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General-Anzeiger
Amtliches Glgan für Stubb unb Landkreis Kanan.
Ericheim täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 72 Fernkprcchanschl«^ Nr. 605» MüNtast dtN 26. MG
• * Amtliches.
Landkreis Banati» VckMtülchNßm ks KöMßlicktl! LUhMamis.
Durch diesseitige Bekanntmachung vom 17. Januar er. — V 267 — ist «»geordnet worden, daß der Landweg von Hochstadt nach Bischofsheim und zwar die Neubaustrecke am Hahnenschlag .(Hochstädter Berg) nur mit Fuhrwerken mit höchstens 30 Ztr. Ladegewicht bis zum 1. April er. befahren Verben darf.
Diese Anordnung wird bis zum 1» Mai er. ausgedehnt. Hanau den 23. März 1906.
Der Königliche Landrat.
V 1878 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
An der katholischen Schule zu Großauheim sind eine Lehrer- und eine LehrerinnensteÜe neu errichtet worden unb mit Beginn des kommenden Schuljahres zu besetzen.
Das Stelleneinkommen der Lehrersielle besteht aus 1200 Mark Grundgehalt, Dienstwohnung und den gesetzlichen Alterszulagen zum Einheitssätze von 150 Mark, der Lehrerin werden 1050 Mk. Grundgehalt, 2oO Mk. Mietsentschädigung und die gesetzlichen Alterszulagen zum Einheitssätze von 110 Mark gewährt.
Bewerbungsgesuche nebst Zeugnissen sind innerhalb 10 Tagen an den Königlichen Orisschulinspektor, Herrn Pfarrer sori Jagemann in Großauheim, einzureichen.
Hanau ben 22. März 1906.
Namens des Königlichen Schulvorstandes. Der Königliche Lanhrat.
V 1817 I. D-: v. Schlieben, Äeg.-Assessor.
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Aus Banau Stadt und £and.
Hana«. 26. März.
* Stadttheater-Direktion. Auf das die Wieder- verpachtung des hiesigen Stadttheaters betreffende Ausschreiern sind bis jetzt 20 Bewerbungen beim Magistrat eingelaufen. Sowohl Offenbach wie auch .Homburg v. b. H. werden gutem Bernebmen nach wie bisher angeglicdert bleiben.
• Stadttheater. Woch enspielplan: Dienstag: Außer Abonnement. Zweites und letztes Gastspiel der Traumtänzerin Madeleine, dazu vorher: „Die zärtlichen Verwandten", Lustspiel von Benedix. Mittwoch : 66. und letzte Abonnements-Vorstellung. Serie V. Nr. 12. Gastspiel von Frau Hauser-Guastala und Fr'. Alice Raathen. Neu einstudirrt: „Das
Feuilleton.
Frankfurter Theater.
Opernhaus. Montag, 26. März. Geschloffen. — Dienstag, 27. März, abends 7 Uhr. „Flaiito solo." Hierauf: „Sylvia". Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Mittwoch, 28. März, abends 7 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. „Fra Diavolo." Außer Abonn. — Donnerstag, 29. März, abends 7 Uhr. „Der Eoangelimann." Jm Abonn. Gewöhnt. Preise. — Freitag, 30. März. Geschloffen. — Samstag, 31. März, abends 7 Uhr. „Der Prophet." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Sonntag, 1. Avril, nackm. halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. „Frühlingsluft." Außer Abonn. Abends 7 Uhr. „Don Juan." Im Abonn. Große Preise. — Montag, 2. April, abends halb 8 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. Neu einstudiert: „Das süße Mädel." Außer Abonn.
Lcha«spielha«s. Montag, 26. März, abends 7 Uhr. „Zapfenstreich." Im Abonn. Gewöhnt. Preise. — Dienstag, 27. März, abends 7 Uhr. „Der Veilchen- fresser." Im Abonn. Gewöhnt. Preise. — Mittwoch, 28. März, abends 7 Uhr. Neu einstudiert: „Coriolanus." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Donnerstag, 29. März, abends halb 8 Uhr. Vorstellung bei ermaß. Preisen. „Lumpacivagabundus." Außer Abonn. — Freitag, 30. März, abends 7 Uhr. „Judith." Im Abonn. Gewöhnt. Preise. — Samstag. 31. März, abends 7 Uhr. „Coriolanus." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Sonntag, 1. April, nachm. halb 4 Uhr. Vorstellung bei ermäßigten Preisen. „Telephon-Geheimnisse." Außer Abonn. Abends 7 Uhr. „Coriolanus." Im Abonn. Gewöhnl. Preise. — Montag, 2. April, abends 7 Uhr. Gastspiel von Irene Triesch. „Elga." Hierauf: „Rezitationen klassischer Dichtungen." Im Abonu. Grob» Preise. — Dienstaa. 3. April, abends
zweite Gesicht", Lusi^piek in 3 Akten von Oskar Blumenthal; Freitag: Einmaliges Gastspiel von Frl. Marie Brand ow. Außer Abonnement. Neu einstudiert: „Maria und Magdalena", Schauspiel von Paul Lindau. Sonntag den 1. April: Lebte Vorstellung: Benefiz für Herrn Steger. Gastspiel von Frl. Alice Verden: „Krieg im Frieden", Lustspiel von Moser und Schönthan.
8 Gastspiel der TramMtänzerin Madeleine. Nach dem gestrigen eminenten Erfolg der überaus interessanten Produktionen der Traumtänzerin „Madeleine" wird morgen Dienstag ein nochmaliges Gastspiel stattfinden. Die Vorstellung beginnt um 1 »8 Uhr. Den Abend leitet das humorvolle Lustspiel von Benedix: „Die zärtlichen Verwandten" e n, worauf sich die sensationellen und überaus fesselnden Experimente des Herrn S ch m i d t - E st o mit seinem Medium „Madeleine" anschließen. — Gewöhnliche Preise. Der Vorverkauf findet heute Montag nachmittag von 4 — 5 Uhr statt.
* GolddiebUâhle. Der Goldarbeiter Joseph Klüh von Hanau hat seine Arbengeberin, die Firma Drescher & Kiefer, bei der er lange Jahre beschäftigt war, in den Jahren 1900—1905 durch fortgesetzte Golddicbstähle geschädigt. Infolge des Vertrauens, das er bei leinen Arbeitgebern genoß, war die Kontrolle eine nicht sehr scharfe, sodaß es ihm möglich wurde, von ieder Arbeit ein Stück Gold zurückzuhalten, bis er eine größere Blanche beimmmen hatte. Diese versetzte er dann gewöhnlich auf der Leihbank. So hat er im Jahre 1905 Manchen im Werte von nwhr als 1400 Mk. dort versetzt. Außerdem hat er am 2. Fbruar 1904 1000 Mk. auf der ständischen Leihbank angelegt, die wahrscheinlich aus den Diebstählen von 1900 an herrühren. Die geschädigte Firma erhielt durch diese luifu Mk. uno durch anderes Bargeld zur Einlösting der Manchen vollen Elsatz. Der Angeklagte, der geständig ist, halte sich heute vormittag vor der hiesigen Strafkammer m verantworten. Vom Staatsanwalt wurden drei Jahre Ge'ängnis beantragt, das Gericht erkannte auf 1 Jahr Gefängnis, welche Strafe der Verurteilte sofort antrat. .
8 Lehrer?k«cht. Nachdem am 1. Oktober 1905 Lehrer Euler von Bezirks'chule 11 [ dahier in den Schuldienst unserer Nachbarstadt Frankfurt getreten ist, siedelt mit dem 1. April er. auch Lehrer Bernhardt von Bezirksschule I nach dorten über. Ihnen folgen nach am 1. Oktobr. er. die Lehrer Peters von der Oberrealschule und Rathert von der Knabenmiltelschule.
8 Z«r Lehrerstehaltsfrage. (Vom Hanauer Lehrerverein.) Die Stadtverordnetenversammlung vom 20. b. M. kam bezüglich der Neurcgulierung der Gehaltsverhältnisse der Lehrer an den hiesigen Volks- und Mittelschulen zu dem
7 Uhr. Gastspiel von Irene Triesch. Neu einstudiert: „Rosmersholm." Im Abonn. Große Preise.
Stadttheater in Hanan.
= Hana«, 26. März.
Anstatt des ursprünglich zur Aufführung geplanten Meisterdramas „Monna Vanna", das uns hoffentlich zur spätren Darstellung nicht voienthalten bleiben wird, kam gestern abend als direkte Folge in dieser Woche abermals ein bühnmwmk- sames Schauspiel Felix Philippis „Wohltwer der Menschheit" zur Wiederholung. Unserem bere ts gebrachten Referat über diese hier hnreichend bekannte Schöpfung haben wir weiter nichts bemerkenswertes Hinzuzulügen, als daß das Werk vor einem vollständig ausverkautten Hause in Szene ging, ein Resultat, das wohl dem Gastspiel der berühmten Traumtänzerin M a d e l a i n e, der Attraktion des gestrigen Abends, zu verdanken war. Die in unserem am Samstag erschienenen Feuilletonaruksi angeführten Eigenschaften der seltsamen Künülerin fanden wir in verb äffender W ise voll und ganz bestätigt. M t geradezu unglaublicher Feri gkeit reagiert sie im hypnotischen Zustände mir musikalische sowie dichter sche E ndrücke, was um so staunenswerter anmutet, als Madeleine, wie Herr Hypnotiseur S ch m i d t - E st o aus München in je ner Emleitunasansprache ansführie, weder Schauspielerin noch Tänzerin gewe'en sei; auf eine spezielle Zergliederung der zahlreichen Versuche näher einzu eben, würde hier zu weit füb- en, nur mußte man nach dem Gebotenen unfehlbar -u der Erkenntnis ge'angen, daß die geheime Macht der Suggestion in der Wissenschaft noch zu den ungelösten, aber keinesfalls zu nnte! schätzenden Welträtseln zu rechnen ist und daß e ne bermti-e wundersame Vorführung nicht nur das Interesse jedes Psychotop.en im weitae' endstm Sinne erregte, sondern auch jeden Laien zu tieferem Nachdenken anipornen dürfte. Stürmischer Serail bekundete am Schluffe das Interesse an der ©arbiemua. — Ein hiesiger Arrt folgte
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Beschluß, die Magistratsvorlage einer Kommission zur näheren Prüfung zu überweisen. Dieses Ergebnis steht im Zusammenhang mit einem Antrag des Herrn Schwabe, dem die Forderung der Lehrer nicht genügend begründet erschien. Auch der Referent, Herr Kreuter, glaubte, d'-se Ansicht teilen zu müssen. Die Lehrer ruhen sich in ihrer Begründung auf das Gesetz vom 3. März 13^7, wonach sie Anspruch auf ein Diensteinkommen haben, das den örtlichen Teuerungsverhältnissen entspricht. Um aber hierfür den richtigen Maßstab zu finden, müssen selbstverständlich alle diejenigen Umstände berücksichtigt werden, w.lche dem ganzen Wirtschaftsgebiete eines Ortes das Gepräge verleihen unb die ganze Lebenshaltung seiner Bewohner bedingen. Diesen Standpunkt vertritt auch der Gesetzgeber, indem in den Ausführnngsbestimmungen ausdrücklich gesagt wird: „Daß bei Feststellung des Diensteinkommens die besonderen Verhältnisse der einzelnen Orte zu berücksichtigen sein werden, schließt nicht aus, daß innerhalb jedes Regierungsbezirks gewisse Gegenden und Gruppen von Orten, die gleichartige örtliche Verhältnisse zeigen, für eine gleiche Bemessung des Diensteinkommens zusammengefaßt werden, wie dies z. B. in der Provinz Westfalen durch Erlaß vom 14. Juni 1892 neuerdings in zweckmäßiger Weise geschehen ist." Hierans ist deutlich zu ersehen, daß das Gesetz beabsichtigt, für die Orte eines gleichartigen Wirtschaftsgebietes möglichst einheitliche Gehaltssätze zu erzielen, keineswegs aber daran denkt, dieselben auch nur für eine ganze Provinz, geschweige denn für den ganzen preußischen Staat nach einer Schablone zu regeln. Deshalb ist es vollständig falsch und mehr als unverständlich, uns nur Städte aus der norddeutschen Tiefebene, vom Elbestrom, aus den Weichselniederungen rc. als Vorbilder hinzustellen, ohne auch nur mit einem Worte der Städte zu gedenken, mit denen Hanau im gleichen Wirtschaftsgebiete liegt. Es muß das um so mehr befremden, als gerade die liberalen Parteien die Verhältnisse und Zustände des Ostens sonst keineswegs als mustergültig zu betrachten pflegen. Wir haben noch niemals die Gehaltssätze von Frankftirt verlangt und sind auch heute weit davon en fernt. ein solches Ansinnen an die Stadt Hanau zu stellen, allein zur Beurteilung unserer eigenen Teuerungsverhältnisse und zur richtigen Würdigtmg unseres Abhängigkeitsverhältnisses in wirtschaftlicher Beziehung von diesem gemeinsamen Mittelpunkt der Untermaingegend kann ein Hinweis auf Frankftirt nicht umgangen werden. Dagegen aber werden wir jeden Versuch, uns in wirtschaftlicher Beziehung aus unserer seitherigen Position, die wir mit Wiesbaden und Cassel teilten, zu verdrängen, als einen Eingriff in die uns gesetzlich gewährten Rechte betrachten und mit allen Mitteln zu bekämpfen suchen. Herrn Kreuter aber, der uns trotz seiner Gegnerschaft noch fortwährend seines
der Einladung des Hypnotiseurs Schmidt-Esto, begab sich auf die Bühne und bestätigte durch eigenhändige Exveri- mente, daß vorher gemachte Angaben auf Wahrheit beruhten.
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Als Beweis für die Echtheit der eigenartigen Erscheinung kaffen wir nachstehend ein Gutachten der medizinischen Fakultät der Universität in Straßburg i. E. folgen. Herr Dr. med. Heinrich Kraft, Privatdo-ent der Universität Straßburg und Vorsitzender des Aerzte-Vereines, schreibt eigenhändig am 12. November 1905 : „Seitens der Theater- Direktion und des Herrn Schinidt-Esto werde ich um eine Bestätigung gebeten, daß die vor Presse und Aerzteschaft Straßburgs gegebene Separatvorstellnng der Schlaftänzerin Madeleine den Beweis erbracht habe, es liege in der Tat nicht ein Trik, fembern eine wissentschafiliche w e künstlerisch hochinteressante Vorführung eines hypnotischen Zustandes vor, in dem die vorgestellte junge Dame überraschende Beweis« gestkig"rter Ausdrucksfähiikeit für musikalische wie dichterische oder durch Suggestion bewirkte Einflüffe gab. Indem ich die Frage der Richtigkesi solcher Vorführung vor großem Prib- lifum in ständiger Wiederholung auf einer Tournee ausschalte, g"be ich von unseren ärztlichen Beobachtungen, die überaus interessant waren, gerne Kenntnis.
Die junge Dame war von.Herrn Schmidt-Esto unter den Klängen eines Präsidiums zweifellos in hypnotischen Zustand versetzt.' Teilweise Muskelstarre wie gänzliche, je nach Verlangen dcS Hypnotiseurs, Unempfindlich'eit gegen Schmerz, stark wie im Schlaf nach oben gerollte Augen ‘ mit beinahe völlig aufgehobener Reaktion der Pupillen auf Lichtreflex, später bis auf eine Andeutung aufgehobener Bedrohungsreflex bet geöffnetem Auge — die Dame zuckte kaum mit den Wimpern bei Annäherung der Hand gegen das Auge, zum Lidscbluß wie beim wachen Menschen kam es nicht — die-e w: entheben Symptome bezeugten das Vorhandensein einer regelrechten Hypnose bei den von vier Aerzten (die Herren Privatdozenren Dr. Beth« unb Dr. Kraft sowie der