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ktoche m Lodz, denr eine Soldatenkugel ein Bein zerschmettert hat, ist gestorben. Seine Familie tritt mit einer ämt« sckädigungEage von 75 000 Rubel gegen die rnssisâ Re gierung auf.

Warschau, 22. August. Der Gendarmerie-Oberst Gras Steinbock- Fermor wurde in der Marschallstraße durch Revolverschtiste s di wer verwundet.

Riga, 22. August. (Petersb. Tel.-Ag.) Wüt Genehmigung des Generakgouverneurr soll heute abend in allen Zeitungen ein Busrus an die Bewohner erscheinen, in welchem diese zur Stiftung von Geldspenden und zur Anschaffung von Panzern für die Polizisten, denen gegenwärtig große Gefahr droht, ausgesordert werden. Da es der Krone jetzt an Mitteln fehlt, die nötige Anzahl Panzer anMschaffen, sei es Pflicht der Gesellschaft nach bem PrinzipEiner für alle und alle für einen" im Interesse des allgemeinen Schutzes der Obrigkeit entgegenzukommen und nicht zuzulassen, daß her Terror die Tätigkeit der Polizei lähme.

Helfingsor«, 28. Aug. (Petersb. Tel.-Ag.) In der letzten Zeit haben an verschiedenen Orten Finlands Versammlungen der Roten Garde stattgefunden, in denen int Hinblick auf das bekannte SenatsMundichreiben bezüglich der Auflösung der Roten Garde über die Frage beraten mürbe, ob dieser Verband weiter bestehen solle oder nicht. In den meisten Beschlüssen gab sich die unbedingte Bereitwilligkeit kund, sich dem Senatßbeschlusse zu fügen. Mele Provinzseknonen der Roten Garde sind gegenwärtig bereits ausgelöst. Das aus dem Gesamtverbande ausgeschiedene sogenannte Kampstausend, welches die Garnison von Sweaburg' unterstützt hatte, hat ich aufgelöst. Bei der Auflösung" der provinziellen Sek­tionen der Roten Garde fand in einzelnen Fällen schwacher Widerstand statt. Bei der Auflösung wurde beschlossen, Ab­eichen, Kokarden und Flaggen zu vernichten. Im Zusammen- ang mit der Auflösung der Roten Garde und der Schwächung der wzialdemokratischen Partei steht offenbar die gegenwärtig zutage tretende Belebung der konstitutionellen Partei. Test gestern tagt in Uleaborg ein Kongreß der Sozialisten Jinlands.

Bertin, 22. Aug. In einer" Zuschrift an dieVoss. Ztg." wird die Nachricht bestätigt, daß die Familie des ermordeten russischen Dumaabgeordneten Herzenstein bedroht worden ist, 'all? sie nichts bestimmte Leistungen mache. Die Drohbriefe veranlaßten Frau Herzenstein, mit ihren Töchtem Finland wiort zu verlassen. Don letzteren ist eine durch die Kugel, die Herzenstein niederftreckte, verletzt worden. Die Familie Herzenstein hält sich zur Zeit in Berlin aus und beabsichtigt von hier an die französische Küste zu gehen.

Deutscher Katholikentag.

Esten a. b. Ruhr, 21. August. Heute vormittag dielt der Volks verein für das katholische Deutsch­land auf dem Festfelde seine Generalversammlung ab, wobei ststgestellt wurde, daß die Zahl der Mitglieder um 40000 am insgesamt 507 000 gestiegen sei. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten hielten Vorträge der ReichS- tagsabgrordnete Marr und Kaplan Donders-Münster. Kar­dinal Fischer spendete den Erschienenen den Segen. Jm Stadtsaalbau tagte um 11 Uhr die zweite geschloffene Ver- ammlung, in der u. a. Anträge des Frauen-Missionsvereinè, des Bersins katholischer Jugendfreunde, sowie Einträge be­treffend Gründung von Seemannsheimen angenommen wur-« den. Nachmittags 2J/s Uhr tagten die akademischen Boni- iaciusvereine und um 3 Uhr fand eine geschäftliche Ver- ammlung deS Verbandes katholischer kaufmännischer Ver­einigungen statt.

Der nächstjährige Katholikentag findet in Würzburg statt.

^ffe«, 22. August. In der heutigen Sitzung des I deutschen Katholikentages hielt Kardinal Vannutelli eine Italienisch« Ansprache, in der er u. a. ausführte, der Papst wisse ganz gut, wie herrlich eingerichtet die Katholiken­tage seien und kenne sehr gut ihre schönen Früchte für die Erhaltung und Wiederbelebung des christlichen Geistes in der Familie, dem öffentlichen Leben und ganz besonders im arbeitenden Volke. Der heilige Vater sehe auch mit großem Vergnügen, wie die Katholiken Deutschlands eine großartige koinpakre Phalanx, ein unerschütterlicher Turm geworden eien. Er schaue am sie mit Bewunderung und wünsche, daß andere Nationen sie nachahnueu. Er sei sicher, daß die deutschen Katholiken bleiben würden ein Herz und eine Seele, geeint durch den Glauben und die Bande der christlichen «a'«J <mnm fgmtwLMM i' .<mgasa bmm mi

ehn. Seine Rechnung stimmte also, er konnte um elf Uhr auf bem Fest sein. Er hatte nur noch den Posten vor der Stabt zu revidieren, dann war die Chose erledigt.

Bald baue er die erleuchteten Straßen hinter sich und schritt auf der Chaussee einher, die zu dem Munitionsgelände hinführte. Zu beiden Seiten der Landstraße dehnten sich weite Felder, bie einen üblen Geruch ausftromten, denn sie wurden just beut notwendigen Dungprozeß unterworfen. Es war tnisetzlich dunkel. Haller tappte seinen einsamen Weg, Wieder flogen die Gedanken zu seiner Käte, die wahrschein- üdj bereits au: Arm eines glücklicheren Menschen, als er war, im Walzer daßinschwebir. Da plötzlich er war ein wenig vom Wege abgeraten stolperte er und fiel der Länge nach hin. Gräßlich fluchend erhob er sich. Zwar halte er üch nichts zuleide getan, er war sehr weich gefallen, aber sie Weichheit Halle einen ominösen Geruch: Leutnant Haller hatte in einem Düngerhausen gelegen. Haller betastete die Uniform. BSchmutzt, sein schöner Waffenrock total unbrauch­bar ! Teufel Aber er hatte nicht lange Muße, über fein i'urchibarrs Mißgeschick nachzusenken, die Zeit eilte, er stampfte weiter Md befand sich endlich vor bem letzten Posten. Auch hier nichts zu monieren, was sich ja eigentlich von selbst oenrand.

Schon wollte Haller wieder Kehrt machen, da bemerkte er, wie der Posten verdächtig schnupperte. Haller stutzte und musterte den Soldaten scharf. Dann fragte er im schneidigsien Tonfall:Sie haben geschnüffelt, Mann?"

Zu Befehl, Herr Leutnaitt."

Warum haben Sie geschnüffelt?"

Der Fünlier Schulz überlegte einen Augenblick, bann plante er heraus:Weil der Herr Leutnant so nach Mist duften."

Haller sah das Richtige dieser Siemertung ein, dagegen war nichts zu sagen. Aber vielleicht konnte ihm der Füsilier Schulz hellen, den» es war ein intelligenter Bursche: er zählte zur fogenamuer gestrigen Elite der Kompanie.

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Anträge und Beschlüsse.

Aus den Beratungen bet dritten geschlossenen Versamm­lung ist eigentlich nicht viel neue? zu berichten. Ein sehr großer Teil der Einträge und Beschlüsse ist nur Wiederholung ans früheren Tagungen gewesen, so über Krüppelfürsorge, Mäßigkeitsbewegung, Förderung des CharitasverbandeS, der Bahnhofmissionen usw. Neu und sehr beachtenswert ist eine Bewegung, die auch in jüngster Zeit in nicht katholischen Kreisen Platz gegriffen hat, die Fürsorge für gefallene oder gefährdete Frauen, Mädchen und Kinde r. Hierzu wurde folgender Beschluß gefaßt:

Als eine überaus erfreuliche Blüte der katholischen Charitas begrüßt die Generalversammlung die in den letzten Jahren in mehr als 20 Städten erfolgte Gründung von katholischen Fürsorgevereinen für gefallene und gefährdete Frauen, Mädchen "und Kinder. Indem sie den in diesen Vereinen mit so großer Hingebung wirkenden katholischen Frauen und Jungfrauen ihre "Anerkennung für ihr aposto­lisches Wirken ausspricht, empfiehlt sie zugleich die Gründung ähnlicher Vereine in allen Städten Deutschlands und deren Anschluß an den Verband für Fürsorgevereine mit dem Sitz in Dortmund. Sie macht alle katholischen Frauen eindring­lich auf dieses hervorragende Werk des Guten Hirten auf­merksam und bittet die hochwürdige Geistlichkeit, diesen Be­strebungen ihre Unterstützung zuteil werden zu lassen. Sie begrüßt endlich die Errichtung von Zufluchtshäusern, in denen den armen, reumütigen Opfern der Sünde ein schützende? Heim und Rettung vor weiterm Falle geboten wird.

Hierzu machte ein Geistlicher, der sich mit der Rettung verwahrloster Kinder beschäftigt, unter lebhaftem Beifall der Versammlung noch folgende Mitteilungen:

Die Zustande, welche die Entwicklung des industriellen Lebens geschaffen haben, erfordern auch ein L a i e n a p 0 st 0- I a t. Am besten besteht dies in dem Dortmunder Verband der Fürsorgevereine, der sich so segensreich entwickelt hat. Auch die Damen der ersten Gesellschaftskreise nehmen sich heute dieser Sache an. Nicht bloß dem Abschaum der Mensch­heit wollen wir diese Hilse widmen, sondem auch allen Frauen und Mädchen, die in Gesahr sind. Es ist eine wunderbare Erscheinung, wie in unsern Tagen das charitative Interesse für diese Menschen immer mehr Anklang findet, wie auch selbst die ersten Gesellschaftskreise sich in den Dienst dieses Laienapostolats hineinfinden. Die Hauptarbeit, um auf diesem Gebiete mit Erfolg zu arbeiten, besteht nach meinen Erfahrungen darin, daß man rasch diejenigen zu erkennen sucht, von denen man glaubt, daß sie noch gerettet werden können. Deshalb hat der Frauenfürsorgeverein Anstalten gegründet. Darin wird zunächst sestgestellt, ob die Ausge­nommenen noch gerettet werden können, was in sechs bis adjt Wochen leicht möglich ist: diesen wird dann besondere Fürsorge zugewanbt. Bei andern allerdings ist alle Mühe umsonst.

Nicht minderes Interesse verdienen die Bestrebungen für die Krankenfürsorge auf dem Lande. Hier begrüßte der Katholikentag die in elf Kursen durch den Charitasverband für das katholische Deutsch­land erzielten guten Erfolge in der Ausbildung freiwilliger Krankenbesuchsrinnen" und hob anerkennend und dankbar die Unterstützung hervor, die diesen Bestre­bungen durch die Provinzial-, Kreis- und Kommunalbe­hörden, insbesondere aber durch die Provinzial-Dersicherüngs- anstalt Rheinland zuteil geworden sind. Er empfahl den Beitritt zu der Charitasoèreinigunq für Landkranken- psleqe und Volkswohl mit dem Sitz in ßlrenberg, welche die Förderung und Vervollkommnung der vom Charitasverband unternommenen Kurse zum Zwecke hat. Gleichzeitig empfahl die Versammlung die Unterstützung des in diesem Jahre in Köln gegründeten katholischen Krantensürsorgevereins, der sich die Ausbildung katholischer Krankenpflegerinnen zur Aufgabe gestellt hat.

Von den charitativen Anstalten in Paris handelt, solgender Beschluß:

Die' Generalversammlung der Katholiken Deutschlands macht auf die in Paris bestehenden drei katholischen charita­tiven Anstalten (Liebsrauen-Miffion mit Kolpingshaus und Marienhaus in Paris-Grenelle, St. Elisabethen-Mission mit Annoheim in Paris und das Elisabeth-Heim des Vereins katholischer deutscher Lehrerinnen in Paris) empfehlend auf- njertfam und bittet die Geistlichkeit, ihre nach Paris wan- w miimn u .............. .........................

Schulz," sagte der Leutnant jovial,sehen Sie sich mal meine Uniform an." Schulz hielt sich bie Nasenlöcher zu und tat, wie ihm befohleti.

Was meinen Sie, Schulz," fragte der duftende Sor- gtsetzre,ob wir den Schmutz fortkriegen?"

Der Füsilier schüttelte den Kopf.Unmöglich, Herr Leutnant, die Uniform mug gereinigt werden. Der Dreck sitzt zähe wie Teer."

Haller stöhnte vor Verzweiflung. Seine militärische Würde vergessend, jammerte er:Aber ich will doch in dieser Uniform heute nod) zum Kostümfest! Was soll ich nur Anfängen?"

Schulz räusperte sich und meinte:Ich ginge als Automobil."

Wa wie?" Haller war sprachlos.

Ja, gewiß. Ich an Ihrer Stelle, Herr Leutnant, ginge als Automobil. Stinken tun Sie ja sowieso."

Mensch 1" brüllte der Leutnant.

Zu Befehl, Herr Leutnant."

Der stimmige Soldat, die Intelligenz der Kompanie, stand stramm und sah dem hohen Vorgesetzten harmlos in die Augen. Haller überlegte einen Moment, warf ihm einen blitzenden Zornesblick zu, brummte ejivas, bas wieUnver­schämtheit '" klang, wandte sich brüsk um und kehrte in die Stadt zurück.

Haller war in düsterster Seelcustimmung. Da hatte er der Liebsten nun versprochen, die Uniform in dieser Garnison nie abzulegen und nun mußte er im Smoking antanzen. Schöne Augen würde sie machen.

Diese machte Käte allerdings, denn als er klopfenden Herzens, wie ein verschämter Backfisch, in den Tanzsaal trat, war sie starr vor Staunen und rief empört:In Zivil? Max, willst Du mich damit etwa beleidigen?"

Wehmütig schüttelte er das edle Dulderhaupt. In be- weg'ichtn Worten klagte er ihr sein Leid und erzählte ihr von seinem scheußlichen Malheur. Da lachte sie ihr silber-

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beruhen Psarrkinder auf diese Anstalten hinweisen zu wollen. Vor allein aber ersucht sie die Geistlichkeit, ihre Pfarrkinder vor leichtsinniger A u § w ande r u n g nach Frankreich zu warnen, da nur sittlich und religiös'gefestigte Charaktere, sowie in ihren Arbeiten tüchtig geschulte Kräfte dort lohnende Beschäftigung finden und der Gekahr des sittlichen Unter­gangs zu entrinnen vermögen.

Der deutsche Seelsorger in Paris, Pfarer Wahl, stellte bei der Annahme dieses Antrages fest, daß trotz der Ver­hältnisse in Frankreich die deutschen katholischen Anstalten, er­halten geblieben seien, und erklärte unter großem Beifall, daß bie Vertretung des Deutschen Reichs in Paris dielen deutschen katholischen Anstalten ihren Schutz habe angedeihen lassen unb daß dieser Schutz wirksam gewesen sei.

Nicht ohne allgemeines Interesse ist auf einen Beschluß über die Fürsorge" für die Rekruten und die aktiven Soldaten hinzuweisen. Er lautet:

Die Generalversammlung legt der hochwürdigen Geist­lichkeit, den katholischen Jügendvereinen sowie den Eltern die Wichtigkeit einer besonderen Fürsorge für die zum Heeres­dienst bestimmten Söhne unseres Vaterlandes dringend ans Herz. Sie ersucht sie, durch geeignete Vorkehrungen die drohenden Gesahren für Religion und Sittlichkeit möglichst abzuwenden, dagegen religiöse und vaterländische Gesinnung energisch zu pflegen. Sie weist mit Freude und Aner­kennung auf die in Holland seit 50 Jahren zum Besten der katholischen Soldaten bestehenden Einrichtungen sowie auf die von der hochwürdigen Militärgeistlichkeit in den letzten Jahren mit Erfolg eingesiihrten Kasernenabende hin.

Erdbeben in Südamerika.

Haulburg, 22. Aug. (W. Den deutschen Salpeter­werken Fölsch und Martin Nachf. A.-G. wurde heute von ihrem Hause in I q u i q u e folgende Nachricht aus Val­paraiso gekabelt: Die Erdbeben und bie Feuers­brünste h"örten auf. Die Behörden beherrschen voll­kommen die Situation. Lebensmittel sind in genügender Menge vorhanden. Alles kommt jetzt in Ordnung. Die Geschäfte kommen langsam in Gang. Keiner unserer Freunde ist getötet.

Santiago Se Chile. (Reuter.) Nach Meldungen aus Valparaiso beläuft sich die Zahl der der Katastrophe zum O p fe r Gefallenen auf mehrere Tausende. Die Schätzungen schwanken zwischen 2000 und 12 000. Der größte Test von Valparaiso ist völlig zerstört; der übriggebliebene Teil ist als Wohnplatz ganz unbrauchbar. Die Erdstöße dauern in Zwischenräumen fort.

Santiago De Chile, 22. Aug. (Havas.) Der Schaden in den Ortschaften ist unermeßlich. Fast sämtliche Wohnplätze an der Küste sind zerstört. Die Orte San Francisco bei Mo nte, San Antonio und Car­tagena sind nahezu vemichtet. Die am meisten heimge- suchte Zone umfaßt die Provinzen Valparaiso und Aconcagua. Die Orte Lima che, Llai-Llai und N 0v 0viej0 sind vollständig vom Erdboden verschwunden. Man schätzt den Verlust für ganz Chile auf 10 Millionen Pfund Sterling. Es sind noch immer leichte Erdstöße zu verspüren. Die Feuersbrünste sind erloschen. 60 000 ssitenschen sind obdachlos. Die Regierung läßt für 30000 Personen Baracken bauen. Die Eisenbahnlinie von Valparaiso aus bis Limache ist wiederhergestellt. Die Kammer bewilligte 4 Millionen Pesos für Hilfeleistungen.

47. Allgemeiner Genoffenschaststag.

X. Caffel, 22. August.

Zu Beginn der heutigen Verhandlungen gelange folgendes Antwort-Telegramm Sr. Majestät des Kaisers zur Verlesung:

Schloß 'Wilhelmshöhe, den 21. August. Seine Majestät der Kaiser und König lassen für den treuen Gruß heftens danken. Im Allerhöchsten Auftrage: Der Geheime Kabinetts­rat von Lu c an u s."

Mit Eintritt in die Tagesordnung referierte Justizrat Dr. garnier -Cassel über wichtige Rechtssragen aus dem Spar- kassenverkehr. Sodann wurde eine Reihe von Anträgen der Kreditgenossenschaften beraten.

Helles Lachen und zwitscherte vergnügt:Tut nichis, Max, Du siehst auch in Zivil schneidig aus." Und sie nahm ihn an den Arm und wirbelte eine Polka mit ihm, was seinem total geknickten Herzen sehr wohl tat.

Als man um drei Uhr morgens in animieriester Stim­mung beim Sekt saß, da fasste der Ungliicksleutnant ver­stohlen der Liebsten Hand, quetschte sic machtvoll und fragte die auskreischende Käte mit leiser, aber sehr zärtlicher Stimme, ob sie seine kleine Frau werden wolle, und zwar so bald wie möglich. Da lächelte Käte ihn holdselig an, blinzelte schmachtend und flötete verliebt:Na ob!"

Und wann feiern wir Verlobung?" fragte er kühner.

Sie neigte das kunstvoll frisierte Haupt, spitzte das kuß­bereite Mäulchen und sagte:Sowie Deine Extra-Uniform aus der chemischen Reinigungsanstalt znrückkommt."

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AlbttmhlrMsr.

Du weißt, ein Lied ans Gottes Hand Durchläutert dich wie Feuerbrand, So lerne, wenn dich MenschN kränken, Daß Gott auch dies dir schickt zu denken.

Das mindert zwar nicht ihr Verschulden, Aber es peinigt dein Erdulden.

Wäge jeden Gedanken auf der Goldwage. Dann sprich ihn erst aus.

Wir sind einzig und allein das, wozu un£ die umgebenden Dinge machen.

Fürchterlicher ist den Bösen ytidjt^, als derer, bie sie hassen, Fern emwrbner schöner Ruhm.

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Die fremde Weisheit wird deinem Kopf zum Toren;

Dir nützt die Weisheit nur, die in dir ward geboren.