Ifilnjr in Nr. 148 des Awr“
DounersLag den 28. Juni 1906
28. Melchin. Krtistunftst in Sonnn.
Verkanssstellen für Dauerkarten.
Wir bringen hierdurch zur Kenntnis, baß die Herren:
Rich. Alfmannsperoer, Hofbuchhandlung, Marktplatz:
Clauss & Feddersen, Hofbuchhandlung, Langstraße 49, Ecke Hammerstraße:
Friedr. Eckhard, Hutgeschäft, Markplatz 8;
Ludw. Escher Naehf., Richard Reiss, Cigarrenhandlung, Kanalplatz 10;
Karl Fritz, Cigarrenhandlung, Vorstadt 3; ‘
Christian Fuchs, Wein- und Cigarrenhandlung, Sternstr. 3;
Heinr. Heintz, Papierhandlung, Lindenstr. 3;
Julie Hosse, Wein- it. Cigarrenhandlung, . Nürnbergerstr. 31;
Adam Hoost:, Colonialwarenhandlung, Franz. Allee 6;
Hch Jost jr., Colo n ialwarenh andlung, Langstr. 37, Ecke Fahrstr. ;
Carl Kiessling, Cigarrcnhandlunq, Hospitalstr. 1, Ecke Bangertstr. ;
Philipp Klee, Cigarrenhandlung, Kirchstr. 16;
Wilh. Krack (Gottfr. Brög Nachf.), Cigarrenhai:dlnng, Marktstr. 5 ;
Firma August Kausel, Kurzrvaren-Geschäft, Phil.-Ludw.-Anl. 17, Ecke Hammerstraß« ;
Paul Lauser, Papierhandlung, Hammerstr. 5;
Karl Langenhagen, Kolonialwarenhandlung, Mühlstraße, Ecke
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Heinr. Salzmann, Cigarrenhandlung, Krämerstr. 10;
Heinr. Schleicher, Cigarrenhandlung, Steinheimerstr.
Julius Schäfer, Jean Bauer Nachf., Drogerie, Heimer- und Römerstraße ;
ferner in Keffelstadt:
Carl Reuter, Turmvart, Friedrichstr. 16.
den Verkauf der Familien- und Einzel-Dauerkarten
Feste freundlichst übernommen haben.
Der Preis für eine Familienkarte Mk.
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zu unserem
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und berechtigen solche zum Besuche der Vorfeier am 8. Juli nachmittags, sowie der Festlichkeiten vom 1-1.—17. Juli.
Der Verkauf dieser Karten schließt mit dem 7. Juli, später werden dieselben nicht mehr ausgegeben und es treten an den Tagen des Festes die Kassenpreise inKraft.
Der Finanz-Ausschuß
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Der Meister der Geige.
Zu Josef Joachims 75. Geburtstage, 28. Juni.
Von Chriak Fischer.
(Nachdruck verboten.)
Es war in einem der letzten Winter, daß in Berlin ein gemeinsamer Sonatenabend von Josef Joachim und Eugen d'Albert angekündigt wurde, und die Aussicht, diese beiden Meister vereinigt Beethoven und Brahms interpretieren zu hören, hatte den großen Saal der Philharmonie bis 'aus den letzten Platz gefüllt. An diesem Abende entbehrte die Greisenhand, die den Bogen führte, der Kraft, und nur gedämpft klangen die Töne durch den Raum — so, als ob die Nymphe Echo die Klänge des Orpheus fliisternd wiederholte. Und doch hing alles wie gebannt an diesen schwachen Tönen: Rein und still stieg auf ihren zitternden Flügeln der Geist, die Musik, die Schönheit selbst empor, dehnte sich aus und durchdrang den weiten Raum bis in seine letzten Winkel, also daß von diesen schwachen Klängen eine Kraft und Macht ausging, die außer dem Bereiche physischer Stärke lag. Man sah nicht mehr einen Mann, der durch die Berührung von Pferdehaaren mit Darmsaiten Töne erzeugte, sondern in diesen vollkommen entstofflichten und vergeistigten Klängen trat sie selbst, die Himmlische, die Göttin Kunst vor das entzückte Auge und übte für einige Stunden ihre wunderbare Macht, uns schon bei Lebzeiten in ein beglückendes Jenseits zu versetzen.
So hat Meister Joachim sich bis in die Tage des hohen Greisenalters die Gabe gewahrt, die von jeher das eigentliche Geheimnis, das Herz und die Größe seiner Kunst gebildet hat. An Virtuosität kommt ihm heute mancher gleich, an feurigem Temperaniente mag ihn leicht der Romane Sarasate' übertreffen, an Kraft der Bogenführung kann er heute mit den Jüngeren nicht mehr wetteifern. Wer aber dürfte ihm cm geistiger Erfassung der Musik gleichgesetzt, ja
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wer billig ihm nur verglichen werden? Die großen Linien eines großen Tonwerkes in ihrer einfachsten Form und doch gesättigt von Leben und Empfindung zu zeichnen, den Bau eines Satzes mit der höchsten Sicherheit und doch ohne jede Magistrale Aufdringlichkeit unserem geistigen Auge sichtbar zu machen, alle Verhältnisse mit getrieftem Takte, mit milder Festigkeit zu ordnen, endlich das Adligste, Reinste und Tiefste seines Empfindungsgehaltes aus der lauteren Innigkeit eines echten Kiinstlerherzens heraus zum Ausdruck zu Bringen: in all' dem ist Josef Joachim heute einzig, wie er es vor einem Menschenalter war, und nach aller Wahrscheinlichkeit wird er als einzig in dieser seiner Art in der Erinnerung der Menschheit dauernd fortleben. Dieser Mann ist nicht Virtuose, sondern Künstler, und Künstler sein heißt Mensch sein. Aus seinen Tönen blickt uns ein reines und hohes Menschenbild an, das nach allen Gesetzen der Natur in seiner Erscheinung einzig sein und bleiben muß.
Eine solche Erscheinung zu erzeugen, erforderte nicht allein einen gittert und entwickelungsfähigen Stamm, sondern es verlangte auch die Gunst von Sonne, Wind und Regen. Und diese Gunst ist Joachim beschieden gewesen. Er genoß die Sonne beglückender und großer Freundschaften, ihn befruchtete der Regen tiefer künstlerischer und menschlicher Anregungen, und der Wind ernster künstlerischer Kämpfe schüttelte ihn, nötigte ihn, seine.Kräfte energisch zusammen- zuhalten, sich seines eigentlichen Wesens bewußt zu werden und das Ungesunde abzustoßen. Bei diesen Kämpfen habe ich vor allem die großen Auseinandersetzungen im Auge, die in den fünfziger Jahren sich zwischen der „neudeutschen" und der klassischen Richtung unserer Musik abspielten. Heute, roo der Wagner - Enthusiasmus eine solche Höhe erreicht hat, daß jede Kritik an dem Meister von Bayreuth beinahe verpönt erscheint, hat man für Joachims Stellung in diesem Konflikte nicht die richtige Würdigung. Zeiten unbefangenen Urteils werden sommert, und inan wird erkennen, daß die berühmte Erklärung gegen den Fanatismus der Wagner-Partei, die Jvacknm gemeinsam mit Brahms, Bernhard Scholz und I. O. Grimm abfaßte (und die übrigens gegen ihren Willen in die Oeffentlichkeit
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drang), einen durchaus berechtigten Standpunkt vertrat. Man vergesse nicht, daß Joachim zu diesem Standpunkt sich erst durchgerungen hat, daß er für Wagner und seine Werke keineswegs unempfänglich sich erwiesest 'batte. Jene klassische Erstaufführung des „Lohengrin" zu Weimar am GoethAage 1S5O hatte ihn mit tiefer Begeisterung erfüllt: und als er dlrrch Wagners eigene Vorlesung zu Straßburg im Jahre 53 das Tertbuch der „Nibelungen" kennen lernte, war er von dieser Dichtung so hingerissen, daß er, damals schon längst ein anerkannter Meister seiner Kunst, Wagner' freiwillig seine Konzertmeisterdienste für die künftige Erstaufführung antrug. Schied er sich dennoch später von Wagner und 1 einer Richtung ab, gab er darüber die alte Innigkeit des Verhältnißes zu bem geliebten und verehrten Freunde Liszt auf, so geschah es, weil er ein Glaubensbekenntnis abzu- legen, weil er mit sich selbst den Kampf um Tod und Leben seiner künstlerischen Persönlichkeit auSZufechten hatte. Es dauerte freilich noch lange, aber doch kam der Tag, wo auch Freund Bülow an demselben Punkte seines Künstlerweges anlaugte, llnb ganz gewiß hat fidi die Welt niemals über die Entscheidung zu beklagen gehabt, die Joachim in dieser künstlerischen Krisis getroffen hat. Was dankt sie ihm nicht als dem Interpreten Bachs und Beethovens, bessert totgeschwiegenes Violinkonzert eigentlich er erst wieder der Welt geschenkt hat : was stankt sie'ihm nicht als dem unermüdlichen Kämpfer tür seine großen Freunde Schumann und Brahms, deren Werke er' gegen vielfaches und anhaltendes Mißverständnis imb Nebelwollen schließlich zum schönsten Siege geführt hat.
An WunderMaben hat es seit Joachims Kindertagen wahrhaftig nicht gefehlt, und erst in den letzten Jahren sind ihrer zwei ausgetreten, die die höchste Bewunderung der Meisters selbst erregt haben. Nicht in jedem kann ein Joachnn stecken — das ist gewiß. Aber auch abgesehen von deni Unterschiede der Persönlichkeit besteht zwischen diesen Wunderkindern und Joachim ein außerordentlicher ja entscheidender Unterschied in der Art der Lebensführung. Denn wahrend fette, von Konzert Zu Konzert geschleppt, zum An- spannen aller Virtuosenkünste gereizt, geistig unentwickelt bleiben und ruhzertig in Stagnation geraten, empfing