Einzelbild herunterladen
 

MM

BezagSpreV«

iiei#,^^ 130 Mk., m-natüch 60 Pfg., fik auS- Mitti-e ALom»«tm mit de» bettefsendm Psstaufjchlo-, DK âjckx Nummer lostet 10 Pf«.

Gtueral-Auzeiger

Perger

E-«rüâ«gsgers^,

KMlhts Orgsu fit Stadt- «ad Faadkreis Saasa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Nr. 177 Fernsprechanschltch Nr. 605

Amtliches.

Landkreis Fjanau.

MiinMwn des Königliche» Lmdrntsanits.

Unter den Schweinen zu Kilianstädten ist die Schweine- tzuche erloschen.

Hanau den 30. Juli 1907.

Der Königliche Landrat.

V 6477 . J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Handelsregister.

Firma Karl Winkler in Hanau.

Der Fabrikant August Winkler in Hanau ist aus der Gesellschaft ausgeschieden und damit die offene Handelsgesellschaft aufgelöst. Das Geschäft wird von dem bisherigen Gesellschafter Fabrikant KarlWinkler in Hanau unter unveränderter Firma als Einzel- kaufmann fortgeführt.

Hanau den 30. Juli 1907.

__Königliches Amtsgericht Abt. 5. 15667

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 BuchGaea" Natur und Leben, 1 Spazierstock. Abzuholen bei der Armenverwaltung.

Hanau den 1. August 1907.

Koloniales»

Polizeilicher Schutz für Ansiedler in Südwest- Nfriko. Entsprechend den im Reichstag geäußerten Wünschen wird seitens des südwestafrikanischen Gouvernements beabsich­tigt, in der Kolonie den polizeilichen Schutz auf die Ge­biete zu beschränken, die in der Interessensphäre der Bahn­linien oder der diesen gleich zu achtenden großen, den Süden des Schutzgebietes mit dem Norden verbindenden Verkehrs- straßen liegen, deren Umwandlung in eine Bahnlinie nur rine Frage der Zeit sein kann. Außerhalb dieser Gebiete kann polizeilicher Schutz grundsätzlich nur gewährt werben, soweit ganz besonders wichtige Interessen wirtschaftlicher Natur einen solchen für bestimmte Landstriche dringend er­fordern. Hieraus folgt, daß die Besiedlung zunächst auf die vorbezeichneten Gebiete zu beschränken ist. Mit der allmäh­lichen Ausdehnung des Eisenbahnnetzes auf andere Land­striche wird auch das für die Besiedlung in Betracht kom­mende Gebiet von selbst schrittweise eine entsprechende Er­weiterung erfahren. Seitens des Gouvernements wird in Zukunft Regierungsland zu Besiedlungszwecken nur innerhalb dieser Grenzen abgegeben werden. Es wird davon ausge­gangen, daß die näher gekennzeichnete Einflußsphäre der Eisenbahn etwa 100 Kilometer zu beiden Seiten beträgt. Den Eisenbahnen gleich geachtet wird die große Verkehrs­traße von Windhuk nach Keetmanshoop und deren Fort- etzung nach der englischen Grenze bis Ramansdrift, ebenso das östlich von Windhuk zwischen dem Epukiro-Omuramba und dem weißen Nossob und das im Nordwesten des Schutz­gebietes zwischen Outjo und Franzfontein gelegene Gebiet. Karten des Landes, auf denen die fraglichen Gebiete einge­tragen sind, können bei den Bezirks-' und Distriktsämtern eingesehen werden.

Bahnban in Südwestafrika. Der Bahnbau von Tsumeb nach Grootfontein ist bereits in Angriff genommen, indem man mit den Trassterungsarbeiten begonnen hat.

Gesettschastsstedlnng in Südwestafrika. Durch eine Bekanntmachung der Betriebsdirektion der Otavi-Minen- und Eisenbahngesellschast in Tsumeb wird in einem Gebiete, das die genannte Gesellschaft vertragsmäßig von der South West Africa Co. übernimmt, eine Fläche von insgesamt 30 000 Hektar zu Ansiedlungszwecken zum Verkauf gestellt. Betresis der Große der Farmen, Verpflichtung zur Bewirt- schastung und Veräußerung gelten die vom Gouvernement festgesetzten Bestimmungen. Der Preis für 1 Hektar beträgt 2 Mk. Von der Kaufsumme ist mindestens ein Drittel an­zuzahlen, der Rest wird als erste Hypothek im Grundbuch eingetragen und ist mit 6 von 100 jährlich zu verzinsen. Wenn die Wasserverhältnisse trotz ernstlicher Erschließungs- arbeiten, für die der Nachweis eines 30 Meter tiefen Brun­nens gefordert wird, nicht für den Farmbetrieb ausreichend sind, ist die Gesellschaft bereit, einen Austausch von Farmen vorzunehmen, falls ein entsprechender Antrag innerhalb Jahresfrist gestellt wird.

er Bevölkerung Swakopmunds. Nach amtlicher Feststellung hat Swakopmund am 1, Avril 1907 1682 weifee

Donnerstag den 1. August

Einwohner einschließlich 220 Mann Militär gehabt. Von allen deutschen Kolonialortschaften mit Ausnahme Tsingtaus hat Swakopmund hiernach die größte weiße Bevölkerung. In dem Orte ist eine neue Industrie entstanden, indem dort eine Feindestillerie und Likörfabrik errichtet worden ist. Unter den darin hergestellten Erzeugnissen befindet sich unter anderem einSwakopmunder Magenbitter".

Brand in Windhuk. Der Kamp der Kapfarbigen auf der Höhe des westlichen Flußufers bei Windhuk, der als Bauplatz für das Elisabeth-Haus in Aussicht genommen ist, ist am 7. Juni abgebrannt.

Privileg für Salzgewinnung in Ostasrika. Durch Verfügung des Reichskanzlers vom 4. Juni 1907 wird auf Grund der für sämtliche Schutzgebiete außer Deutsch- Südwestafrika gültigen Kaiserlichen Bergverordnung vom 27. Februar 1906 dem Fiskus des Deutsch-ostafrikanischen Schutz­gebiets die Sonderberechtigung zur ausschließlichen Aufsuchung und Gewinnung von Kochsalz, Soda und anderen Salzen vorbehalten, die mit dem ersteren vergesellschaftet in dem Magadsee und in den in diesem See und seiner Umgebung vorhandenen Soolquellen vorkommen, innerhalb eines in dem ostafrikanischen Graben belegenen Gebietes, das begrenzt wird im Westen und Osten von dem Fuße der den Grabengrund begrenzenden Steilabhänge, im Norden von der deutsch- britischen Landesgrenze, im Süden von einer Linie, die dem Breitengrad parallel durch einen Punkt gezogen wird, der 10 km südlich des Südendes des Magadsees liegt.

Hus Hanau Stadt und Cand.

Hanau, L August.

Beamten-Personalnachrichten.

Ernannt: die Referendare Dr. Valentin Becker und Habrucker zu Gerichtsassessoren, die Rechtskandidaten Frießem , Hermann Schrader, Ellenberger, Starck, Wollstadt, Lehr, Wankel, Rein­hard, von der Schulenburg, Stiefel und H o l st e i n zu Referendaren.

In den Ruhe st and versetzt: der Rentmeister, Rechnungsrat Litzenbaur in Witzenhausen vom 1. Okto­ber 1907 ab, die Gerichtsvollzieher H atzky und Fellenz in Cassel.

G e st o r b e n: der Forstmeister Müller in Stölzingen, gl. Oberforsterei.

Eine neue Laufbahn. Aür das Meli­orationswesen ist eine eigene Laufbahn geschaffen worden, insdfern, als in Zukunft als RegierungS-Bausekretäre nur Meliorationsbauwarte angestellt werden sollen, die ihre Befähigung zur Bekleidung einer solchen Stelle durch eine Prüfung nachgewiesen haben. Zu der Prüfung zum Regierungs-Bausekretär dürfen Meliorations- Bauwarte frühestens 2 Jahre nach ihrer Anstellung zuge­lassen werden. Den zugelassenen Prüflingen wird zur Ab­legung ihrer Prüfung der erforderliche Urlaub unter Belassung des Diensteinkommens erteilt. Reisekosten und Tagegelder werden ihnen aber nicht gewährt. Der Prüfungsausschuß besteht aus dem meliorationstechnischen Beirat desjenigen Oberpräsidenten, an dessen Amtssitz er gebildet worden ist, als Vorsitzenden und 2 Meliorations-Bauinspektoren als Bei­sitzern. Zunächst wurden 2 Ausschüsse gebildet, nämlich der eine zu Potsdam für die Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Schlesien und Brandenburg; der andere zu Hannover für die Provinzen Sachsen, Schleswig-Holstein, Hannover, Westfalen, Rheinprovinz und Hessen-Nassau.

* Militär-Angelegenheiten. Zum freiwilli­ge n E i n t r i t t in den Militärdienst wurden im Jahre 1906 101 Meldescheine erteilt, davon 59 an dem Landkreis angehörige und 42 in Hanau wohnhafte Freiwillige. Auf Grund des Berechtigungsscheines zum einjährig-frei- willigen Militärdien st wurden 43 Personen (34 aus der Stadt und 9 aus dem Landkreis) vom Militärdienst rurückaestellt. Die V e t e r a n e n b e i h ü l f e von 120 Mark beziehen auf Grund des Gesetzes vom 22. Mai 1895 = 62 (41) Veteranen (15 Hanauer und 47 aus dem Land- ^^* Ueber die Vertilgung der Wühlmäuse (Erd­ratten) schreibt das Amtsblatt der Landwirtschaftskammer: Nach einer Mitteilung des Herrn Garteninspektor. Huber m Oberzwehren haben in diesem Jahre die Wühlmaule (Erd­ratten) im hiesigen Regierungsbezirk sich so stark vermehrt, daß kräftige Vertilgungsmaßregeln notwendig sind, um diese außerordentlich schädlichen Nager zu vertilgen. Diese Ver- tilguna muß sobald wie möalich ins Werk gesetzt werden,

Fernsprechanschlutz Str. 605. 1907

^^22^ ......... ........-s

weil später, wenn die Felder geleert find, diese Wühlmäuso einen nahezu unberechenbaren Schaden an den Obstbäume« tun werden, sind sie doch imstande, 1015jährige Obst, bäume abzufressen. Nach Herrn Garteninspektor HuberS Aussage soll eines der besten Mittel zur Vertilgung boÄ Ratin sein, welches durch den rheinischen Bauernverein in Köln nebst Anweisung zum Gebrauch zu beziehen ist. Uebrigens soll auch Schwefel-Kohlenstoff ein sehr gutes Der« tilgungsmittel sein; doch muß derselbe wegen seiner Feuer« gefährlichkeit sehr vorsichtig angewendet werden.

* Durchschnittspreise. Der Durchschnitt der Höchstey Tagespreise für Fourage beträgt mit einem Aufschläge von 5 vom Hundert für den Monat Juli 1907 in dem Stadt- und Landkreise Hanau für Hafer 10 Mark 95 Pfg., für Heu 3 Mk. 35 Pfg., für Stroh 3 Mk. - Pfg. pra Zentner.

* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Landkreis Ha« nau: Enkheim; Kreis Marburg: Marburg (Verdacht); Kreis Schlüchtern: Schlüchtern, Altengronau, Vollmer^ Bellings, Steinau, Jossa (Verdacht), Züntersbach, Kloster* Höfe (Hof Raith); Schweinefeuche (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Niederzwehren^ Ihringshausen, Wilhelmshausen, Nieste, Harleshausen, Wei­mar, Altenbauna; Kreis Fritzlar: Gudensberg; Kreis Fulda: Opperz; Kreis Gelnhausen: Aufenau, Niedermittlau, Höfen, Breitenborn a. W., Oberndorf, Lohrhaupten; Stadtkreis Hanau: Hanau; Landkreis Hanau: Langenselbolds Kilianstädten, Großauheim, Eichen, Niederdorfelden, Ravolz« hausen, Bruchköbel, Bergen, Langendiebach; Kreis Hersseld i Hersfeld; Kreis Hofgeismar: Immenhausen, Beberbeck; Kreis Hombergs Homberg, Wallenstein, RemSfeld; Kreiy Hünfeld: Hünfeld; Kreis Marburg: Marburg; Kreis Mel­sungen: Altenburg, Spangenberg; Kreis Rotenburg: Lindtt nau; Kreis Witzenhausen: Gertenbach; Kreis Ziegenhain? Christerode; Influenza derPferde: (^. Brustseuche): Stadtkreis Cassel: Cassel; (B. Pferdestaupe): Landkreis Cassel: Ochshausen; Geflügelcholera (Hühnerpest); Kreis Fritzlar: Geismar, Wabern; Kreis WitzenhausettS Laudenbach, Rommerode.

* Lohnbewegung. Die hiesigen Klempner und Im stallateure, organisiert im deutschen Metallarbeiterverbaâ sind vor kurzem in eine Lohnbewegung eingetreten. Die Forderungen sind u. a. folgende: 1. Verkürzung der Arbeits­zeit. 2. Ueberstunden find möglichst zu vermeiden. In drin^ genden Fällen, wo solche gemacht werden müssen, wird ein prozentualer Zuschlag zum vereinbarten Stunden- odet Akkordlohn bezahlt und zwar: Für die ersten 2 Stunden nach der regulären Arbeitszeit 25 Proz., für Nachtarbeit (nach 8 Uhr abends) 100 Proz., für Sonntagsarbeit (bis mittags 12 Uhr) 50 Prozent, für Sonntagsarbeit (nach 12 Uh« mittags) 100 Prozent; für die Montage - Arbeiten wird freie Eisenbahnfahrt gewährt, außerdem-t Uebernachten 3 Mark, ohne Uebernachten 1,50 Mark.?

4) Sämtlichen zur Zeit beschäftigten Arbeitern wird eine; Lohnzulage von lO°/o gewährt; außerdem werden die Ge­hilfenlöhne neu reguliert und erhalten alle Gebissen uach be­endeter Lehrzeit einen Stundenlohn von 30 Pfg., ein Jahr nach beendeter Lehrzeit einen Stundenlohn von 35 Pfg., im Alter von 2022 Jahren einen Stundenlohn von 40 Pfg., im Alter von 2225 Jahren einen Stundenlohn von 45 Pfennig, im Alter von 2530 Jahren einen Stundenlohn von 50 Pfg., im Alter über 30 Jahren bleibt der Stundenlohnj der gegenseitigen Vereinbarung überlassen, jedoch nicht unter 50 Pfennig. Gehilfen, welche trotz der lO°/oigen Lohm zulage nicht auf die hier normierten Sätze kommen, wird dieser Mindesilohn gewährt; Gehilfen, welche durch die lO°/otge Lohnerhöhung über die hier normierten Sätze kommen, erhalten keinen Abzug. 5) Ein paritätischer Arbeits­nachweis wird eingeführt. Die bisher gepflogenen beider­seitigen Verhandlungen neigen zu der Annahme, daß etn< Verständigung auf friedlichem Wege erfolgen wird.

* Beigelegt. Die Differenzen in der Silberwaren^ fabrik W e i n r a n k u. S ch m i d t sind beigelegt, dre Sirbetter haben die eingereichte Kündigung zurückgezogen. ^

Gartenfest. Am nächsten Sonntag den 4. August, hält der Turnverein Hanau, gegr. 1860, in dem schütt gelegenen Garten zumDeutschen Haus" sein diesjähriges Gartenfest, verbunden mit Konzert, turnerischen Aufführungen, Preiskegeln, Tombola, Tanz und Belustigungen für Kinder usw. ab. In liebenswürdiger Weise hat der durch sein« vorzüglichen Leistungen bekannte GesangvereinFröhlrchleit seine Mitwirkung zugesagt und dürften den Besuchern sowst Freunden und Gönnern bei billigem Eintrittspreis ermgS recht vergnügte Stunden bevorstehen.

* Mainwasserwärme gestern abend 16 Grad.