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Hanauer H Anzeiger

Vez»sSpeei«,

Dierteijihriich 1,80 $?L monatlich 60 W« Mr $* Nâriig« Wonvnltril mit hem fcetretitnbeti PoKauychè^,

Die aajdae Nummer lostet 10 W^

WiMtfbnur imb Berlaq der Buchdrucker« 5*1 «â es. WmlenhaufeS in Haoau.

General-Anzeiger

Kwllilhes Organ für Stob und Landkreis Kanan.

Ericheini täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Cs» MfgespaN«« Pattzeste oder deren «am» IS P^ e 8Ußaa«iitel die Zriie 36 ^

BercttimorfL Siedalteurr S. Schrecker i» Hem«»

Nr. 46

Kernsprechanschltch Nr. CO5.

Freitag den 23. Februar

^ernsprcchanschluh Nr. 605»

1906

Amtliches.

Im Namen des Königs.

In der Strafsache gegen

1. den Tagelöhner Heinrich Mehrling in Ostheim, ge­boren am 28. September 1885 daselbst,

2. PP.

S. den Tagelöhner Heinrich Jost II» in Ostheim, ge­boren am 9. Februar 1852 daselbst

wegen öffentlicher Beleidigung hat das Königliche Schöffen­gericht zu Windecktn in der Sitzung vom 26, Oktober 1905, in welcher Teil genommen haben:

Amtsrichter Fischer als Vorsitzender,

Landwirt Heinrich Lehr V. in Roßdorf, Landwirt Karl Hugo Rauch in Oberdorfelden, als Schöffen, Amtsanwalt Engler als Beamter der Staatsanwaltschaft, Sekretär Jacobi als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt:

Die Angeklagten werden wegen öffentlicher Beleidigung ein jeder zu einer Gefängnisstrafe von 8 acht Tagen und in die Kosten des Verfahrens verurteilt.

Zugleich wird der Königlichen Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. die Befugnis zugesprochen, die Ver­urteilung auf Kosten der Schuldigen binnen drei Wochen nach Rechtskraft des Urteils imHanauer Anzeiger" zu

veröffentlichen.

gez. Fischer.

Ausgefertigt

Windecken den (L.S.)

21. Februar 1906.

Jacobi, Sekretär,

3992

Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

LaMiMMilßer QreiSimii Hmi.

Die nächste Versammlung findet Samstag den 24» d. Mts., nachmittags 2*» Uhr, im Gasthaus ,zum goldenen Löwen" hier statt.

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Bezug von Saatkanoffeln.

3. Bericht des Gutspächters Herrn Wittmer-Dottenfelderhof über die letzte Vollversammlung der Landwirtschasts- kammer zu Cassel.

4. Berichterstattung über die Auswahl der Hengste für die Deckstation Wilhelmsbad.

5. Wahl der Rechnungsprüfer.

6. Wahl der Delegierten für die Generalversammlung des

Kleines Feuilleton.

Kunst und Heben.

* Wohltätigkeits - Konzert des Gesangvereins Sângerlnst" - Langcnselbolv. Langenselbol d, 22. Febr. Das am vorigen Sonntag auf Gasches Felsenkeller abgehaltene Konzert hatte sich eines überaus zahlreichen Be­suchs aus allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung und der Umgegend zu erfreuen, sodaß der große Saal völlig ausver- kauft war. Damit ist der Beweis geliefert, daß ein wirklich ge­diegenes Konzert auch gut besucht wird und die Zahl derer, die gute Musik wohl zu schätzen wissen, in Langenselbold durchaus keine geringe ist. Es kann dies nur mit großer Genugtuung konstatiert werden. Das Konzert war zugleich eine Gedächtnisfeier zur Erinnerung an die 150. Wiederkehr von Mozarts Geburtstag, unb so wirs denn die Vortrags­ordnung 9 Nummern aus Werken des unsterblichen Meisters aus. Was dem Konzert eine besondere Anziehungskraft ver­lieh, war die Mitwirkung der beiden Hanauer Künstler Frl. Fri t s ch mid Herrn W a ßmu t h, die sich beide in dankenswerter Weise in den Dienst der guten Sache stellten. Die Singweise von Frl. Fritsch ist die einer ganz in die Werke sich vertiefenden Künstlerin, die nachschaffend den Intentionen der Tondichter gerecht zu werden sich bemiiht. Die Stimme ist von sympatischem Klang, leicht spricht jeder Ton an, und spielend werden die technischen Scknvierigkeiten überwunden. Unter den von ihr vorgetragenen Mozart­liedern gefiel besonders das an die Darstellungskunst hohe Anforderungen stellendeVeilchen", und in der 2. Abteilung daS niederrheinische VolksliedDort in den Waiden" unb vor allem das köstlich-humorvolleDer Bauer und die Tauben". Der lebhafte Beisall war wohl verdient. Ueber Meister Waßmuth könnten wir uns eigentlich alle Worte sparen, ist er doch weit über die Grenzen seiner Vaterstadt hinaus als feinfühliger und stimmengewaltiger Künstler be­kannt. Nicht nur in den Sololiedern, sondern auch in den Duetten hatten wir reichlich Gelegenheit, die woblgefcöulte.

Vereins-Ausschusses der Landwirtschafskammer im Jahre 1906.

7. Mitgliederaufnahme.

8. Sonstige Mitteilungen.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekannt­machung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Ge­meinden in ortsüblicher Weise bekannt machen.

Hanau den 16. Februar 1906.

Der Vorsitzende v. Beckerath, Königlicher Landrat

Hus Hanau Stadt und fand.

Hana«, 23. Februar.

Dessevtlije Atzung her tohM&nte^

vom 22. Februar 1906.

Anwesend waren die Herren: Vorsteher Kommerzienrat Camhal, Aukamm, Baader, Beyer, Bernges, Bonn, Daßbach, Holm, Hansen, Hock, Hoch, Dr. Heraeus, Jost jr., Kreuter, Kehl, Müller, Ohl, Peteler, Schroeter, Salomon, Schwabe, Spatz, Steinheuer, Siübinq, Uth, Voltz, Dr. Wagner, Dr. Wenke und Wohlfarth; vom Magistrat: die Herren Ober­bürgermeister Dr. Gebeschus, Erster Beigeordneter Bode.

Der Herr Vorsitzende teilt mit, daß eine Einladung des Kriegervereins tingegangen sei zur Teilnahme an der nächsten Montag in der Turnhalle stattfindenden Feier aus Anlaß der Silberhochzeit des Kaiserpaares.

Weiter liegt ein Antrag Dr. Wenke u. Gen. vor, im Falle der Ablehnung des Magistratsantrages, die Stiftung der Brüder Heraeus zur Verminderung der Säuglingssterb- H$$K<$^ Mitteln um JO 000 Mk. zu verstärken, zur Erinnerung an die Silberhochzeit des Kaiserpaares ein Kapital von 30 000 Mk. zu stiften, aus welchem bedürftigen Hanauer Kriegsveteranen und deren Hinterbliebenen ein Ehrensold zu gewähren sei. Der Antrag wird später (Freitag) zur Beratung gelangen.

Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus nimmt Bezug auf die in der letzten Stadtverordneten-Sitzung gegebenen Erklärungen, wonach der Magistrat in Erwägungen ein* getreten sei über die eventuelle Rückbildung der Oberreal- jchule in eine Realschule. Diese Erwägungen hätten dazu geführt, daß der Magistrat beschlossen habe, von einer Rück- bildrmg abzusehen, und zwar sei der Beschluß gefaßt worden, noch ehe die Petition Vorgelegen habe. Er richte nunmehr an die Bürgerschaft den Appell, die Anstalt entsprechend zu unterstützen. Eingehend auf die ebenfalls in einer früheren Sitzung gemachten Einwände des Stadtv. Justizrats Uth,

irmfangreiche und sympathische Stimme zu bewundern. Frl. Fritsch und Herr Waßmuth haben sich gleich bei ihrem ersten Auftreten die Herzen der Langenselbolder im Sturm ge­wonnen. Einer freundlichen Aufnahme hatten sich auch die von den Damen Reich und K ö st e r und den Herren Lamm und Gottlieb vorgetragenen Mendelsohnschen Duette zu erfreuen. Recht wacker hielt sich auch das Orchester. Die Begleitung der Lieder lag in den Händen von Frau Johanna B e r'g, die sich ihrer Aufgabe in gewandter, sicherer und feinfühliger Weise erledigte. Die Chöre wurden mit Prä­zision und liebevollem Eingehen auf die Absichten der Kom­ponisten vorgetragen und mit verdientem Beifall ausgenom­men. Als Schlager ersten Ranges erwies sich das von Fritz Böhm für Männerchor bearbeiteteGestörte Ständchen" von Mozart, in dem Herr Waßmuth in meisterhafter Weise die Solopartie sang. Es mußte auf stürniisches Verlangen wiederholt werden. DieSängerlust" und ihr rühriger Dirigent Herr C. Berg dürfen sich des anregenden und durch mannigfaltige reine Genüsse allgemein fesselnden Abends mit Recht freuen, und der Verein, der immer da zu finden ist, wo es sich um die Pflege idealer Güter handelt, darf ge­wiß sein, daß seine ferneren Konzerte auf lebhaftes Interesse zu rechnen haben.

Ueber den Grafen Wilhelm Bylandt-Rfteyvt, der, wie wir meldeten, als Nachfolger des Intendanten deS Casteler Hoitheaters, Baron von und zu Gilsa, in Aussicht genommen ist, wird demB. T." geschrieben:Die Nach­richt, daß zum Nachfolger des Barons von und zu Gilsa als Intendant deS Hostheaters in Cassel der Graf Bylandt bestimmt ist, ist im Interesse dieses Instituts wie der dra­matischen Kunst überhaupt mit Freude zu begrüßen. Graf Wilhelm Karl v. Bylandt, Baron zu Rheydt, der im besten Mannesalter von 46 Jahren steht, war längere Zeit Flügel- adjutant des verstorbenen Großherzogs von Sachsen-Weimar und hatte in dieser Stellung schon vielfach Gelegenheit, sich mit theatralisch«! Dingen zu beschäftigen, denen er großes Interesse und Verständnis entgegenbrachte, sodaß man in Weimar in ihm schon den Intendanten deS dortigen Hof- theaters zu erblicken glaubte. In den letzten Lebensjahren deck alten Großherzogs, der den feingebildeten Grafen sehr

daß die städttscht Verwaltung im Verhältnis zu derjenigen Fulda's zu hohe Summen erfordere, führte Herr Oberbürger, meister Dr. Gebeschus aus, er habe sich den Etat der Stad' Fulda verschafft und entsprechende Vergleiche gemacht. An Gehältern zahle Hanau allerdings bedeutend mehr als Fulda. Doch habe auch Fulda z. B. keinen Stadtarzt, keinen Stadt- schulinsprktor und Assessor, keine städtische Polizeiverwaltung und dergleichen mehr. Obwohl, wie man ebenfalls anführte, die Lebensverbältniffe Fulda's denen Hanau's gleich seien, habe man doch in Fulda niedrigere Lebrergehälter. Die Beamtengehälter in Hanau seien ebenfalls höher als in Fulda. Die Armenvrrwaltung er'ordere in Fulda 19 000 Mk., iu Hanau 61 000 Mk. Gegenüber dem Einwand, daß der Zuschuß der Stadt zu der Oberrealschule ein außerordentlich hoher sei, habe er sich Material aus verschiedenen Städten wie Marburg, Mühlhausen u. a. verschafft. Eingehend legt Redner die einschlägigen vergleichenden Ziffern vor und schließt, daß er annehme, mit diesen vergleichenden Dar­legungen den Glauben zerstört zu haben, daß unsere Schule einen außerordentlich hohen Zuschuß erfordere.

Stadtv. Justizrat Uth entgegnet, er werde im einzelnen noch auf die Darlegungen zurückkommen. Er sei eben der Meinung, daß wir zu viel Stellen besetzt hätten. Wenn z. B. Fulda 2, Hanau 4 Feldhüter und einen pensionierten Feldhüter aufweisen könnten, sei er der Ueberzeugung, daß Fulda einen, Hanau 4 Feldhüter zu viel hätten.

Nunmehr wird in die Beratung der vorliegenden Tages­ordnung eingetrelen. Der Vorlage betr. Verstärkung des Hochwasserdammes auf dem Deines'schen SnmbftM in der Vorstadt wird zugestimmt. Es folgen

Etatsberatungen,

anfangend mit den Positionen 38 und 39 des Etats für die Mädchen-Mittelschule. Der Referent Stadtv. Dr. Wenke führt aus, daß bei der Beratung des Mittelschuletats der Antrag gestellt worden sei, die beiden «-forderlichen Stellen mit Lehrerinnen zu besetzen. Die Finanzkommission beantragt Ablehnung dieses Antrags, der aus schultechnischen Gründen nicht empfehlenswert sei. Stadtv. Schwabe bittet, die Sache noch einmal an die Finanzkommission zurückzuverweisen, da er dort neue Motivierungen geben werde. Stadtv. Hoch ist in diesem Falle gegen die Zurückverweisung. In der Finanzkommission habe sich ergeben, daß die wie angenommen sachverständigen Ausführungen des Herrn Schwabe vollständig unsachverständiq waren. Aus falsch verstandenen Zahlen heraus habe Herr Schwabe falsche Schlüsse gezogen. Jetzt habe Herr Schwabe neue Entdeckungen gemacht und bean­trage, daß man sich zum dritten Male damit beschäftige. Das geht zu weit. Er sei für Ablehnung des Antrages Schwabe. Nach weiteren Bemerkungen der Herren Ober­

schätzte, war dieser sein ständiger Begleiter, namentlich auf den vielfachen Bade- und Erholungsreisen, und sorgte mir unermüdlicher Treue und Hingebung für das Wohl seines von ihm hochverehrten Herrn. Es erregte daher in Weimar, wo Stas Bylandt allgemein bekannt war, große lieber» raschung und Enttäuschung, als nach dem Tode' seines alten Gönners Graf Bylandt nicht, wie man allgemein ange­nommen hatte, in anderer Stellung an den' dortigen Hof gefesselt wurde. Unvermählt und dem Frontdienst seit Jahren entfrembet, trat Graf Bylandt nicht in sein Regiment (Rheinisches Kürrassierregiment Graf Geßler), beffen Chef der alte Großherzog war, und dem Graf Bylandt als Rittmeister angehört, zurück, sondern ließ sich zu dauerndem Aufenthalt in Wiesbaden nieder, wo ihm eine an den dortigen Polizei­präsidenten D. Schenck verheiratete Schwester lebt. Hier fand er Muße und die günstigste Gelegenheit, sich eingehend mit dem Studium der Organisation und Verwaltung des dortigen Hoftheaters unter dessen Intendanten v. Hülsen und später v. Mutzenbecher zu beschäftigen und sich auf die leitende Stellung eines solchen Instituts vorzubereiten."

HnmoriSilch»«.

Die Männer im Vorteile. Gattin:Die Männer sind beim Heiraten immer bester daran, als die Frauen." Gatte:Na, wieio denn?" Gattin:Die kriegen doch immer die bessere Hälfte!"

Mit Vergnügen. Dem Bürgermeister einer Stadt war seine Frau gestorben, und er wünschte, daß die Beerdigungs­kosten aus der Stadtkaste bestritten würden. Einer dèr Bei­geordneten trat dem entgegen, und sagte:Im Ernste, Herr Bürgermeister, können Sie das doch unmöglich verlangen. Sie selbst würden wir mit dem größten Vergnügen begraben, aber auf Ihre Frau Gemahlin kann sich das doch unmöglich aus dehnen."

Boshaft. Frau:Ich sage Ihnen, man soll stets vor­sichtig fein; wenn ich mit meinem Manne zanke, schicke ich immer die Kinder hinaus." Nachbarin:Das ist aller- dings sehr vorsichtig, aber es ist doch nicht gut für die Kinder, wenn sie den ganzen Tag auf der Straße herum- laufen müssen.