Bezv-SpreAr
»UichâhrSch 1,80 Mk., monatlich 60 Pfz., für <u* Närttgt Abounentrn mit de» bektffvrdell Psstruffchtq.
Die eiazelns Nummer kostet 10 Pfg.
General-Anzeiger
EiarLâ»gSgM-».
Nr. 204 Ferusprechanschltch Nr. 605.
Amtliches Organ für Stadt- and FasdKreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der S«m- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Montag den 2. September N-»»sprech»«schk«K Nr. cos. 1907
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Amtliches.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Grundbuche von da 1. Band 53 Art. 3055 und 2. Band 70 Blatt Nr. 3717 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes zu 1 auf den Namen des Restaurateurs Heinrich Krieg zu ideellen 6/s und dessen Tochter Ella Margarete Krieg, jetzt verehelichte Vietor Beck, in Hanau zu ideellen 8/s, zu 2 auf den Namen des Gastwirts Ulrich K^l Pesoldt in Hanau eingetragenen Grundstücke:
zu 1. Krtbl. LL Parz. 261/1, Pulvergarten (Heuserswiese) Wiese = 17 ar 02 qm,
— Reinertrag ----- 6,99 Mk. — zu 2. Krtbl. EE Parz. 225/1, Sandeldamm Nr. 12
= 9 ar 21 qm,
a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten,
b) Nebengebäude A,
c) Kegelbahn,
und Krtbl. EE Parz. 209/1, Hofraum am Sandeldamm — 55 qm
— GebLudesteuernutzungswert ----- 2595 Mk. — zu 1. unter Art. Nr. 2357 in der Grundsteuermutterrolle, zu 2. unter Art. Nr. 2891 in der Grundsteuermutterrolle, — in der Gebäudesteuerrolle das zu 2. unter Art. 2760 eingetragen —
am 15. November 1007, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — Zimmer Nr. 14 — versteigert werden.
Hanau den 24. August 1907.
Königliches Amtsgericht. 2. 17883
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Hüttengesäß belegene, im Grundbuche von Hüttengesäß Artikel 42 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Schreiners Philipp Dieven- bender 4t (Philipps Sohn) in Hüttengesäß eingetragene Grundstück:
Krtbl. 16 Nr. 201/0,34, im Dorfe, Acker, 6,51 ar, sowie die daselbst belegenen im Grundbuch von Hüttengesäß Artikel 506 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen
1. des Schreiners Philipp Biedenbeudev 4t (Philipps Sohn),
2. der Ehefrau des Schuhmachers Philipp Meiuhardt, Elisabeth geb. Euler in Hüttengesäß je zur ideellen Hälfte
eingetragenen Grundstücke:
Krtbl. 16 Nr. 37, Haus Nr. 18, u) Wohnhaus mit Hofraum 1,40 ar,
Krtbl. 16 Nr. 38, Haus Nr. 18, b) ^a Scheune mit Stall 1,55 ar,
Krtbl. 16 Nr. 37, Haus Nr. 18, c) Kuhstall,
Krtbl. 16 Nr. 38, Haus Nr. 18, d) Stall u. Holzremise zu der dem Schreiner Philipp Bèedeubeuder zustehenden ideellen Hälfte
am 25. Oktober 1907, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Der am 8. Oktober 1907 anstehende Termin ist aufgehoben.
Langenselbold den 23. August 1907.
Königliches Amtsgericht. 17835
Hus Ranau Stadt und Eand.
Hauau, 2. September.
* Der September hat gestern seinen Anfang genommen. Der Monat der Tag- und Nachtgleiche ist gekommen, der Somnier ist im Scheiden. Rötlich färben sich bald die Blätter, die Singvögel verlassen uns bald und der Herbst klopft an die Tür. Das Kleid der Mutter Natur wird rin anderes, bunteres. Das letzte Obst geht seiner Reife entgegen, Herbstspinner ziehen ihre Fäden und das Licht kämpft seinen alten Kampf mit der Dunkelheit: das ist der September. Heiteres Wetter am 1. September hat die besten Folgen sowohl für den nachfolgenden Herbst, wie insbesondere für den Wein. So heißt es: „Ist zu Aegidi ein heller Tag, dir einen guten Herbst ansag" und „Ist aus Aegidi Sonnenschein, so gibt es viel und guten Wein." Hoffen
wir das beste, lieber Leser! Eine feierliche, friedliche Schönheit liegt über den September gebreitet. Wie ein wehmütiges Geheimnis schweigt es im Dämmergrau mit einer hohen, köstlichen Ruhe, mit einem sanften Gefühl des Friedens, wie es kaum ein anderer Monat in unserer Brust zu erwecken vermag. Reife Früchte grüßen uns, wenn ein erster Herbstwind raschelnd durchs Laub fährt. Noch einmal zeigt sich die Natur in ihrer ganzen verschwenderischen Pracht. U^ weiche Stimmungen werden in uns wach:
Nun will der Sommer scheiden gehen, .
Nun naht die letzte schöne Zeit.
Die ersten rauhen Winde wehen, Und Stoppelfelder weit und breit.
Ein Abschied gilt's dem holden Traume
Von Lenzentagen früh und spät, —
Schon welkt das erste Blatt am Baume:
Der Herbst rauscht an . . . der Sommer geht.
* Sedantag. Die öffentlichen Gebäude tragen heute Flaggenschmuck. — In den Schulen fanden wie üblich Gedenkfeiern aus Anlaß der Wiederkehr des Sedantages statt.
* Sedanfeier im Kriegerverein. Die Tage inbrünstigen Gedenkens und Dankes sind wieder gekommen — vielleicht ist's die jüngste Generation nicht recht gewahr geworden, daß sie gekommen sind, aber die Alten gehen über solche ernsten und heiligen Erinnerungen nicht so leicht hinweg und wer bei der Fahne gestanden hat, der weiß, was solche Tage für unser Volk zu bedeuten haben. Und nun unser Kriegerverein! Er hat den Schwur der Treue nicht vergessen. Jahr für Jahr hat er ernste Erinnerungsfeiern veranstaltet, stets ist er hinausgepilgert an die Gräber der gefallenen Brüder, um diese zu schmücken, den Schwur der Treue zu erneuern. So auch diesmal wieder. Im Vereinskokale fand am Vorabend (Samstag) ein Kommers statt, der wie stets sich zu einem herzlichen Beisammensein gestaltete. Der zweite Vorsitzende, Herr Amtsgerichtsrat B o h n é , eröffnete die Feier mit Begrüßungsworten und ließ dieselben ausklingen in ein Hoch auf den obersten Kriegsherrn, Seine Majestät den Kaiser. In einer weiteren Ansprache gedachte Herr Amtsgerichtsrat Bohnè der noch unter uns weilenden Mitkämpfer aus der großen Zeit und forderte die jüngere Generation auf, der Wertschätzung und Anerkennung dieser Zeugen einer großen Zeit, die ihr Leben einsetzten für des Vaterlandes Schutz und Einheit, Ausdruck zu geben in einem Hoch auf dieselben. Namens der Mitkämpfer dankte Herr Steuerrat Schulz für diese Ehrung und quittierte mit einem Hoch auf die jüngeren Kameraden. Herr Lehrer Schnell brachte packende Schilderungen aus dem Werke des Kriegsschriftstellers Tanera zum Vortrag, der anfangs verhinderte, später erschienene Vorsitzende, Herr Hauptmann a. D. v. Buttlar, gab gleichfalls Erinnerungen aus der Militärzeit zum besten, die Kommersbesucher sangen gemeinschaftliche Chorlieder u. s. f. Umrahmt wurden diese Darbietungen von Musikvorträgen der Vereinskapelle, die ebenfalls zu dem Gelingen des Abends beitrugen. — Sonntag vormittag fand ein Kirchgang in die Marienkirche statt, im Anschlusse hieran vollzog sich ein Akt der Pietät, die Schmückung der Kriegergräber auf dem Friedhofe. Kränze legten daselbst nieder der Kriegerverein, der Gardeverein und der Veteranenverein.
V „Cellini". Wie alljährlich so hat auch in diesem Jahre die Akademische Verbindung „Cellini" in ihrem Vereinslokal am Samstag abend eine Sedanfeier veranstaltet, welche sehr gut besucht war. Nach der Begrüßungsansprache seitens des Präsidiums brachte das Mitglied Herr Giesel- hardt in wohldurchdachter und wohlgesetzter Rede den begeistert aufgenommenen Toast auf Se. Maj. unseren Kaiser. Sodann hielt Herr August Elsaß, als Gast anwesend, mit jugendlichem Feuer eine alle Herzen packende, zündende Rede in einem Toast auf unser deutsches Vaterland endigend. Durch sehr gute musikalische Vorträge und Absingen patriotischer Lieder wurde die glänzend verlaufende Feier verschönt und zeigte so recht, daß die Mitglieder der Akademischen Verbindung „Cellini" nicht nur die Liebe zur Kunst sondern auch die Liebe zu Kaiser und Reich zu pflegen verstehen.
FC. Kriegsgericht der 2L Division. Der Ulan Oskar M. von der 3. Eskadron des Hanauer Ulanenrcgi- ments war im Juni auf Urlaub in Elberfeld. Dort foppte er in Gemeinschaft mit andern Burschen in der Nacht zum 17. Juni die Nachtwächter, indem sie das Notsignal pfiffen, sodaß die Herren Nachträte alle auf einen Platz zusammen- liefen. Ein Polizeisergeant forderte die Burschen auf, ihrer Wege zu gehen. M. sagte darauf: „Der kann was auf die Schnute kriegen!" Diese Aeußerung trug ihm eine Anklage wegen Widerstands ein, denn in den Worten sollte eine Drohung liegen. Das Standgericht verurteilte den Ulan zu
4 Wochen Gefängnis. Gegen das Urteil legte der Gerichtsherr Berufung ein, weil das Standgericht gar nicht zuständig war. Das Kriegsgericht war der Ansicht, daß kein Widerstand vorliege, und bestrafte den Ulan wegen öffentlicher Beleidigung mit 14 Tagen Gefängnis.
* Oeffentliche Turnerversammlung. Freitag den 6. September abends 8^2 Uhr findet im Vereinshause der Turngemeinde eine öffentliche Turner- versammlung statt; Tagesordnung: „Der Deutsche Turntag in Worms." Sämtliche Mitglieder der Deutschen Turnerschaft und alle Freunde der Deutschen Turnsache sind hrerzu eingeladen und ist Redefreiheit gewährt. Einberufen ist die Versammlung von den Vorständen der Vereine: Turngemeinde Hanau (gegründet 1860), Turnverein Kesselstadl (gegr. 1860), Turnverein Hanau (gegr. 1860), Turn- und Fecht-Club Hanau (gegr. 1869), Turngesellschaft Hanau (gegr. 1882).
* Gartenfest. Das von der 1. Komp, der hiesigen freiwilligen Feuerwehr gestern im „Kaiserhof" veranstaltete Gartenfest hatte sich eines sehr großen Zuspruchs zu erfreuen. Die Besucher hatten sich auch nicht getäuscht, denn die Veranstalter boten alles auf, jung und alt zufrieden zu stellen. Reges Leben und Treiben herrschte an dem Schießstande und auf der Kegelbahn; besonderes Lob gebührt dem Gesangverein „Fröhlichkeit", der prächtige Chöre zum Vortrag brachte und viel zum Gelingen der Veranstaltung beitrug. Zum Schluffe wurde in der Halle ein Tänzchen arrangiert, das ebenfalls rege Beteiligung aufzuweisen hatte. Die 1. Komp, der freiwilligen Feuerwehr hat bewiesen, daß sie es versteht, Feste zu arrangieren.
* Spanische Schahfchwindler- In letzter Zeit laufen wiederum Zuschriften des spanischen Schwindlers Gomez ein, der nach Leuten sucht, die bekanntlich nicht alle werden. Derartige Zuschriften wolle man an die Königl. Polizeidirektion, Zimmer Nr. 1, abgeben.
* Renitent. Der Tapezierergeselle Körner hatte gesterr mittag an der Französischen Allee ohne jede Veranlassung zwei junge Leute mißhandelt-und dann der Schutzmannschaft Widerstand geleistet. Er wurde zur Feststellung des Tatbestandes sistiert und benahm sich nach Vollzug dieser Formalitäten, als er wieder entlassen werden sollte, derart renitent, daß weiterhin gegen ihn eingeschritten werden mußte. Dabei warf er sich zu Boden und leistete heftigen Widerstand, sodaß einige Schutzmänner erforderlich waren, ihn schließlich zur Abkühlung nach dem Polizeigefängnis zu verbringen.
* Mainwafserwärme gestern abend 15 Grad.
Negenstation Hanau des Königl. Preußischen Meteorol0gischen Instituts zu Berlin.
Im Monat August wurden 12 Tage mit mehr als 0,2 mm Regenhöhe beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge in 24 Stunden war am 15. August (gemessen am 16. August, inorgens 7 Uhr), sie erreichte eine Höhe von 7,9 mm, was gleichbedeutend ist mit 7,9 Liter auf 1 Quadratmeter.
Die Monats - Menge der Niederschläge im August betrug 36,7 mm oder 36,7 Liter pro Quadratmeter.
G e w i t t e r st a t i 0 n. Im Monat August wurden 2 Gewitter beobachtet. Die größte Niederschlagsmenge war am 16. August, sie erreichte eine Höhe von 6,0 mm, roaâ gleichbedeutend ist mit 6,0 Liter auf 1 Quadratmeter.
Hanau, 1. September 1907.
Der Beobachter: An ton Jobst.
Für Errichtung eines Aussichtsturmes auf dem Buchberge bei Langenselbold gingen ein:
Frau Kl......1.- Mk.
S. Frth......1.50 „
C. O......-.50 „
Voriger Betrag . 1718.00 „
Zusammen bis jetzt 1721.— Mk.
Weitere Spenden nimmt gerne entgegen die Redaktion des „Hanauer Anzeigers"
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Das Vorgehen der Bäckerinnung, die Rabattentziehnng, ist geeignet, einen tatsächlichen Mißstand zur öffentlichen Erörterung zu bringen. Wir sehen, daß Vereine bezw. Vereinigung ; für ihre Mitglieder besondere Vergünstigungen erlangen, andere Konsumenten, die schließlich doch auch hinsichtlich ihrer Kaufkraft nicht zu ver-