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Hanauer H Anzeiger

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«ert^iLhrlich 1,80 W., monatlich 60 Pf», f& «* »artige Wonnenten mit dem betreffenden Pvßauffchl«» Die einzelne Nummer kostet 10 Pf»

Geneml-Anzeiger

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es. WaisenhWsS in Haruru.

Erscheint täglich mit Ausnahme Ler Sann- und Feiertage, mit belletristischer Vellage.

ÄRsntwedL ähbafteittt G. Schrecker « Hrs«

Nr. 120

Fernsprechanschluß Nr. 605

Mttwoch den 23. Mai

Fernsprechanschluß Nr. 605

1906

Amtliches.

£and kreis ßanau. BekMmAWn des KniMeir LankMmts.

An der evangelischen Volksschule zu Langenselbold ist alsbald eine Lehrerstelle zu besetzen.

Das Grundgehalt beträgt 1200 Mft, der Einheitssatz der Alterszulagen 150 Mk. Außerdem wird Dienstwohnung gewährt.

Bewerber wollen ihre Gesuche und Zeugnisse an den Königlichen Schulvorstand zu Langenselbold z. H. des- Königlichen Orts- und Kreisschulinspektors, Herrn Pfarrer Hufnagel daselbst, innerhalb 14 Tagen entreißen.

Hanan den 21. Mai 1906.

Der Vorsitzende des Schulvorstandes.

Der Königliche Landrat.

IV Nr. 3682 v. Beckerath.

Schutzleute im süßen Schlumnier störten, wurde er ungemüt­lich, schimpfte imb skandalierte in ruhestörender Weife und war erst durch Androhung der Verhaftung 31t bewegen, mit seiner transportablen Ruhestätte weiter zu ziehen. Urteil: 1 Woche Haft. Der Schuhmacher Konrad K. von hier soll seinen Gesellen zu spät angemeldet haben. Gegen einen Strafbefehl von 1 Mark erhebt er Einspruch, weil der Geselle nie mehr als 23 Tage hintereinander bei ihm wohnhaft und beschäftigt gewesen sei. Die Verhandlung wird vertagt, um den Gesellen ermitteln und nach Hanau als Zeugen kommen zu lassen. Durch die dadurch entstehenden Kosten kann sich, falls die Sache schief geht, die Mark für den Meister in recht unangenehmer Weise vervielfachen.

In Niederdorfelden ist die Sch wei ne se uch e erloschen.

Die Sperrmaßregeln sind aufgehoben.

* Redaktionell. Des Himmelfahrisfesies Wegen erscheint die nächste Nummer unseres Blattes erst Freitag den 25. Mai zu gewohnter Stunde.

* Landes-Vcrsicherilngsailftalt Heffen-Rassa». Für den Kreis Hanan Stadt stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Alters-, Invaliden- und Kranken-Renten in der Zeit vom 1. Januar 1891 bis Ende März 1906 wie folgt t

Hanau den 21. Mai 1906.

Der Königliche Landrat.

V 3738

J. A. Conrad, Kreissekretär.

Haudelsregister.

Firma Christ. Wilh. Wagner Nachs. in Die Firma ist erloschen.

Hanau den 18. Mai 1906.

Hanau:

11093

Gefundkne und verlorene Gellenständerc.

Gefunden: 1 gelbes Armband mit gelben Steinen.

Z u g e f I o g e n: 1 blaue Brieftaube.

Zugelaufen: 1 Huhn.

Entflogen: 1 Paar blaue Schwalbentauben.

Sieben geblieben: 1 Damenschirm (bei Metzger Graf, Marktpl. 5), 1 weißseidener Sonnenschirm (vor ca. 14 Tagen in der Marienkirche).

Hanau den 23. Mai 1906.

Aragon sind erledigt durch r

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KrankenrenLs

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Nach Abgang durch Tod rc. . bleiben noch zu

Zahlen

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Hus l^anau Stadt und Eand.

Hanau, 23. Mai.

Gerichtssaal.

Sitzung des Schöffengerichts vom 22. Mai 1906,

Ein Bettler hat am Sonntag an der Steinheirner Brücke die Passanten angebettelt und auf die, die nichts gaben, ge- 'chimpft. Da ihm die Bettelei der Haupterwerb ist, werden ihm 6 Wochen Haft zudiktiert, nach deren Verbüßung er ins Arbeitshaus kommt. Weil sie am 19. April ihren Dienst bei Hauptmann K. auf der Pulverfabrik ohne gesetzlichen Grund verlassen hatte, erhielt das Dienstmädchen Marie Borger von hier ein Strafmandat von 9 Mark. Ihr Ein­spruch wird verworfen. Den gleichen negativen Erfolg erzielt ein anderes Dienstmädchen, namens Kunigunde Seifert, die den Dienst bei derselben Herrschaft gleichfalls ohne stichhaltigen Grund verließ und dafür ein Strafmandat erhielt. Der Gelegenheitsarbeiter Wilhelm Kögler läßt seine Kinder durch die Armenkommission unterhalten, ohne zu den Kosten der Unterhaltung in der Regel etwas beizu­tragen. Seinen Verdienst, falls er mal Lust zum Arbeiten hat, setzt er gewöhnlich in Alkohol um. Gegen eine ihm durch Strafverfügung dieserhalb auferlegte sechswöchige Haft- Orafe hat er Einspruch erhoben, doch ohne Erfolg. ' Der Fahrbursche August Wittig war beim Wasenmeister in Bruch- köbel^als Knecht tätig. Am 19. April sollte er im Auftrage der Sammelwaseumeisterei einen altersschwachen Hund bei einer Hanauer Einwohnerin abholen. Von Mitleid erfüllt für das arme, dem Tode geweihte Tier beschloß er unter­wegs, den Lebensretter zu spielen und verband als praktischer Mann hierbei das Nützliche mit dem Angenehmen, indem er den Hund einem Liebhaber für 5 Mark verkaufte. In

einer Wirtschaft belohnte er sich dann in gebührendem Maße selbst für seine gute Tät. Seinem Auftraggeber sagte er, der Hund sei ihm entlaufen. Durch den Verkauf hat er sich der Unterschlagung schuldig gemacht und erhält nun statt der Rettungsmedaille drei Tage Gefängnis. Der Metzger M.

Rettungsmedaille drei Tage Gefangn! von Eichen hat Kartvffelniehl in die

und muß dafür 30 Mark Strafe zahlen. Seine Mutter, die die Wurst auf dem hiesigen Wochenmarkt verkaufte, wird mit 40 Mark bestraft, weil sie einschlägig schon vorbestraft ist. In der Nacht des 30. April legte sich der Gärtner Beyer von hier in der Nürnbergerstraße auf seinem Hand- wageu lang hin, um seinen Rausch anszuschlafen. AIs ihn 2

, Bon der Landes-Vnfichcrungsanßalt Hessen-Naffmr, deren Bezirk die Regierungsbezirke Cassel und Wiesbaden, sowie das Fürstentum Waldeck uwfaBt, sind seit dem 1. Januar 1891 überhaupt bewilligt:

9359 Altersrenten im Gesamt-Jahresbetrage von 1,296,935. M. 30888 Invalidenrenten , , 4,483,032.60 ,

2289 Krankenrenten , 363,277.40

42536 Kenten mit einem Gesamt-Jahresbetrage von 6,143,245. M.

Hiervon sind nach Derücksichtiaung der durch Tod rc. erfolgten Abgänge Ende März 1906 noch zu zahlen.

2835 Mersreuten im Vesamt-Jahresheiraze von 424,479.30 M. 16836 Invalidenrenten , , , , 2,509,695.80 ,

995 Krankenrenieu , 159.330.60

20666 Renten mit einem Gesamt-Jahresbetrage von 3,093,505.70 M.

Der von dem Reiche zu leistende Zuschuß beträgt 1,033.300, Mithin bleiben Ende März 1906 ans Mitteln der Landes-Versicherungsanstalt Hessen-Nassau an Renten zu zahlen jährlich . . . ........ 2,060 205 70 M.

* Personaliett. Gerichtsassessor Friedrich Wagner aus Hanau ist, wie wir ans einer amtlichen Bekanntgabe ersehen, vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz endgültig zum besoldeten Beigeordneten der Bürgermeisterei Neunkirchen (Bez. Trier) ernannt ivorden.

* Obepsandmeffäp. Die bisherigen Landmesser Kul l- mann in Witzenhausen und Kummer in Cassel sind zu Königlichen Oberlandmessern ernannt worden.

* Landwirtschaftlicher Kreisverein Hanau. Die am Samstag nadjmittag abgehaltene Versammlung des landwirtschaftlichen Kreisvereins verlief wiederum in hohem Maße anregend und interessant für alle Teilnehmer. Unter Geschäftlichen Mitteilungen" wurden über die Haft- p f l i ch t - V e r s i ch c r n n g s a n st a I t der hessen-nassauischen landwirtschaftlichen Berufsgcnossenschast einige bemerkenswerte Angaben gemacht. Nach dem Stande vom 1. Januar 1906 betrug in der Sektion Hanau-Land die Zahl der Ver­sicherungsnehmer 295, die Flächengröße der Betriebe dieser Versicherungsnehmer 2131 ha 58 ar. Der Herr Vorsitzende benutzte diese Gelegenheit, auf die junge Hafipslicht-Ver- sichrungsanstalt aufmerksam zu machen, die sich in einer ge­deihlichen Entwickelung befindet. Zweifellos wirb die Ent­wickelung um so günstiger fein, je größer die Zahl der Mitglieder sein wird. W a n d e r i> e r s a m m I u n g e n sollen im Laufe deS Sommers stattfinden, in Bruchköbel, Eichen, Marköbel, Niederdorfelden, Niederrodenbach, Roß­dorf, Rüdigheim und .Wachenbuchen. . Die mit so großem Anklänge anfgenommenen Güterbereisungen sollen auch in diesem Jahre wieder,vorgenommen werden. Die erste Bereisung zur Besichtigung kleinerer, mittlerer und größerer Güter findet am Sonntag den 10. Juni statt, be­ginnt in Hochstadt und nimmt ihren Fortgang in Bischofs­heim und Mainkur, endend in Fechenheim. Ende August oder Anfang September soll auch der Obstbananstalt

Geisenheim ein Besuch abgestattet werden. An bet Bezirkstierschau in Schlüchtern, die am 14. Juli b. J. staitsindet, wird sich auch der Kreis Hanau beteiligen. Zur Vor­prüfung der Tiere für die Ausstellung wurde eine Kommission gewählt, die aus den Herren Kreistierarzt W i t t l i n g e r, Gutsbesitzer Wilh. Koch - Bruderdiebacherhof, Gutspächter Kimmel- Rüdigheimerhof und Ferd. Schwa r z - Baiers­röderhof besteht. Um den Besuch der Bezirkstierschau in Schlüchtern den kleinen Landwirten zu erleichtern, stellte der Landwirtschafiliche Kreisverein einen Beitrag für bieten Zweck aus Vereiusmitteln zur Verfügung. Ein akinelles Thema berührte sodann, der Sekretär ,ber Landwirt­schaftskammer Herr Dr. Stachln mit seinem Referate Welche Maßnahmen können die Wiederkehr einer Fleischteuerung, wie sie im Jahre 1905 stattfand, ver­hindern?" Auf Grund eines reichen Materials verbreitete sich der Referent ebenso eingehend wie sachlich und anziehend über diese Frage. Er hatte die Genugtuung, daß sich noch eine lebhafte Debatte an seine Darlegungen auschloß und das Für nnd Wider gründlich behandelt wurde. Nach Auf­nahme neuer Mitglieder war die reichhaltige Tagesordnung erschöpft. Der Herr Vorsitzende widmete zum Schlüsse noch dem scheidenden Dereinswirie Herrn Becker, der sich durch ein stets liebenswürdiges Entgegenkommen den Wünschen seiner Gäste gegenüber hervorgetan, einige herrliche Abschiedsworte, die der Gastwirt dankend erraiberte.

* Gendarmerie - Brigade. 'Dem Oberst Titze, Brigad. der 11. Gendarmerie - Brigade, wurde unter Verleihung des Charakters als Generalmajor der Abschied bewilligt.

* Jnbilärtm. Sein 25jähriges Geschäftsjubiläum feiert heute der Feinmechaniker Jakob Michel bei der Firma Karl

* Nern; Berurteiiung Sillers. Gestern üa-ie^ sich der durch den Neberfall auf

den Kriminalschutzmann Trott

bekannte Bierbrauer Siller rvieder einmal wegen eines Ein­bruchsdiebstahls zu verantworten, und zwar diesmal in Schweinfurt. Er brach dort in der Nacht zum 29.

Januar beim Kaufmann Johann Barth ein

und entwendete

dabei mit einem Diebesgenofseu Karl Huber aus Trippstadt eine Menge Kolonialwaren, Flaschenweine, Zigarren, Bar-

gelb, ein Paar Stiefel und einen Revolver.

Die Schwein

Die heutige Stummer umfaßt außer dem UnterhaltungsvLatt 14 Seiten

futter Strafkammer erkannte unter Einrechnung der noch zu verbüßenden Strafen auf acht Jahre Zuchthaus und außer­dem auf 10 Jahre Ehrverlust. Sein Genosse Huber erhielt insgesamt 2^2 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Wenn das so fortgeht, dürfte Siller der Totschlagsversuch nicht mehr sehr teuer zu stehen kommen, da bekanntlich 15 Jahre nicht überschritten werden können.

* Kurort Wilhelmsbad. Morgen früh von 7 Uhr ab findet zu Wilhelmsbad Früh-Konzert und nachmittags von 4 Uhr ab Großes Militär- Konzert der Kapelle des Inf.-Regts. Hessen- Homburg Nr. 166 statt.

* Der Ochse im Zigarrenladen. Ein seltsamer Kunde erschien heute morgen in einem Zigarrenladen am Kanaltor nämlich ein Ochse. Der gehörnte Besucher war einem Transport nach dem Westhahnhof entwichen und vor dem Halloh der Verfolger in den Zigarrenladen retiriert. Nach einigen kräftigenMuhs" und unter den ermunternden Puffen seiner Besitzer zog der vierbeinige Kunde wieder von dannen. Im Laden hatte er lediglich ein kleines Andenken zurückgelassen.

* Neues im Frankfurter Zoologische» Garte». Aus dem kürzlich aufgelösten Stuttgarter Tiergarten hat der hiesige Zoologische Garten eine Seltenheit erhalten, die den meisten Tierfreunden und selbst Fachleuten nur aus Ab­bildungen oder ausgestopften Exemplaren bekannt sein dürfte innen H i r sch e b e r oder B a b i r u s a von Celebes. Es ist ein erwachsenes Männchen, das die ganz eigenartig gebildeten Eckzähne, denen das Tier seinen Sternen verdankt, gut ent­wickelt zeigt. Wie die unteren sind nämlich auch die oberen Eckzähne nach oben gewachsen: sie durchbohren die Haut des Gesichts und krummen sich im Halbkreis nach oben und hinten, so daß ihre Enden die Stirn berühren, auf diese Weise einen höchst sonderbaren Hörnerschmuck bildend. In seiner übrigen Erscheinung erinnert dieses recht saubere und zierliche Schwein durch die schlanke Gestalt, den gestreckten Kopf und die hohen Beine etwas an einen Tapier. Das seltene Tier ist Eigentum des Königlichen Naturalienkabinets in Stuttgart und wurde beut hiesigen Garten auf Lebens­zeit in Pflege gegeben. Ein vor "kurzem hier geborenes Dromedar, das recht gut,gedeiht, darf sich bei schönem Wetter bereits mit seiner Mutter im Freien tummeln ; es ist ein putziges, nettes Dingelchen, das den Besuchern viel Freude bereitet. Reichen Zuwachs an europäischen und ausländischen Arten erhielt in letzter Zeit die Rep t ilien-