Erstes Blâ
LiurücknugSgrbühr»
vez«g»pretSr
Vierteljährlich 1,80 Mk., monatlich 60 Mg., wc m* sättige Abonnenten mit dem betretenden Postaufjchtaz.
Die einzelne Nummer kostet 10 Psg.
Notationèdruck und Berlaq der Buchdruckerei des Bettin, e». WailenhaujeS m Hanau.
Gencwl-Anzciger
Avtliihts Ckgün für StaM- sei Janiktris 5awi
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Die pnfgefpaltm Petttzeil« oder deren Raum 15 ^ im Siâsmiteü bit Zeile 35 Pf^
Berantwortl. Redakteur! 6. Schrecker in Hanau
9?k. 19 Uermsprechanschlutz Nr. 605.
Dienstag den 23. Januar
^rrnsprechanschlusr Nr. 605.
1906
Amtliches.
Candkreis Ran au. MMmslAUen des.Amirlichen LMhrrrtßMts.
F e st g e st el lt: die Rotlaufseuche in Berkersheim, Landkreis Frankfurt a. M.
Hanan den 22. Januar 1906. V 463
.Handelsregister.
Firma Carl Sauer-Döring in Hanau: Das Handelsgeschäft ist auf den Kaufmann Berthold S i n a p i u s in Hanau übergegangen, welcher es unter unveränderter Firma als Einzelkaufmann fortführt.
Hanau den 16. Januar 1906.
Königliches Amtsgericht 5. 1702
Aufgebot.
Der Landwirt Andreas Brosch in Hochstadt hat das Aufgebot des Hypothekenbriefs über die folgende auf dem Grundvermögen des Schreiners Milbelm Böttcher und dessen Ehefrau Katharina geborene Mscher in Dörnigheim im Grundbuch von Dörnigheim Band 24 Blatt 1220 Abt. III Nr. 1 eingetragene Post:
„400 Mark Nest von 685,72 Mark Darlehn, verzinslich mit 4' /r °/o auf Grund der Schuldurkunde vom 22. Mä>z 1880. Abgcirctcn mit Zinsen am 17. August 1887 an die Spar- und Leihkasse, eingetragene Genossenschaft in Niederdorfelden," welche Post im Grundbuch von Dörnigheim Band X Art. 565 Abt. III Nr. 2 für die Witwe des Caspar Emmel, Marie Elisabeth geb. Schmidt in Hochstadt und als mit Zinsen seit 30. Januar 1884 an die Firma Seiffert u. Burkhardt in Hanau abgetreten, eingetragen ist, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf
den 3. Mai 1906, vormittags 10 Nhr, »or dem unterzeichneten Gericht, Marktplatz 18, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.
Hanau den 20. Januar 1906.
Königliches Amtsgericht 5. 1701
Im Jahre 1906 finden an der Königs. Lehranstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau zu Geisenheim a. Rh. folgende Anterrichtskurse statt:
1. Ocffentlicher Reblauskursus vom 22. bis 24. Februar 1906.
2. Obsibankursus in der Zeit vom 22. Februar bis 14. März 1906.
3. Baumwärterkursus in der Zeit vom 22. Februar bis 14. März.
5; Laumwärter- } Nachkursus vom 6. bis 11. August 1906.
6. Obstverwertungskursus für Männer vom 13. bis 25. August 1906.
7. Obstverwertungskursus für Frauen vom 27. August bis 1. Sept. 1906.
8. Hefekursus in der Zeit vom 5. bis 17. November 1906.
9. Analysenkursus hiebet Zeit vom 19. November bis 1. Dezember 1906.
Das Nnterrichtshonorar beträgt:
für Kursus 2: für Preußen — 20 Mk., für Nichtpreußen (auch Lehrer) 30 Mk. Preußische Lehrer sind frei. Personen, die lediglich am Nachkursus (Nr. 4) teilnehmen, zahlen 8 Mk., Nichtpreußen 12 Mk.
für Kursus 3: Preußen sind frei, Nichtpreußen zahlen 10 Mk.., wenn sie nur am Nachkursus (Nr. 5) teilnehmen 5 Mk.
für Kursus 6 und 7: für Preußen 6 Mk., für Nichtpreußen 9 Mk.
für Kursus 8 und 9; für Preußen 20 Mk., für Nicht- prcußcn 25 Mk. Außerdem für Reagentien 20 Mk., für Bedienung 1 Mk.
Kursus 1 ist frei.
Anmeldungen sind zu richten bezüglich der Kurse 2 bis 7 an die Dircklion, bezüglich des Kursus 8 an den Vorstand der pffanzcnphysiologischcn Versuchsstation und bezügl. des Kursus 9 an den Vorstand der önochemischen Versuchs
station. Wegen Zulassung zum Reblauskursus wende man sich an den zuständigen Herrn Obervrâsidenten.
Geisenheim den 28. Dezember 1905.
Der D irektor.
Prof. ! r. W 0 r t m a n n. V 392
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 silberne Herrenuhr mit Kette, 1 Portemonnaie mit 10 Pfg. und einem Kinder-Fingerhut, 1 Paar neue Glacehandschuhe lArmglaeähandschuhe).
Verloren: 1 goldner Ohrring, 1 Portemonnaie mit 4,97 Mk., 1 desgl. mit 4 Mk. und einigen Pfennigen, 1 goldner Trauring (gez. A. K. 11. 11. 1899).
Zugelaufen: 1 brauner gesprenkelter Jagdhund w. Geschlecht.
Hanau den 23. Januar 1906.
Hus Mn au Stadt und Hand.
Hana«, 23. Januar.
* Vlbelsiimde. Heute abend 8'/, Uhr findet Bibel- stunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.
* Alvevvevein. In den mit alpinen Bildern und Emblemen festlich geschmückten und mit Taunengrün geschmackvoll dekorierten Räumen der Turngemeinde hat die diesige Sektion am vergangenen Samstag ihr „Winterfest" ab- gedalten. Wie immer hatte sich dasselbe eines äußerst zahlreichen Besuches zu erfreuen, sodaß das gemeinsame Abendessen 5 lange Tischreihen erforderte, um allen Teilnehmern Platz zu gewähren. Nachdem der Vorsitzende die Verdienste des Alpenvereins sowohl um die Erschließung der herrlichen Alpengebiete, wie auf dem Gebiete des geselligen Lebens in warmen Worten hervorgedoben und die Mitglieder und Gäste herzlichst begrüßt hatte, entwickelte sich sehr bald unter dem Einfluß anregender Musikvorträge der Jnfanteriekapelle sowie der prächtigen gesanglichen Daibietungen des Herrn Adolf Müller von Frankfurt eine recht lebhafte Stimmung an der Festtafel. Eine Serie schöner Lichtbilder, welche die interessantesten Punkte der Gottbardroute vor Augen führte, gewährte in den Pausen angenehme Abwechslung und die in gebundener Rede den Damen dargebrachte Huldigung sowie ein launiger Toast auf die Mitwirkenden, insbesondere den gefeierten Gast des Abends Herrn Adolf Müller, fanden begeisterte Aufnahme. Während nach Aufhebung der Tafel der Saal für die Tanzlustigen hergerichtet wurde, verfügten sich die Teilnehmer in das obere Sälchen, woselbst ein Karousscl Ausstellung gefunden hatte. Dasselbe war eigentlich als Belustigung für die Jugend bestimmt, wurde aber sehr bald auch von den älteren Damen und Herren als willkommene Unterhaltung stark in Anspruch genommen. Ebenso fand das Preiskegeln für Damen rege Beteiligung und gab zu manchem köstlichen Intermezzo Veranlassung. Als dann das Zeichen zum Beginn des Tanzes gegeben wurde, reihte sich bald Paar an Paar zu einer stattlichen Polonaise und es war in der Folge nicht die tanzfrohe Jugend allein, welche sich mit Eifer und Anmut dem Tanz auf dem Parkett des Saales hingab. Große Heiterkeit erregte im Lanie des Abends noch der unter Vorantritt der Musik bewerkstelligte Einzug der Siegerinnen bei dem Preiskegeln mit ihren wohlerrungenen ansehnlichen Preisen, bei bereit Beschaffung die praklische Verwertbarkeit im Haushalt maßgebend gewesen ist. Auch dieses Fest des Alpenvereins darf als ein in allen Teilen wohl- gelungenes bezeichnet und als ein neuer Beweis angesehen werden, daß die Sektion ihren Aufgaben nicht nur auf dem Gebiet der Touristik sondern auch auf dem der Geselligkeit in vollem Maße gerecht wird.
* Meisterwerke der antiken Kunst. Der zweite Vortrag des Herrn Dr. Quill in g über.vorstehendes Thema findet heute abend präzis 8'/, Uhr statt.
* Sehenswert. Im Schaufenster der Kunsthandlung Schnurstraße 15 sind gegenwärtig die Büsten Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm II. und Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta Viktoria in Lebensgroße nebst künstlerischer Dekoraiion ausgestellt, worauf wir besonders Hinweisen.
♦ Ein Erlast, durch den das Studium der Medizin den Abiturienten der Oberrealschulen im ganzen Deutschen Reiche freigegeben wird, steht nach der „Leipziger Ztg." in allernächster Zeit bevor, und zwar ungeachtet des Widerstandes der diesem Schritte von Sachsen und Bayern im Bundesrate entgegengesetzt worden ist.
* Elektrische Zügbcleuchtung. Seit einigen Tagen werden die Schnellzüge Berlin-Frankfurt-Wiesbaden, die Durchgangswagen erster und zweiter Klasse mit elektrischer Beleuchtung führen. bis aus weiteres von einem technisch
ausgebildeten Eisenbahnbediensteten begleitet, um festzustellen, welche Stromstärke bei vollständiger Beleuchtung für die ganze Strecke erforderlich ist.
* Kälte. Nach endlosem Regenwetter und trübseligen Nebel tagen besinnt sich der Januar, wenn auch erst in seinem letzten Drittel, nun doch noch auf seine eigentliche Bestimmung al? Kältemonat und Hort der Wintervergnügungen. Gestern mittag sprang der regenbringende Südwest plötzlich nach Nordost herum und brachte eine ziemlich scharfe Kälte, die die Pfützen und kleineren Gewässer im Nu mit einer Eisdecke überwog. Das jetzige klare Winterwetter läßt auf die baldige Wiederherstellung der Schlittschuhbahnen hoffen, die das letzte Mal nur von kurzer Dauer waren.
* Mozart-Abend in der Centralhalle. Für den nächsten Montagabend in der Centralhalle vom Lehrpersonal der Musik-Akademie vorbereiteten Mozart-Abend ist ein Programm ausgestellt, welches voraussichtlich einen großen Anklang finden wird. Es sind folgende Nummern vorgesehen: Vortrag über Mozart mit musikalischen Illustrationen. (Die ersten Kompositionsversuche deS fünfjährigen Kindes; eine der ersten Klaviersonaten, im 7. Lebensjahre geschrieben; etwas ans Mozarts Jugendoper „Bastien und Bastienne", in Wien im 12. Jahre komponiert. — Hierauf folgen Kompositionen aus Mozarts 14.—18. Lebensjahre: eine Koloraturarie in italienischen Stil, ein4händiger Sonatensatz und eine Komposition für Violine und Klavier. — Von Werken aus den Meisterjahren Mozarts kommen zum Vortrag: die berühmte e-moll-Fantasie für Klavier, verschiedene Soli und Duette aus den Meisteropem (Figaro, Don Juan, Zauberflöte) und da? große x-woll-Quartett für Violine, Viola, Cello und Klavier, von welchem Werke Mozart selbst sagt, daß es das Beste sei, was er geschrieben. — Eintrittskarten für diese interessante Mozartfeier sind in den beiden hicsiaen Hofbuchhandlungen zu haben (res. Platz M. 2.50, Saalplatz M. 2.—).
* Stadètheater. Benefiz Nv gri n. Ein kiinstlerisch interessanter Theaterabend steht uns morgen bevor. Frau Antonie Hauser-Graf vom Deutschen Theater in München und Frl. Alice Raathen vom Schillertheater in Zürich werden bei dem Ehrenabend unseres beliebten Konversationsliebhabers Herrn Fritz Nygrin als Gäste mitwirken. Frau Hauser-Graf, der als Opernsängerin ein ganz vorzüglicher künstlerischer Ruf vorausgcht, dürfte durch den Vortrag einiger Arien und Lieder ganz besonderes Interesse erwecken und Frl. Alice Raathen wird in der Rolle der „Paula" eine Aufgabe erhalten, die es ihr ermöglicht, ihre schöne Begabung auf's Beste zu entfalten. Zur Darstellung gelangt, wie schon berichtet wurde, das hübsche Lustspiel Ernst v. Wolzogens „Ein u n b e^h r i eb en e 8 B l a t t“, welches seit längerer Zeit nicbtmrehr gegeben, gewiß Zugkraft ausüben wird. Wir wünschen von Herzen, daß dem beliebten Benefizianten an seinem Ehrenabend seine Bemühungen durch manche freundliche Aufmerksamkeit und ein recht volles Haus gelohnt werden. — Am Donnerstag geht abends 8 Uhr bei bedeutend ermäßigten Preisen Ludwig Anzengrubers wirkungsvolles Schauspiel „Der M e i n e i d b a u e r" letztmals in Szene.
* Steindel-Quartett. In unserer lieben Stadt Hanau drängen sich die Veranstaltungen der Vereine und künstlerische Genüsse mannigfacher Art so dicht aufeinander, daß es uns eigentlich nicht verwunderlich erschien, als wir gestern abend bei dem Auftreten des rühmlichst bekannten Steindel- Quartetts im Zentralhallensaale nur eine schwache Besucherzahl erblickten. Verständlich war diese Tatsache im Hinblick auf die vorliegenden Verhältnisse, bedauerlich gegenüber den gebotenen künstlerischen Genüssen des Quartetts. Die erschienenen Vornotizen wiesen bereits darauf hin, daß an allen Orten, in denen das Quartett auftrat, durchschlagender Erfolg erzielt worden sei, die wunderbare Begabung der Knaben allgemeines Staunen erregt habe. Auch hier war der Erfolg ein unbestrittener. Bewunderung erregte die Ausdauer und Treue des Gedächtnisses der Knaben, die Solostücke, die schwierigsten Werke auswendig zu spielen, und zwar mit einer geradezu frappierend wirkenden Akkuratesse. Jubelnder Beifall ertönte nach jeder Programmnummer, der beste Beweis, daß auch hier das Quartett es verstanden hatte, die Zuhörer zu ergreifen, mit sich fortzureißen.
* Benefiz. (® i n g e f.) Am Mittwoch den 24. Januar findet das Benefiz für Herrn Fritz Nygrin statt und zwar wird gegeben „Ein unbeschriebenes B l a t t“, Lustspiel in 3 Aufzügen von E. v. Wolzogen. In der Rolle als „Paula" wird Fräulein Alice Raâthen, muntere und naive Liebhaberin vom Schillertheater in Zürich, auf« treten, ferner ist noch ein zweiter Gast, Frau Antonie Hauser-Graf, Koloratur- und Opernsängerin vom deutschen Theater in München, für den Abend gewonnen worden. Die Opernmelodien und Lieder, welche der Gast am Abend zum Vortrag bringt, werden von der hiesigen Regimentskapelle unter Leitung des -Stabshoboisten Herrn Schmidt begleitet. Frau Hauser-Graf war bis jetzt nur an den ersten Bühnen Deutschlands und des Auslands engagiert, u. a. in Breslau, am Kaiserlichen Theater in Petersburg, in München u. s. w. und fang überall mit dem größten Erfolg. Jedenfalls ist der Besuch des Theaters an diesem Abend zu empfehlen. da das Gastspiel nur ein einmaliges ist