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WaS die Aussichten für den deutschen Handel mit Argen» Linien betrifft, so ist die imme 6 m erfreuliche Tatsache zu konstatieren. baß die deutsche Ar fuhr dorthin in den ersten vier Monaten des Fabres 19i 6 g^en das Vorjahr um 31,8 Mill. Fr«. gestiegen ist, ein Fortschritt, der nur von der englischen ?sn§rubr, die um 57,1 Millionen stieg. isi'cr- Irosfen wird. Andererseits ist auch die argentinische Ausfuhr nach Deutschland gestiegen, und war um 18 Mill. Fres., während die Ausfuhr nach England um 13,5 Mill, ab ge­nommen hat. ,

Ein scharfer Nebenbuhler der europäischen Ltaaten ist auch in diesem Fall die nordamerikanische ilnion. Sie er­freut sich gegenüber Argentinien einer stark aktiven^ Handels­bilanz, indem einer argentinischen E'nfuhr von 516 Will. Francs eine amerikanische Ausfuhr dorthin von 136 Will, gegenübersteht. Letztere ist um 27 Millionen Francs c?- stiègen, erstere hat um 0,5 Millionen abgenommen. Welch gewaltigen Aufschwung der argentinische Außenhandel in den letzten 10 Jahren genommen hat, ergibt sich daraus, daß der Wert der Einfuhr von 364 6 auf 986 5 Millionen, der Wert dec Ausfuhr von 398,1 auf 1123 Mill. Francs gestiegen ist.

Tie Wâhcit filier Siibwrftnfrifn.

Wir lesen in einem Prem er Blatre :Von dem unter­zeichneten hier anwesenden Bremer, der 13 Fabre in Süd- westastika gewesen ist, wird uns nachstehende Schilderung des Landes' mitaeteilt: Die allgemeine Annahme, daß das Land eine Sandwüste sei, ist nicht zutreffend, denn an­nähernd Dreiviertel des Landes ist fruchtbares Weideland, worunter sich auch ziemlich große Strecken finden, welche sich zum Ackerbau vorzüglich eignen. Daß der Boden sich für Viehzucht eignet, erhellt daraus, daß WmtlidieS Vieh. Rind­vieh und Kleinvieh, von ganz besonders guter Qualität ist, wie wir solche in Deutschland jedenfalls nicht viel besser haben. Die Seidenbockziegen sowie Wollschafe gedeihen hauptsächlich im Namalande, da hier die Dornen nicht so häufig sind und das Feld offener ist. Diese werden jährlich geschoren und liefern einen ziemlich großen Woll- und Haar- ertrag; aus letzterem wird die Mohairwolle gewonnen. Im Hererolande dagegen wird meistens Rindvieh- unb Pferde­zucht betrieben: letztere überhaupt im ganzen Lande. Die Ansicht, daß die Farmer sehr viel von Konserven leben müssen, ist falsch. Im Gegenteil baut jeder Farmer das Gemüse selbst, und zwar mit dem besten Erfolge. Kartoffeln werden z. B. zweimal geerntet, außerdem bringt der Boden noch in demselben Jahre verschiedene Kohlarten hervor.

Das Land liegt im allgemeinen ziemlich hoch und ist daher für Wasserverhältnisse im allgemeinen nicht so sehr günstig. Jedoch ist es ganz erstaunlich, daß au Stellen, wo gar fern Wasser vermutet wurde, durch leichteste Bohrungen Wasser zutage geförbert werden konnte. Die meisten Farmer ver­schaffen sich durch Auswerfen sogenannter Winddämme in kleineren Flußläusen Reservoirs, welche sich zur Tränke des Viehes vorzüglich eignen. Wie das Land in kurzer Zeit aufblüht, beweist z. B. daß in Gideon vor co. 10 Jahren fast gar keine Viehzucht existierte. Vor dem Kriege waren ca. 250 000 Stück Kleinvieh, 80 000 Stück Großvieh und 2000 bis 3000 Pferde dort zu finden, ein Zeichen, daß der Fleiß der Farmer unb die Fruchtbarkeit des Bodens die beste Gewähr leisten, daß eine Ansiedlung rentabel ist. Es sind verschiedene Versuche gemacht worden, die Obsikusiur sowie auch Weinbau dort ins Leben zu rufen. Diese Ver­suche sind noch nicht abgeschlossen. Ueberraschend ist jedoch das Resultat, daß der Wein bereits im zweiten Jahre trägt. Der Farmer selbst braucht für seinen Hausbedarf wenig oder gar kein Vieh zu schlachten; das Land birgt einen der­artig reichen Wildbestand an großen und kleinen Antilopen, Springböcken u. f. w., daß die Farmer ihren Fleischbedarf so ziemlich decken. Die Hühner- und Straußenzucht ist eben­falls rentabel. Die jungen Strauße werden durch Einge­borene oder durch den Farmer eingeangen und laufen dann ebenfalls frei herum. Sie werden zeitweise gefüttert imb dadurch an das Haus gewöhnt. Danach ist jedem gesimden Menschen, der Lust und Liebe zur Arbeit hat und für fein weiteres Fortkommen bemüht ist, eine Ansiedelung in Süd­westafrika unbedingt zu empfehlen, zumal das Klima als das gesundeste unseres Erdballes zu bezeichnen ist.________ tMT^lc^T«^.'^^nm..liil»,lllillll«n^ .....Bl»< I »I I |«1WW TDW

Die Haare sträubten sich mir zu Borgo, und alle G'ieder bebten mir vor Schrecken, denn nun dünkte mich, daß ich ihn deutlich wiedererkannte. Zugleich war es mir, als ob ich Martin dmus leibhaftig vor mir stehen sah, den ich vor drei Jahren beerdigt hatte. Ich trat zurück und schlug ein Kreuz, denn ich glaubte, das fei ein Gespenst.

Aber er setzte sich auf den Rand des Feuerherds und sagte:Herr Gott, Vater! ich höre, mein Bruder Martin ist tot. Ich war in Ingvorstrup; aber der neue Blaun jagte mich weg lebt mein alter Herr, der Pastor in Vejlby noch ?

Nun fiel eS mir wie Schuppen von den Singen, und ich ahnte sofort den Zusammenhang der ganzen gräflichen Ge­schichte ; aber ich war so benommen, daß mir die Sprache einige Minuten versagt blieb.

Ja," sagte er und biß heißhungrig in das Brot,das war alles WartinS Schuld aber kam der Pastor in Un- qelegenheit ?"

,'.Niels I Niels I rief ich in meines Herzens Angst und Abscheu,Du hast eine blutige Sünde auf Deinem Gewissen! Deinetwegen hat der unschuldige Mann sein Leben lassen müssen von des Biittels Hand!"

Das Brot und der Stock entfielen dem Pracher, und er selbst wäre beinahe ins Feuer gesunken.

Gott steh mir bei, Martin!" stöhnte er,das meinte ich nicht! Gott, vergib mir meine große Schuld I Aber Ihr wollt mich wohl nur bange machen ? Ich bin nun zurückgckommen, gerade von jener Seite Hamburgs, unb hörte nicht ein Wort davon! Es hat mich auch keiner er­kannt, und außer Euch, Vater, habe ich mich keinem offen« bart; aber als ich durch Vejlby kam und fragte, ob der Pastor noch lebte, da antworteten sie: ja 1"

Das ist der neue, entgegnete ich,aber nicht der, den Ihr" und Euer ruchloser Bruder ums Leben gebracht habt!"

Da schlug er die Hände zusammen und heulte und ge­bordete sich, daß ich wohl merkte, daß er nur baS blinde Werkzeug in der Hand des Teufels gewesen war. Ja. ich fing sogar an, ihn innerlich zu bemitlelden. Deshalb nahm ich ihn mit mir in meine Studierstnbe, redete ihm tröstlich tu und brachte sein Gemüt zur Ruhe, daß er mir im Bauern­

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Also wiederum ein Zeugnis eines KennerS, gegenüber dem alle ab sprech enden Kritiken der sozial demokratischen Besserwisser fober* leicht wiegen.

Ans Frnnkrclch.

Paris, 31. Januar. Die Presse beschäftigt sich eingehend mit dem gestrigen Zwistchen^all in der Kammer, ^ie meisten Blätter erblicken in demselben ein Anzeichen dafür, daß die Einigkeit deS Kabinettes etwas erschüttert sei. Faures er­klärt in derHumnnitS", daß Ministerium .habe jedenfalls einen Riß erlitten, her vielleicht vernarbe, vielleicht aber sich erweitern werde. Das Kabinett werde seine Aktionskrast erst dann wieder finden, wenn eS seine Reformpolitik mit aller Entschiedenheit durchführe und insbesondere die Ecklä- rung der Bischöfe mit einem endgültigen Gesetz beantworte.

Paris, 31, Januar. Minister Briand erzählte seinen Freunden nach der Kammersitzung, daß er gärn ernstlich die Absicht gehabt habe, seine Entlassung zu geben. Ich l bin, sagte Briand, als Urheber des Trennungßgesetzeö in | das Ministerium Sarrion und auch in das Ministerium Clemenceau eingetreten und habe es selbstverständlich nicht ruhig ertragen können, daß Ciemenceatt feinem Witz und seiner Ironie in der Kritik dieses Gesetzes freien Lauf läßt, wie er es aus der Kammertribüne getan hat. Alan weiß, daß ich so gut wie ein anderer auf der Tribüne zu po'emi- fieren verstehe, über ich konnte doch meinen eigenen Minister­präsidenten nicht angreifen, und ich zog es deshalb vor, den Sitzungssaal, wo hie Schläge hageldicht auf mich nieder- prasselten, zu verlassen. Meine Kollegen Thomson, Viviani, Doumergue und schließlich auch der Ministerpräsident Cle- menccau ersuchten m'ch dringend, meine Demissionsabsicht auszugeben. Clemenceau faate zu mir: Drücken wir uns die Hand, kehren Sie mit mir in den Sitzungssaal zurück, um den Krisengerüchten, welche bereits im Umlauf sind, rasch ein Ende zu machen.

Hus aller Welt.

NnalütksEall beim Kaiserschiefre". Ein be­klagenswerter Unglücks all ereignete sich in Rammersweier gelegentlich des Böllerschießer's zu Kaisers Geburtstag. Dec 24fâ!jrigt Sohn Heinrich des Landwirts Falk schüttete zwölf Pfund Pulver in einen Eimer. Plötzlich erfolgte eine furcht­bare Exvloswn, so daß die Fenster und eine Wand nach | außen flogen. Die Eltern Falks, Heinrich Falk selbst, seine achtzehnjährige Schwester und der vierzehnjährige Bruder standen im Nu in hellen Flammen unb erlitten so schwere : Brandwunden, daß an ein Auskommen nicht zu denken ist. } U. a. wurden die Aermsten des Augenlichtes betäubt, Einzig [ für den vierzehn jährigen Fal' besteht Hoffnung auf Er­bes Lebens. Auf welche Weise die Explosion erfolgte, ist noch unbekannt.

Bom Mainzer Mam etoaf wird uns geschrieben: Mainz, das niemals hinter Berlin zurückueben will, hat den Gedanken der berliner Biedermeier-Ausstellung sofort auf­gegriffen und auf feine Weise verwandt nämlich in einen V i eder meier-Masken ball, den der große Karne- naloev.in am Samstst abend in der Sia Halle veranstaltet DieRingel Ningel-Rsiezea, als der Großvater die Groß- muner nahm" soll im luftigen Maskentreiben in der pompös geschmückten Mainzer Stadtballe neu aufleben, und nach dem großen (wo'g, den der erste Syortmaskenball gehabt hat, darf man von diesem zweiten großen Maskenball mancherlei ( erfreuliches ermatten, Da aus verschiedenen Gründen dies­mal feine Sitzungen ftattftnben, ist der rheinische Humor, nolens volens, gezwungen, sich in seiner ganzen mitreißenden Fröhlichkeit auf den Maskenbällen auszuleben.

Das Vertagte KiirV. Ueber einen krassen Fall von Aberglauben berichtet die Eisenacher Tagespost: Einem Thüringer Arbeiter war ein Kind erkrankt. Alle Arzenei war vergebens. Da wandte sich der Vater an eineweise Fran" in einem benachbarten Dorfe unb erhielt von ihr die I

idiom alle Umstände bei diesem Bubenstück der Hölle erklärte unb auslegte.

Der Bruder Martin ein Mann Belial« warf einen tödlichen Haß auf Herrn Soren in Vejlby von der Zeit wo er ihm die Hand feiner Tochter abschlug. So­bald er sich daher von seinem früheren Kutscher getrennt hatte, veranlaßte er seinen Bruder, sich bei ihm zu verdingen.

Und paß auf, hat er zu Nils gesagt,wenn die Ge'egen- heit sich bietet, wollen wir dem Schwarzrock einen Streich spielen, unb Dein Schade soll's nicht sein!"

Niels, der von Natur tur^ angebunden war, kam mit seinem Herrn bald in Streit, und sobald er die erste Züch­tigung erhalten, vergaß er es nicht, auf Ingvorstrup zu melden.

Laß ihn Dich nur noch einmal schlagen." hatte Martin gesagt, so soll er bezahlt werden; komm stracks zu mir und laß mich eS wissen."

Da stiftete er Zank mit dem Pastor im Garten an und lief bann ohne Verzug nach Ingvorstrup.

Die Brüder begegneten sich vor dem Gewese. NielS er­zählte ihm das Vorgefalleve.

Hat jemand Dich auf dem Weg hierher gesehen?" fragte Martin.

NielS meinte:Nein!"

So wollen wir ihm", sagte Martin,eine Angst ein* jagen, die er nicht in den ersten vierzehn Tagen verwinden soll!"

9hm wurde NielS insgeheim ins Haus geführt, wo er sich bis zum Abend verborgen hielt. Sobald alle zur Ruhe gegangen waren, begaben sie sich zusammen nach einer Feld- scheide hin, wo zwei Tage zuvor die Leiche eines Mannes von Niels Alter, Größe und Aussehen begraben wurde. Er hatte auf Jnavorstrnp gebient und sich selbst erhängt; wie es hieß aus Verzweiflung über Bruus tyrannische Behand­lung und Drohungen, obwohl andere Liebeskummer alS Ur­sache angaben.

Diese Leiche gruben sie wieder aus, wie ungern Niels auch wollte; aber der Bruder zwang ihn dazu, unb sie schleppten nun gemeinschaftlich die Leiche nach dem Bauern­hof, der nicht weit davon lag.

' L Nebritar*

Antwart, fein .Kind sei verhext; er solle abends mit den verordneten Kräutern räuchern und dann auf die weibliche P^son acht erben, die abenb4 gegen 12 Uhr am Hapst vor§ begehe, das se, die Hexe. Wie die weist $rau angeorbnet bafte,^ führte es der Baiter aus. Nackebrntend wartete er auf die Hexe. Da erschien ein junges Mädchen, das ihrer Tante noch spet abends beim Plätten behilflich gewesen war und ahnungslos i.hren Heimweg angetreten batst. Der Bauer sprang auf sie zu und versetzte ihr mit einer Schnee- schaufel einige derbe Schläge a"f den Kopf. Gegen den .HexenVerfolger ist Anzeige wegen Körperverletzung, Ueberfalls und Verkolaung erstattet worden.

Die (?rHo$ott eines DamfiskeKess einer Loko­motive der Arlberabahn bat sich nefrern nacht auf her Station Cehtaf (Tirol) ereinner. Der Maschinist und der Heizer wurden weit 'ortge'chleudert. Ersteren fand man bewußtlos auf dem Dache des stchsten Wagens. Beide sind schwer per* l^t und nach Innsbruck überführt worden. Der Material­schaden ist aroß, doch ist der Angverkehr unbehindert. In einem elektrischen Betriebe in GrotvLichterstlde bei Berlin platzte eine Tchmirgelscheibe Die Stücke zerschmetterten einem Arbeiter den Schädel unb zerquetschten ihm den Brustkorb, so daß sofort der Tod eintrat.

Ueber einen bösen .Hereinfall wird den .Münch. N. N'. au« P e t e r § b ,t r g berichtet: Dor Techändlcr Polnboja- rinow belaß außer seinem halben Dutzend Millionen Rubel trotz keiner 72 Fabre noch ein liebeglühendes Herz, gewann die Gunst einer schönen Chansonette und schenkte dieser im Verlaust her Flitterwochen drei Wechsel, jeden über 1000 Rubel. Der alte Herr wurde feine Torheit indessen bald aernähr und erreichte die Rückgabe her Wechsel, indem er die Geliebte in seinem Testamente mit 300 000 Rubeln bedachte. Ein bischen betrügen muß aber jeder russische Kaufmann, unser Freund stieß sein Testament um und dietrauernde Geliebte" sah sich nach seinem Tode dem Nichts gegenüber.

Gin wertvoller Stimmzettel. Bei den Reichstags­wahlen steckte in Lemke (Kr. Nienburg) ein Wähler auS Verseben statt des Stimmzettels einen Hundertmarkschein in den Wahlumschlag. Nachdem er den Irrtum bemerkt hatte, erstattete er sofort Anzeige beim Landratsamt, damit er wieder in den Besitz seines Geldes gelangt.

Gine Nacht in einntt Gisberge. Der zu Beginn dec Frostperiode aus See heimkommende Finkenwärder Fischer- kutterSchwalbe" strandete in dem schweren Cftfturm unweit der Elbmündung auf dem Kratzkande. Wähend der Nacht, in der die Strandung in dem Schneetreiben noch un­bemerkt blieb, bildete sich bei dem scharfen Froste auf dem Kratzkande schon viel EiS. da« dicht den Fischerkutter um­lagerte. AlS daun am nächsten Morgen der Schleppdampfer Reiher" dem Kutter ßu Hilst fam, war dieser bereits so im Sande festgefroren und vom Eise blockiert, daß alle Ab- schleppiingsversuche lediglich einen Bruch der Schlepptroffe herbeiführten. VomReiher" setzte man dann ein Boot aus. um die Besatzung von dem Fjscherkutter - zu bergen. Dieses Boot wurde aber derart von her Strömung und dem Treibeise verdrängt, daß es in die höchste Gefahr kam, in die offene See zu treiben. Die Besatzung des Boote« war schließlich froh, als sie denReiher" wieder erreichte. Man sah aus dem Schlepper ein, daß so nichts zu machen war, und der Dampfer musste sich auch jetzt wieder mit Eintritt der Ebbe selbst in Sicherheit bringen, um nicht mit dem Ablaustn des Wassers zu stranden. Der Führer deS Reiher" rief deshalb der Fischerkuttermannschaft zu, noch einen Tag auszuharren. Am nächsten Tage mit der Flut würde er wioderkommon Diestr nun folgende Tag, an dem der Fischerkuttor allein und verlassen in dem sich immer dichter unb höher auftürmenben Eèse saß, war für dio Mann­schaft ein Schreckenstag. Der Kutter vereiste allmählich über und über, unb das Treibeis drückte und drängte gegen di« Wanken des Smiffes, daß es in allen Fugen krachte und bebte. Dazit die bitterliche Kälte. Da nahte endlich am anderen Tage mit der Flut derReiher" wieder, der von dem einem Eisberge gleichenden Schiffe nur noch die Masten emporragen sah. Ringsum war dickes, festes Eis, und da­wurde zur Rottungsünicke für die Mannschaften des Klllters. Ueber das Eis hinüber retteten sie sich und mit ihnen zwei treue Schiffshunde auf denReiher", der dann mit den Ge­retteten nach Cllxiiaven fuhr unb sie dort landete.

Nun mußte Niels alle seine Kleider ablegen, womit die Leiche Stück für Stück bekleidet wurde; sogar ein Ohrring wurde ihm mitgegeben. Dann versetzte Martin dem Toten einen Schlag mir einem Sputen ins Gesicht und einen zwei­ten in die Schläfe und verbarg sie in einem Sack bis zum nächsten Abend. Darauf trugen sie den Sack in den unfern Vejlby belegenen Wald.

Niels hatte den Bruder mehrere Male gefragt, waS er im Sinne habe und was diese Anstalten zu bedeuten hätten, aber der hatte beständig erwidert:Daran brauchst Du Dich nicht zu kehren das ist meine Sache!"

Im Walde sagte Martin zu ihm;Nun sollst Du mir einen von des Pastors täglichen Nöcken holen, am liebsten den langen grünen, in dem ich ihn heute morgen noch hab« gehen sehen!"

. Niels hatte geantwortet:DaS darf ich nicht, denn der hängt in feiner Schlaskammer!"

Dann darf ich es selbst, sagte der Bruder;nd nun geh Deiner Wege und laß Dich hier niemals wieder sehen! Hier hast Du einen Beutel mit 100 Talern. Die halten wohl aus, bis sich Dir eine passende Gelegenheit im Süden bietet, aber weit fort von hier hörst Du wohl! wo niemand Dich kennt! Gib Dir einen anderen Namen und setze nie­mals wieder Deinen Fuß auf dänischen Grund und Boden. Geh bei Nacht und halte Dich TagS über im Walde ver­borgen und hier sind Lebensmittel für Dich, die ich vom Hofe mitnabm; davon kannst Du leben, bis Du aus dem Königreich kommst. Spute Dich und komm hier nicht wieder, wenn Dir Dein Leben lieb ist.

NielS gehorchte, und damit trennten sich die Brüder und sahen sich von dem Tage an auch nicht wieder.

Dem Landflirchtinen war eS in der Fremde schlecht er­gangen; er hatte sich als Soldat anwerben lassen und manches Fahr im Felde gestanden, wobei er auch feine Gesundheit einbüßte. Arm, schwach und elend beschloß er, feine Geburtsstätte wieder aufzusuchen und hatte unter großer Not und Beschwerlichkeit sich dahin durchgefochten.

So lautete in Kürze der Bericht deS fatalen Menschen, an dessen Wahrheit ich leider keinen Zweifel hegen konnte. Und so wurde es mir denn klar, wie mein unglücklicher AnttS»