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Erstes Blatt.

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Raiatbnlbnut und Beriafl der BuLdruckerei 8x8 Beeis. a> Waisenhauses in Hanau.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Cie pafgrsoalten« Petit, eilt oder deren Rama 15 ^ im Sieklainenteil die Zeile 36

BertmheertL Redakteur: ®. Schrecker te Hanoi»,

Nr. 73 Z5ernsprechanschl«s! Nr. 605*

SicnStng den 27. März

« ernst rrdiönfdjhtfj Nr. 605.

1906 "»-»»«

Amtl'ches.

Stadtkreis F)anau.

Zwecks Umpflasterung wird die Kirckstrastc zwischen Französische Allee und Schnurstrasse vom 27. d. Miß. ab auf drei Wochen für den öffentlichen Fuhrverkehr ge­sperrt.

Hanau den 24. März 1906.

Königliche Polizei-Direktion.

P2670 I. V.: v. Schlieben, Neg.-Assessor.

Bei einem im hiesigen Schlachthose am 24. d. Mts. ge­schlachteten Schwein des Maurermeisters stob. Adam Aul aus Niederrodenbach wurden die Backsteinblattern festgestellt.

Hanau den 26. März 1906.

Königliche Polizei-Direktion.

P2618 J. D.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.

Gefundene und verlorene Geoenstünde 2L

Gefunden: 1 Portemonnaie mit etwas über 1 Mk. Inhalt, 2 Trauringe (1 goldner und 1 silberner, aneinander getötet, gez. M. Foter 2o. 11. 71), 1 Brille, 1 weißes Emailleschild (mit der AufschriftSchlüssel im Hansi"), 1 grünlicher Neberzieber (in der Wirtschaft Kölnische Straße 2 hängen geblieben, Empfangnahme daselbst).

Verloren: 1 Portemonnaie mit ungefähr 5 Mk.

Zugelaufen: 1 gelbroter Pinscher mit weißer Brust m. Geschl.

Entlaufen: 1 junger weißer Spitz m. Geschl.

Hanau den 27. März 1906.

Hus Ran au Stadt und Eand.

Mannit, 27. März.

* BibclstltNde. Heute abend 8-/g llhr findet Bibel- stunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrtt Pfarrer Fuchs.

Fabrikation von Zigarren «nd Ranibtabak. Der Geschäftsgang der im Bezirk der Hanauer Handelskammer ansässigen Zigarrenfabrikation gestaltete sich für 1905 wie der Handelskammer-Jahresbericht eröffnet, im all­gemeinen lebhafter, sodaß die meisten Fabriken voll beschäftigt waren, einzelne sogar ihren Arbettersiand vermehren, die Ar­beitszeit verlängern und teilweise über eine Knappheit der Arbeiter, speziell der Wickelmacker, klagen mußten. Die Pro­duktion hielt sich im ganzen mindestens auf der Höhe des Vorjahres, muß aber mit einer fort'chreitenden Gewöhnung an die Zigarette rechnen und namentlich mit der Konkurrenz Süddeutschlands, das durch billigere Arbeitsbedingungen be- vorzugt ist. Nach wie vor bleibt der Absatz auf das deutsche Zollgebiet angewiesen, weil fast in allen auswärtigen Staaten entweder Monopol besteht oder so Hobe Einaangszölle auf Zigarren gelegt sind, daß sich ein Ausfuhrgeschäft von iroend- welcher Bedeutung nicht zu entw cke'n vermag. Die Verkaufs­preise der Zigarren blieben geg'n die Vorjahre unverändert. Dagegen erhöhten sich die Einkaufspreise für Rohstoffe und Hilfsmaterialien teilweise erheblich ; dies gilt einmal für Wickelformen und Kistchenbrester, sodann besonders für die Steigerung der Robtabakpreise, speziell der Hell- und matr- farbigen Deckblattabake, welche nun schon seit längerer Zeit bis in die mittleren Preislagen hinein von der Mode ge­fordert werden. Namentlich Sumatra-Deckblattvreisi haben im Berichtsjahre eine ganz außerordentliche Höhe erreicht, beeinflußt durch die immer steigende Nachfrage Amerikas nach hellen Sumatradeckern sowie durch eine kleinere und wenig befriedigende Ernte auf Sumatra. Gerade, für dies« Tabake, welche aber nur einen beschränkten Teil der Produktion aus­machen und bei weitem nicht bem Bedarf von hellfarbi'em Deckmaterial entsprechen, mußten daher Preise angelegt wer­den, welche den Fabrikanousnuben beträchtlich schmälern. Geklagt wird außerdem über scharfe Konkurrenz, über stei­gende ' Ansprüche des Publikums (große moderne Fassons, elegante Verpackung) und der immer zahlreicheren Zigarrm- spezialgeschäfte, sowie über die Verluste, welche durch Zah­lungsschwierigkeiten und insbsonderr durch übermäßige Zahlungsziele bedingt sind. In letzterer Hinsicht scheint gegen das Vorjahr noch eine Verschlechterung eingetretm zu fern, indem seitens der Abnehmer vielfach bis zu 9, ja bis zu 12 Monaten Ki edit in Anspruch genommen wurde und die ^Fa­brikanten sich oft zu weitgehendsten Konzessionen genötigt sahen, um nicht ihre Kundschaft an die Konkurrenz zu ver­lieren. Der Absatz in Rauchtabak bewegte sich ungefähr ruf der Höhe des Vorjahres. Hat er schon seit geraumer

Zeit unter der Konkurrenz der Zigarre zu leiden, so noch mehr durch das fortschreitende Vordringen der immer mehr in Mode kommenden Zioarrette. Im letzt-n Jahresberichte wurde zur Vorbedingung einer dauernd günstigen Entwickelung unserer Tabakin^ustrie gemacht, daß nicht Versuche einer höheren Zoll- u u b Steuerbela stun g sie von neuem beunruhigten. Diesi Bedingung hat sich höchst be- dauerich'rweise nicht erfüllt, sondern die Reichsregierung hat einen Gesitzeniwu'f wegen Abänderung desTabakstenergesitz's vorgelegt, welcher nament'ich b:e inländische Tabaksteuer und den Zoll auf ausländiske Tabakblätter derartig erhöhen will, daß b-e Zigarren- unb Rauchtabakfabrikaiion unseres Bezirks sich in ihren Existenzbedingungen bedroht sieht. Die Handels­kammer hat sofort in einer Eingabe an den Reichstag auf die schweren Gefahren der Vorlage im einzelnen hinoew esen und um ihre Ablehnung gebeten. Es ist zu hoffen, daß der lebhafte Widerspruch, den sie auch sonst in allen be eiligien Kreisen hervorgerusin bat, seinen Eindruck nicht verfehlt, und daß die Einsicht der Parlamentsmebrheit die Tabak­branche vor bie:er drohenden Schädigung bewahren wird, welche noch weit schwerer nregen müßte, als a"e oben er­mähnten, zum Teil vorübergehenden, inneren Mißstände, unter denen sie schon genug leibet.

* skabncn^cibc. An das am vergangenen Sonntag vomTum- und Fechtklub" in derTurnhalle" (Iahn- straßeß veranstaltete Schauturnen, worüber wir gestern be­richteten, schloss sich der feierliche Akt der Weihe der er­neuerten Fahne, der sich auf der Bühne des Saales vollzog. Den einleitenden Prolog sprach in eindrucksvoller Weise eine junge Dame des Vereins, Fräul. Hedwig Gehrt. Wir lassen den Wortlaut hier folgen:

Willkommen hier, die Hand zum ®ruh euch allen, Willkommen, Tuiucc. -veeunoe, inerte Gäste,

Die sich vermmmelt beut in bieten lallen Zu ernster Arbeit und zu frohem Feste.

Wohl drei Decennim find ven-av'cbt im Meer der Zeiten,

Daß des Vereines Inngstanen und Frauen auch, Dem Turn- und Fecbtklub eim- Fabne weilten.

Wie es in deutschen Landen Sitte ist und Brauch.

Allein nicht ewig bleibt, was Menschenhände beuten,

Von Dauer ist nichts hier auf dieser Welt, lind alles, wie an unsrer Fabne wir es schauten, Ja der Vergänglichkeit einmal verfällt.

Drum heut in dieser weihevollen Stunde

W'rd euch erreicht von mr^r Frauenbund, Aufs neu bi»? teure Kleinod eurem Bunde, Des zielbewußten Strebens teures Unterpfand.

Doch keine neue Fabne ist's, die wir heut weihen, O nein, die alte ist es, die schon manches Jahr Voraugewebt hat euren wahren Reihen, Ob trüb der Himmel oder sonnenklar.

Schaut bin, es sind die alten trauten Zeichen,

Die unberührt noch von dem Zabn der Zeit: Das Krein, das Schwert, der grüne Kranz der Eichen,. Des Turners Wablspnich, bem 'ihr euch geweiht.

Sie alle grüßen euch anf neuem Grunde, Den in den Farben untrer Stadt ihr schaut Das Rot und Gold vereine ims sunt Bunde, Der sei auf Lieb und Treue mifgebaut.

Laßt stets nach Wahrem, Gutem uns nur trachten llnd treu ihr bleiben bis zum letzten Rest. Den schlechten Mann muß man verachten Der seine Fahne feig verläßt!

Sie ist,8, be inner ganzes Sein verkörpert, Sie ist's, die unter Zill uns zeigt stets an, In ihr auch untre Loßmg steht geschrieben, Das frisch, fromm, fröhlich, frei webt uns voran.

So laßt denn iebt auf der Begeistrnng Schwingen, Im Geiste Jabns in Treu und Einiakeit, Am heut'gen Freiideiitag den Ruk erklingen, Gut Heil! dem Werk, dem wir ims froh geweiht!

I Dir cmGut Heil", frith, fröhlich, fromm und frei, Du trautes Banner hier im Festgewand.

Gut Heil der edlen beuttchen Turnerei! Gut Heil dir, mein geliebtes Vaterland!

Darauf folgte im Auftrage der Damen durch Frl. Kolb die Uebergabe der Fahne an den 1. Vorsitzenden Herrn H. Willamowitz, der mit Dankesworlen das Ehren­zeichen entgegeiinabm und dasselbe bem Fahnenträger Herrn Stassen überreichte. Die erneuerte Fabne kann als ein Meisterstück auf dem Gebiete der Fahnenstickerei bezeichnet werden. An dm festlichen Weiheakt schloß sich noch ein geselliges Beisammensein mit Tanz, das verschiedenen Mit­gliedern des Vereins und dem Vereine selbst Ehrungen in mannigfacher Weite erbrachte.

* TttAnerischcA. Der geistvolle Vortrag des Herrn Dr. Dornblüth aus Frankfurt hat der Turngemeinde eine größere Anzahl älterer und jüngerer Mitglieder zugetührt, auch laufen fortgesetzt weitere Anmeldungen ein. Die im Januar v. I. errichtete Abteilung für schulpflichtige Mädchen hat seit Beginn dieses Jahres derart angenommen, daß eine

Teilung in 2 Altersklassen notwendig wird, dieselbe tritt vom 1. April an in Kraft.

* ^Iirnfr-Iltbilfizim. Herr Louis Wobito gehört dem 1860 gegründeten Turnverein 25 Iabre ununterbrochen an und hat sich zu jeder Zeit als ein eitriges Mitglied der edlen deutschen Turniache bewährt. Nm dieses Jubiläum entsprechend zu begehen, wird der Turnverein am Sonntag den 1. April, abends 8 Uhr, einen Familiegabend im Ver- einslokal arranaieren.

* Stärtttsiste frühere Mädck»-nsck«se. Die dies­jährige musikalisch-deklamatorische Abendunterhaltung findet Donnerstag den 29. März, abends 7'/, Ubr, im Saale derC e n 1 r a l b a l l e" statt. Karten â 1 Mk. sind in den -beiden hiesigen Holbuchhandlungen erhältlich.

* Die Dre)'He"beleitcht«rrff. Am 29. Juli v. I., abends gegen */* 10 Uhr, stürzte in dem Hause des Elektro­technikers K. hier eine Frau die Treppe hinab und trug dabei nicht unbedeutende Ver!etzun"en davon. Da die Treppe nicht beleuchtet war, stellte die Verletzte, die in dem Hause unbekannt und bei einem Hausbewohner zu Besuch war, Strafantrag wegen fahrlässiger Körv'^verletzung und ver­langte dabei als Nebenklägerin eine Geldbuße von 500 Mk. als Er'atz für Kurkosten und als Schmerzensgeld. Das Schöffengericht erkannte auf 20 Mk. Geldstrafe wegen fahr­lässiger Körperverletzung und sprach der Nebenklägerin 250 Mk. als Buße zu. Gegen dieses Urteil hat sowohl der Be­schuldigte als auch d'r Amtsanwalt Berufung einge'egt, die gestern vor der Strafkammer zur Verhandlung stand. Die Verl'tzte hat ihren Bruder, der ihr die Treppe herzmter- leuchten wollte, bereits vor Erreichung des zweiten Absatzes wieder zurückgeschickt, angeblich, weil sie anaenommen, daß unten ein Licht brenne. Der Junge der Verletzten bezichtigte sich am nächsten Tage der Scku'd an dem Unfälle seiner Mutter, weil er dieser auf den Rock getreten habe. Die Strafkammer erkannte auf Freisprechung und Uebernahme der Kosten auf die Staatskasse, womit natürlich auch die Neben klage abgewiesen ist, weil es nicht feststellen konnte, daß durch die Fahrlässigkeit, die in dem vsiichtwidrigen Unterlassen der Treppenbeleuchtung IPgt, die Verletzung her- brigeführt wurde. Die Verletzte könne dadurch, daß sie ihren Bruder vorzeitig mit dem Licht entließ, den Unfall selbst verursacht haben ober die Ursache könne möglicherweise auch darin liegen, daß dèr kleine ^unge seiner Mutter auf dm Rock trat, und dies hätte auch bei erleuchteter Treppe ge­schehen können. D e Freisprechung erfolgt also mangels genügenden Nachweises des kausalen Zusammenhanges zwischen Fahrlässigkeit und Körperverletzung.

* Entgleist ist gestern vormittag bei Hünfeld ein Güterzug auf der Fahrt nach Frankfurt, wie uns drahtlich gemeldet und durch Anschlag bekannt gegeben wurde. Beide Gleise an der UnfadfleHe waren gesperrt, so daß der Durch­gangs-Verkehr unterbrochen ist. Die Entgleisung ist dadurch rerurjacbt worden, daß an einem Güterwagen eine Achse brach. Dadurch wu'de der Zug auseinandergerissen, vier Wagen entgleisten und stürzten um. Zwei SB rentier wurden verletzt, davon einer schwer. Die Aufräumungsarb eilen nahmen geraume Zeit in Anspruch. Der Unfall hat sich direkt auf dem Hünfelder Bahnhof in der Nähe des Maschinen- Hauffs ereignet.

Das Babnunflssick bei Sünkeld. Bei dem Bahn­unglück bei Hünfeld wurde auch der 32 Jahre alte Hilrs- bremser Jakob Föll von Großauheim schwer verletzt. Er wuide in das hiesige Landkrankenhaus verbracht.

St. Verlkel'psnotiz. Zum Besuche von Madrid, L-evilla rc. während der Ebarwoche und auf Ostern bietet die Paris-Orleans-Bahn in Verbindung mit der französischen Midi-Babn und den in Betracht kommenden spanischen Eisen- bahnen eine besonders billige Gelegenheit. Die Billete werden vom 2. Avril bis 15. Mai ausgegeben und müssen bis 15. Juni zur Rückfahrt benutzt sein. Eine bezügliche, illustrierte Broschüre der Orleans-Dabn meist auf die Einzelheiten hin.

* Skadttbeatcr. (Gastspiel Madeleine.) Auf das heute abend '-8 Uhr statifiudende letzte Gastspiel der Traumtänzerin Madeleine weisen wir nochmals beson­ders bin. Zu Beginn des abends gelangt das reizende Lust­spiel Benedix:Die zärtlichen Verwandten" zur Darstellung. Gewöhnliche Preise.

* Lehies Gastspiel der s^rau Hanser-Gnastala und des s^râirl. Alice Naatsten. Ein genußreicher Theater-Abend ist auch morgen M tiwoch zu erwarten. Als letzte Abonnements-Vorstellung dieser Spielzeit wird Oskar Blumentbal's Lustspiel:Das zweite Gesicht", neu einftubiert, zur Darstellung gelangen. Das hübsche Werk gehört zu den gerngesehensten des licbensivürdigen Causeurs, welcher bier erst jünasthin mit seinem neuen Lustspiel .Der