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N-rtekjLhrNch 1^0 Mk., monatlich 60 Pfg., für (tu*.
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Ei-rrüSu-gsgeSLH» ^
«otktiontvru-r und Verlag der Buchdrucker« d» werbt.
General-Anzeiger
AAtlilhes Organ für Stadt- and FandKreis Hanan.
au Gats rannst» in Harum.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Sie jüafgespultem Petttzelle oder der« Nau» 90 PkH> tat Ncklanienteil die Seile Ä Pfg.
verantmorU. Redakteurt T. Gqr« Let ä Harar.
Nr. 102 Fernsprechanschltch Nr. 605.
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Donnerstag den 2. Mai Retnfrre<6«nw«6 Nr. «vs. 1907
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12 Seiten.
Hierzu „Amtliche Beilage Nr. 9."
Amtliches.
Bekanntmachung.
Versendung von Paketen während der PfingftzeLL.
Die Vereinigung mehrerer Ratete zu einer Postpaketadresse ist für die Zeit vom 12. bis einschließlich 19. Mai im inneren deutschen Verkehr nicht gestattet. Auch für den Auslandsverkehr empfiehlt es sich im Interesse des Publikums, während dieser Zeit zu jedem Pakete besondere Begleitpapiere auszufertigen.
Berlin W. 66 den 23. April 190.7.
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.
J. A.: Gieseke.
Gefundene und verlorene Genenstönde re.
Gefunden: 1 Spazierstock mit silbernem Griff, 1 goldner Herren-Ring, 1 goldne Brosche, 1 Päckchen Ber- bandwatte.
Verloren: 1 weißer Schuvpen-Damengürtel, 1 Portemonnaie mit 1,60 Mk. und 2 Bildern.
Entlaufen: 1 junger gelber Hund.
Hanau den 2. Mai 1907.
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Hus flau au Stadt und Fand.
Hanau, 2. Mai.
Bsamt-tt-Personalnachrtchten.
Ernannt: der Pfarrer Heimerich zu Caßdorf, Klasse Homberg, zum Pfarrer in Ehrsten, Klasse Zierenberg, der Regierungsbaumeister Seckel zum Kreisbauinspektor in Melsungen, der Referendar Boddin zum Gerichtsassessor, die Rechtskandidaten Goeßmann, v. Scharfenberg und Götz Philipp Freiherr v. M i n n i g e r o d e zu Referendaren, zu Förstern die Hilfsförster: Kohl zu Oberrodenbach und B r â h l e r zu Niederrodenbach, Oberförsterei Wolfgang.
Bestellt: der Pfarrer extr. Eberhardt als Gehilfe des Pfarrers B o d e in Buchenau.
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Feuilleton.
Etwas Wetterkunde fürs Haus.
Das Wetter spielt im Leben des modernen Menschen eine nicht zu unterschätzende Rolle, und für viele ist es von großer Wichtigkeit zu wissen, wie das Wetter am folgenden Tage sein wird. Da wird nun gewöhnlich das Barometer um Rat gefragt, das wohl heutzutage in keiner Haushaltung mehr fehlt, aber wie es gefragt werden muß, um eine einigermaßen zuverlässige Kunde zu erlangen, ist wohl noch sehr vielen unbekannt. Die meisten sehen einfach danach, ob das Barometer auf „Schön Wetter", auf „Veränderlich", auf „Regen", oder wie die einzelnen Bezeichnungen der Skala heißen, steht, und geben sich damit zufrieden. Aber diese Art, das Barometer nach dem kommenden Wetter zu fragen, ist grundfalsch und trügerisch, so daß eine kurze Anleitung zur nützlichen und erfolgreichen Beobachtung des Barometers gewiß nicht unwillkommen sein dürfte.
Die Hauptsache ist und bleibt, zu beachten, ob bas Baro- ineter steigt oder fällt, und dabei sind wieder die folgenden Einzelheiten von Wichtigkeit.
Wenn das Barometer nach anhaltend schönem Wetter schnell und anhaltend fällt, wird sicher Regen eintreten; war bas schöne Wetter vorher von sehr langer Dauer, so kann das Barometer wohl zwei bis drei Tage sinken, ehe eine Veränderung im Zustande der Atmosphäre eintritt. Je mehr Zeit ferner zwischen dem ersten Fallen des Barometers und dem Beginn des Regens verstreicht, desto länger wird die regnerische Witterung andauern.
Steigt das Barometer dagegen nach längerem regnerischen und stürmischen Wetter langsam und regelmäßig, so ist ganz licher schönes Wetter zu hoffen. und dieses dauert ebenso
Beauftragt: der Pfarrer extr. Dietzel mit Versetzung der Pfarrstelle zu Walburg, Klasse Lichtenau.
Uebertragen: dem komm. Kreissekretär D el g- m a n n in Hünfeld die Stelle des Rendanten des LyzeumS- fonds zu Rasdorf im Nebenamt.
Versetzt: der Amtsgcriäüsrat Schmitz in Gelsenkirchen an das Amtsgericht in Cassel, die Amtsrichter Drücke in Grebenstein und Rübsam in Netra an das Amtsgericht in Eschwege.
Verliehen: dem Domänenpächter S u n t h e i m zu Wolkersdorf hier Charakter als Königlicher Oberamtmann.
E n t l a s s e n a u f Antrag: die Referendare von Stumm unjb Roth aus dem Justizdienst.
* Pfarâeüe. Bewerber um die infolge Pensionierung ihres seitherigen Inhabers zur Erledigung gekommene Pfarrstelle zu Münchhausen, Klasse Wetter, haben ihre Meldungsgesuche durch Vermittelung ihres zuständigen Superintendenten an Königliches Konsistorium in Cassel einzureichen.
* Ordensarts^eicknrtng. Dem Geheimen Medizinalrat Dr. Bode in Cassel ist aus Anlaß seines fünfzigjährigen TienstjubilLums der Rote Adlerorden III. Klasse mit der Zahl 50 verliehen worben.
* Wahnitnasgeldzitschüffe. Recht erfreuliche Beschlüsse wurden in der letzten Zeit von den Kreistagen der Nachbarschaft gefaßt. Der Kreistag des Kreises Gelnhausen bewilligte den etatsmäßig angestellten Kreisbeamten Wohnungsgeldzuschüsse, der Kreistag des Kreises Büdingen faßte einen gleicblamenden Beschluß. Wie erinnerlich sein dürfte, hat auch der Kreistag des Kreises Hanau daö WohnnngSgeld der Kreisbeamten erhöht.
* Veranlagung. Die Königl. Regierung zu Cassel bringt zur Kenntnis, daß bei der jetzt eingeleiteten III. Ge- bäudesteuerrcvision die sämtlichen Städte des Regierungsbezirks und folgende ländliche Ortschaften: Harleshausen, Niederzwehren, Wolfsanger im Landkreise Cassel, Fechenheim im Landkreise Hanau, Bebra im Kreise Rotenburg, Sooden im Kreise Witzenhausen, nach der Vorschrift des § 6 des Gebäudesteuergesetzes vom 21. Mai 1861 und zwar nach den in den Jahren 1898 bis 1907 einschließlich bedungenen Mietpreisen zur Veranlagung kommen werden.
* Sparkaffenverkehr bei der Keihanfi-rlt Hanau. Der Landesausschuß hat in seiner Sitzung vom 25. März d. J. beschlossen, die Bestimmungen über den Sparkassenverrehr bei den Leihanstalten in Fulda und Hanau vom 7. März 1896 durch folgenden Nachtrag zu ergänzen: „Für Einlagen, welche bei einer Sammelstelle erfolgen, haftet die Leihbank (das Leihaus) nur, insoweit dieselben durch Einkleben von desto länger an, je größer der Zeitraum zwischen seinem Eintritt und dem ersten Steigen des Barometers war.
Wenn in beiden obigen Fällen der Witterungswechsel unmittelbar auf das Fallen oder Steigen des Barometers folgt, so wird diese Veränderung nur kurze Zeit audauern.
Wenn das Barometer zwei bis drei Tage oder noch länger langsam aber anhaltend steigt, so verkündet das schönes Wetter, selbst wenn der Regen während dieser Tage nicht aufhört, und umgekehrt; wenn das Barometer aber unter regnerischer Witterung zwei Tage oder länger stieg und mit dem Eintritte schöner Witterung gleich wieder zu fallen beginnt, so wird letztere nur sehr kurze Zeit anhalten und umgekehrt.
Im Frühjahr und im Herbste deutet ein rasches Fallen des Barometers auf Wind; im Sommer bei großer Hitze verkündet es Gewitter. Im Winter weist ein rasches Fallen des Barometers nach anhaltendem Froste auf eine von Tauwetter und Regen begleitete Veränderung in der Windrichtung hin; ein Steigen des Barometers während anhaltenden Frostes aber verkündigt baldigen Schneefall.
Schnelle Veränderungen des Barometerstandes dürfen nie als Prophezeiungen andauernd trockenen oder regnerischen Wetters aufgefaßt werden. Zu derartigen Vorausbestimmungen eignen sich nur die langsamen, aber stetigen Veränderungen des Barometerstandes.
Wenn im Spätherbst nach längerem nassen und stürniischen Wetter das Barometer zu steigen beginnt, so verkündet das einen Umschlag des Windes nach Norden und die Annäherung des Frostes.
Das ist es im allgemeinen, was man bei der Beobachtung des Barometers zu beachten hat, soll dieses schätzenswerte Instrument uns ein einigermaßen verläßlicher Ratgeber in Wetterangelegenheiten werden. Unsern verehrten Lesern aber wünschen wir jederzeit ein solches Wetter, wie es sich ein jeder von ihnen selbst wünscht.
Sparmarken von gleichem Nennwert in das Sparkaffenbuch und durch Unterschrift des Verwalters der Sammelstelle beurkundet sind." Dieser Nachtrag wird, nachdem derselbe von dem Herrn Oberpräsidenten unter dem 25. März d. J. genehmigt worden ist, soeben zur öffentlichen Kenntnis gebracht.
* Aaftdveror-iritNst. Für das Jahr 1907 ist vom Bezirksausschuß der Schluß der Schonzeit für Rehböcke aus Mittwoch den 29. Mai festgesetzt. Der 29. Mai gehört noch zur Schonzeit.
* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Kreis Fulda: Veitsteinbach, Hattenhof; Kreis Gelnhausen: Gelnhausen, Wächtersbach Waldensberg; Kreis Schlüchtern: Schlüchtern, Altengronau, Dollmerz, Bellings, Steinau, Jossa (Verdacht); Schweineseuche (Schweinepest): Stadtkreis Castel: Cassel; Landkreis Cassel: Vollmarshausen, Niederzwehren, Wilhelmshausen, Neue-Mühle, Oberkaufungen, Ihringshausen; Kreis Eschwege: Wanfried, Schemmern, Grebendorf, Niddawitzhausen; Kreis Frankenberg: Heine, Dainrode, Dorf- Itter ; Kreis Fritzlar: Hof Fehrenberg, Gudensberg; Kreis Gelnhausen: Neuses, Mernes, Radmühl, Fischborn; Landkreis Hanau: B'schofsbeim, Bergen, Niederdorfelden, Roßdorf, Ravolzhausen, Langenselbold, Rückingen, Großkrotzenburg ; Kreis Hersfeld : Lautenhausen, Hof Engelbach; Kreis Hofgeismar: Grebenstein, Calden, Beberbeck, Becker- backen, Immenhausen; Kreis Homberg: Hebel, Borken, Homberg ; Kreis Hünfeld: Hofaschenbach; Kreis Melsungen: Altenburg, Spangenberg; Kreis Grafschaft Schaumburg: Domäne Möllenbeck, Hessendorf; Kreis Schmalkalden: Mittel- stille; Kreis Witzenhausen: Fürstenhagen; Kreis Wolfhagen: Niederelsungen; Geflügelcholera: Stadtkreis Cassel: Cassel; Influenza der Pferde: (A. Brustseuche): Stadtkreis Cassel: Cassel; Kreis Fritzlar: Geismar, Fritzlar; (B. Pferdestaupe): Landkreis Cassel: Sandershausen, Ochshausen; Kreis Schmalkalden: Herrenbreitungen.
* Marken ko ns« m verei rr „Einigkeit". Als neue Kontrahenten sind dem Markenkonsumverein „Einigkeit" beigetreten die Firmen Eckel, Kolonialwarenhandlung (Ecke der Markt- und Metzgerstraße) und Jam er, Kleiderhandlung (Paradeplatz, neben der Hauptwache). Nach den Statuten gelangt der gesamte Reingewinn nach Abzug der sehr ge% ringen Vereinsunkosten als Dividende an die Mitglieder zur Verteilung, in diesem Jahr wieder 6^2 Prozent oder mehr, was wohl vielen Grund genug sein dürste zum Beitritt. Anmeldungen werben jeden Montag von 8—10 Uhr abends im Vereinslokal (Concordia, Paradeplatz) entgegengenommen.
* Im Zoologischen Garten zu Frankfurt a. M. ist am nächsten Sonntag der Eintrittspreis bis 1 Uhr auf 30 Pfg. (Kinder 20 Pfg.) und für das Aquarium mit Rep-
Kunst und Heben.
Der Bazillus des Keuchhustens. In der jüngsten Sitzung der Gesellschaft der Aerzte in Wien teilte, wie dortige Blätter berichten, der Professor für pathologische Anatomie und Prosektor des Wilhelminenspitals Dr. Heinrich Albrecht mit, daß es ihm gelungen sei, den Erreger deS Keuchhustens zu finden. - Dieser sei mit dem schon lange bekannten Jnfluenzabazillus identisch. Schon seit langem nahm man an, daß der Keuchhusten durch eine spezifische Bakterienart hervorgerufen werde, die bis jetzt nicht näher bekannt war. Bei dem immer mehr an Ausdehung und Bedeutung gewinnenden Bestreben, alle Infektionskrankheiten durch Seren zu behandeln, legte man naturgemäß auf die Feststellung der Erreger des Keuchhustens großen Wert. In diesem Sinne sind auch die Ergebnisse der Forschungen Prof. Albrechts zu begrüßen. Prof. Albrecht hat auch seinen Mitteilungen zufolge aus den Keuchhusten- (Influenza-) Bazillen ein Serum hergestellt, das, Kaninchen eingespritzt, schwere Herzentzündungen hervorrief. Diese Versuche erklären, warum die Influenza gerade auf das Herz des Menschen einen so nachteiligen Einfluß ausübt.
Albirmblätter.
Eine Wohltat, die wir einem Menschen erweisen, ein gutes Wort, das wir einem sagen, ein Beispiel, das wir geben, stirbt nicht mit uns. Jede gute Tat wirkt durch den Empfänger auf seine Nächsten, durch Geben von diesen weiter und weiter auf andere — unsere guten Werke sind unsere Unsterblichkeit. Robert Gersuny.
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Um große Kunst nachempfinden zu können, braucht es in erster Linie Herz und Phantasie. Der Verstand kann nachher fommen und sich die Sache zureÄtlegen.
Anselm Feuerbach.