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Hanauer G Anzeiger
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MertchShrNch 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg„ für nuB« $*tifr Wvnnentm mit dem betreffenden Postausichlag
Dir einzelne Rum».« kostet 10 Pfg.
Rotationsdruck rmb Verlag der Buchdrucker« des verein, r». Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für StiM= «O Kandkrtis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- undFeierrage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 219 Fsrnspr-chanschlus; Nr. 605* Mittwoch dell 19. September
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Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1906
' Amtliches.
_ Ich habe die bisherigen Hilfssachverständigen cand. phil. Pfeiffer aus St. Goarshausen und Dr. Karl Bâhner aus Marburg a. L. zu Sachverständigen in Reblausangelegenheiten für die Provinz Hessen-Nassau ernannt.
Cassel am 26. August 1906.
Der Oberpräsibent.
v. Windheim. V 6599
Landkreis Qanats♦
BekilmimchWen des KömgWm LMegtsmIs.
Auf Grund des Artikels 40 der Ausführungs-Anweisung vom 25. Juli 1906 zum Einkommen- und Ergänzungssteuer- Gesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Juni d. Js. hat die Königliche Regierung zu Cassel bestimmt, daß die zur nainentlichen Feststellung der Steuerpflichtigen für das Steuerjahr 1907 erforderliche Aufnahme des Personenstandes allgemein Montag der» 22. Oktober d. Js. stattzufinden hat und, wenn sie an diesem Tage nicht zu Ende geführt weiden kann, an den nächstfolgenden Werktagen ununterbrochen fortzusetzen und in möglichst kurzer Frist zum Abschluß zu bringen ist.
Die Herren Bürgermeister und Guisvorsteher setze ich hiervon vorläufig in Kenntnis.
Hanau den 15. September 1906.
Der Vorsitzende
der Einkonnnensteuer-Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.
St 4550 3. V.: Siemon, Reg.-Assessor.
Die Herren Bürgermeister und Guisvorsteher werden darauf hingewiesen, daß bei Aufnahme von Kranken in das hiesige Kandkrankenhaus die nach Amtsblatt Nr. 13 von 1876 Seite 58 Zister 149 vorgeschriebenen Aufnahme-Anträge vor der Aufnahme eingesandt, spätestens ab^r bei der Zuführung des Kranken abgegeben werden müssen.
Zur Festsetzung der zu zahlenden Verpflegungskosten bezw. Anordnung über kostenfreie Verpflegung bedarf es der ausführlichen Beantwortung der Frage nach den Vermögensund Erwerbsverhältnissen des Kranken und des Zahlungspflichtigen.
Bei Aufnahme verheirateter oder verwitweter Personen
Kleines Feuilleton,
Kunst und Leben.
8 Kirchenkonzert. Aus W i n d e ck e n wird uns geschrieben: Wie aus einigen Veröffentlichungen im „Hanauer Anzeiger" in der vorigen Woche ersichtlich war, hat der gemischte Chor der Marienkirche in Hanau in unserer evangel. Stiftskirche am Sonntag den 15. d. M. ein Kirchenkonzert veranstaltet. Der gute Ruf, den genannter Chor in unserem Städtchen von einem früheren Konzert her noch hat, ließ auch jetzt wieder Gutes erwarten. Die Besucher des letzten Konzerts sind denn auch in ihren Erwartungen nicht getäuscht worden. Der Verein, der, wenn ich recht gezählt habe, in einer Stärke von 34 Damen und 12 Herren auftrat, leistete unter der sicheren und zielbewußten Leitung seines Dirigenten (Herr Lehrer Wagner in Hanau) Vorzügliches. Auch die Solisten (Fran Pfarrer Wohlfahrt und Herr Frischkorn, ein Mitglied des Vereins, beide aus Hanau) boten in ihren Vorträgen Formvollendetes. Wenn man so das vorliegende Programm der Reihe nach durchgeht, weiß man wirklich nicht, welcher der acht Vortragsnummern im Gesänge man den Vorzug geben soll, sei es inberug auf die Schönheit des Liedes selbst oder inbezug auf die korrekte Wiedergabe desselben. Man höre nur den herrlichen Osterchor von Dr. Herzog: „Ich bin die Auferstehung und das Leben" mit seiner kräftigen Durchführung des Chorals: „Jesus meine Zuversicht" durch den Sopran, und die edle, anschmiegende Figurierung desselben durch Alt, Tenor und Baß! Oder man höre den frisch und froh eingesetzten und ebenso durch- erten Tonsatz: „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut!"
t je bei ähnlichen Gelegenheiten in andachtsvoller Stille gelauscht wurde, dann war cs bei dem herrlichen Solovor- trage der Frau Pfarrer Wohlfahrt: „Mache mich selig, 0 Jesu !" mit dem hinter der Orgel gesungenen dreistimmigen Echo: „Mache mich selig, 0 Jesu I" Man hätte, um einen | bildlichen Ausdruck zu gebrauchen. Gras wachsen hören
ist auch anzugeben, wieviel Kinder in der betreffenden Familie vorhanden sind.
Hanau den 15. September 1906.
Der Königliche Landrat.
V 6761 v. Beckerath.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher ersuche ich mir ihren Bedarf an Quittungskarteu für die Invalidenversicherung (Formular A und B) für das kommende Jahr bestimmt binnen 3 Tagen anzuzeigen. Dabei wird der Bedarf so reichlich zu bemessen sein, daß im Jahre 1907 Nachbestellungen voraussichtlich nicht nötig werden.
Bei dieser Gelegenheit weise ich wiederholt darauf hin, daß das Formular B nur für solche freiwillig Versicherte auszustellen ist, für welche früher noch niemals auf Grund verstchsruttgspflichtiger Tätigkeit Beitragsmarken verwendet worden sind, und daß die Personen, welche einmal dem Versicherungszwange unterlegen haben, Quittungskarten nach Formular A weiter gebrauchen müssen, auch wenn sie sich freiwillig fortversichern.
Hanau den 17. September 1906.
Der Königliche Landrat.
J 832 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Hus Yan au Stadt und Eand*
Kanal», 19. September.
* Rangverhältnis und Uniform der höheren technischen Beamten der technischen Institute usw. Den Betriebsdirektoren I. Klaffe ibei den technischen Instituten, dem Chefkonstrukteur beim Artillerie-Konstruktionsbureau und dem Direktor des Militärversuchsamtes wird der Rang der Räte III. Klasse, den Betriebsdirektoren II. Klasse beim Kriegsministerkum, bei der Feldzeugmeisterei und den technischen Instituten, den Konstrukteuren I. Klasse beim Artillerie- Konstruktionsbureau und den Abteilungsvorständen beim Militärversuchsamt der Rang der Räte IV. Klasse beigelegt. Die Konstrukteure II. Klasse beim Artillerie - Konstruktionsbureau und die Betriebsleiter bei den technischen Instituten und beim Militärversuchsamt zählen zur V. Klasse der höheren Provinzialbeamten. Diese Beamten sind sämtlich obere Militärbeamte, die Betriebsasststenten und die als solche beschäftigten Königlichen Regierungsbaumeister gehören zu den nicht etatsmäßigen oberen Militärbeamten. Die genannten technischen Beamten stehen als obere Militärbeamte im Offizierrange und gelten daher nach der Allerhöchsten Kabinettsordre vom 11. April 1903 sämtlichen Unteroffizieren und
können. Die Spannung löste sich erst einige Augenblicke nach dem Verklingen des letzten Echos in einem tiefen, langen Atemzuge auf. Dieselbe Wirkung erzielte Herr Fr i s ch - korn mit seinen Nummern, besonders dem tief empfundenen Gebet: „Herr, den ich tief im Herzen trage I" Soll man bei allen Gesangsnummern den edlen, vollen, runden Ton mehr bewundern, oder die überaus klare, deutliche Aussprache ? Ja, das ist schwer zu entscheiden, denn alle, mit denen Schreiber dieser Zeilen darüber sprach, lobten beides. Herr Organist Paulstich, der ja hier auch noch bekannt ist von der Abnahme unserer neuen Orgel her, bearbeitete sein Lieblingsinstruinent mit gewohner Meisterschaft, sowohl in den drei großen Darbietungen (fünfstimmige Fuge von Back, Adagio molto von Rheinberger und eine Konzertfantasie von Tschirch) als auch in deu Begleitungen der Solovor- träge. Schade, daß er manches nicht so fein ausführcn konnte, wie er wollte, über die beschränkte Anzahl der klingenden Stimmen unserer Orgel ließ es nicht zu. Wenn es zu bedauern ist, dann ist es der Umstand, daß der Besuch des Konzerts nicht so gut war, wie er wohl hätte sein dürfen, einmal mit Rücksicht auf den Verein selbst, dessen Leistungen doch hier schon als gute bekannt waren, und dann auch mit Rücksicht auf den edlen Zweck desselben, denn der Verein hatte in hochherziger Weise ein Drittel des Ertrages unserer hiesigen Schwesterustation überwiesen, wofür ihm auch an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt sei. Hoffentlich hat dieses Konzert für unser Städtchen auch einen praktischen Erfolg, nämlich den, daß dem eben wieder neu ei- stehenden Kirchenchor tüchtige Mitglieder zugeführt werden, die ihre Kräfte in den Dienst der edlen Süngeskunst stellen zur Ehre und zum Lobe Gottes und zur Erbauung der Gemeinde.
Ei»» Wagnersänfter. Dr. jur. Rudolf Proell ist, wie aus Frankfurt gemeldet wird, für die Komische Oper in Berlin verpflichtet worden. Proell, der 1859 in Budapest geboren wurde, hatte sich auf Wunsch seines Vaters juristischen Studien zugemandt. In seinem 30. Lebensjahre wandte er sich der theatralischen Laufbahn zu. Er fand in Hambura
Gemeinen des Heeres gegenüber als „Höhere im Dienstrange". — Weiter sind Bestimmungen erlassen über die Uniformierung der höheren technischen Beamten.
/ Der Provinziallandtag für die Provinz Hessen- Nassau wird nächstes Jahr wieder zu einer Tagung zusammentreten. Der Landes - Ausschuß, der jetzt in Cassel tagt, beschloß nach einem Telegramm unseres X-Korre- spondenien als Termin für die Einberufung den 6. Mai 1907 vorzuschlagen.
* Rückkehr aus dem Ma»»övergelände. Di» Infanterie trifft heute abend in zwei Abteilungen von Mainz kommend am Ostbahnhof ein. Die erste Abteilung trifft um 7.41, die zweite um 9 Uhr ein.
* Eine wichtige Entscheidung hat der erste Strafsenat des Reichsgerichts gefällt. Er hat anerkannt, daß ein „Eingesandt" oder „Sprechsaal"-Artikel, worin unter voller Namensunterschrift im Interesse des Publikums ein Mißstand öffentlich gerügt wird, die Absicht der Beleidigung ausschließt und daher Straflosigkeit aus § 193 des Strafgesetzbuch« genießt, soweit die Form nicht beleidigend ist.
* Der Verband der Grossisten des Edelmetallgewerbes beabsichtigt, der Preiserhöhung der Bijouteriefabrikanten folgend, eine Erhöhung der Grosststenpreise eintreten zu lassen.
* Besprechung. Diejenigen Vereine rc., welche an dem Beschlusse, bis 1. April 1907 keine Festlichkeiten abzuhalten, beteiligt waren, werden zu einer wichtigen Besprechung auf morgen Donnerstag den 20. September, abends 8l/a Uhr, in das „Löwengärtchen" eingeladen.
* Eisenbahn - Güterverkehr. Mit der Eröffnung der Neubaustrecke Hünfeld-Wenigentaft-Mansbach, voraussichtlich am 1. November, treten in den Gütertarifen erhebliche Entfernungskürzungen im Verkehre über Hünfeld- Salzungen ein. Beispielsweise beträgt die künftige Entfernung Frankfurt a. M. (Hauptbahnhof)-Salzungen 185 km, was gegen jetzt eine Kürzung von 55 km und für eine Wagenladung der Kasse B eine Fachtverringerung von 33 Mk. bedeutet. Herr Eisenbahnsekretär Henkel-Frankfurt a. M. hat die neuen Entfernungen für Frankfurt, Offenbach und Hanau mit 72 Stationen zusammengestellt. Die Inhaber des entsprechenden Ortsgütertarifs erhalten das Berichtigungsblatt unentgeltlich Poststraße 6, Frankfurt a. M., in der Amtlichen Äuskunfisstelle.
* Fahrraddieb. Kürzlich wurde im Vorraum des St. Vincenzkrankenhauses das einem Mühlheimer Arzt gehörende Fahrrad entwendet. Das Fahrrad ist jetzt in Friedberg ermittelt und der Fahrraddieb auch festgenommen worden.
sein erstes Engagement. 1895 wurde er für Frankfurt a. M. verpflichtet. Er wird namentlich als Wagnersänger geschätzt.
Zur goldenen Hochzeit des Großherzogspaares von Baden.
20. September.'
Ein Halbjahrhundert taucht in Gold Euch eurer Myrthen grüne Ranken — Der Zeiger rückt, das Weltrad rollt, Und rückwärts fliegen die Gedanken:
Großherzog Großherz klug und klar Half einst des Reiches Krone schmieden;
Wenn Badens Friederich nicht war, Schien ihr noch manche Frist beschieden.
Deutsch, ritterlich, von Herzen mild, Sein Rat wie Gold schwer an Gewichte, So weiset Freund und Feind sein Bild Die unbestechliche Geschichte.
In Leid wie Freud hat treugemut
Sein traut Gemahl sich stets erwiesen,
Die edle Frau aus Zollernblut,
Luise, Großkind von Luisen.
Sie segnen, die ihr je genaht
Mühselig seufzend und beladen; Warmherzig hilft mit Trost und Tat Allzeit „die gute Frau von Baden".
Ein Doppelbildnis hehr und schlicht!
Man mag die beiden immer trennen,
Und wer von Friedrich rühmend spricht,
Muß freudig auch Luisen nennen!
Hurra dir, Deutschlands treuem Sohn, Heil, Fürstin dir, voll Huld und Gnaden!
Noch lange ziere deinen Thron,
VielliebeS Herrschervaar von Baden! & E,