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Erstes

Hanauer H Anzeiger

KtzugSprekSt

LiertÄjâhrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Mg., für e.>» wärtige Abonnentin mit dem betrefjcnden Poftmcjjchlag, Die einzeln Nummer kostet 10 Pfg.

N»tati»iiSdruck und Bn-ieg der Buchdrucker« der »erdn, e». Waisenhauses in Hancul.

Genkral-Avztiger

Amtliihts GlHM für Stubb und Landkreis Kanm.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

SturstckungSgebühe,

Die flinfgespâne Petitzeile oder deren Raum 15 PW im Sieltameuteil die Zeile 35 Ps-

Der antwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hema»,

Nr. 95 ;y«nft>r«6eiWii6 Nr. «05.

Dikȉa Sich 24. April

^ernfprechanfchlus; Nr. 605.

1906

Aurtliches.

Can ditreis Hanau»

MiidniataiKit h Nichlichm Sakata»

Erloschen: Die Schweine- und ^oUauffeudje in Bost am es, Landkreis Frankfurt a. M.

Hanau den 23. April 1906.

Im Namen des Königs.

In der Strafsache gegen den Landwirt und Milchhändler Kaspar VroÄt Vit, aus Ostheim, geboren am 7. November 1867 daselbst, wegen Milchfälschung hat das König­liche Schöffengericht in Hanau in der Sitzung vom 10. April 1906, an welcher teilgenommen haben:

Amtsrichter Dr. Siebert als Vorsitzender, Maurermeister August Andres) ... . . . Holzhändler Karl Adam son Großauhnm, als Schöffen, Amtsanwalt Engler als Beamter der Staaisamvaltschaft, Diätar Schöttler als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt:

Der Angeklagte wird ivegcn vorsätzlicher Milchver- fäljchung aus § 10 des Nahrungsmittelgesetzes verurteilt zu 100 Mark (Hundert) Geldstrafe, subsidiär 20 Tagen Gefängnis und zu den Kosten des Verfahrens.

Der entscheidende Teil des Urteils ist binnen 14 Tagen nach erlangter Rechtskraft zweimal binnen 1 Woche auf Kosten des Angeklagten imHanauer Anzeiger" zu ver­öffentlichen.

gcz. Dr. Siebert. 8880 Ausgefertigt unter Bescheinigung der Rechtskraft. Hanau den 19. April 1906.

(L.S.) Rößing, Sekretär,

Gerichtsschreiber Königlichen Amtsgerichts Abt. 4.

Hus Hanau Stadt und Hand»

Hanait, 24. April.

* Bibelstirnde. Heute abend 8^2 Uhr fisidet Bibel­stunde im cvangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.

* Kontrollversammlrmg. Am 25. April, vormit­tags 88/4 Uhr in Fechenheim (Hof der neuen Schule): Die Mannschaften der Provinzial-Jnfanterie; vormittags 101/» Uhr: Die Mannschaften der preußischen Garde und die gedienten Mannschaften der Spezial-Waffen; nachmittags 2^/i Uhr: Die Erlatzreservisten

Kleines Feuilleton.

Kunst und Leben.

* Meunicr-Ansstellitttg. An dem vorgestrigen Volks­tage der Meunier-Ausstellung in den Rathaus-Sälen zu Frankfurt a. M., an dem der Eintrittspreis von 27 Uhr 20 Pfg. kostete, wurde bi' Ausstellung von 1871 Personen besucht. Die nächsten 5 billigen Volksnachmittagstage finden am 28. April, 1., 6. 12. unb 19. Mai statt.

* Heimat- tmv Volksbildung. Am Sonntag den 29. April, 1 Uhr nachmittags, findet im Caffâ Faust in Frankfurt a. M. eine Zusammenkunft der Teilnehmer an der H Rhein-Mainischen Volksakademie statt. Im Anschluß an die bei der Rüsselsheimer, Tagung im September 1905 gemachten Erfahrungen soll das Thema behandelt werden:Die Volks­bildungsarbeit im Anschluß an unsere Heimat." Die Be­sprechung soll hauptsächlich anregen zur Veranstaltung heimat­kundlicher Ausflüge, Belehrungen über die Natur und Ge­schichte der Heimat, sowie zu wissenschaftlichen Führungen durch unsere Museen; zugleich soll sie den Anstoß geben zur Errichtung von ländlichen Heimatsmuseen, in denen jede Ge­meinde selbst ein Stück ihrer speziellen Eigenart und Ge­schichte zusammenträgt. Der Rhein-Mainische Verband für Volksvorlesungen und verwandte Bestrebungen als Veran­stalter der Versammlung bittet neben den Teilnehmenr der Volksakademie auch alle Interessenten für Heimatkunde um ihr Erscheinen. Besonders sind die Vertreter von Vereinen, wissenschaftlichen Instituten und Sammlungen, sofern sie für die Verbreitung heimatkundlicher Kenntnisse Interesse haben, herzlich eingeladen.

Das Chiuesenviertel von San Francisco. Buben größten Sehenswürdigkeiten San Franciscos hat Jahrzehnte lang das von fast jebem durchreisenden Fremden besuchte Chinesenviertel gezählt, das jetzt durch die Feuersbrunst völlig zerstört worden ist. Inmitten der großen auf steilen

* Zyernsprcchverk-'hr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Eibelstadt (Bayern) ausgedehnt worden.

* Preußische Kl^fsenlottopre. Die Erneuerungslose der 5. (letzten) Klasse 214. Lotterie sind, unter Vorlegung der Vorklassenlose, von jetzt ab bis 3. Mai einzulösen. D-e 21 Tage dauernde Hauptzichung der 5. Klasse nimmt am 7. Mai ihren Anfang; es werden in derselben 82 000 Gewinne im Gesamlbetrage von 32 302 320 Mark gezogen, darunter der erste Hauptgewinn von 500 000 Mark und die Prämie von 300 000 Mark.

* Silberkurs. Der Kouveniionspreis des 0,800 feinen Silbers beträgt für Aufträge vom 21. d. Mts. an bis auf weiteres 77 Mark per Kilo.

Hk. Der neue spanische Zolltarif enthält zahl­reiche so wesentliche Zollerhöhungen, daß die In­teressenten auf die Notwendigkeit hingewiesen werden, sich über die neuen Exportbedingungen zu unterrichten und An­träge auf Ermäßigung von Zollsätzen rechtzeitig anzubringen. Die Frist hierfür läuft nur bis zum 30. April, und die hiesige Handelskammer, auf deren Bureau der Zoll­tarif eingesehen werden kann, wird rechtzeitig gestellte und gehörig begründete Anträge an die zuständige Dienststelle übermitteln.

* Tkarschitstvereir». Dem Hanauer Tierschutzverein ist nunmehr auch H^rr Rektor S ch i I l i n g in Fechenheim mit dem gesamten Lehrerkollegium Fechenheims öeigetreten.

Mittelrheinifches Krsiswrnfest. Ein eigen­artiges Ersuchen stellt der Turnverein Braunfels b. Limburg, der das Turntest mit zirka 20 Turnern zu besuchen gedenkt, an den Festausschuß. In der Voraussicht, daß das Fest sehr stark besucht wird und cs schwer halten wird, die Masse der Gäste unterzubringen, beabsichtigt genannter Verein ein geräumiges Zelt mitzubriugen zur Umerkunft seiner Mit- glieder und beansprucht dazu nur den notwendigen Platz, das erforderliche Stroh und einige wollene Decken. Sicher wird der Wohnungsausschuß gerne dem Ersuchen entsprechen und den Braunfelser Gästen ein ruhiges Plätzchen anweisen, wo sie nach des Tages Last und Hitze ausruhen können.

* KalkwLâ-Aktisttgesellschaft vorm. Kein tu Stenger, Aschaffenburg. Im verflossenen Jahre erzielte das Unternehmen in Kalk einen Minderumsatz von 115 Waggonen und in Bauartikeln einen Mehrumsatz von 468 Wagaonen (einschließlich dem der Filiale Hana u.) Die Verkaufspreise waren im allgemeinen besser als in den Vor­jahren. Das Ziegeleigeschäft ging befriedigend weiter. Der Bericht bemerkt, daß die Verluste trotz aller Vorsicht wescnt- lich größer waren als im Vorjahr, was vielfach auf die Schwierigkeit für die Unternehmer, Hypothekengelder zu be­kommen, zurückzuführen sei. Infolge Vereinbarung unter den

Hügeln erbauten Stadt ein eigenes fest umgrenztes Stadt­wesen darstellend, glich es in mehrfacher Hinsicht unsern mittelalterlichen Ghettos. Zwar sperrten es weder Tore noch Gitter von dem es rings umflutenben Getriebe der modernen Handelsmetropole ab. Dafür aber war die auf innerer Ver­schiedenheit beruhende Abschließung desto stärker und auf­fälliger. Bekanntlich leben trotz aller Fernhaltungsversuche in oder vielmehr bei allen Städten Nordamerikas und Australiens zahlreiche Chinesen, die manche Gewerbe, wie z. V. dasjenige unserer europäischen Wäscherinnen und Büglerinnen, fast völlig in Händen haben. Aber während diese Chinesen sonst allenthalben weit abseits der vornehmen Viertel in entlegenen Vorstädten, und zwar einzeln in ärmlichen Häus­chen wohnen, beherbergte einzig und allein San Francisco inmitten des verkehrreichsten Teiles der Stadt ein aus viel­stöckigen Häusern bestehendes Chinesenquartier. Wenn je das Wort Labyrinth am Platze war, so bei diesem unbe­schreiblichen Gewirr von Durchgängen, Treppen, finstern und halbfinstern Räumen, innerhalb dessen auf denkbar engstem Räume über 15000 gelbe Menschen ein nach unsern Be­griffen höchst befremdliches'Dasein führten. Von den groß­kapitalistischen Unternehmern der Chinesenarbeit, als welche im wesentlichen sechs chinesische Gesellschaften galten, waren hohe alte Häuser angekauft und mittels Durchbrechens der Zwischenwände und durch zahlreiche kleine Anbauten 31t einem einzigen zusammenhängenden, einem Bienenkörbe gleichenden baulichen Wirrwarr ansgestaltet worden. Wer abends oder nachts in Begleitung eines Geheimpolizisten- diese Spelunken einschließlich der allerdiskretesten Räume durchpilgerte, gewann Eindrücke und auch manche Einblicke in die' Nachtseiten menschlichen Lebens, wie sie sremd- artiger gar nicht gedacht werden können. Man durchschritt, ohne anscheinend zwischendurch eine Straße zu betreten, Restaurants, Theater, und ihrer Bollgepfropsthsit einer Heringstonne gleichende Schlafräume, dann wieder Spielhöllen und Opiumhöhlen, wo mit blöden Augen die erst halb Berauschten und noch nicht dein Schlafe Ver­fallenen den fremden Eindringling anstarrten. Auch solche Chinesen, die Diener in amerikanischen Familien waren, oder deren sonstiger Beruf sich tagsüber in anderen

Kalkwerken wird ab 1. Januar 1906 allgemein die Sack- mitberechnung im Preise auch beim Kalke eiugeführt. Alle Kalksäcke sind mittlerweile in das Eigentum derVerkaufs­stelle der Schwarzkalkwerke G. m. b. H." übergegangen. In Anbetracht der besseren Verkaufspreise hâlte höherer Nutzen, als ihn die Bilanz aufweist, erwartet werden können, doch wurde der Gewinn durch erhöhte Abschreibungen und größere Verluste geschmälert. DieVerkaufsstelle der Schwarzkalk- wcrke" Hal eine weitere Ausdehnung erfahren durch Ueber­nahme des Verkaufs für die Firmen P. Roßmüller Sohn zu Steinau und Johann Lorenz Michel zu Hanau für 1906. Die Aussichten des laufenden Jah es seien soweit befriedi­gende. Der Betriebsgewinn stellt sich auf 206,823 Mk. (i. V. 141,029 Mk.), wozu noch 1403 Mk. (1457 Mk.)Vor­trag kommen. Die Geschäftsunkosten stiegen von 38,653 Mk. auf 76,589 Mk., Zinsen von 6041 Mk. auf 12,266 Mk. Auf Fabrikwerte wurden 36,157 Mk. (i. V. 27,421 Mk.) und auf Debitoren per Saldo 2889 Mk. (2300 Mk.) ab= geschrieben. Aus dem verbleibenden Reingewinn von 80,823 Mk. (68,071 Mk.) soll eine Dividende von 712 Prozent (wie i. V.) gezahlt werden. In der Bilanz weisen Konto­korrentkreditoren eine Steigerung von 140,887 Mk., auf 262,664 Mk. auf, denen Debitoren mit 358,687 Mark (174,616 Mk.) Bankguthaben mit 1253 Mk. (4694 Mk.), Barmittel mit 6414 Mk. (5280 Mk.) und Wechsel mit 7 7 99 Mk. (15,088 Mk.) gegenüberstehcn. Vorräte sind mit 68,928 Mark (60,340 Mk.) bewertet. Aus der Erhöhung des Aknenkapitals von 650 000 auf 800,000 Mk. floß der Reserve ein Agio von 6522 Mk. zu, wonach ihr Bestand 50,677 Mk. ist, während die Reserve II 7500 Mk. enthält. Der Delkrederefonds beträgt 7000 Mk.

I Erfolgreich. Auf der am 21. und 22. d. Mts. in _ Karlsruhe stattgefundenen Internationalen Hunde-msstellung, die mit einer Spezial-Ausstellung des Collie-Clubs verbun­den war, erhielt der ColliNiflbort-Totila", Besitzer <5 Nagel Kesselstadt, drei 1. und Ehrenpreise.

* Gewerbegericht. (Sitzung vom 23. April.) Der Maurer Peter K i t t hatte in den Keunecke'schen Neubauten Lamboystraße 51, 53, 55 und 57 die Maurerarbeiten über­nommen und sich hierzu noch 6 Mann genommen. Am 28. Februar wurde das Arbeitsverhältnis gelöst und die 7 Maurer verlangten darauf die ihnen vom Lohn nach und nach einbehaltene Kaution von insgesamt ca. 250 Mk. und außerdem 87 Mk. noch rückständigen Lohn. Der Beklagte weigerte sich jedoch, die verlangten Beträge herauszuzahlen, beansprucht diese vielmehr als Entschädigung für die von Kitt, den er als selbständigen Unternehmer betrachte, mangel­haft ausgesührten Arbeiten. Die Sachverständigen halten die von dem Beklagten geinachten Ausstellungen au den Ar-

Stadtgegenden abspielte, pflegten sich abends, wenn irgend möglich, den Genüssen des Chinesenviertels hinzugeben. Kinder fehlten in diesem menschlichen Ameisenhaufen nahezu vollständig, und es mochte auf je zwanzig Männer etwa ein Weib kommen. In Anbetracht des engen Zusammengedrängt­seins war die Unsauberkeit keineswegs übermäßig groß. Wohl aber störte der aufdringliche Chinesengeruch, der es den meisten Besuchern unmöglich macht, von den fremdartigen Leckerbissen der chinesischen Restaurants auch nur der Neu­gierde halber das Geringste zu genießen. ' Daß chinesische Theater mit ihrer disharnionischen Musik und ihren endlosen Aufführungen für Europäer nicht gerade einladend sind, ist bekannt. Tagsüber war das Chinesenviertel verhältnismäßig leer. Bloß ein kleiner Teil der bezopften Gesellen, die man abends mit ihren blauen Blusen, schmutziggelben Pumphosen und dicksohligen Pantoffeln beim Spiel ober Opiumgenuß gesehen hatte, pflegte alsdann in Läden, die einer Puppen- bühne glichen, neben Waren für den Bedarf der Chinesen auch Papierarbeiten und andern auf die Fremden berechneten Tand feilzubieten. San Francisco, mit dem in dieser Hin­sicht auch New Orleans sich nicht im entferntesten messen konnte, besaß unter allen Städten der Vereinigten Staaten die am buntesten zusammengewürfelte Bevölkerung. Aber unter diesen zylindertragendèn Uankee-Kaufleuten, diesen buntgekleideten, sporenklirrenden Mexikanern: und braunen Südseckanaken bildeten die Bewohner des Chinesenviertels denn doch das sremdartigste Element. (Köln. Ztg.)

Schulanfang.

Stolz den Ränzel auf dem Rücken Unb erwartungsvoll den Sinn, Wandert an der Hand der Mutter Heut manch Bube zum Schulhaus hin. Sonsten rief .ein jedes Büblein Helle Freude in mir wach, Heute blick ich feuchten AugeS Wehmutsvoll den Kindern'nach.