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achten sind, leer ausgehen und verhältnismäßig höhere Preise bezahlen müssen. Darum ist es Psticht aller Konsumenten, darauf hinzuwirkeu, daß bei den der Marktlage entsprechenden Preisen auch eine vollständig gleichmäßige Behandlung der Konsumenten erfolgt. X.
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Recht eigenartig muß wohl einen jeden Unbefangenen die Ankündigung der Bäcker-Zwangs-Jnnung Hanau-Kesfelstadt berühren, wenn er dieselbe liest. Da heißt es im Schluß- satz: „Wir ersuchen das geehrte Publikum, auf die einzelnen Bäckermeister keinen Druck auszuüben, da jeder vertragsmäßig verpflichtet und von den vereinigten Mehlbäudlern und Mühlen gezwungen ist, obige Be- stiinmung genau einzuhalten." Punktum. Also wenn es den Herren vereinigten Mehlhändlern und Mühlen einfällt, den Herren Bäckermeistern etivas vorzuschreiben, dann wird schnell eine Versammlung einberufen. Beschluß: „Die Herren Mehl- händler und Mühlen haben befohlen, wir haben die Befehle auszuführen. Unwillkürlich muß das Publikum sich doch fragen, sind denn die Bäckermeister von Hanau keine selbstständigen Gewerbetreibenden? Was geht es denn die Herren Mehlhändler und Mühlen an, wie die Bäcker ihre Waren verkaufen? Danach gewinnt es ja den Anschein, als wenn die Hanauer Bäckermeister tanzen müssen, wie die vereinigten Mehlhändler und Mühlen pfeifen?
Man kann dem Vorstand eines hiesigen Konsumvereins in gewissem Sinne nur dankbar sein, daß er zu diesem Beschluß sofort Stellung nimmt und nur wünschen, daß alle anderen Interessenten sofort nachfolgen. Die Herren Bäckermeister sollten sich doch an den verflossenen Bierkrieg erinnern und sich klar darüber sein, daß alles eine gewisse Grenze hat. Wenn die vereinigten Mehlhändler und Mühlen von Süddeutschland kein Mehl mehr liefern wollen, dann wende man sich nach Norddeutschland, dort ist es noch billiger zu haben.
Wenn alle von diesem Beschlusse Betroffenen nur fest zusammen halten, dann wird der Erfolg nicht ausbleiben, zumal nur wenige Bäckermeister vorhanden sind, denen dieser Beschluß von Herzen gekommen ist, wohl bedenkend, daß für manch einen unter ihnen derselbe den wirtschaftlichen Ruin bedeutet. Allen von diesem Beschlusse Betroffenen kann nur nochmals zugerufen werden, haltet fest zusammen und übt denselben Druck auf die Bäckermeister auë, wie die vereinigten Mehlhändler und Mühlen angeblich auf die Bäckermeister ausüben, zumal wenn man bedenkt, daß wir hier in Hanau fast an erster Stelle mit unseren Lebensmittelpreisen stehen, wie gleich große und größere Städte.
Einer für Viele.
Hus Dah und fern.
r. BltdsrrEopf, 1. Septbr. Der Magistrat hat den verschiedenen Männer- und Burschenschaften des letzten Grenzgangfestes, die zum Teil über durch mit freiwilligen Spenden bedingt, größere und kleinere Überschüsse verfügen, den Vorschlag zugehen lassen, einen Teil dieser Gelder für öffentliche gemeinnützige Zwecke zur Verfügung zu stellen und dadurch äußere und sichtbare Zeichen zu schaffen, die das Andenken an das so schön verlaufene Grenzgangfest nicht verlöschen lassen. Als solche werden genannt: Errichtung eines Hospitals, Deckung des Defizits für das Kreiskriegerdenkmal, Wiederherstellung des alten Turmes bei der sogen. Klingelburg, Gründung eines Altertumsmuseeums im Schlosse und Erbauung eines Äussichtsturmes auf dem Altenberg.
FC. ^t(in*futt/ 1. Aug. Die Anarchisten hatten auf gestern abend in den Florasaal eine Versammlung einbe- rufen, die stark besticht war. Ein Herr Kettenbach aus Wiesbaden sprach gegen Parlamentarismus imb Militarismus und für Massenstreiks bezw. den Generalausstand. In der Diskussion wurde den sozialdemokratischen Führern vorgeworfen, sie nährten sich als Kongreßbummler von Arbeitergroschen und faßten papierue Resolutionen. Ein Redner widmete seine Ausführungen der Stellenjägerei in der Sozialdemokratie.
0 Gießen, 31. August. Vor der hiesigen Strafkammer stand der 24jährige Postbote F. Staubach, der beim hiesigen Postamt beschäftigt war, wegen Vergehens im Amt. Er kam im vorigen Monat, wie der „Gieß. A." schreibt, auf seinem Dienstgang in die am Kanzleiberg befindliche Porzellanmalerei, wo er in der Werkstatt den Sohn des Geschäftsinhabers traf, von dem er sich ein Stück Packpapier geben ließ, in das er eine Anzahl Postsendungen einnnckelie, um diese in den glühenden Brennofen zu werfen. Dem Jungen sagte er, wenn er über den Vorfall befragt werde, möge er sagen, er wisse von nichts. Nach seinem Weggang rief der Junge seinen Vater herbei, der die Sachen, soweit sie nicht verbrannt waren, heransschaffte. Der Angeklagte gab an, er sei am fraglichen Tage kurz vor seinem Dienstantritt vom Krofdorfer Schützenfest gesommert, wo er die Nacht durchzecht hatte. Da er auch die Nacht vorher wegen Teilnahme an einer Festlichkeit des Wiesecker Kegelklubs nicht zum Schlafen gekommen war, sei er müde und abgespannt gewesen und habe so wohl in seiner Trunkenheit die Tat vollführt. Bei seiner Visitation fand man noch mehrere Sendungen, die er nicht bestellt hatte. In seiner Wohnung zu Wieseck fand man einen Brief, der eine umfangreiche Korrespondenz enthielt und in dem der Angeklagte wohl Geld vermutete. Während bei der Beseitigung der Briefe eine böse Absicht nicht angenommen wurde, erachtete daS Gericht im anderen Falle ein eigennütziges Motiv für vorliegend und erkannte für jeden Fall auf vier Monate Gefängnis, woraus eine Gesamtstrafe von sechs Monaten gebildet wurde.
FC. Birtzbach, 1. Aug. Das Oberkriegsgericht aus Frankfurt setzte am Freitag hier eine Tags zuvor in Frankfurt begonnene Verhandlung gegen den Sergeanten Paul Krämer von der 2. Komp. 168 Regnits, wegen Diebstahls tort und verurteilte ihn zu 2 Monaten Gefängnis und Degradation. Krämer hatte in der Schwimmanstalt einem
Monlasi
Unteroffizier .100 Mk. gestohlen. Das Kriegsgericht hatte ihn nicht für überführt gehalten und freigesprochen.
88 Herbstein, 1. Septbr. Die Äufräumungsarbeiteu auf der Brandstätte find durch das 70 Manu starke Militärkommando beendet und gestern vormittag verließen die 116er wieder unsere Stadt. Zahlreiche Leute begleiteten die wackeren Soldaten nach dein Bahnhof. Ihre eifrige Tätigkeit fand lebhaftes Lob und allgemeine Anerkennung. In ihrer 14- tägigen Tätigkeit haben sie die Schuttmasfen beseitigt. Schwer beschädigt ist die bisher noch gut erhaltene alte Stadtmauer, an die mehrere abgebrannte Häuser angebaut waren. Von der Gewalt der Glut zeugen die geborstenen mächtigen Mauern des Gemeindebackhauses und die gebogenen starken Dach- träger. Das Backhaus soll ein Notdach erhalten, damit die Einwohner wieder backen können. Schmied Zimmermann hat über seine Schmiede und die Bäcker Schneider und Eckart über ihre Backöfen Dächer gelegt und betreiben wieder ihre Geschäfte. Die Oberstadt wird ein anderes Aussehen erhalten, der neue Bauplan ist in Arbeit. Die Feuerver- stcherungsgesellschaflen haben ihre Abschätzungstätigkeit beendet. Viele gefiederte Sänger sind beim Brande umgekommen, treiben doch zahlreiche Einwohner Vogelzucht. Man hat jetzt die gewiß seltene Gelegenheit, in den Gärten und Straßen Kanarienvögel und andere Stubenvögel herumfliegen zu sehen.
0 ArrlDa, 1. Septbr. Unliebsame Vorgänge im hiesigen Osfiziersvereine gelegentlich der letzten Reichstagswahl haben gestern hier ein Nachspiel gefunden. Rechtsanwalt Dr. Pfeiffer legte das Amt des Vorsitzenden und Lehrer Weber den Ehrenvorsitz nieder. Es würden in der gestrigen Hauptversammlung, die sich spaltete, gewählt als erster Vorsitzender der Weingroßhändler und Reserveoffizier Ed. Schmitt, als Stellv.. Weingroßhändler u. Reserveoffizier Otto Müller. Die Annahme der Wahl ist zweifelhaft. Forstmeister Voigt und Dr. Siemens unterlagen.
WiesbaSeu, 30. August. Der Aushilfskellner Hubert Kreusch aus Aachen bettelte gewerbsmäßig in den Kuranlagen die Fremden auf französisch an, schimpfte aber auf gut deutsch, wenn er nichts bekam. Der freche Patron wurde in Haft genommen.
LrrnLmrg, 30. August. Donnerstag nachmittag, als ein Bedarfsgüterzug aus der Richtung Staffel in die Nähe des Bahnhofes Freiendiez kam, bemerkte der Lokomotivführer Höhler aus Limburg, daß ein Mann quer auf dem Gleise lag. Der Lokomotivführer gab sofort Signale und der Zug kam kurz vor der Stelle, wo der Mann lag, zum Halten. Der Mann sprang dann auf und lief auf das Feld. DaS Zugpersonal holte ihn ein und brachte ihn im Packwagen mit nach Limburg, wo er der Polizei übergeben wurde. Der Mann war ärmlich gekleidet und gab an, aus einem Orte in der Nähe von Braubach zu sein; er sei arm und krank und habe nichts zu effen, deshalb habe er sich das Leben nehmen wollen.
BalleuDar, 30. August. Die Stadtverordnetenversammlung faßte gestern einen Beschluß, der die Besonderheiten der kommunalen Verhältnisse des Orts beleuchtet: Der Stadtverordnete Louis Noll, welcher sich der Ausübung seines Mandates entzieht, wird auf ein Jahr der Ausübung des Bürgerrechtes verlustig erklärt und um ein Viertel höher zu den direkten Gemeindeabgaben herangezogen. Noll bleibt seit längerer Zeit der Stadtverordnetensitzung fern; trotz kreisärztlichen Attestes, das ihm verbietet, den Sitzungen beizuwohnen, unter Berücksichtigung seines Alters und der nachteiligen Folgen für feine Gesundheit, nimmt er als Schützen- und Feuerwehrhauptmann an allen Festen und Auszügen teil, hält die Festreden und führt das Kommando bei den Bränden.
W Königstein, 1. Septbr. (Priv. - Tel.) Bei einem Zusammenstoß eines Automobils mit einem Radfahrer wurde der letztere, der 19jährige Lehnung aus Cronberg getötet.
â AltenstaVt, 1. Septbr. Vergangene Nacht wurde ein Unteroffizier der hier einquartierten Wiesbadener 80er mißhandelt, sodaß man ihn ins Lazarett bringen mußte. Die Täter sind noch unbekannt.
Darmstadt, 30. August. Nach Angaben, die er auf der hiesigen Polizei gemacht hat, sind dem Arbeiter Grieseling aus Dieburg Pferd und Wagen verschwunden, die er sich vorgestern zum Transport seiner Möbel nach Darmstadt geliehen hatte, samt einem Geldbeträge von 2000 Mark, den er auf dem Wagen aufbewahrt hatte. Er hatte die Möbel abgeliefert und sich vorn Fuhrwerk kurze Zeit entfernt. Als er wieder zurückkam, war das Fuhrwerk wie das Geld verschwunden. G. gibt an, daß er vorher einen fremden Mann in der Nähe seines Fuhrwerks gesehen habe.
Worms, 30. August. In Pfeddersheim wurde ein geheimnisvoller Fund zutage gefördert. Auf dem Bauplatz des Bauunternehmers Lob in der kleinen Wormserstraße stieß man bei dem Aushub der Erdarbeiten ans ein menschliches Skelett, bas sich in einer Tiefe von kaum einem halben Meter von der Erdoberfläche entfernt vorfand. Dieser Fund soll mit einem vor etwa 25 Jahren spurlos verschwundenen Bahnarbeiter in Zusammenhang stehen. Die stattfindende gerichtliche Besichtigung wird wohl das Nähere ergeben.
Gießen, 31. August. In einer heute vormittag abgehaltenen außerordentlichen Tagung des ProvinziallandtageS für Oberhessen wurde nach sehr eingehender Beratung, an welche sich eine Darlegung des Geologen Bergrat Schott- Darmstadt über das Jnheidener Quellengebiet anschloß, (derselbe bezeichnete das Gebiet der Wassergewinnung als selten günstig) beschlossen, die vorliegenden Verträge zur Erwerbung dieses Gebietes durch die Provinz zu genehmigen. Weiter wurden Mk. 13000 für Kosten der nun weiter vorzunehmenden Vorarbeiten für ein eventuell zu erbauendes Wasserwerk, dessen Leistungssähigkeit auf zirka 30000 Kubikmeter Quell- wasser geschützt, bewilligt. Auch werde ein von der Provinz Oberhessen mit der Stadt Frankfurt a. M. abgeschlossener Vertrag vom Provinziallandtag gutgeheißen, wonach für den Fall, daß Wasser in Jnheide gebohrt wird, Frankfurt täglich bis 20000 Kubikmeter Quellwasser von dort geliefert erhält. — Für die durch den Brand geschädigten Herbsteiner bewilligte man Mk. 1000, um der vorläufigen Not begegnen zu können und stellt in Aussicht, für den Bedarfsfall später weitere Mittel zur Verfügung zu stellen. (Frkf. Ztg.)
Hautpflege ist Schönheitspflege daher die großen Erfolge der M yrrholin-Seife; denn sie ist die einzige, feine hygienische Toiletteseife, welche den kosmetischen Bestandteil — das Myrrholin — mit anerkannter und bewährter Sckönheits- äiirtuM aus die Haut enthält. 17803i
. ^T. September
, [] Alls dem WeschmtzSale, 1. Septbr. Die Mann- Heilner Jubiläumsausstellung hatte bekanntlich ein Trachtenfest geplant, welches die dortige Odenwaldklubsektion in Gemeinschaft mit dem Schwarzwälder Trachtenfest veranstalten sollte. Dieses schöne Projekt ist, neueren Mitteilungen zu- folge, jetzt leider gänzlich ausgehoben worden. Das Unternehmen scheiterte an der ablehnenden Haltung genannten Trachtenvereins. Elf Sektionen des Odenwaldklubs hatten ihre Mitwirkung an dem projektierten Trachtenfeste zugesagt. Ihre bisherigen Bemühungen um die würdige Ausgestaltung des Festes waren leider vergeblich. — Bayerische und italienische Steinhauer verursachten in der Berg'schen Gastwirtschaft zu Wald-Erlenbach eine gewaltige Keilerei, die rasch zu Messerstechereien und wahren Gläser- und Stuhlbombar- oements übergingen. Den blutüberzogenen Kampfplatz bedeckten zahlreiche schwer verletzte Streiter, die sofort in ärztliche Behandlung genommen werden mußten. Die Haupt- Helden ergriffen die Flucht. Der Wirt erleidet einen bedeutenden Schaden an zertrümmerten Gläsern und Möbelstücken.
W Weinheim, 1. Septbr. (Priv. - Te I.) Großfeuer zerstörte gestern nacht die Seifenfabrik von Bechthold und Förster.
Mannheim, 1. Septbr. Der „Generalanzeiger meldet: Der erste allgemeine deutsche Gärtnertag, der gestern abend hier seinen Anfang nahm, und der aus allen Gauen Deutschlands von ungefähr 500 selbständigen Gärtnern besucht war, sandte nachstehende Telegramme an den deutschen Kaiser und den Großherzog Friedrich von Baden: „Die heute in Mannheim tagenden Handelsgärtner aus allen Gauen des deutschen Reiches gestatten sich, Euerer Majestät untertänigste und ehrfurchtsvollste Grüße als Zeicheu treuer Anhänglichkeit zu senden." Erster allgemeiner deutscher Gärtnertag, Mannheim-FriedrichSpark. Das Telegramm an den Großherzog Friedrich von Baden lautete: „Die heute in Mannheim tagende erste allgemeine deutsche Handels» gärtnewersammlung gestattet sich, Euerer kgl. Hoheit ehrfurchtsvollste Grüße zu übermitteln und hofft auch in Zukunft in Euerer kgl. Hoheit einen kräftigen Förderer des Gartenbaues zu haben. Erster allgemeiner deutscher Gärtnertag, Mannheim-FriedrichSpark.
§ WixstaDt, 2. Sept. Ein Blitzstrahl traf verflossene Nacht das hiesige Hofgut des Grafen von Asfenheim und äscherte die große Hofscheuer mit ihren bedeutenden Vorräten an Stroh, Heu und Kleeheu und mehreren Maschinen ein.
Ocffcntlicher Wetterdienst.
(Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt.) Voraussichtliche WitLeruug für Sie Zeit vom Abend des 2. September bis zum nächsten Abend.
Nach Zunahme der Bewölkung morgen veränderlich, mehr» fach Regenfalle. Stark auffrischende Winde, etwas wärm«
Sport.
Brescia, 1. Septbr. Bei dem heutigen Automobilrennen um den Floria-Pokal stürzte der Führer des Briaia Zust-Wagens de Martini in einen Graben. Es erlag den hierbei erlittenen Verletzungen. Der Chauffeur wurde leidet verletzt.
Brescia, 1. Septbr. Bei dem heutigen Automobil- rennen um den Floria-Pokal siegte Minoia auf einem Isotta- Fraschini-Wagen. Minoia legte die 486 Kilometer lange Strecke in 4 Stunden, 39 Minuten, 53 Sekunden zurück. Zweiter wurde Hemery auf einem Benzwagen in 4 Stünden, 49 Minuten, 49 Sekunden. Dritter wurde Hanriot aus Benzwagen in 4 Stunden, 57 Minuten, 47 Sekunden.
Hus aller Mell.
Die Cholera. Gestern wurde in Moskau der erste Cholerafall bakteriologisch festgestellt.
Der Wsttsrnachrichtendienft in Den Bereinigten Staaten von Amerika. Wie bekannt, ist in den Vereinigten Staaten von Amerika der Wetternachrichtendienst am frühesten und am besten ausgebildet. Die Organisation ist hier derartig durchgearbeitet, daß die Frage nach der Zweckmäßigkeit dec ganzen Einrichtung, die bei unS noch hänstg gestellt wird, in Amerika nicht mehr austaucht. Die jetzige Organisation des Wetterdienstes der Union gilt mit Recht als eine ausgezeichnete. Das ist nicht zum wenigsten auf die Größe des Gebiets zurückzusühren, aus welchem daS BevbachtungsmaterialzurVerfügung steht. Das Sammeln und Verwerten des BeoüachtungsmaterialS fällt 19O®tationenxu, ausschließlich der Zentrale in Washington. Letztere beschäftigt insgesamt 183 Personen. Von den 190 Stationen außerhalb Washingtons sind 62 mit 1 Angestellten, 53 mit 2, 28 mit 8, 19 mit 4, 15 mit 5, 4 mit 6, 8 mit 7, eine mit 8, 4mft 9 und eine Station mit 10 Angestellten; im ganzen 685. Dazu treten noch 159 Mann zum Aufziehen der Sturmsignale an Stellen, wo keine ständigen Stationen liegen, 844 Flußbeobachter, 146 Beobachter für die Baumwoll-, 154 für die Mais- und Weizen-, 16 für die Obst- und 9 für Me Zucker- und Reisgebiete, sowie 106 Beobachter für Regen- fall, im ganzen weitere 934, so daß sich das ständige De- amten- und bezahlte Hilfspersonal auf rund 1600 Person«» beläuft. Ferner ist noch ein Heer freiwilliger Beobachter und Emrekorrespondemen mit dem Wettervorbersagedienst verbunden. Der Landwirtschaftliche Sachverständige beschreibt, in den „Mitteilungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft" eingehender die technischen Vorrichtungen, die auf den Stationen getroffen sind: den Regenmesser, die Schneewage, die Windfahne, den Anemometer, den Sonnenschein- meffer und den Meteorographen, der die Leitstungen aller vorgenannten Instrumente, mit denen er elektrisch verbunden ist, registriert. Von diesen Stationen laufen die Berichte morgens 8 Uhr in Washington ein. Für 80 bis 40 Minuten haben die Wettertelegramme vor allen anderen TKe- grammen das Wegerecht. ' Sobald auf dem Hauptwett«- bureau die Fassung des Wetterberichts festgestellt ist, «- halten 2000 Stellen diese Berichte unmittelbar. ®on birt aus erfolgt die Weiterverbreitung durch Telegraph, Telephon oder Post. Diesem telegraphischen Wetterbericht folgt Mt Versendung der inzwischen auf den Reffen der Anstalten gedruckten Wetterkarten sofort. So hat sich der Wettemach, richtendienst zu einer ständigen und allgemein in Anspruch genommenen Einrichtung in den Vereinigten Staaten aus- gebildet, die auch für andere Länder vorbildlich wirken kuM.