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Genkral-Anzeiger
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristi^« Beilage.
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NU 247 Fernsprechanschlich Nr. 605» MvUtUg dtN 22. Oktvbtt
Fert»sprecha«schlittz Nr. 605. 1906
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Nächste Versammlung Samstag den 27. d. M., nachmittags 21/» Uhr, im Gasthau« ^um goldnen Löwen* hier.
Tagesordnung r
1. Geschäftliche Mitteilungen.
L Vortrag des Herrn Direktor« Wagner auS Gelnhausen über: „AlteS und Neues auf dem Gebiete der Düngerlehre.
3. Besprechung über die diesjährigen Ernteerträge.
4. Aufnahme neuer Mitglieder.
5. Sonstiges.
Gleichzeitig werden kleinere Mengen von Feldfrüchten der diesjährigen Ernte im Vereinslokal ausgestellt.
Diejenigen Landwirte, welche zur Feldbestellung für 1906 Saatfrüchte aus dem hiesigen Kornhause bezogen haben, werden ersucht, Proben der geernteten Früchte, wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Kartoffeln, Erbsen und Wicken, bis zum Freitag den 26. d. Mts., abends, an die Korn- hgusverwaltung Hicrselbst, welche die Ausstellung veranlassen wird, einzuschicken.
Die Proben müssen mit Sortenbezeichnung versehen sein.
Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Bekanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen. Hanau, den 20. Oktober 1906.
Der Königliche Landrat.
v. Beckerath.
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Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanau, 22. Oktober.
* Evangelischer Bund zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen. Der Zweigverein für „Hanau und Umgebung" wird den ersten der für das bevorstehende Winterhalbjahr in Aussicht genommenen Dundesabende am nächsten Sonntag den 28. d. M. im großen Saale des „Deutschen Hauses" abhalten. Diese erste Versammlung ist eine Reformationsfeier mit Familienabend. Ansprachen werden halten die Herren: Superintendent Fritsch und Pfarrer Fuchs. Der Hauptvortrag, den Herr Professor Bornemann aus Frankfurt a. M. übernommen hat, berührt sich in seinem Thema zum teil mit den Worten, die der Oberpräfident der Provinz Westpreußen, Exzellenz von Jagow, neulich auf der Generalversammlung des Bundes in Graudenz unter großem Beifall ausgesprochen hat, indem
Feuilleton,
Zum I. Konzert des Oratorienvcrcins
am 23. Oktober in der Marienkirche.
Gerne nimmt ein Konzertverein die Gelegenheit wahr, an geweihter Stätte größere kirchliche Tonwerke zu Gehör zu bringen: bieten doch große akustische Räume, dazu die Mitwirkung einer Orgel im Verein mit Chor und Orchester ganz besondere Vorteile, die den Kunstwerken und dem Hörer gleichermaßen zu gute kommen.
In dankenswerter Weise sind seit einiger Zeit in der hifigen Marienkirche diejenigen baulichen Anordnungen getroffen worden, die den Erforderuissen von Aufführungen größeren Stils dienen und deshalb im I. Abonnementskonzert des Oratorienvereins am 23. ds. erprobt werden können.
Das Programm dieses Konzertes ist in erhöhtem Maße den Zwecken dienstbar, bedeutsame Tonwerke unserer großen Meister Beethoven und Bach, die selten auf den Programmen zu finden sind, einer großen Musikalischen Gemeinde, ja den breitesten Schichten unserer Hanauer Bevölkerung vorzuführen. Die C - d j r Messe von Beethoven bietet in ihrem übersichtlichen Aufbau und in ihrer melodischen Faßlichkeit dem Hörer keine Schwierigkeiten. Züge naiver Herzlichkeit find gleich in dem Anfangschor „Herr erbarme Dich* (Kyrie) wie in den späteren Chören „Der Du trägst die Sünden der Welt" (Qui tollis) und in dem innigen Gesang „Gesegnet sei der kommt" (Benedictus) zu finden, neben denen auch die Größe und Feierlichkeit Beethoven'scher Ausdrucksweise zum Recht kommt. Ganz verflochten in den Chorsatz ist das Soloquartett, welches in reizvollster Weise sich mit dem Chor verbindet. Das ganze Werk fesselt uns durch die prägnante Kürze und Bestimmtheit der musikalischen Form. Freilich steht die Komposition zurück gegen die bedeutend
er sagte: „Möge diese Tagung des Evangelischen Bundes unS auch lehren, im Auge zu haben, was links und rechts ist, mögen wir auch an unserm Brüdern de« anderen Bekenntnisses sehen, waS uns mit ihnm vereint, was wir mit ihnen gemein habm: Glaube, Liebe, Hoffnung.* — Zu diesem ersten Bundes - Familienabend haben auch der Kirch engesangvcrein der Johanniskirche und Fräulein Elisabeth Fritsch ihre Mitwirkung durch Vortrag einiger Lieder bereitwillig zugesagt. — Das Nähere wird Ende dieser Woche noch durch Inserat und auch an dieser Stelle bekannt gemacht werden.
* Hanau-Büdingen. Nach Zeitungsmeldungen sind der Aktiengesellschaft für Bahnbau und -Betrieb zu Frankfurt a. M. die geforderten Zuschüsse für das Bahnprojekt Hanau- Büdingen seitens der in Betracht kommenden hessischen Gemeinden bewilligt worden. Langenbergheim, Düdelsheim und Himbach haben dem Vernehmen nach außer den Grunderwerbskosten an Zuschüssen 80,000 Mark gezeichnet. Somit find die Aussichten für das Zustandekommen der Bahn keine ungünstigen.
• Die Sonutagsbestellung. Vom November ab wird an den Sonn- und Feiertagen bei sämtlichen Postanstalten eine Bestellung von Geldbriefen und Postanweisungen — abgesehen von dm durch Eilboten abzutragenden Sendungm
— nicht mehr stattfinden. Den Geldempfängern, die regelmäßig ihre Sendungen abholen, ist die Abholung an den Sonntagen usw. während der Schalterdienststunden auch fernerhin gestaltet. Auch soll solchen Personen, die an Werktagen Geldbriefe und Postanweisungen im Wege der Bestellung erhalten, die Abholung der für sie an Sonntagen vorliegenden Geldsendungen unter Vorbehalt des Widerrufs erlaubt werden. Fällt ein Feiertag auf einen Samstag oder einen Montag, so erfolgt die Geldbesiellung je nach der Bedeutung des Feiertags für den betreffenden Ort an dem Feiertage oder an dem nachfolgenden oder voraufgehenden Sonntage.
* Stadttheatev (Wochenspielp Ian.) Mittwoch : Neu einstudicrt: „Stein unter Steinen*, Schauspiel in 4 Akten von Herm. Sudermann. Freitag: „S h e r I o ck H o l m e s*, Detektivkomödie von A. Bozen- hard. Sonntag: Neu einstudiert: „Hasemanns Töchter", Volksstück mit Gesang in 4 Akten von A. L'Arronge.
* Pferderennen. Das von' den Offizieren unseres Ulanen-Regiments auf dem Exerzierplatz alljährlich veranstaltete Pferderennen findet in diesem Jahre definitiv am Mittwoch den 7. November statt. Dem Rennen geht auch diesmal wieder ein landwirtschaftliches Rennen voraus und ist seitens unserer Landwirte auf eine rege Beteiligung zu hoffen, umsomehr, da sie in diesem Jahre reichlich Gelegen
größer und gewaltiger angelegte Missa solennis, doch aber bleibt ihr die Bedeutung eines wundervoll abgerundeten Kunstwerkes, welches Beethovens Geist nirgends verleugnet.
Der 2. Teil des Konzertprogramms bietet Kantaten unseres großen Altmeisters Bach, eine Kunstform, welche alle die äußeren Mittel und Formen der großen Passionsmusiken gewissermaßen zusammendrängt auf ein kleines Gebiet, dem durch einen bestimmten geistlichen Text das Gepräge gegeben ist. Die Solokantate läßt nur eine oder mehrere Einzelstimmen zu Worte kommen und besteht oft nur aus einer einzigen Arie, wovon „Schlage doch gewünschte Stunde", bei der der Slockenschlag von Bach auch im Orchester illustriert wird, ein besonderes schönes Beispiel ist. Dieser Arie für eine Altstimme folgt ein Duett für Sopran und Baß, welches eine geistige Zwiesprache zwischen der Menschenseele und ihrem Heiland darstellt wie sie des oftern in den Bach- schen Kantaten zur Anwendung kommt. Die melodische Gestaltung dieser beiden Gelänge ist herzgewinnende und von solcher Einfachheit, daß sie gerade dadurch eine besondere Wirkung ausübt. Den Abschluß bildet auf dem Programm die Chorkantate „Bleib bei uns, denn es will Abend werden", die zu den schönsten gehört, was Bach geschaffen. Hier ist aus dem Wort der Emmaus-Jünger eine einheitliche"Stimmung herausgeboren, welche die ganze Kantate beherrscht. Die Aufforderung „Bleib bei uns* überträgt Bach durch den vielstimmigen Chor auf die ganze Gemeinde, die um Christi Gegenwart eindringlich und doch auch zart und zurückhaltend bittet. Der ganze Einleitungschor ist durch die Musik in eine sanfte Abendstimmung getaucht, die nur einmal unterbrochen, am Schluß wiederkehrt und in friedlichem Durakkord schließt.
Die Solostimmen Alt, Sopran und Tenor mit dem Rezitativ des Basses führen den Gedanken, der Licht und Finsternis in Beziehung zum Christenwandel setzt, weiter aus, bis sich der Chor noch einmal im Schlußchoral vereinigt und damit die Kantate weihevoll abschließt.
heit genommen haben, ihr ganz vorzügliches Pferdematerial zu trainieren.
* Jagdreiten. Die Offiziere unseres Ulanenregiments veranstalten morgen wiederum ein Jagdreiten. Die Teilnehmer versammeln fich am Wäldchen südlich Langenselbold. Die Zuschauer können die Jagd am besten beobachten an der Giesebrücke bei der Mühle zwischen Langenselbold und Rückingen oder auf der Straße Niederrodenbach-Rückingen, dicht an der Brücke.
* Bildungsvereitt. Unter dem Namen „Allgemeiner Bildungsverein* haben sich eine Anzahl junger Leute zusammen gefunden, die fich das Ziel gesetzt haben, fich auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft weiterzubilden. — Näheres wird noch bekannt gegeben.
* Ei« verfehltes Unternehmen. Don Frankfurt a. M. aus wird versucht, für eine „Liberale Vereinigung" des Wahlkreises Hanau-Gelnhausen-Orb Stimmung zu machen, ein Schritt, der als naiv zu bezeichnen ist, wenn man die tatsächlichen politischen Verhältnisse unseres Wahlkreises in Betracht zieht. In einer am Donnerstag hier abgehaltenen Versammlung der „Vereinigung* betonte der Vorsitzende Prof. Dr. Arndt-Frankfurt a. M., daß zu den von den entschiedenen Liberalen zu bekämpfenden Parteien nicht nur die „Agrarier* und die Sozialdemokraten, sondern aud) die Nationalliberalen gehörten; als positives Ziel sei die Wahl eines entschieden liberalen Reichstag-abgeordneten zu bezeichnen. Die in diesem Sinne etwa zur Enffaltung kommende Agitation wird sich zweifelsohne nur als eine Schleppenträgerin der Sozialdemokratie erweisen, ein greifbarer Erfolg für dir eigene Sache muß als ausgeschlossen bezeichnet werden.
* Heimarbeits-Ausstellung in Frankfurt a. M. Angeregt durch die Heimarbeits-Ausstellung in Berlin hat fich in Frankfurt a. M. ein Ausschuß gebildet, der eine ähnliche Ausstellung in Frankfurt a. M. veranstalten will. In diesen Ausschuß haben zahlreiche sozialpolitische und industrielle Körperschaften Vertreter entsandt; der Ausschuß hat seine Arbeiten bereits begonnen. Die Ausstellung soll ein anschauliches Bild von Heimarbeit unserer Provinz geben. In ihr sollen neben Erzeugnissen der Heimarbeit auch wissenschaftliche Darstellungen der der einzelnen Heimarbeitszweige auf Grund sorgfältiger Untersuchungen aufgelegt werden. Sachdienliche Auskünfte über die Heimarbeit unserer Gegend und Bereiterklärung zur Mitwirkung an der Ausstellung find sehr erwünscht und werden entgegengenommen von dem Vorsitzenden des Ausschusses Herrn J. H. Epstein, Frankfurt a. M., Hermannstraße 22.
* Zwei rumänischen Torpedoboote passierten gestern früh 8 Uhr, den Main aufwärts transportiert, unsere Gegend.
Das Soloquartett, welchem dankbare Aufgaben gestellt sind, ist bewerten Kräften anvertraut. Frl. Blpenburg (Alt), Herr Richard Fischer (Tenor) und vor allem unser hochgeschätzter Basfist, Herr Franz W a ß m u t h find alle Kenner eines guten kirchlichen Gesangsstils. Ihnen schließt sich als Neuerscheinung die Sopranistin, Frau Caroline Kaiser aus Düsseldorf an, welche sich als Konzertsängerin eines ausgezeichneten Rufes erfreut. Unserem einheimischen Orgelkünstler, Herrn D. P a u l st i ch, fällt in diesem Programm nicht die kleinste Aufgabe zu: gilt es doch nach den Intentionen Bach's und Beethovens sowohl in den Chor- wie in den Einzelgesängen die Orgel dem Gesamtbild einzuordnen und die Kraft und Größe der Kompositionen zu heben und zu steigern. — Möge deshalb, bei Mitwirkung so vieler Faktoren im Dienste der Kunst, allseitiges Interesse dem I. Konzert des Oratorienvereins von feiten aller derer, die sich an guter Musik erbauen wollen, entgegengebracht werden. F. L
StaMheater in Hanau.
— Hanau, 22. Oktober.
Das gewaltige 5-aktige Trauerspiel „Othello* oder „Der Mohr von Venedig" des unsterblichen Briten William Shakespeare ging gestern wieder einmal in neuer Einstudierung an unserer Bühne in Szene. Wie für die meisten Werk« seiner letzten Schaffensperiode der Dichter den Stoff schon vorhandenen Erzählungen und Sagen, sowie der Weltgeschichte entnommen hat, so bot' ihm die Fabel zu „Othello" der Nachahmer des berühmten und beliebten Italieners Battista Giraldi. Die Handlung in Giraldi'« „Mohr von Venedig" ist roh zusammengezimmert, di« Tat des Mohren ist das brutale Produkt der gewöhnlichsten Eifersucht und der Titelheld selbst ist voller Eigensucht, Will- kür, Kälte und Rachsucht, ein getreues Abbild der Gewalt- ' Haber Italiens und Svanieus lener Tag«, deren Herrisch-