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einen steil abfallenden Abhang, der über 1000 Fuß in die Tiefe führte, Hinabrollen. Jedermann erwartete, sie tödlich verletzt autschlagen zu sehen, als sic plötzlich durch einen Erdwall "aufgehaltm wurde. Einige Mitglieder des Züricher Alpenklubs eilten der Verunglückten zu'Hilfe und fanden sie an dem Ort, wo ihr Sturz ein Ende erreicht hatte, liegen. Bei näherer Untersuchung zeigte sich, daß sie keinerlei ernsthafte Verletzungen davongetragen hatte. Auch erfahrene Bergsteiger, die Zeuge des Vorfalles waren, erklärten, daß sie niemals eine derartige wunderbare Rettung erlebt hätten.
Die Zahl der durch die Reblaus verseuchten Gemarkungen mehrt sich in Elsaß-Lothringen in beängstigendem Umfang. Als neu instziert wurden der Landwirtschaftlichen Zeitschrift von Elsaß-Lothringen zufolge in diesem Sommer festgestellt: In Lothringen die Gemarkungen Vic und Kemp- lich, in Unter-Elsaß Bernhards weiter und 'Barr, im Ober- Elsaß Wettolsheim, Westhalten, Obermorschweier, Brubach, Landler und Häsingen. Obwohl eine abschließende Berichterstattung noch nicht vorliegt, lassen doch die bisherigen Befunde schon je^t unzweideutig erkennen, daß in umfangreichen Teilen des elsässischen Weinbaugebiets mit endgültig nicht mehr zu beseitigenden Durchseuchungen zu rechnen ist. Als anscheinend verschont geblieben kann vorläufig gelten das ganze Gebiet nördlich des BreulöbtalS bis zur pfälzischen Grenze und der Rebhang von Dambach überRapvoitsweiler gen Colmar.
Eine aus dem Hriu: marsch befindliche Artillerieab- reilung vom Feldartillerieregimeni 66 in Lahr wurde vor dem Dörfchen Herzogenwei ler (Amt Villingens von einem schweren Unfall betroffen. Bei dem steil abfallenden Weg brach die Bremse eines mit sechs Pferden bespannten Bagagewagens, dieser sauste die Straße hinab und die gegenüberliegende Höhe wieder hinauf. Oben überschlug sich der'Wagen, die sechs Pferde wurden überfahren, zwei mußten sofort erschollen werden und vier sind stark verletzt. Auch ein das Sattelpferd reitender Artillerist erlitt Verletzungen. Der Wagen ist völlig zertrümmert.
Leichtsinnig war eine Danie aus Frankreich, die auf der Messe in Zabern in einer Spielbude aus Vergeßlichkeit ihre Handtasche stehen ließ. Dabei enthielt diese Tasche nicht weniger als fast 100000 Mark in Banknoten, die die Frau eben geerbt hatte. Der Inhaber der Bude nahm den Fund in Verwahrung. Kurze Zeit nachher kehrte die Dame zurück, erhielt sofort ihren schweren Verlust ausgehändigt und dankte *• indem sie sich wieder entfernte.
Einen guten Kang gemacht hat die Polizei in Felsö- kabol in Ungarn, indem sie den lang gesuchten Mörder Sternikel, der im Juli in Löwenberg in Schlesien einen grauenhaften Mord beging, festnahnn — Verhaftet wurde der Hauptlehrer Rowetzft in Wroniawy im posischen Kreise Bomst, der laut „Berl. Ztg." als Verwalter der Spar- und Darlehenskaffe 30000 Mk. unterschlug und zahlreiche schwere Urkundenfälschungen beging. — Der Notar und Direktor der Südholländischen Hypothekenbank Blandvandenberg ist gestern in Rotterdam unter dem Verdacht, 700000 Gulden veruntreut zu haben, verhaftet worden. Die Aktien der Hypothekenbank notierten daraufhin um 100 Prozent niedriger.
Ein neues Unheil hat Therese H u m b e r t betroffen. Sie wollte bekanntlich sofort nach London reisen, um dort aus den Händen der Brüder Crawford die 111 Millionen ihrer Erbschaft in Empfang zu nehmen. Als sie sich aber aufs Ministerium des Innern begab, um ihre Niederlassung in Paris in der Wohnung ihres Bruders Romain Daurignac anzuzeigen, erfuhr sie, “ daß die bedingungsweise Freilassung ihr noch zwei Jahre lang die Verpflichtung auferlege, das Seine-Departement ohne polizeiliche Erlaubnis nicht zu verlassen. So wird sie also mindestens noch zwei Jahre auf die Millionen warten müssen, aber es heißt, sie habe Aussicht, ihre Memoiren für gutes Geld in einem Pariser Blatte zu veröffentlichen, und damit werde sie sich über Wasser halten.
Eine nette Empfehlung l Ein junger Kaufmann schickte auf die Stellenausschreibung eines Kaufmannes in Allenstein folgendes Gesuch ein: „Geehrter Herr L.! Ich bin bereit, die ausgeschriebene Stelle anzunehmen und die ge- iorderte Kaution zu stehlen!" Natürlich hat der Kaufmann den hoffnungsvollen Jüngling nicht eingestellt.
Ein rachsüchtiger Gast. In einem Cafe in Jena war ein Gasr, offenbar ein „Herr vom Lande", im Bewußtsein keiner Unwiderstehlichkeit gegen die hübsche Casthebe allzu
wickelnden Pubertät hinaus ist, in denen man solche Zustände als unvermeidlich zu betrachten geneigt ist, wendet man fich an die verschiedensten Spezialisten. Man probiert eine Menge von Eisenpräparaten, Appetit anregenden Mixturen, Chinin und Arsenikpräparaten, man versucht es mit einem Aufenthalt in waldreicher Gegend, im Gebirge oder an der See, oder sucht, weil irgend jemand psychische Alterationen mutmaßt, die kränkelnde Seele durch Zerstreuungen und Besuchsreifen von der Selbstqual abzulenkeu, ohne mit dem Gebotenen auch nur den geringsten Erfolg zu erzielen. Sie selbst aber kennt die Ursache ihres Leidens sehr genau, und könnte man ihr ins Herz schauen, so würde man gewahren, daß die Sorge um die Verwirklichung einer innig empfundenen Liebe oder der Schmerz um eine zerstörte Lebenshoffnung an ihren Nerven zehrt. Zu ihrem Glück sind die meisten Menschen in der ersten Blüte ihrer Jahre nicht so zart besaitet. Die Zeit erweist sich als der beste Tröster. Glückliche Veranlagung, die sich auch über Schweres leicht hinwegsetzt, oder Energie, die zornig die Illusionen abstreift, 'âßt sie wie Prometheus reden:
Wähntest Du etwa, ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehen,
Weil nicht ave Blütenträume reiften?
und nach Jahr und Tag find Leib und Seele genesen, um das Leben so zu nehmen, wie es einmal ist. Bei anderen aber, und zwar gerade bei tief angelegten Gemütern brechen die Stützen des Glaubens an die Welt zusammen. Die junge Dame schlägt andere Partim, die fich ihr bieten, ans, weil das Herz kein Wort dabei mitzusprechen vermag und scheidet allmählich aus der Zahl der Heiratsfähigen aus, um schließlich zu der grossen Schar der verbitterten alten Jungfern überzutreten, die von einem Heer nervöser Leiden, von Angstzustänben und Herzkrâmpfen, Neuralgien und unerklärlichen Vorurteilen gequält, durch ihre oft wirklich recht unbequemen Eigenschaften sich und anderen zur Last zu fallen. Aehnüch aber geht es auch dem jungen Manne, der
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zudringlich geworden, hatte sich aber bei ihr einen mächtigen Korb geholt. Aus Nerger darüber zerschnitt er dann mit seinem Taschenmesser ungesehen die Bezüge mehrerer Tischsofas. Der Verdacht lenkte sich aber sofort auf ihn. Man wurde seiner habhaft und erkannte zum größten Erstaunen in dem seine Rachsucht auf so schneidende Weise Ausdruck gebenden Herrn den — Bürgermeister eines thüringischen Ortes. Zum Glück für ihn ging der Castwirt auf eine Entschädigung von etwa 150 Mark' ein und sah von einer Anzeige ab. Der Frieden wurde mit Sekt noch gehörig begossen.
Ein Jubiläum- Um seinen Mangel an Jubiläen eintreten zu lassen, wollen die Bewohner dès Fürstentums Lippe im September 1909 die 1900jährige Wiederkehr des Tages der Teutoburgerwald-Schlacht festlich begehen. Es sind nur noch 3 Jahre, meint die Lippesche Landes-Zeitung, das ist nicht viel Zeit, aber wenn früh genug an dieses Jubiläum erinnert wird, können andere, weniger wichtige Festlichkeiten entsprechend früh genug gelegt oder zurückgestellt werden.
Von einer Sprengpatrone zerschmettert. In Hamborn bei Duisburg gab ein Knabe feinem elfjährigen Schwesterchen eine Sprengpatrone mit Zündschnur, die er von der Zeche mitgebracht hatte. Während das Kind 'die Patrone in Händen hielt, zündete der Bruder die Schnur an. Das bedauernswerte Mädchen wurde schrecklich verstümmelt sterbend ins Hospital überführt. . Der Junge selbst kam mit dem Schrecken davon.
In den Sund gestürzt. Auf dem Trajekte Heiligen- haven-Fehmarn sind 2 Eisenbahnwagen in den Fehmarner Sund gestürzt. Die gesamte, für die Insel Fehmarn bestimmte Post ist verloren gegangen.
Der Alkohol. In Rheydt bedrohte der Grundarbeiter Otten in angetrunkenem Zustande seine Familie mit dem Brotmesser, zertrümmerte verschiedene Gegenstände und verbrühte sein fünfwöchiges Kind mit einem Topf voll kochenden Rotkohls. Auf Ersuchen der aus der Wohnung geflüchteten Ehefrau drangen ein Gendarm und ein Schutzmann in die Wohnung ein. Da der Rasende den Schutzmann mit einem Brotmesser verletzte, gab dieser einen Revolverschuß ab, der den Arbeiter in den Unterleib traf. Otten starb im Krankenhause.
Selbstmord auf hoher See. Auf der Heimreise de§ Lloyddampiers „Main" ist in der Nordsee während der Nachtzeit die Kajütspassagierin Therese Kurky über Bord gesprungen und ertrunken, ohne daß die Wache oder die übrigen Reisenden von dem Vorfälle etwas bemerkten. Erst am andern Morgen wurde durch eine Dame, welche dieselbe Kabine mit Frau Kurky teilte, das Verschwinden der Mitreisenden festgestellt. Wie verlautet, soll die Lebensmüde ihrem in Baltimore ansässigen Manne durchgebrannt sein. Gründe' zu dieser Tat sind nicht bekannt. Reue über das Verlassen des Ehemannes, eine starke Gemütsdepression, die sich während der Ueberfahrt durch vieles und anhaltendes Weinen äußerten, scheinen die selbstmörderische Absicht gefördert und zur Ausführung gebracht zu haben.
Der Selbstmord eines Millionär-Sohnes in Wien erregt dort ungewöhnliches Aufsehen wegen der damit verbundenen finanziellen Verluste, die voraussichtlich gewisse Wiener Geldleute erleiden werden. Dem „Berl. L.-Anz." wird darüber aus Wien gemeldet: Das Ereignis des Tages für die Wiener Gesellschaft ist der Selbstmord des jungen Wiener Advokaturkandidaten Dr. Egon Ehrenzweig, der in den Kreisen der Wiener Lebemänner eine große Rolle spielte und auch bei den Wiener Geldgebern, Wechseleskompteuren und Wucherern wohl bekannt war. Er war der einzige Sohn des reichen Bankiers Jaques Ehrenzweig, der dem Sohne große Geldmittel zur Verfügung stellte. Trotzdem war Dr. Egon Ehrenzweig fortwährend in Geldverlegenheiten und von Gläubigern bedrängt. Es waren stets große Accepie auf ihn im Umlauf, die er meist nicht begleichen konnte. Sein Kredit wurde auch stark von seinen Freunden in Anspruch genommen. Aus diesen Gründen war er mit dem Vater stets in Konsliki, der Einschränkung seines luxuriösen Lebens zur Bedingung weiterer Unterstützung machte. Der Sohn setzte jedoch sein verschwenderisches Leben auch nach seiner Verheiratung fort. Er brachte den verflossenen Sommer mit seiner Gattin auf einem Schlosse in Steiermark zu. In den letzten Tagen war ein Accept auf 400 000
sich die erste große Enttäuschung allzusehr zu Herzen nimmt. Die Anforderungen, die sein Beruf an ihn stellt, hindern ihn zwar, sich vom realen Leben gänzlich abzuwenden. Er hat aber, bis er sich von den Enttäuschungen erholt hat, so viel Skepsis in sich ausgenommen, daß er wahrscheinlich ein alter Hagestolz werden wird, dem wir 25 Jahre später als einem echten Hypochonder begegnen.
Als ein Allheilmittel gegen die von der Liebe geschlagenen Wunden der Psyche preist man seit jeher das Pflaster einer neuen Neigung. Es ist aber ein Beweis geringer Seelenkenntnis, wenn man glaubt, alle an eine unbefriedigte Liebe sich anschließenden Nervenstörungen durch eine baldige Verheiratung kurieren zu können. Bei jungen Frauen mag vielleicht das Gefühl der Befriedigung, die Gattin eines angesehenen Mannes geworben ober überhaupt unter die Haube gekommen zu sein, eine Zeitlang günstig wirken. Einen Schutz gegen die Wiederkehr der Nervosität bildet die Verehelichung aber keineswegs, und die im zwecklosen Kreislauf um denselben Punkt sich bewegenden Gedanken kehren um so schneller wieder, je mehr die junge Frau Zeit hat, sich damit zu beschäftigen, daß bei ihrer Ehe nicht die Zuneigung, sondern andere Gründe das entscheidende Wort gesprochen haben.
Es ist immer ein Zeichen abnormer, nervöser Reizbarkeii, wenn die seeliche Reaktion in ihrer Stärke weit über die ; Grenze desjenigen hinausgeht, womit ein normaler Mensch auf den auf ihn einwirkenden Reiz antwortet. Auf de« Gebiete der Liebe gilt dies besonders von der Eifersucht und Koketterie, deren krankhafte Steigerung nicht selten ein Leben vollständig verbittern kann. Beide Eigenschaften haben in maßvollen Grenzen eine gewisse Berechtigung. Meint doch schon Knigge, daß Frauen gerade denjenigen gegenüber, beiten . sie am meisten zugetan sind, ein Vergnügen empfinden, wenn sie sie durch Koketterie, die eine harmlose Neckerei bleibt, in Unruhe versetzen können. Und wo heiße Liebesneigung ein . Eheband geschmiedet hat, wäre es geradezu unnatürlich, wenn J
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Kronen fällig geworden, dessen Einlösung Bankier Ehren- zweig verweigerte, indem er verlangte, der Sohn solle sich unter väterliche Kuratel setzen lassen und mit einem Jahres- gcld von 10 000 Kronen begnügen. Hierüber entstand ein heftiger Streit zwischen Vater und Sohn, der gestern aus Steiermark in die väterliche Villa in Mauer bei Wien kam, wo für gestern abend auch eine große Gesellschaft geladen war. ES kam zu einer heftigen Szene zwischen Vater und Sohn, der die Unterwerfung unter die väterliche Kuratel verweigerte. Als abends die Gesellschaft in der Villa versammelt war, begab sich Dr. Egon Ehrenzweig in den Garten, ivo er sich erschoß. Die Leiche wurde erst entdeckt, nachdem die Nachbarn auf den Schuß im Garten aufmerksam gemacht hatten.
Erdbeben. Aus Palermo wird gemeldet: Die Erderschütterungen dauern fort. Zwei merkbare Stöße erfolgten um 11 Uhr 20 Minuten vormittags und um 1 Uhr 38 Minuten nachmittags. Von außerhalb werden hauptsächliche Erderschüüerimgen aus Trabia und Termini gemeldet. Der Erdstoß um 1 Uhr 38 Minuten beschädigte an beiden Orten die Häuser derart, daß sie fast unbewohnbar geworden sind. Die Einwohner beider Orte verlassen ihre Wohnungen und kampieren unter Zelten. Die Ortsbehörden verlangen Zelte und Lebensmittel. Die Behörden von Palermo suchen die Bedürfnisse nach Möglichkeit zu befriedigen.
Schadenersatz wegen Bierboykotts. Den Leitern des Bierboykotts in Chemnitz in Sachsen ist die Klage seitens der Ringbrauereien gerichtlich zugegangen. Die Brauereien verlangen 30 000 Mark Schadenersatz unter Vorbehalt weiterer Forderungen.
Eine amerikanische Wette. Eine rührende Geschichte, die verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden, macht gegenwärtig die Runde durch die Pankec-Blätter. Ein Mann hat danach in Chicago mit einem Ladenbesitzer gewettet, daß dieser sein jährliches Einkommen unmöglich durch Annoncieren los werden könne. Der arme Kaufmann ging auf diè Weite ein, fand aber bald, daß er trotz der riesigsten Aufwendungen für Reklamen sein Ziel nicht erreichen konnte, aus dem einfachen Grunde, weil jede Ausgabe seine Einnahmen verzehnfachte. Nach verzweifelten Versuchen, sein Geld durch Reklame loszuwerden, mußte er schließlich die Strafe vollstrecken und die Wette bezahlen. Diese erbauliche Geschichte schließt mit der Moral: „Wer's nicht glaubt, versuche esl"
I)andelr Gewerbe und Verkehr,
Reichsbank. In der gestrigen Sitzung des ZentralauS- schusses legte der Präsident 'Exzellenz Koch an der Hand des Wochenausweises noch dar, daß die Gesamtanlage der Bank um 220 Mill. Mark höher sei als in der entsprechenden Woche des Vorjahres und auch höher sei als in den letzten fünf Vorjahren. Der Metallbestand dagegen sei kleiner als in den fünf Vorjahren. Die Deckung für die Noten betrage 62,2 pCt. und sei um 7 pCl. geringer als im Vorjahre und um 11,2 pCt. geringer als in derselben Zeit 1904. Die Deckung für Noten und fremde Gelder betrage 42 pCt., d. h. 3,6 pCt. weniger als 1905 und 7,3 pCt. weniger als 1904. Der steuerfreie Notenbestand sei mit 24 Mill. Mark geringer als im Vorjahr. Der Privatdiskont habe den Diskontsatz der Reichsbank erreicht. Die Bank von England und auch die Sächsische Bank hätten ihren Diskontsatz bereits erhöht. Somit ergebe sich die Notwendigkeit einer Bankdiskonterhöhung. Man hoffe, vorläufig mit V« pCt. auszukommen, wobei man auch im Auge habe, der stark beschäftigten Industrie das Geld nicht unnötiger Weise zu verteuern. Aus der Mitte des Zentralansschusses wurde auch für die Erhöhung um nur V- pCt. geltend gemacht, daß der. amerikanische Geldbedarf vor der Hand gedeckt zu sein scheine.
Muster-Register.
(Eintragungen bei Königl. Amtsgericht, Abt. 5, in Hanau.)
Nr. 1391. Firma E. G. Zimmermann in Hanau, 46 Muster, verschlossen, plastische Erzeugnisse, Fabriknummern 3395 bis einschließlich 3440, Schutzfrist 3 Jahre, angemeldet am 4. August 1906, vormittags lO1^ Uhr.
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mattes und schwächliches Fühlen den Wunsch verdrängte, sich den Besitz des geliebten Wesens zu erhalten und eifersüchtig über ihm zu wachen. Wenn die Koketterie aber zum Selbstzweck wird und grausame Formen annimmt, wenn wilde Eifersucht allen Vernunftsgründcn Hohn lacht, gewinnt der Fall ein pathologisches Gesicht.
Schwer wirb es allerdings bei diesen Konflikten zu entscheiden fein, ob die krankhafte Eifersucht nur eine Folge leidenschafllicher Zuneigung oder das Symptom einer abnormen allgemeinen Disposition ist. In den meisten Fällen wird man zu der letzteren Annahme kommen müssen. In noch höherem Grade gilt dies aber, wenn Frauen und Männer, bei deren Lebensalter schon eine gewisse Abklärung der Leidenschaft Platz gegriffen haben sollte, plötzlich von einem Liebestauniel erfaßt werden, der sie zu den unzweckmäßigsten Entschließungen treibt. Wer auch nur einen kleinen Einblick in die menschlichen Leidenschaften gewonnen hat, wird sie nicht richten, sondern an das pathologische Element in solchen Naturen denken, die sich nicht in das eherne Gesetz des Familienlebens fügen können:
Die Leidenschaft flieht, Die Liebe muß bleiben!
AlbumblStter.
Liebt die Seele viel, so wird sie groß, Liebt sie wenig nur, so bleibt sie klein, Liebt sie nicht, so bleibt sie eben nichts, Liebe nur kann Wachstum ihr verleih'».
Julius Sturm.
Sag' was du willst, kurz und bestimmt,
Laß alle schönen Phrasen fehlen;
Wer nutzlos unsre Zeit uns nimmt, Bestiehlt uns — und du sollst nicht stehlen. ■
Rittershaus.