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Amtliches Organ für Stabt- und fanbkrtis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Lerantwvrkl. Nebakteurr S. Schrecker in Hasan
Nr. 18
Mernsprechanschlutz Rr. 605
Montan den 22. Januar
Aernsprechanschlufr Nr. 605.
190t
Amiliches.
Stadtkreis F)anau.
PoLLzeL-Veeordmmg betreffend Ergänzim-z der Schlachthofordnung der Stadt Hana«.
Auf Grund der §§ 5 unb 6 der Verordnung vom 20. September 1867, die Polizeivcrwaltnng in den neu erworbenen Landesteilen betreffend, und der §§ 143 144 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 wird im Einverständnis mit dem Magistrat folgende Polizeiverordnung erlassen:
Einziger Paragraph.
Nachdem der § 25 der Schlachiho'ordnung vom 2. Febmar 1904 durch Beschluß des Magistrats vom 9. ds. Mls. anderweitig gefaßt ist, finden die Strafbestimmungen der Polizei-Verordnung betr. die Schlachthofordnung der Stadt Hanau vom 19. Februar 1904 auf diese neue Vorschrift Anwendling.
Hanau den 15. Januar 1906.
Königliche Polizei-Direktion.
P10709 v. Beckerath.
§ 25 der Schlachthofordnung.
Die Betäubung des Schlachtviehes geschieht vermittels der zu diesem Zwecke beschafften Schußapparate.
Bei der Betäubung von Großvieh oder Schweinen müssen mindestens 2 Personen tätig sein.
Der Magistrat.
Dr« Gebejchus
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Stadtkreis F)anau,
Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
am Donnerstag den 2.,. Januar 1906, nachmittags 5 Uhr.
Tagesordnung:
1. Einrichtung eines Volksbrausebades.
2. Ausbau der Straße „Vor der Kinzigbrücke."
3. Betr. Schutzgeländer am Bangert und Mühltorweg.
4. Regulierung und Entwässerung der Schulhöfe der Eberhardschule.
5. Gesuch der Schlingloff'schen Erben um bare Zahlung für das zum Fasancrieweg abgetretene Gelände.
Feuilleton.
Stadtthcatcr in Hanau.
— Hanan, 22. Januar.
Zählt auch her 4aktige Schwank Franz und Paul von Schönthans „Der Raub der Sabinerinnen" schon zu dem älteren Inventar der deutschen Bühne, so entbehr! derselbe sowohl durch die darin eniwickelie gelungene Idee eines von den erfolgreichen Autoren heraufbeschworenen geradezu drastischen Konfliktes zwischen einem sonderlichen Dichterling und dem Direktor einer wandernden Komödiantcntruppe als mich durch die gelungenen Charakterzeichnungen bis heute immer noch nicht bei gelegentlichen Aufführungen eines gewissen Reizes der Aktualität, ein Umstand, der denn auch gestern abend wieder durch hörbare Ausbrüche zügelloser Heiterkeit eines stark besuchten Hauses als untrügliches Zeugnis dieser Annahme betrachtet werden muß.
Mit wohltuender Ruhe und einem geradezu unvergleichlich entwickelten trockenen Humor wußte sich Herr Steger, fern von jeder aufdringlichen Spielweise, derart vortrefflich in den durch eine verhängnisvolle Römertragödie von unzähligen Kalamitäten heimgesuchten verzweifelten „Professor Gollwitz" hineinzufinden, daß förmliche Lachpansen seltener Art entstanden, bis die Darsteller das Weiterreden auf der Bühne wagen konnten, wie auch ferner das Verdienst für die äußerst abgerundete Vorstellung auf ba§fionto des gewissenhaften Künstlers zu vermerken ist. Gerade wie vor zwei Jahren entwickelte Herr Gehrmann roieber als „gemidlicher sächsischer Schmierenonkel" „Striese" diejenigen Vorzüge seiner geschätzten Gestaltungsgabe für sein Fach, die ihm ebenfalls zu einem unverkennbaren durchschlagenden Heiterkeitserfola verhalfen.
6. Herstellung geräuschlosen Pflasters vor der höheren Mädchenschule.
7. Abrechnung über den Neubau des Abortgebäudes für die höhere Mädchenschule.
8. Nachbewilligung von 501,70 Mk. auf A. 0. 1 8 für 1905 für Beschaffung einer Baracke.
9. Wabl eines Kuratoriums für die Dicrscbenk'sche Stiftung.
10. Wahl von 3 sachverständigen Eingesessenen gemäß § 21 und 22 des Gesetzes betr. die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten.
11. Wahl eines Armenpflegers für Herrn Kratzner.
12. Vereinbarung zwischen Magistrat und Stadtverordneten- Versammlung bezgl. brr Führung von Prozessen und Verpachtung von Grundstücken.
13. Versicherung der Lehrer gegen Haftpflicht für Unfälle bei Schulspaziergängen und Ausflügen.
14, Stiftung der Brüder Wilhelm und Heinrich Heraeus in Höhe von 20000 Mk. zur Erinnerung an die im Februar d. I. stattfindende silberne Hochzeit unseres Kaiserpaares.
15. Rechnung der Stadtkasse Abt. TT A für 1904.
16. Rechnung der Armenkasse für 1904.
17. Bewilligung einer Pension an die Witwe des f städt. Arbeiters Kleinschmidt.
18. Umbuchung von 42436,90 Mk. von Titel A. 0. II „Fundus" auf A. 0. 111 „Aus Darlehen zu bestreitende Ausgaben".
19. Nachbewilligung von 140 Mk. für 1905 für eine Badefrau in der Kleinkinderschule.
20. Etat der Sammelwasenmeisterei.
21. Verpachtung des Grundstücks B 497 — Gemarkung Großauheim.
22. Festsetzung der von Frl. Louise Deinert zu zahlenden Hundesteuer.
23. Anträge Hoch wegen Stellungnahme gegen die Reichstagsvorlagen bezgl. der Tabak- und Biersteuer.
24. Schulunierhaltungsgesetz betr.
25. Berichi der Kommission zur Vorbereitung einer Vorlage betr. die Erschließung weiterer Einnahmequellen.
26. Antrag Aukamm und Genossen wegen Verlegung der Sitzungen.
Hieran anschließend geheime Sitzung.
Am Donnerstan den 25. Januar, nackm. 43M Uhr, Sitzung des Rechnnngsprüsnngsansfchustes, dazu die Nr. 15 und 16, desgl. um 4^4 Uhr Sitzung des Wahlvorschkastsansschnsses, dazu die Nr. 9,10 und 11.
Hanau den 20. Januar 1906. .
Der Stadtverordneten-Vorsteher.
J. V.: Schroeter. 1645
während die altkluge „dramatische Rosa", jener treue dienstbare -Geist durch Frl. I a i b a in einheimischen Dialekt eine Erledigung erfuhr, die das löbliche Prädikat „Kabinettstückchen" uneingeschränkt verdient. Als Darsteller des „Dr. Neumeister" verstand Herr Hauser das erforderliche liebenswürdige Wesen zur Schau zu bringen, das die Rolle zur glücklichen Vollendung erheischt, wie auch seine Partnerin Frl. H e l l i o t der Hintergangenen „Marianne" eine Verkörperung angedeihen ließ, die den sympathischsten Eindruck hinterließ. Für die Partie der kleinen mutwilligen Kartenlegerin „Paula" trat Frl. Bachmann lebhaft und höchst anmutig ein, ebenso wie Herr M ü l l e r den cholerischen großspurigen Quecksilbermenschen „Karl Groß" zu einer interessanten Charge gestaltete. Das regimentführende Familienoberhaupt „Friederike" brachte Frl. Müller in zufriedenstellender Weise zur Geluing, den „jugendlichen Komiker, Regisseur und Heldentenor" „Emil Groß" Herr N y g r i n im großen und ganzen ebenfalls, nur muß sich der junge Darsteller vor einer eigenartigen singenden Sprechweise bewahren, durch die seine Leistung an der erforderlichen Natürlichkeit einbüßte. Kleinere Beschäftigung fanden noch Frâul. Holm (Auguste), Herr Krause (Meißner).
MzrqhWr MulmA htt kiitfifitit tourst.
Telegramm aus Hamsinra vom 22. Januar.
9 Uhr 33 Min.
Ein Maximum von 777 mm lagert über Irland, ein Minimum unter 751 mm über Italien, von 757 mm über Nordrußland. In Deutschland wehen schwache nördliche Winde, es herrscht meist trübes Frostwetter.
Prognose für den 23. Januar: Ruhiges, vielfach heiteres, trockenes Frostivetter wahrscheinlich.
Handelsregister.
Firma Bechtel & Go. in Hanau: Die Gesellschaft if aufgelöst. Liquidatoren sind:
1) der bisherige persönlich haftende Gesellschaft« Kaufmann Philipp Bechtel,
2) Kaufmann Otto Fues jr., beide in Hanan, und zwar derart, daß jeder einzeln zu handeln befugt ist.
Hanau den 18. Januar 1906.
Königliches Amtsgericht 5. 1625
Hus Hanau Stadt und Tand«
Hanau, 22. Januar.
* Geflaggt. Aus Anlaß des Krönungs- und Ordensfestes hatten gestern die öffentlichen Gebäude Flaggcnschmuä angelegt.
* Versetzt. Wie uns von zuverlässiger Seite mitge- teiU wird, ist Herr Ober-Praktikant Krüger zum 1. Aprü als Ober-Postdirektionssekretär nach Trier versetzt worden. Man sieht den allgemein beliebten Beamten, der hier einer großen Bekanntenkreis besitzt, nur ungern von hier scheiden.
* Sparkassenverband. Die Kreissparkasse des Oberlahnkreises in Weilburg ist dem Sparkasienverband für die Provinz Hessen-Nassau und das Fürstentum Waldeck als Mitglied beigetreten. Es gehören dem Verbände nunmehr 55 Sparkassen im Regierungsbezirk Cassel, 9 Sparkassen iw Regierungsbezirk Wiesbaden und 4 Sparkassen im Fürstentum Waldeck an mit einem Gesamt - Einlageguthaben von über 300 Mill. Mark.
* Oratorienverein. Heute abend Probe im Stadtschloßsaale.
* Stadttheater. (Wochenspielplan): Mit» woch: Benefiz für Herrn Fritz Nygrin. Gastspiel von Frau Antonie Hauser-Graf vom deutschen Theater in München und des Frl. Alice Raathen vom Schillertheater in Zürich. Neu einstudiert: „Ein unbeschriebenes BIat t", Lustsviel in 3 Akten, von Emst v. Wolzogen. Donnerstags Bei bedeutend ermäßigten Preisen: „Der Meineid baue r". (Anfang 8 Uhr); Freitag: (5. Vorstelluna b. 4. Serie): „D a s H e i r a t S n e st"; Sonntag: Nachmittags halb 4 Uhr: Zum letzten Male: „Stein unter Steinen". Abends 7 Uhr: (6. Vorst, der 4. Serie). Neu einstudiert: „M in na von Barnhel m", Lustspiel in 5 Aufzügen von Lessing. — Nach ihrem erfolgreichen Gastspiel in „Die Grille" ist Frl. Else Conrad von Leipug für die nächste Spielzeit als erste Muntere und Naive engagert worden.
* Bettestz Nyflrin. Ein außeraewöhnlich interessante! Theaterabend steht am Mittwoch anläßlich des Benefizes für unser beliebtes Mitglied Herrn Fritz Ny g rin bevor. Frau Antonie Hauser-Graf, Coloratursänaerin vom Deutschen Theater in München und Frl. Alice Raathen vom Schillertheat-r in Zürich, werden an diesem Abend ein einmaliges Gastspiel absolvieren. Zur Aufführung gelangt Ernst v. Wolzogen's reizendes Lustspiel f „E i n unbeschriebenes Blatt" und dürste unter Mitwirkung der genannten Krâite ein künstlerisch bedeutender Abend zu erwarten sein. Möchten dem beliebten Benefizianten, der durch seinen Fleiß und seine schönen Leistungen die Sympathie aller gewann, die Bemühungen durch ein recht gut besetztes Haus belohnt werden.
* ÄinberfttrttCft. Die von der Turngemeinde int Januar v. J. begründeten Knaben- und Mädchenabteilungen erfreuen sich steigenden Besuchs, die Knabenabteilung zählt zur Zeit 65 Teilnehmer, die Mädchenabteilung 119 Teilnehmerinnen. Erstere veranstaltet nächsten Sonntag nachmittags 3'/, Uhr ihr erstes Schauturnen, zu welchem ein sehr reichhaltiger Nebungsstoff zur Vorführung gelangt.
* Steindel-Onartett. Wir verfehlen nicht, nochmals auf das heute abend stattfindende Auftreten des Sleindel- Ouartctts einpfehlend hinzuweiscn. Der bekannte Berliner Musikkritiker Herr W'lb. Tappert schreibt über ein Auftreten des Quartetts in Berlin: „Vater Steindel und feine drei Pausendkünstler, dieses schiväbische Quartett erregte Aufsehen. Die Kinder spielten Beethovens großes R-dur«$rio auswendig. Wer dieses köstliche, aber anspruchsvolle Werk kennt, wer es selbst, gleichviel welchen Part, exekmiert hat, der wird mir beistimmen, wenn ich behaupte, das war eine Tat, die ihresgleichen noch nicht hatte und auch schwerlich jemals haben wird. Die Rheinische Musik- und Theater- Zeitung hat kürzlich dem Steindel-Quartett das Lob. welches