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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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VeraatmorS. Skdakteur: 6. VchreSer da Ham».
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14 Seiten.
Hus I)anau Stadt und fand«
Hana«, 29. Dezember.
Beamt-n-Psrsonalnachrichten.
Ernannt: die Amtsrichter Gleim in Gladenbach, Dr. Siebert in Hanau, Haseloff in Melsungen und Auth in Homberg zu Amtsgerichtsräten, die Referendare Karl Wagner, Wendt und Rube zu Gerichtsaffefloren, dir Rechtskandidaten v. Stumm, Wissemann, Freiherr v. Minnigerode und Walther zu Referendaren, der Gerichtsvollzieher k. A. Dietrich zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht in Frankenberg, der Pfarrer Wagner zu Oberlistingen auf Präsentation zum 2. Pfarrer in Treysa, der Dr. M a l c u s zum Kreisassistenzarzt mit dem Wohnsitz in Hünfeld, der Katasterkontrolleur Suabedißen in Ziegenhain zum Steuerinspektor.
Beauftragt: der Pfarrer extr. Rohde an Stelle des zum Pfarrer in Röhrda ernannten Pfarrers extr. Junghans mit Verschling der Hilfspfarrstelle in Niederaula.
Berufen: der Katasterzeichner Butterweck zum 1. Januar 1907 in eine Katasterzeichnerstelle bei der Königlichen Regierung zu Cassel.
Versetzt: der Staatsanwalt Bauer in Torgau an die Staatsanwaltschaft in Cassel, der GerichtSschreibcr, Amts- gerichtssekretâr Krause in Hess. Lichtenau an das Amtsgericht in Orb; die Versetzung des Amisgerichtssekretârs Schwab in Borken an das Amtsgericht in Orb ist zurückgenommen, der Ober-Postpraktikant H a I f a r von Cassel nach Görlitz als Postinspektor, der Sekretär Becker vom Landkrankenhaus zu Hersfeld an das Landeshospital zu Merxhausen.
* Zur WahlbeWeMNsi. Der konservative Verein für Hessen erläßt nachstehenden Wahlaufruf: Die Mitglieder des konservativen Vereins für Hessen halten es für ihre Pflicht, bei den bevorstehenden Reichstagswahlen keinen Zweifel über ihre Stellungnahme zu lassen. Es gilt, das Ansehen des mit teurem Blute erkauften deutschen Vaterlandes hochzuhalten und da muß jedes Parteiinteressc zurücktreten. Wir empfehlen deshalb unseren Gesinnungsgenossen in Stadt und Land, solchen Männern ihre Stimmen zu geben, die unzweifelhaft der Regierung die Mittel bewilligen werden, welche für die Aufrechterhaltung des Ansehens des Deutschen Reiches im Inland und Ausland notwendig sind. Maßgebend ist dafür auch der Gesichtspunkt, daß der empfohlene Kandidat die sichere Aussicht hat, in dem Kampf mit der reichsfeindlichen Sozialdemokratie den Sieg davon zu tragen. Aus diesen Gründen empfehlen wir, gleich im ersten Wahlgang folgende Kandidaten zu wählen:
1. Hofgcismar-Rinteln-Wolfhagen: Bürgermeister Herzog in Obernkirchen.
2. Cassel-Melsungen: Amtsgerichtsrat Lattmann in Schmalkalden.
3. Homberg-Fritzlar-Ziegenhain: Liebermann von Sonnenberg in Charlottenburg.
4. Rotcnburg-Hünfeld-Hersfeld: Liegt noch kein definitiver Beschluß vor.
5. Marburg-Kirchhain-Frankenberg: Privatgelehrter Dr. Böhme in Berlin.
6. Eschwege-Schmalkalden-Witzenhausen: Porzellanmaler Raab in Hamburg.
7. Hanau-Gelnhausen: Amtsrichter Dr. L«eas m Langenselbold.
* Für die Südwestafrikaner. Bei der Haupt- sammelstelle der freiwilligen Krankenpflege zu Hamburg für das Südwestafrikanische Expeditionskorps sind bis zum 15. Dezember d. J. einschließlich aus der Provinz Heffen-Nassau nachstehend aufgefühne Geldspenden und sonstigen Gaben eingegangen: Vaterländischer Frauenverein, Marburg a. O, 2 Kisten Bomben, Strümpfe, Taschentücher. Zweigverein vom Roten'Kreuz, Hünfeld, 1 Küste Strümpfe, Hemden, Taschentücher. Vaterländischer Frauenverein, Caffel, 1 Kiste Kakao, Schokolade, Tabak, Pfeifen. Verband Vaterländischer Frauenvereine, Wiesbaden, 1 Kiste Wein. von Burgsdorff, Markendorf in Brandenburg, aus einer -r-chtedsmannssache
20 Mark. .
8. Katholische Kirchengemeinde. In den nächsten Wochen wird die Kirchensteuer für das Rechnungsjahr 1906 «rhoben. Näheres ist aus dem Anzeigeteil des hetttigen Blattes zu ersehen
Samstag den 29. Dezember
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• Ein Weihnachtsgeschenk des Kaisers. Der Kaiser ließ dem Landrat v. Marx in Homburg v. d. H. ein prächtiges Bild als Weihnachtsgeschenk übermitteln. Das Bild zeigt den Kaiser, wie er nach der Enthüllung des Landgrafendenkmals auf dem Balkon der Marxschen Villa sich mit ihrem Eigentümer unterhält. Die eigenhändige Widmung des Kaisers unter dem Bilde lautet: Die Begründung des Offiziers-Genesungsheims. Wilhelm.
* Wertzeichenverkarrf der Post. Am Sonntag, den 30. Dezember, sind die Schalter im allgemeinen wie an anderen Sonntagen geöffnet; jedoch ist dem Publikum zum Wertzeichenkauf nach Bedarf wie Werktags Gelegenheit geboten.
* Verliehen. Dem Oberlehrer Ernst Thieme am Königl. Gymnasium zu Hanau wurde der Charakter als „Professor" versehen.
* Ansnahmetaris sür Eis in Wagenladungen. Mit Rücksicht auf die bisher außergewöhnlich milde Witterung dürfte für viele Gewerbetreibende die Verlängerung der Gültigkeitsdauer des Ausnahmetarifs für Eis in Wagenladungen, die am 31. Dezember d. Js. abgelaufen wäre, von wirtschaftlicher Bedeutung sein. Auf Anordnung des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten bleibt derselbe bis 31. März 1907 in Geltung. Bis zu diesem Zeitpunkte wird auf den preußisch-Hessischen Staatsbahnen und den größeren deutschen Eisenbahnen für Eis in Wagenladungen von mindestens 10 t, oder bei Frachtzahlung für dieses Gewicht, die Fracht zu den Sätzen des Wegebaustofftariss berechnet.
* Bischofswahl in Fulda. Nach einein Telegramm unseres Fuldaer Korrespondenten wurde heute vor- mmag DonuapUlUar ^tW,^ »^l^^
* Parolemustk. Die Kapelle des Jnf.-Regts. Hessen- Homburg Nr. 166 spielt morgen mittag im Schloßgarten folgende Stücke: 1) „Fest-Reveille" von J. Golde; 2) Ouvertüre zum Märcheuspiel „Feodora" von Glaßmann; 3) „Les Patineurs“ (Die Schlittschuhläufer) von E. Waldteufel; 4) Potpourri a. d. Oper „Margarethe" (Faust) von Ch. Gounod.
* Stadttheater. Wegen plötzlicher Erkrankung der Damen Sarno und Reinhardt muß ein Wechsel in den beiden nächsten Sonntags-Vorstellungen in der Weise statifinden, daß morgen „Der Pfarrer von Kirchfeld" und erst am Sonntag den 6. Januar das Pailleron'che Lustspiel „Die Welt in der man sich langweilt" zur Auf- führung kommt. In Anzengrubers bekanntesten und bestem Werke, dem Voiksschau'viele mit Gesang „Der Pfarrer von Kirchfeld" ist den Herren Hauser und Steger als „Pfarrer Hell" und „Wurzelsepp" Gelegenheit gegeben, in zwei hervorragenden Rollen ihres Faches ihr ganzes darstellerisches Können in erschöpfender Weise zu entfalten. Daneben findet Frl. Holm in der „Anna Birkinaier" nach längerer Pause wieder eine ihrer Individualität vollständig entsprechende Aufgabe. Außer diesen tragenden Rollen sind noch mehr oder minder bedeutend beschäftigt die Damen: Berger, Iaida und Macdonald, sowie die Herren: Gehrmann, H o p k i r k, O. H. M ü l I e r, Kempf, Krug, N y g r i n, Matter usw. — Am Sonntag nachmittag XM Uhr wird bei bedeutend ermäßigten Preisen das Zugstück dieser Spielzeit, die Detektivkomödie Sherlock Holmes" letztmalig zur Aufführung gelangen. — Der Vorverkauf für beide Sonntagsvorstellungen findet heute SamStag, nachmittags von 4—5 Uhr, statt.
* Weihnachtsbescherung in der Kleinkinderschule und der Kinderkrippe. Auch an dieser Stelle sagen wir allen Wohltätern für die so reichlich gespendeten Gaben herzlichen Dank. Nur so war es möglich, den lieben Kleinen den Weihnachtsbaum anzünden und ihnen eine Weihnachtsfreude bereiten zu können. Darum nochmals: Vergelts Gott!
* Eine Tenernngszulage gewährte eine hiesige Kohlenfirma in der Steinheimerstraße ihren zwei jüngstes Arbeitern im Betrage von je 100 Mark am Weihnachtslage.
* Damensitzung der Karnevalgesellschaft. D>- am 1. Januar im „Deutschen Hause" stattfindende große Damensitzung der Ersten Hanauer Karnevalgesellschaft- wird, was die Dekoration anbelangt, alle früheren in den Schalten stellen, pompös, feenhaft, eigenartig. Die Grundidee unb Anregung hat die letzte großartige Münchener Dekoration gegeben, die von Mitgliedern der Gesellschaft den Verhältnissen entsprechend ausgearbeitet worden ist. Das Programm wird mit feiner Fülle von Vorträgen, Zwiegesprächen und gesanglichen Darbietungen eine abwechselungsreiche Unterhaltung bieten, die durch prächtige Chorlicder noch vervollständigt wird. Der musikalische Teil liegt in den bewährten Länden
Fernsprechanschlntz Nr. 605. 1906
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der Ulanenkavelle. Mit Rücksicht auf einen möglichst frühe" Beginn des Tanzes wurde der Ankang der Veranstaltung auf 6 Uhr festgesetzt. Eine Liste zirkuliert durch den Vereinsdiener. Auch sind, soweit der Vorrat reicht, Karten am Neujahrstage von vorm. 11 bis 2 Uhr am Buffet im Deutschen Hause zu haben.
* Deutscher Flottenverein. Am 7. Januar 190? veranstaltet die hiesige Ortsgruppe des Deutschen Flotten- vereinS in den Sälen der „Centralhalle" Vorführungen neuester photographischer Aufnahmen aus dem Bereiche der Handels- und Kriegs-Marine, unter gütiger Mitwirkung der gesamten Kapelle des Jnf.-Regts. Hessen-Homburg Nr. 166. Es finden 3 Vorstellungen statt und zwar nachmittags 2 Uhr eine Schülervorstellung, nachmittags 5 Uhr eine Familienvorstellung und abends 8 Uhr eine solche nur für Erwachsene. Wir möchten indessen besonders auf die Familienvorstellung (um 5 Uhr) aufmerksam machen, da die Karten für die Abendvorstellung ziemlich vergriffen sind. Karten sind in den beiden Ho'buchhandlungen zu haben. Näheres beliebe man aus dem Inserat in heutiger Nummer d. Bl. zu entnehmen.
* Eine dichte Schneedecke liegt jetzt über den Straßen der Stadt und breitet sich vor den Toren über Gärten und Felder. Die Menschen freuen sich des schönen Winlerbildes, aber die Vögel leiden bittere Not. Da ist es wieder Zeit, um „milde Gaben" für unsere gefiederten Freunde zu bitten. Gedenket der hungernden Vögel!
* Eine unverhoffte Schlittenvartie Wir berichteten vorgestern, daß ein Gärtner B. an einem Weih- nachtâabeild üich ein,vor derCeiuralh.alle .flehendes Schlitten- fuhrwerk aneignete und mit einigen Personen nach" Dornig----- heim fuhr. Die zur Milfahrt eingeladenen Personen hatten allerdings, was wir fonffatieren wollen, keine Ahnung davon, daß das Fuhrwerk unrechtmäßiger Weise von dem B. an sich genommen worden war.
* Unfall. Die Schneiderin Eichenberg stürzte gestern abend in der Nordstraße vor der Weinigschen Fabrik infolge der Glätte zu Boden und erlitt einen Beinbruch.
* Stener-Erklärnnaen Die zunächst abzugebenden Steuer-Erklärungen für 1907 müssen bereits nach dem neuen Einkommensteuergesetze vom 19. Juni 1906 ausgestellt werden, das gegenüber dem alten Gesetze viele wesentliche Aenderungen enthält. Wer sich rechtzeitig informieren will, dem empfehlen wir die von dem Stadtsekretär Eifert in Dortmund herausgegebene Anleitung zur richtigen Aufstellung der Steuer-Erklärungen, Einsprüche und Berufungen. Darum sind die für die Folge vorgeschriebenen Einkommensberechnungen und die zulässigen Abzüge durch Anführung zahlreicher praktischer Beispiele in verständlicher Weise erläutert. Das Werkchen, das seinen Lesern manche Schreibereien und Weiterungen ersparen wird, ist in der Hofbuchhandlung Alberti zum Preise von 1,50 Mk. zu haben.
* Unters ttchnngen über die Fernwirknngen Voit Explosionen. Der Privatdozent an der Breslauer Universität Dr. Georg von dem Borne in Breslau XVIII- x Krietern, Breslauerstr. 9/11, beschäftigt sich mit wissenschaftlichen Untersuchungen über die Fernwirkuugen von Sprengstoffexplosionen und bittet zu diesem Zwecke um Mitteilungen über etwaige Beobachtungen anläßlich der Explosion in der Roburitfabrik in Annen am 28. November. Herr Dr. von dem Borne hat s. Z. auch über die Begleiterscheinungen der Explosion in den Werken der Siegener Dynamitfabrik in Förde in Westfalen am 14. Dezember 1903 eingehende Untersuchungen angestellt und damals von vielen Seiten, namentlich auch aus den Kreisen der Landleute und Forstbeamten wertvolles Material erhalten. Er wendet sich an weitere Kreise mit der Bute, ihm über die gemachten Wahrnehmungen recht bald möglichst eingehende Nachrichten zukommen zu^laflen. Besonders ist ihm an der Beantwortung nachstehender Fragen gelegen: Wurden am Abend des 28. November ungewöhnliche Geräusche gehört? Zu welcher Zeit wurden dieselben wahrgenommen? Welcher Art waren sie? (Knall oder Donner?) Fanden- in kurzen Zeiträumen Wiederholungen statt? Wie lange hielten die einzelnen Donner an? Aus welcher Himmelsrichtung kamen die Töne? Wurde auch eine Erschütterung des Erdbodens wahrgenommen? Welcher Art war diese? Schließlich ist dein genannten Forscher eine genaue Beschreibung des Orts, an dem die Wahrnehmungen gemacht worden sind, erwünscht. Mit Rücksicht auf die große wiffenschastliche und vielleicht auch praktische Bedeutung der in Frage stehenden Nntersuchungen verdienen die Bestrebungen des Dr. von dem Borne weitgehende Unterstützung und wir empfehlen unseren Leiern, ihm über etwaige Beobachtungen möglichst bald Mitteilung zu machen.