Einzelbild herunterladen
 

GO-S Blâ

8e$Mg8»rel»t

KlertÄjLhrlich 1,80 M!., monatlich 60 Vg., fite et* w8«ige Lbonnenien mit dem betreiienden PostmrsjchleG, Dit einzelne Nummer kostet 10 Pf».

Netatieatdruck und Bertag der Buchdrucker« txi v«rm, re. Waitenhaus« in Hanau.

General-Anzciger

AWilichts ©nau für Stahl- uni Fandkrtis Senn.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

SkurüSuugSgrbüh«,

DK fimfgespalltur Petitzeile oder deren Raum 15 Ml, « Rektamenteii die Zeile 30 PsA

«Ssantwor«. Redakteur: S. Schrecke, in H«l«;

Nr. 99

fyernsprechanschlus; Nr. 605*

Samstag den 28. April

Kerusprechanschlutz Nr. 605.

1906

Amtliches.

Landkreis fianau* BekMmchmgm des Miglilliei! LMratsâ

Nach Mitteilung des Bürgermeisteramts in Albstadt (Bezirksamt Alzenau) ist die dortige Ortshauptstraße wegen der Neupflasterung für Lastfuhrwerke iMt einem Ladegewicht von mehr als 40 Ztr. auf die Dauer von 8 Wochen ge­sperrt.

Hanau den 26. April 1906.

Der Königliche Laubrat.

K.èV2795 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Festgestellt: Die Rotlaufseuche in Michelbach, Be­zirksamt Alzenau.

Erloschen: Die Notlaufseuche in Haitz Kreis Geln­hausen.

Hanau den 27. April 1906. V 2858

Im Namen des Königs.

In der Strafsache gegen den Packer Simon Linde­mann zu Frankfurt a. M., geboren am 16. Januar 1866 zu Berent, mosaisch, wegen Beleidigung bat das König­liche Schöffengericht in Hanau in der Sitzung vom 13. März 1906, an welcher teilgenommen haben:

Amtsrichter Dr. Siebert als Vorsitzender, Hofuhrmacher Heinrich Rabe | Ä Bijouteriefabrikant Konrad Bissingerf aU6 Hanau, als Schöffen.

Amtsanwalt Engler als Beamter der Staatsanwaltschaft, Assistent Dilling als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt:

Der Angeklagte ist der öffentlichen Beleidigung des Schaffners Grimmer in Hanau und des Zugführers Byrau in Großauheim, sowie der Uebertretung der Eisen­bahnbau- und Betriebsordnung in einem, nicht auch in einem weiteren Falle, bezüglich dessen Freisprechung er­folgt, schuldig und wird verurteilt zu zwei Monaten 14 Tagen Gefängnis und zwei Tagen Haft und zu den Kosten des Verfahrens.

Der Königlichen Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. wird die Befugnis zugesprochen, den entscheidende Teil des rechtskräftigen Urteils binnen vier Wochen nach dessen Zu-

Feuilleton.

Einiges über Ziel und Aufgabe unserer evang- KirchenchSre, der beiden Hanauer Vereine im besonderen.

(Ein kurzer Beitrag zur Feier des Jahressestes des evang. Kirchenge- sangvereins im Konsistorialbezirk Cassel am'6. und 7. Mai 1906 zu Hanau.)

Unsere evangelischen Kirchenchöre wurden Ende der 70er, anfangs der 80er Jahre gegründet, um den Kirchen- und Gemeinde gesang zu beleben, die gottesdienstlichen Feiern zu heben und die Gemeinde zu erbauen. Sie haben also einen «in kirchlichen Charakter, auch sind sie nicht selbständige Einrichtungen im evang. Gottesdienst, sondern hilfsbereite Diener der evang. Kirche und haben durch ihre Mitarbeit dem Ganzen zu dienen zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gemeinde. Der Oberhofprediger und Prälat Karl Gerok hat bei seiner We herede am ersten Kirchengesang- vercinsfeste zu Maulbronn sich über Ziel und Aufgabe unserer Kirchenchöre folgendermaßen ausgesvrochen:Unser Kirchen­chor will nicht, was der Kirche nicht frommt. Er will nicht oie Predigt des Wortes Gottes übertönen oder einengen durch Sang und Klang, sei es auch der schönsten Musik. Er will nicht mit dem Zauber menschlicher Töne erzwingen, was nur der Macht des göttlichen Wortes gegeben ist, Herzen zu gewinnen für die Wahrheit von oben. Er- möchte der Predigt des göttlichen Wortes nur dienend vorangehen und zur Seite schreiten. Er möchte in Luthers Sinn imb Geist die ebie Musika gern sehen als eine Macht im Dienste dessen, der sie geschaffen hat. Er möchte unserm evang. Gottesdienst zu einem würdigen und maßvollen Schmuck verhelfen und hier und da ein hohes Fest erhöhen durch ein Lied im höheren Chor. Unserm Land und Volk möchte er ein Ratgeber, Wegweiser, Schatzmeister sein, der dazu hilft, daß hinaus bis ins fernste Dorf alles lieblich sei und wohllaute, was man singt und spielt zur Ehre Gottes und des Herrn". In knesem Sinne haben auch die beiden Kirchenchöre der Alt-

Di« heutige Mr

stellung einmal aus Kosten des Angeklagten imHanauer Anzeiger" zu veröffentlichen.

gez. Dr. Siebert. 9275

Ausgefertigt unter Bescheiniaung der Rechtskraft.

Hanau den 26. April 1906.

(L. 8.) Rößin g, Sekretär,

Gerichtsschreiber Königlichen Amtsgerichts Abt. 4.

Gefundene und verlorene Gegenstände ic

Gefunden: 1 silberne Damenuhr, 1 neuer Sensen­wurf, 1 graue Herren-Unterhose, 1 Netz mit 3 Bälle, 1 Radiermesser mit Perlmutterschalen, 1 zweiräderigen Weiß­binderkarren (auf dem Zwernemann'schen Grundstück Fischer­hüttenweg).

Verloren: S1^ Meter graue Landwand. Entflogen: 1 zahmer Turmfalke.

Hanau den 28. April 1906.

Hus ff an au Stadt und fand.

Hanau, 28. April.

* 3 Ab reifes der vereinigten evang. Kirchen- gesangvereine int Konsistorialbezirk bastel am 6. «nd 7. Mai. Das schön ausaestattete reichhaltige Pro- gramin zu demselben ist soeben erschienen, und können wir nur jedem Freunde kirchlicher Musik empfehlen, sich recht bald in den Besitz desselben zu setzen. Es enthält die vollständige Ordnung des Festgottesdiensies in der Johanniskirche, bei welchem unter anderen der 100. Psalm von Mendelssohn und die ChöreWir haben ein festes prophetisches Wort" von Brenner undHerr Gott, dich loben wir", von Vulpius, durch bett Johanniskirchenchor zum Vortrag kommen, des ^X^uf^j^ ..der nachmittags 4 Uhr in der Marienkirche abgehalten wird, wobei der Marienkirchenchor die ConralmotetteIch weiß, daß mein Erlöser lebt" von S. M. Bach, das herrliche altkirchliche Lied Christ ist erstanden" und andere mehr singen wird', sowie ! des abends von 7 Uhr ab imDeutschen Haus" stattfinden­den Familienabends, bei dem kurze Ansprachen über das evangelische Kirchenlied, das geistliche Lied und das Volks­lied mit Vorträgen hiesiger und auswärtiger Kirchen­gesangvereine in bunter Mannigfaltigkeit wechseln werden. Auch das vollständige Programm des am Montag mittag von 121 Uhr in der Marienkirche abzuhaltenden Kirchen­konzertes, in welchem Orgelspiele und Arien von S. Bach, Händel, Mendelssohn, Becker und anderen zum Vortrag ! kommen, nebst dem Text dieser Gesänge ist in demselben ent- stad ter Gemeinden schon seit Jahrzehnten mit allem Fleiß und großer Hingabe gewirkt. Sie haben dies betätigt durch die Mitwirkung in liturgischen Feiern, an hohen Festtagen, in geistlichen Musikaufführungen, bei Kirchengesangsfesten, in Volkskirchenkonzerteu, wobei sie immer solche Gesänge zum Gegenstand ihres Vdrtrags wählten, die auch dem kirchlichen Charakter voll und ganz entsprachen. Daher erstreckte sich die» Auswahl der Chorsätze auf die vier- und mehrstimmigen Sätze der Meister des 16. und 17. Jahrhunderts mit ihrer wunderbaren Bearbeitung. Auch die mustergültigen Werke des unübertrefflichen Altmeisters Johann Sebastian Bach, in dem sich das musikalische Empfinden und Können einer Epoche gleichsam verkörpert, zoaen unsere beiden Kirchenchöre in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit und zeigten dadurch den seelischen Inhalt, die Originalität und Kraftfülle der Werke. Was unsern hiesigen Kirchengesangvereinen noch besonders ver­dienstlich anzurechnen sein dürfte,'ist, daß sie dein evang. Choralgesang besondere Pflege angedeihen ließen. Sie waren bestrebt, den Geschmack für den Choralgesang in der Gemeinde anzuregen, zu heben und zu verbessern. Auch fiel ihnen die wertvolle Aufgabe zu, den Kreis unserer Choräle erweitern zu helfen, insofern sie durch einen richtigen, in Tempo, Takt und Aussprache angemessenen Vortrag weniger bekannte oder gänzlich unbekannte Choräle in Dur und Moll und die in alten Kirchentonarten geschriebenen der Gemeinde zugänglich zu machen sich bemühten ober deren Einführung förderten. Auch das geistliche Volkslied bildete den Gegenstand der Uebung und den Komponisten der Neuzeit trug man Rechnung. Wenn man noch in Erwägung zieht, daß die Leistungen der Chöre das Er­gebnis eines bis ins Einzelne vorgcdrungcncn fleißigen Studiums der Mitglieder der Vereine und ihrer Leiter waren, um die' Zuhörer zu erbauen, Herz und Gemüt zu stärken und alt erheben, so sind wir der festen Ueberzeugung, daß das von den beiden Vereinen veranstaltete Jahrcsfest in weiten Kreisen unserer Bürgerschaft Beachtung finden wird und daß -Hes sich durch eine rege und allseitige Anteilnahme an den I Festlichkeiten am nächsten Sonntag und Montag (6 und 7.

Mai er.) bekunden dürfte. Br.

immer AmsaM armer dem Unter üaltmrgsbl

halten. Zu zahlreicher Teilnahme an den Gottesdiensten, die für jedermann frei ist, möchten wir hiermit dringend einladen, aber nicht minder zum Besuche des Familienabends und des Konzertes, zumal da hier jedermann freien Zutritt hat, der den Besitz eines Prooramms nachweisen kann. Dies große gegen 15 Seiten umkas,e>'de Programm ist zum Preise von 10 Pfg. bei den Kirchendienern der Marien- und Jo­hanniskirche, sowie in den hiesigen Buckbandlunaen zu haben, woselbst auch Listen zur Einzeichnung für die Teilnahme an dem gemeinsamen Mittagessen an} Montag nach- dem Konzert offen liegen. Wie man uns mitteilt, wird auch hierbei aut eine rege Beteiligung von Herren und Damen gerechnet.

* Eichungsinspektor. Der Gewerbeassessor Müller ist zum Eichungsinspektor ernannt, ihm ist die Stelle des Eichlmgsinspektors für die Provinz Hessen-Nassau übertragen.

* Ernannt. Der Gerichisaffessor Hesse in Nord­hausen wurde zum Amtsrichter in Langenselbold ernannt.

* Hanauer Kleinbahngesellschaft, Akt. - Ges. Der Reingewinn für das Geschäftsjahr 1905 beträgt 26 271.57 Mk. gegenüber 26 546.85 Mk. im Vorjahre. Die Betriebs-Einnahmen sind etwas gesiieaen; sie betragen 105 003 Mk. gegenüber 103 394 Mk. im Vorjahre, Dielen Mehreinnahmen stehen jedoch Mehrausgaben im Betrage von 2016 Mk. gegenüber, sodaß das Erträgnis sich in der Höhe des vorjährigen hält. Unter den Ausgaben im abgelaufenen Jahre ist auch die 2. Rate der Kosten für die Oberbau­arbeilen mit enthalten. Die Einnahme aus dem Personen- und Gepäckverkehr betrug im Jahre 1905 75 827 (st V. 75 718 Mk.), aus dem Güterverkehr 29 176 Mk. (t. V. 27 676 Mk.). Die Generalversammlung genehmigte, den sich für 1905 ergebenden Reingewinn von 26 271.57 Mk. wie folgt zu verteilen: Rücklage in den gesetzlichen Reserve­fonds . lUU 12 Mk., S1^ 0 o Dividende (wie in 1904) 24 375 Mk., Vortrag auf neue Rechnung 626.45 Mk. Ueber den beabsichtigten Ausbau der Kleinbahn berichten wir an anderer Stelle.

* Hessischer Städtetaff. An Stelle des nach Nieder« lahnstcin verzogenen Bürgermeisters Salomon-Schlüchtern ist in der letzten, zu Marburg abgehaltenen Vorstandssitzung des Hess. Städtetages Herr Bürgermeister Strauß von Hersfeld zum Mitg'iede des Vorstandes des Hessischen Städtetages ge­wählt worden.

16 Hanau-Büdingen. Büdingen hat jetzt begründete Aussicht, eine Bahnverbindung mit Hanau zu erhalten, da von zwei verschiedenen Seiten die Verwirklichung des Projekts erstrebt wird. Das vor einigen Jahren sich gebildete Bahnbaukomitee Hanau-Büdingen unterhandelte be­kanntlich mit der Aktiengesellschaft für Bahnbau und -Betrieb in Frankfurt a. M., welcher jetzt die zur Vornahme von Vorarbeiten für eine normalspurige Nebenbahn von Hanau- Nord über Langenbergheim, Eckartshausen, Calbach unb Orleshausen nach Büdingen innerhalb des hessischen Staats­gebietes erteilte Erlaubnis vom hessischen Finanzministerium bis zum 6. März 1907 verlängert worden ist. Das zweite oder vielleicht ältere Projekt einer Verbindung Hanau- Büdingen geht von der Aktiengesellschaft Hanauer Klein- bahngesell schäft ans. In der Absicht, das Erträgnis der Hanauer Kleinbahn zu verbessern, ist der Aufsichtsrat in Erwägungen darüber eingetreten, ob es nunmehr an der Zeit sei, der bereits bei Gründung des Unternehmens in Aussicht genommenen Fortsetzung der Kleinbahn in der Richtung nach Büdingen näher zu treten/ Zu diesem Zwecke ist zunächst bei dem Herrn Regierungs-Präsidenten in Cassel die Ge­nehmigung von generellen Vorarbeiten für eine Verlänge­rung der Kleinbahn von Ravolzhausen oder Langendiebach über Marköbel bis zur Lan- desgreuze beantragt worden. Nach Eingang dieser Ge­nehmigung sollen Vorerhebttngen über die Baukosten und die Rentabilität dieser Bahnverlängerung vorgenommen und bei günstigem Ergebnis derselben Vorschläge über die zum weite­ren Ausbau der Kleinbahn benötigten Geldmittel den Akno- nären zur Vorlage gebracht werden.

* Parolenntstk. Die Kapelle des Jnf.-Rcgts. Hessen- Homburg Nr. 166 spielt morgen mittag im Schloßgarien folgende Stücke: 1)Frisch braus los", Marsch von F. v. Blon; 2)Fest-Ouverture" von A. Leutner; 3)Siesta am Gardasee", Walzer von C. Morena; 4)La Paloma", mexikanisches Lied von Pradier; 5) Finale a. b. Op.Die Jüdin" von Halevy.

Sommeritrfrtitb. Die Bijouteriefabrik Ohl u. Rau bewilligte ihrem gesamten Arbeiterpersonal ebenfalls eine Woche Sommerferien unter Fortbezahlung des Wochenlohues.

* Ehemalige 97er. Heute abend 8 Uhr Keft» so nun er» im Saale zumDeutsckeu Haus".

tt 16 Seite».