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Hanauer D Anzeiger
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«rttmimorkl. Redakteur: «. Schrecker in Ham»
Nr. 24
U»I>!p»«ch»»kch<«h Mr. 605.
Montag den 29. Januar
Fernfprechanschlutz Nr. 605. 190ß
Airâches.
Stadtkreis Hanau.
Sitzung dev Stadtvevsedueten- Versammlung
am Donnerstag den 1» Februar und Freitag den 2. Februar 1906, nachmittags 5 Uhr.
Tagesordnung:
. Stiftung der Brüder Wilhelm und Heinrich Heraeus in Höhe von 20000 Mk. zur Erinnerung an die im Februar d. J. stattfindende silberne Hochzeit unseres Kaiserpaares.
2. Bericht der Kommission zur Vorbereitung einer Vorlage betr. die Erschließung weiterer Einnahmequellen.
3. Bericht des Magistrats über die Verwaltung und den Stand der Gemeindeangelegenheiten im Jahre 1905.
4. Etat der Oberrealschule für 1906.
5. Desgl. höhere Mädchenschule.
6. Desgl. Mittelschulen.
7. Errichtunng von 2 Lehrerstellen an den Volksschulen.
6. Etat der Volksschulen für 1906.
9. Desgl. der gewerblichen Fortbildungsschule.
Für die am Donnerstag nicht zur Erledigung kommen- den Sachen ist Fortsetzung der Beratung am Freitag den 2. Februar, nachm. 5 Uhr, vorgesehen. Hanau den 26. Januar 1906.
Der Stadtverordneten-Vorsteher.
Canthal. 2117
Handelskammer Hanau*
PltMsltzmg Ler HüllLklskammer Mittwoch den 31. Januar, nachmittags 41/« Uhr, im Sitzungssaale der Handelskammer (Stadtschloß).
Tagesordnung:
1. Protokollgenehmigung.
2. Einführung der neu gewählten Mitglieder.
3. Konstituierung der Handelskammer.
4. Bildung der Ausschüsse der Handelskammer.
5. Etatvoranschlag für 1906'07.
6. Ernennung von Handelsrichtern.
7. Stempelsteuer auf Quittungen und Frachturknnden.
8. Jahresbericht für 1905.
9. Mitteilungen.
Vertrauliche Sitzung. Hanau, 26. Januar 1906. 2085
Die Handelskammer zu Hanau. Canthal.
Der Syndikus.
Dr. phil. Grambow.
Im Jahre 1906 finden an der Königl. Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau zu Geisenheim a. Rh. folgende Unterrichtskurse statt:
1. Oeffentlicker Reblauskursus vom 22. bis 24. Februar 1906.
2. Obstbaukursus in der Zeit vom 22. Februar bis 14. März 1906.
3. Baumwärterkursus in der Zeit vom 22. Februar bis 14. März.
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6. Obstverwertungskursus für Männer vom 13. bis 25. August 1906.
7. Obstverwertungskursus für Frauen vom 27. August bis 1. Sept. 1906.
8. Hefekursus in der Zeit vom 5. bis 17. November 1906.
9. Analysenkursus in der Zeit vom 19. November bis 1. Dezember 1906.
Das Unterrichtshonorar beträgt:
für Kursus 2: für Preußen - 20 Mk., für Nichtpreußen (auch Lehrer) 30 Mk. Preußische Lehrer sind frei. Personen, die lediglich am Nachkursus (Nr. 4) teilnehmen, zahlen 8 Mk., Nichtpreußen 12 Mk.
für Kursus 3* Preußen sind frei, Nichtpreußen zahlen 10 Mk.., wenn sie nur am Nachkursus (Nr. 5) teilnehmen 5 Mk.
für Kursus 6 und 7: für Preußer: 6 Mk., für Nichtpreußen 9 Mk.
für Kursus 8 und 9: für Preußen 20 Mk., für Nicht- preußen 25 Mk. Außerdem für Reagentien 20 Mk., für Bedienung 1 Mk.
Kursus 1 ist frei.
Anmeldungen sind zu richten bezüglich der Kurse 2 bis 7 an die Direktion, bezüglich des Kursus 8 an den Vorstand der pflanzenphysiologischen Versuchsstation und bezügl. des Kursus 9 an den Vorstand der önochemischen Versuchsstation. Wegen Zulassung zum Reblauskursus wende man sich an den zuständigen Herrn Oberpräsidenten.
Geisenheim den 28. Dezember 1905.
Der Direktor.
Prof. Dr. Wortmann. V 392
Hus Hanau Stadt und fand,
timitatt, 29. Januar.
* Der Regierungsbezirk Cassel hat nach dem vorläufigen Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dezember v. I., wie die „Hersf. Z." mitteilt, eine Einwohnerzahl von 956 878 genen 890167 im Jahre 1900, die Zunahme beträgt also 66 708 Seel L n oder 7,5 Prozent.
Kreis Bevölkerung 1./12. 1905
Zunahme geg. 1900
14 228
Cassel (Stadt)
120 272
Hanau „
31 632
1801
Cassel (Land)
62 530
8933
Fulda
59 069
5631
Hanau (Land)
54 567
6155
Marburg
53 787
3869
Grafschaft Schaumburg
49 275
4455
Gelnhausen
46 202
2384
Eschwege
44 652
1449
Schmalkalden
41 056
3336
Hofgeismar
36 825
716
Hersfeld
35 301
2750
Ziegenhain
34 036
1284
Rotenburg
32 080
1765
Witzenhaüsen
31 781
726
Schlüchtern
29 599
1506
Melsungen
29 026
1429
Fritzlar
26 949
483
Frankenberg
24 815
631
Wolfhagen
24 494
537
Hünfeld
23 339
824
Kirchhain
22 294
747
Homberg
21 935
557
Gersfeld
21 359
527
* Ein Hanauer. Generalmajor Deines, ein geborener Hanauer, ist anläßlich der Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers zum Generalquartiermeister ernannt worden. General Deines ist in militärischen Kreisen durch seine Tätigkeit für die Entwickelung der Fußartillerie sehr bekannt geworden.
Hk: Die Fortführung der Mainkaualisie- ruttg. Wie die Januarnummer der „Bayrischen Kanal- vereins-Korrespondenz" berichtet, hat in der Sitzung der bayrischen Kammer die Abgeordneten am 21. Dezember v. Js. der Königliche Minister für Verkehrsangelcgenheiten sich zur Frage der Weiterführung der Mainkanalisation geäußert. Nachdem die Verhandlungen zwischen der preußischen und der bayrischen Regierung hauptsächlich infolge der zur Entscheidung drängenden preußischen Wasserstraßenvorlage seinerzeit ins Stocken geraten waren, seien sie vor einigen Monaten wieder ausgenommen worden und hätten zu einem günstigeren Ergebnis hinsichtlich der Eisenbahntariffrage geführt. Bekanntlich war das Schwergewicht der ganzen Kanalisierungsfrage auf das Gebiet der Eisenbahntarife hinübergeqlitten, als die preußische Regierung ihre Zustimmung und Mitwirkung zur Fortsetzung der Mainkanälisierung bis Aschaffenburg an die Voraussetzung knüpfte, daß Bayern die natürlichen Vorteile, welche die Fortsetzung der Mainkanälisierung mit sich bringt, nicht durch besondere eisenbahmarisarische Begünstigungen zum Nachteil der preußisch-Hessischen Verkehrs- und Wirt- schaftsinteressen künstlich steigern werde. Der Herr Minister führte sodann weiter aus: „Nunmehr ist die Angelegenheit im Zusammenhang mit der Frage der Sckiffahrtsabgabcn in ein neues Stadium getreten. Nach § 19 des preußischen Gesetzes vom 1. April 1904, betr. die Herstellung und den Ausbau von Wasserstraßen, hat die Kgl. preußische Regierung sich gegenüber ihrem Landtag gebunden, auf die Einführung von SchiffahrtSabgaben auf den im Interesse der Schifffahrt regulierten Flüssen hinzuwirken. Für unsere Betrachtung kommen hierbei vornehmlich der Rhein und Main in Frage.
Nach Lage der tatsächlichen Verhältnisse müssen wir damit rechnen, daß der preußische Landtag die Mittel zur Fortführung der Kanalisierung von Offenbach über Hanau hinaus bis zur Landesgrenze nicht bewilligen w^d, bevor der Vollzug der erwähnten Gesetzesbestimmung sichergestellt ist. Die bayrische Regierung wird damit vor die grundsätzliche Frage gestellt, wie sie sich in der Angelegenheit der Schiffahrtsabgaben zu verhalten habe. Nach unseren Informationen wird es sich nur um sehr mäßige Abgabensätze handeln können, welche eine nennenswerte Belastung des Schiffahrtsverkehrs nicht bedeuten. So sind beispielsweise für die Schiffahrt auf dem Rhein für Kohlen und Erze Sätze von 0,02 Pfg. für das Tonnenkilometer genannt worden, während allerdings für Agrarprodukte und überhaupt für höherwertige Güter höhere Abgabensätze ins Auge gefaßt sind, die aber ebenfalls tine sehr fühlbare Belastung der Wassertransporte nicht zur Folge haben dürften. Wird die bayrische Regierung, wir ich für meine Person glauben möchte, nach eingehender Prüfung aller einschlägigen Verhältnisse in der Lage sein, der Erhebung der (unter den beteiligten Bundesregierungen zu vereinbarenden) Schiffahrtsabgaben zuzustimmen/ so werden die Schwierigkeiten, welche bisher auf dem Gebiet des Eisenbahntarifwesens einer vollen Einigung zwischen Bayern und Preußen in Bezug auf die Fortführung der Mainkalisierung bis Aschaffenburg entgegenstanden, nach dem Ergebnis dcrneuerlichen, allerdings vorerst unverbindlichen RegierungSverhandlungen wohl als behoben gelten können. Voraussetzung ist hierbei allerdings, daß auch die sonst beteiligten süddeutschen Regie- rungen, soweit dieselben von diesen Fragen berührt werden, ihre Zustimmung nicht versagen, was nach den früheren Verhandlungen, die wir im Jahre 1903 in Nürnberg gepflogen haben, wohl angenommen werden darf. Ich möchte meine — nach dem derzeitigen Stand der Verhandlungen beschränkten — Darlegungen nicht schließen, ohne meiner Freude und großer Befriedigung Ausdruck zu verleihen, daß die Königl. preußische Regierung auch Bei den jüngsten Verbandlungen sich wieder von dem Bestreben bundesfreundlichen Entgegenkommens hat leiten lassen." — Demnach scheint also die langjährige Frage der Fortführung der Mainkanalisierung endlich einer befriedigenden, und mit den Schiffahrtsabgaben hoffentlich nicht um einen zu teueren Preis erkauften Lösung nahe gerückt zu sein. Wir begrüßen dies nicht nur im Interesse der beteiligten Verkehrs- und Wirtschaftsinteressen auf das lebhafteste, fonbent gönnen dieser Frage auch darmn besonders ein baldiges Jnsicherheitkommen, weil sie ganz eigenartige Schicksale zu bestehen gehabt hat. Ursprünglich und ihrer Natur nach eine einfache Wasserstraßenangelegenheit, wurde sie hernach in das ihr wesenfremde Gebiet der Eisen- bahntarif- und Eisenbahnhoheitsfragen vorgeschlagen, um nunmehr in das Stadium einer Schiffahrtsabgabensache zu gelangen. — eine Irrfahrt, deren baldige Beendigung man nunmehr auch wohl aus dem Grunde wird erwarten dürfen, weil es wirklich schwer hält, sich eine weitere Komplikation zu denken, in welche die Mainkanalisierung noch verstrickt werden könnte.
* 21. Kavallerie - Brigade. Generalmajor v o N F e st e n b e r g - P a ck i sch, Kommandeur der 21. Kavallerie- Brigade, wurde zum Generalleutnant befördert.
* Mozart - Feier. Auf die heute abend in der Centralhalle stattfindende Mozart-Feier der Musik-Akademie wollen wir nochmals empfehlend Hinweisen mit dem Bemerken, daß laut Programm das Konzert pünktlich um 7‘/s Uhr seinen Anfang nehmen muß.
* Die Mozartfeier im Stadttheater beginnt morgen abend pünktlich um 8 Uhr und werden die Besucher, um Störungen zu vermeiden, dringend gebeten sich rechtzeitig cinzufinden. •
* Stadttheater. (Wochenspielplan.) Mittwoch: 8. (statt 7.) Vorstellung der 4. Serie: „Der Kaufmann von Venedig"; Freitag: Außer Abonnement, Benefiz für Frl. Helliot: „ Die Der - s ch w ö r u n g der Frauen", Lustspiel in 5 Akten von Arthur Müller. Sonntag: Nachmittags 'M Uhr: Bei ermäßigten Preisen: „Die Grille"; abends 7 Uhr: 7. (statt 8.) Vorstellung der 4. Serie, zum ersten Male: „Der eingebildete Kranke", Lustspiel in 3 Akten von Moliöre, in der Neubearbeitung von Ludwig Fulda. Die weibliche Hauptrolle der „Toinette" wird von der Kgl. Hosschauspieleriu Marie Doppelbauer als Gast gespielt.
* Turnerisches. Der diesjährige Kreisturntag des Mittelrheinkreises findet Sonntag den 29. April in Eltville statt.
* Das Revolverattentat auf Kriminalschutz- marm Trott. Die beiden flüchtigen Verbrecher sind noch nicht ergriffen, doch ist eS der unermüdlichen Tättgkeit