die htiltlgeNWmer mW miet -.MMtmMtt 13 Seiten.

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Amtliche Beilage Nr. 1«".

Amtliches.

I Eandkreis F)anati.

Bekmtiuchmzeil des Knizlije» Lm-ntSmtS.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher der mit Militär belegt gewesenen Gemeinden bezw. Gutsbezirke wollen die seitens der Truppenteilen nicht bezahlten Bescheinigungen über verabreichte Fourage binnen 8 Tagen hierher einreichen. Ebenso sind auch in gleicher Frist etwaige unbezahlte Liqui­dationen über geleisteten Vorspann hier vorzulegen.

Hanau den 1. Oktober 1907.

Der Königliche Landrat.

M 3847 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.

Der Betrieb der AutomatenHopp-Hopp" undViktoria" stellt sich als eine Ausspielung im Sinne des § 286 Abs. 2 R.-Str.-G.-B. dar, bedarf also vorheriger obrigkeitlicher Ge­nehmigung.

Hanau, den 27. September 1907.

Der Königliche Landrat.

V 9653 I. V.: Siemon, Reg.-Assessor.

Grundftücksverpachtuug.

Die domänenfiskalischen Grundstücke Blatt 24 Nr. 98 bis 97 in der Gesamtfläche von 0,9897 ha, Acker auf dem Windecker Platz, der Gemarkung Ostheim, sollen vom 1. Januar k. I. ab anderweit auf 12 Jahre verpachtet werden. Termin hierzu wird auf Samstag den 5. Oktober, vor­mittags von 9 Uhr ab, in den Saal der Schützsschen Gastwirtschaft in Ostheim anberaumt.

Hanau den 1. Oktober 1907.

Reinhardt, Kgl. Domänenrentmeister. 20105

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 rotbraunes Sammetportemonnaie mit 17 Pfg., 1 Damenportemonnaie mit 2,25 Mk. (in einer Droschke liegen geblieben), 1 weißer Facher, 1 Wachstuch­

Feuilleton.

Susanne Dessoir, die Gefaugsfoliftin in dem Konzert des Gesang­vereinsEintracht" am 15. Oktober 1907.

Nachdem wir vor einigen Tagen an dieser Stelle einen Artikel aus sachkundiger Feder über die Violinvirtuosin Fräulein Carlotte Stubenrauch-Paris gebracht haben, sei uns gestattet, auch einige Urteile von fachmän­nischer Seite über die Konzertsängerin Frau Susanne Dessoir aus Berlin hier folgen zu lassen:

Baseler Zeitung" (14. 3. 06.) Genüsse auser­lesener Art vermittelte uns die Solistin des Konzertes Frau S. Dessoir aus Berlin. Die Feinheit ihrer Vorträge und die bis ins kleinste Detail durchdachte und bewußte Intimi­tät ihrer Liederinterpretationen entzückten dadurch ganz be­sonders, daß ihnen allen eine ungesuchte, aber tiefpersönlich« Note eigen war. Mit unnachahmlicher Grazie und vollen­deter Meisterschaft wußte die Künstlerin durch Ton und Ton­farbe, durch feine Akzentuierung und durch leichte, äußerst dezente Mimik die Stimmung eines jeden Liedes zu verliefen und dasselbe zu einem fesselnden Erlebnis zu gestalten. . .

Baseler Nach r." (14. 8. 06.) Eine schöne Aus­wahl Brahms'scher Lieder sang Frau Susanne Dessoir. Sie erwies sich als eine berufene Liedersängerin. Schon allein ihrer schönen Sprache zu lauschen, wäre ein Genuß. Aber so schön sie spricht, so schön singt sie auch mit einer ent­zückenden, nicht allzu großen, aber wunderbar satten Stimme. Selten hört man im Konzertsaal einen so intimen, die Fein­heiten von innen herausgestaltenden Liedgesang.

Berlin. (National-Ztg." 23. 11. 06.) Frau Sus. Dessoir, die ihrem großen VerehrerkreiS einen Liederabend

überzug für ein Gewehr und 6 Jagdpatronen, 1 weißes wollenes Kinderjäckchen, 1 messtng. Trauring ohne Zeichen, 1 gold. Herren-Ring mit schwarzem Stein (in der Bade­anstalt Kaiser).

Verloren: 1 Sparkassenbuch Nr. 858 von der Kreissparkasse hier, 1 Paar rotbraune Niederschuhe, 1 gold. Armband.

Zugelaufen: 1 schwarz-weißer junger Jagdhund m. Geschl.

Entlaufen: 1 langhaariger goldgelber Dachshund, 1 grauer pinscherartiger Hund (entsprungen am Ostbahnhof).

Hanau den 2. Oktober 1907.

Aus Ban au Stadt und Eand.

Hanau, den 2. Oktober.

* Ordensverleihungen. Dem General der Infan­terie v. Eichhorn, kommandierendem General des 18. Armeekorps, wurde das Großkreuz des Roten AdlerordenS mit Eichenlaub, dem Oberstleutnant Ilse, Chef des General­stabes des 18. Armeekorps, der Rote Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife, dem Generalleutnant Freiherrn v. G ay l, Kommandeur der 21. Division, der Königliche Kronenorden erster Klasse, dem Major v. Klenck, Adjutanten des Gene­ralkommandos des 18. Armeekorps, der Königliche Kronen­orden dritter Klasse verliehen.

* Klaffeulotterie. Die Erneuerungslose sowie die Freilose zur 4. Klasse der 217. Königlich preußischen Klassen­lotterie sind nach den §8 5, 6 und 18 des Lotterieplans unter Vorlegung der bezüglichen Lose aus der 3. Klasse bis zum 4. Oktober b. I., abends 8 Uhr, bei Verlust deS An­rechts einzulösen. Die Ziehung der 4. Klasse dieser Lotterie wird am 8. Oktober d. I. ihren Anfang nehmen.

* Kranzniederlegung. Morgen den 8. Oktober findet in Hannover die Enthüllung des Bennigsen-DenkmalS statt; der hiesige nationalliberale Verein läßt bei der Feier einen Kranz an dem Denkmal niederlegen.

* Die Sonntagsruhe der Kritiker. In Koblenz haben sich die Opernkritiker sämtlicher Zeitungen vereinbart, Sonntagsvorstellungen nicht mehr zu besprechen. Auch Opern- kritiker beanspruchen Sonntagsruhe. In verschiedenen Städten Rheinland-Westfalens wurden vor einiger Zeit seitens der Redakteure und Journalisten ähnliche Beschlüsse gefaßt. Die Redakteure und Tagesschriftsteller, die immer für soziale Re­formen in anderen Berufszweigen eintreten, denken nunmehr auch einmal an sich selbst, denn namentlich in mittleren Städten vergißt man oft, daß auch für Zeitungsleute in ihrem Geist und Körper aufreibenden Berufe der Tag nur 24 Stunden lang ist, die Woche nur 7 Tage besitzt.

spendete, entzückte vor allem wieder durch die durchgeistigte Art ihres Vortrages; sie weiß immer zu fesseln. Ihre vor­zügliche Atembehandlung und ihre im zartesten Piano weit­tragenden Kopftöne sind wieder zu rühmen. Mit wahrhaft klassischer Einfachheit und tiefer Beseelung trug sie ihre Lieder . . . vor. Zahlreiche Wiederholungen und Zugaben wurden der sehr gefeierten Künstlerin von dem geradezu un­ersättlichen Publikum abgerungen.

Braunschweig. (Landeszeitg." 19. 2. 07.) Frau Susanne Dessoir, die als Solistin für dieses Konzert ge­wonnen war, vereinigt in ihrer Person alle die Vorzüge, die geeignet scheinen, in der schon angedeuteten Weise die Erfüllung ihrer Aufgabe zu verbürgen. Eine äußerst sym­pathische Erscheinung, eine sonore Stimme von bestrickendem Wohllaut, ein reiches Empfindungs- und Gestaltungsvermögen, verbunden mit lebhaftem Temperament und Geist, vereinigen sich hier zu einer Individualität, die das ,,veni vidi viel von vornherein für sich in Anspruch nehmen konnte. Wie die Künstlerin es verstand, diesen Gebilden nicht weniger als 21 Nummern wies das Programm auf Geist und Leben einzuhauchen, war erstaunlich. Von besonderem Interesse waren die ausländischen Volkslieder deren oft schwer­mütige Grundstimmung in dem Ausdrucksvermögen der Sängerin eine so ergreifende Wiedergabe fand, daß man un­mittelbar unter dem Eindrücke eines Erlebnisses zu stehen glaubte. . . .

Frankfurt a. M. (Museums-Konzert)Frankf. Ztg." 29. 1. 06. Passend fügten sich in den Rahmen... die Vor­träge von Frau S. Dessoir ein, die aus ihrem reichhaltigen Repertoire eine Reihe allerliebster Lieder von Mozart rc., sowie Volkslieder spendete. Mit ihrer wiederholt hier ge­rühmten Vortragskunst brachte sie die Lieder zu so anmutiger Wirkung, daß sie ohne Zugaben nicht loskam.

Münchener Neueste Nachr.". (29. 10. 06.) Frau S. Dessoir gehört zu den bedeutendsten Erscheinungen des Konzertsaales, "ist eine von denen, die man immer wieder

* Versetzt wurde der Forstmeister Effenberger von Drewenzwald (Marienwerder) nach Hanau.

* Städtische Badeanstalt. Im Monat September wurden an Bädern abgegeben: Kl. 1: 50, Kl. II: 218, Kl. III: 910, Douchebäder 14, Römisch-Irische Bäder 25; zusammen 1212 Bäder. Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug 111 am 28. September, die kleinste Zahl 12 am 17. September.

* Konzert des GesangvereinsEintracht" am 15. Oktober 1907. Wir bitten Höflichst, die im Feuilleton der heutigen Nummer enthaltenen Kritikauszügt über die Gesangssolistin, Frau Susanne Dessoir auf Berlin, beachten zu wollen.

* Ehrengeschenke - Ausstellung. Die anläßlich seines 25jährigen Amisjubilâums Herrn Professor Schultz überreichten Geschenke sind im Schaufenster der Kunsthand­lung von Heinrich S p o n f e l ausgestellt. Die prachtvolle, von Herrn Sponsel gelieferte BronzegruppeAmazon e* von Prof. Franz von Stuck in München ist ein gemein­sames Geschenk des Kunstgewerbevereins, Kriegervereins, der Turngemeinde, des Turn- und Fechtklubs, des Frauenvereius, deS Allg. Deutschen Sprachvereins, des deutschen und öster­reichischen Alpenvereins, des Schützenvereins, der Gesangver­eineEintracht" undSumser", sowie vieler Freunde des Jubilar«. Das originelle, in Form einesZunft- becherS" gehaltene Geschenk des Lehrerkollegiums ist haupt­sächlich wertvoll durch die angehängten, von den Kollegen entworfenen und meist auch ausgeführtenWappen" der einzelnen; mehrere von den Anhängern sind kleine Schmuck­stücke. Die eigenartigeEhrentafel" ist ein Geschenk der akademischen VerbindungCellini", von einem Mitglied derselben (May) entworfen und von verschiedenen ausge­führt. DieAkademieschüler-Vereinigung" überreichte einen E h r e n s ch re i n", von deren Vorsitzenden (Arno Hof* mann) entworfen und von anderen Mitgliedern ausgeführt. Die jetzigen Schüler und Schülerinnen des Jubilars Über­gaben ein Album mit selbstgefertigten Zeichnungen: An­sichten von Hanau und Umgebung, Entwürfe zu Titelblättern, Umrahmungen rc.; ganz prächtige Arbeiten befinden sich da­runter. Ferner finden wir noch ausgestellt das hübsche Rauchservice", vom Ersten Hanauer Karnevalverein, den silbervergoldeten Becher von der Rudergesellschaft gestiftet und die vom Spessart-Touristenverein überreichte Majolikavase. Auch die schöneFestzeitung", mit dem Bildnis unseres Meisters Schultz von der Künstlerhand seines Kollegen Koch- Honnef ausgeführt, liegt aus.

* Turn- & Fecht-Klub. Den aktiven Mitgliedern bringen wir zur Kenntnis, daß das Turnen, daS am Montag ausfallen mußte, heute abend stattfindet.

mit Freude und voller Befriedigung hört und sieht . Der Schwerpunkt ihres Vortrages liegt in der Auffassung und Herausarbeitung des Dichterischen, ja, bisweilen hat ihre Art sogar einen ausgesprochenen Stich insLiterarische". Aber sie repräsentiert diese ihre Art in einer Vollendung, die der höchsten Bewunderung wert und für jeden künstlerisch empfindenden Menschen eint Quelle höchsten Genusses ist...

Breslauer Zeitung". Liederabend 16. 12. 06.) . . . . Und zu diesen Großen der größten Kunst gehört auch S. Dessoir. Neunzehn Volks- und volkstümliche Lieder um­faßte ihr Programm, 25 sang sie einschließlich der Wieder­holungen und nach 50 ging unser und aller Wunsch. Fragen wir uns nun, woher diese allgemeine Freude an den Dar­bietungen Frau Dessoirs rührt, so ist dies damit zu beant­worten : Die Künstlerin hat eine Stimme von so über­zeugend ehrlichem Klange, daß uns Timbre und Farbe schon froh und für die keuschen Volksliederklänge aufnahmefähig machen, zweitens hat Frau Dessoir gründlich, sehr gründlich singen gelernt und versteht auch, den erworbenen technischen Besitz ihrem ureigensten Gebiet dienstbar zu machen, ohne sich damit vorzudrängen und das Volks- oder Kinderlied zu verkünsteln, und drittens nennt die Dame eine Natur ihx eigen, welche sich die Jugendhingabe an das, was aufi Straßen und Fluren, in der Welt der Großen und Kleinen klingt und singt, treulich zu wahren wußte. Man braucht nur zu hören, wie sie einen Dialog plaudert und Freud und Leid zur selbigen Melodie zu singen versteht, um die klang­liche Modulation ihres Organs bewundern zu müssen. . . . Und noch etwas. Sie kennt auch das nationale Fühley anderer Völker in überraschender Weise ; das ersah man atz ihren Volksliederproben aus Schweden, Norwegen, BöhM-H! Rußland usw. Es erübrigt sich durchaus, Lieder von hiev oder auswärts zu nennen: alle waren ausnahmslos Perletz in Dessoir'sch^r $