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Erstes

Innauer W Anzeiger

âtM^K^ IM DL, monatlich 60 Pfg., für <mS» v&tifr Liomieutkn mit dem betreffenden Postausjchlog

Di» itaadw Nmuri.e kostet 40 Pf«.

«»taLmrrdrmk und Verlag der Buchbruckerei de» »erria. a. WaiseuhaujeS in Hamm.

Genkkal-Aizeiger

Amtliches Organ für SteM- uni Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die süufgefpaS«« Petitzeile »der bereu Stam» £5 HA, im KtllameMril di« Zeit» SS P^

verautmeuL Sèrdakirurr & «chr»«»< ta Hemm«.

Nr. 279 F-r«spr-cha«schlttß Nr. 605

Amtliches.

Landkreis Hanau.

VekMtmchunM des Königlichen Mrata&

Bei den am 27. d. Mts. vorgenommenen Kreistags-Er­gänzungswahlen sind für die nächste 6jährige Wahlperiode als Kreistagsabgeordnete gewählt worden:

A. Im Wahlverband der Landgemeinden: für den I. Wahlbezirk Fechenheim: Bürgermeister Fischer-

Fechenheim,

für den III. Wahlbezirk Großauheim: Bürgermeister

/ür den VI. Wahlbezirk Rückingen,

Grü n-Großauheim,

Niederrodenbach, .

Oberrodenbach, Pulverfabrik für den IX. Wahlbezirk Bruchköbel, Mittelbuchen, Niederissigheim, für den X. Wahlbezirk Kilianstädten, Oberdorfelden, Roßdorf

für den XL Wahlbezirk Bischofsheim, Gronau,

Mühlenbesitzer Heinrich

Schöntneyer- Rückingen, Bürgermeister Baumann-

Bnrchkâbel,

Landwirt Hein­rich Lehr V.«

Roßdorf, LandwirtJohann Friedrich Kalb-

Niederdorfelden, 1 Henn-Gronau,

für den XII. Wahlbezirk Dörnigheim, Hochstadt,

Wachenbuchen,

Landwirt Wilhelm Emmerich- Wachenbuchen.

B. Im Wahlverband der größeren Grundbesitzer:

1. Gutspächter Theodor G ö b es s-Mainkur,

2. Gutspächter Jean K o ch-Baumwieserhof,

3. Amtsrichter Dr. Georg Luca s-Langenselbold,

4. Königlicher Landrat Karl v. Savigny-Büren i. W.,

5. Domänenpächter Theodor K i mm el-Rüdigheimerhof. Hanau den 28. November 1906.

4 5477

Der Königliche Landrat. v. Beckerath.

Bei der gestrigen Ersatzwahl zum Kreistag wurde der Portefeuiller Heinrich Philipp Z i n ß in Bergen als Kreis­tagsabgeordneter für den aus der Landgemeinde Bergen be­stehenden II. Wahlbezirk im Wahlverband der Landgemeinden für den Rest der Wahlperiode d. i. bis Ende des Jahres 1909- gewählt worden.

Hanau den 28. November 1906.

Der Königliche Landrat.

A 5478 v. Beckerath.

Feuilleton.

Konzert des Hanauer Lehrersängerchors.

Hanau, 28. Novbr.

Im Vordergrund der konzertlichen Veranstaltungen unserer Stadt steht in der Saison zweifelsohne das Konzert des Lehrersängerchores. Hierfür spricht das Engagement hervor­ragender Solisten, ein gut geschulter, leistungsfähiger Chor und eine sichere, fach- und fachkundige Leitung.

Auch das am Dienstag abend veranstaltete Konzert bildete wieder einen Glanzpunkt in diesem Winter nnd einen Anziehungspunkt für viele musik- und gesangliebende Be­wohner unserer Stadt. Der Saal der Centralhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. Herr Wilhelm Hamburger, der umsichtige Leiter des Vereins, hatte die Chöre mit Sorg­falt und warmem Verständnis einstudiert; sie kamen daher sauber und mit sympathischer Fülle des Tones durchgängig zu Gehör und stellten der gediegenen Schulung der Sänger wiederum das ehrendste Zeugnis aus.

Hohe Anforderungen stellte der östimmige, kontrapunktistisch interessant bearbeitete Chor von OthegravenDer Leiermann" an die Sänger. Die Ausführung, die sich nur durch noten­sichere und geschulte Sänger korrekt gestalten kann, war eine sehr gute. Bei der Wiederholung, die infolge der Bei- fallsspenden veranlaßt wurde, gingen in der Hitze des Gefechts die Stimmen etwas in die Höhe. Eine schöne Leistung war auch daS Sopransolo mit ChorHymne an die Madonna von Kremser mit Klavier- und Harmoniumbegleitung. Den Sopransolo sang Frau K i m p e l (Berlin) mit stcherer und reiner Intonation. Auch die Volkslieder machten den besten Eindruck, insbesondere gefielIn die Ferne" von Sücher. ' 's recht gelungen her- (Eingangschor) von von Hummel. Den i v. Steier", Dürper- t Klavier- und Violin- ie geschickte Behand-

Von den übrigen Choren leren nocy an vorgehobenSonntag auf dem Meere" G. A. Heinze undDie Rose im Tal Schluß des Konzertes bildeteThern tanzweise für 4stimmigen Mannerchor mr beoleituE' ^pn E S. Engelsberg. D

Donnerstag den 29. November

Erloschen: Die Schweineseuche in Langen, Sprend­lingen und Kleinsteinheim (Kreis Offenbach a. M.).

Festgestellt: Die Schafräude unter den Schafen zu Nieder-Weisel (Kreis Friedberg).

Stadtkreis Hanau.

Die stützt. Dienststellen sind wegen der durch die städt. Beamten vorzunehmenden Viehzählung am Montag den 3. Dezember d. Js., nur in der Zeit von vormittags 10IS1^ Uhr geöffnet.

Die Sparkaffe ist wie seither geöffnet. 25438

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Ge­markung Kilianstädten belegenen, im Grundbuche von Kilian­städten Artikel 155 zur Zeit der Eintragung des Versteige­rungsvermerkes auf den Namen

1. des Grundarbeiters Jakob Repp,

2. des Sandfuhrmanns Michael Repp III. zu Kilianstädten, je zur ideellen Hälfte eingetragenen Grund­stücke:

Krtbl. W Nr. 258/6, Hüttenberg, Haus Nr. 79, Gb.-St.- R. 111,

a) Wohnhaus 3 ar 17 qm, 36 Mk. Ntz.-W., mit Hofraum und

Krtbl. W Nr. 8 Hausgarten 2 ar 47 qm,

(Krtbl. W Nr. 258/6) b) Pferdestall (A), 12 Mk. Ntz.-W., am 31. Januar 1907, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Windecken den 23. November 1906.

____________Königliches Amtsgericht. 25533

Lsnts-Komnt -Verkehr her Muk.

Zinsfuß bei Einlagen 41/»0M 24593

Hus Hanau Stadt und Hand,

Kana«, 29. November.

* Die stâdt. Dienststellen sind wegen der durch die städt. Beamten vorzunehmenden Viehzählung am Montag den 3. Dezember d. Js. nur in der Zeit von vormittags 1012^2 Uhr geöffnet. Die Spar­kasse ist wie, seither geöffnet.

* Liebesgaben. Bei der Hauptsammelstelle der frei­willigen Krankenpflege zu Hamburg für das Südwestafrika-

lung der Chorstimmen, die geschmackvolle Verwendung der Violin- und Klavierbegleitung bringen den Inhalt des Chores erschöpfend zur Anschauung und es konnte der Vortrag seitens des Vereins seine Wirkung nicht verfehlen.

Epren großen Anteil an dem'Erfolg des gediegenen und interessanten Abends hatte auch die Sängerin Frau Charlotte K i m p e l aus Berlin. Mit den verschiedenen Liedern von Cornelius, Schubert, Grabens, Wolf und R. Strauß zeigte sich die Künstlerin als eine vor­teilhafte Interpretin der Lieder, in denen die ange­nehme Höhe und der warm-lyrische Charakter der Stimme zu bester Geltung kamen. Gesangstechnisch leistete Frau K i m p e l nur Gutes. Von außerordentlich gutem Eindruck waren die Vorträge des Steindel-Quartetts (Königl. Musikd. Steindel mit 3 Söhnen), das seine Mitwirkung in den Dienst der Veranstaltung gestellt hatte. Ueber das Rènommèe und die Bedeutung dieses Quartetts haben größere Musik- zeitungen und Fachblätter aus der Hand hervorragender Kritiker günstige Beurteilungen gebracht. Auch unsere Zeitung hat einen längeren Artikel (Auszüge aus jenen Kritiken) ver­öffentlicht. Es erübrigt daher über die Leistungen des Abends und den Eindruck, den die Vorträge machten, zu berichten. Es war eine Freude und eine Lust zu hören, wie Herr Steindel mit seinen 3 Söhnen im Alter von ungefähr 12, 14 und 16 Jahren das Quartett in Esdur op. 47 für Klavier, Violine, Viola und Violincello von R. Schumann vortrug, wie jeder Satz frei aus dem Gedächtnis von den jugendlichen Künstlern rein und sicher und warm empfunden unter Hervorbringung der schönsten Klangwirkungen gespielt wurde. Auch als Solisten betätigten sie sich. Bruno Steindel trug die Chopinsche As-dur-Ballade auf dem Klavier mit solcher Meisterschaft vor, daß man einen gereiften Künstler vor sich zu haben glaubte. Die spielende Technik, die große Ausdrucksfähigkeit riefen allgemeines Erstaunen hervor. Großen Beifall erntete aüch der zweitälteste Steindel, Max Steindel, für seine vortrefflichen Leistungen auf dem Cello. Der schöne Ton und die warme Empfindung im Vortrag be­rechtigen ^u den schönsten Hoffnungen.

Als ein schon vortrefflicher Violinspieler entpuppte sich der kleine Albi« Steindel. Sein unbefangenes und sicheres

Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1906

nische Expeditionskorps sind bis zum 15. November d8. Js. einschließlich aus-der Provinz Heffen-Naffau die nachstehend aufgeführten Gaben eingegangen: Vaterländischer Frauen- verein, Wiesbaden, 4 Kisten Wein; Vaterländischer Frauen­verein, Fritzlar, 4 Pakete Liebesgaben; Vaterländischer Frauenverein und Männerverein vom Roten Kreuz, Cassel, 2 Kisten Liebesgaben; Verband Vaterländischer Frauenver- eine, Wiesbaden, 1 Kiste Liebesgaben; S. Thalmann, Frank­furt a. M., 1 Kiste Suppenwürze; Carl Jung, Lorch, 2 Kisten Wein; Vaterländischer Frauenverein, Wiesbaden, 200 Kisten Mineralwasser; Heinrich Zeiß, Frankfurt a. M., 1 Paket Liebesgaben; Christliche Traktatgesellschaft, Cassel, 1 Kiste Notizkalender.

* Abouuemènts-Vortrag. Der erste der vier an- gezeigten Abonnements-Vorträge wurde gestern abend im evangelischen Dereinshause von Herrn Pfarrer Urspruch aus Frankfurt gehalten über seine Erlebnisse und Eindrücke im heiligen Lande. Mit gespannter Aufmerk­samkeit lauschten die zahlreich erschienenen Zuhörer den interessanten und lehrreichen Schilderungen des Redners, wie er Land und Leute der Gegenwart in realistischer Dar­stellung vorführte, den tiefen Eindruck der heiligen Stätten Gethsemane und Golgatha schilderte, den er selbst dort empfangen hatte, die Omar-Moschee und Grabeskirche in plastischer Deutlichkeit den Zuhörern vor die Augen malte. Tief ergreifend war die Beschreibung des Elends der Aus, sätzigen, um so erhebender aber auch der Hinweis auf die Kraft des evangelischen Glaubens, der sich dieser Elenden in dem Äussätzigen-Asyl angenommen hat und der sich in vielen anderen Anstalten christlicher Barm­herzigkeit, dem Krankenhaus der Kaiserswerter Dia konissen, demMädchen-Erziehungshaus Ju li t a Kuni, dem Syrisch cn W aisenh aus u. a. tätig erweist. Nicht verlieren kann man seinen evan­gelischen Glauben im heil. Lande, wenn man auch manches anders dort findet, als man es sich von Jugend auf nach der heiligen Schrift vorgestellt hatte, sondern gestärkt uno gefördert wird man durch eine solche Reise in der Gewiß­heit, daß wahres Christentum noch immer der Sieg ist, der die Welt überwindet.

* Statzttheater. Morgen, Freitag, einmaliges Gastspiel des Herrn Mathieu Pfeil alsNathan." Um Lessing's Meisterwerk würdig zur Darstellung gelangen zu lassen, bedarf es zunächsteines erstklassigen Schauspielers für die Titelrolle. Herrn M. Pfeil'sNathan" geht der Ruf voraus, daß die erschöpfende Wiedergabe des jüdischen Weisen jedem unvergeßlich fit, der den Künstler in dieser Rolle gesehen. Vor seinem Frankfurter Engagement zählte Herr Pfeil zu den ersten Mitgliedern des Hoftheaters in Petersburg und danach.in Stuttgart. Anläßlich eines von letzterem Ort

Auftreten gewannen ihm alle Herzen, wie nicht minder sein guter Dortrag. Die Flageolet-Töne, die prächtigen Stakkati, die sauberen Doppelgriffe gelangen ihm in demVöglein im Baume" von M. Hamer gleich vorzüglich. Wir können uns nicht versagen, Herrn Steindel zu seinen hoffnungsvollen Söhnen zu beglückwünschen. Alles in allem, das Konzert des Lehrersängerchors hinterließ den besten Eindruck und ge­währte einen erhöhten Kunstgenuß. Die Klavierbegleitung der Solo-Gesänge besorgte Herr G. A l t v a t e r in der be­kannten musterhaften Weise. /

Stadttheater in Hanau.

Hanau, 29. November.

'Nachdem in vergangener Woche das Repertoir iinfcrtt Bühne auf die Gattung ernsterer Werke berechnet war, sollte gestern abend die heitere Muse in des Wortes vollster Be­deutung wieder einmal zu ihrem Rechte kommen, indem Blumenthal und Kadelburgs unverwüstlicher dreiaktiger SchwankHanS Huckebein" nach längerer Zeitepoche zur Darstellung gelangte. Schwächen oder Vorzüge bei die­sem Werke zu konstatieren, soll der Kritik heute nicht als Gradmesser dienen, denn hier gilt nur die Satzung:Der Zweck heiligt, die Mittel", ergo wenn sich das Publikum nur amüsiert, wenn nur gelacht wird, und das geschah denn auch in überreichem Maße, wenn man die mit allen möglichen und unmöglichen Abenteuern verflochtenen Erleb­nisse der verschiedenen amüsanten Gestalten auf der Bühne verfolgen konnte. Der in eine unglückselige Kinematographen- affäre verwickelte und zum Helden einer Fülle tollster Ver­irrungen herangereifte SchwadroneurMartin Hallerstädt" genanntHans Huckebein" fand in Herrn Hauser einen ganz vorzüglichen Vertreter. Der Darsteller wußte wieder durch leichtes behendes Wesen, sowie durch trockene unauf­dringliche Komik seine Partie recht sympathisch zu gestalten, sodaß wohl der Haupterfolg des Abends auf sein Konto ge­schrieben werden kann. Ebenfalls recht gelungen erledigte Herr G e h r in a n n den konfusen Verlegenheitsredner und lebenslustigen Schwiegervapa »Waldemar Knauer"