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Die emjd* Stumm« kostet 10 Pf«.
RetctUuBbutd uab Verlag der Buchdruck«« ix» ixâ ei. Waisenhaus«» m Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für §tM- and Fan-Kreis Sanaa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Beeaniwsrü. Redakteur: S. Schricker in Hamm-
Nr. 66
Fermprechanschlust Nr. 605
Montag dm 19. Mürz
Fernsprechanschlutz Nr. 605»
1906
HierM
„Amtliche Beilage Nr. 4."
Amtliches
Eandkreis Hanau.
BekNntNchMileil Ks Kömgli-en LMdratsMts.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher mache ich auf die Bestimmung im Artikel 801 der Ausführungs-Anweisung vom 6. Juli 1900 zum Einkommensteuergesetz aufmerksam, wonach die Einkommen- und Ergänzungs» steuer Zu- und Abstangslisten für dasII Halbjahr 1905 mit den zur Begründung gehörigen Belegen aw 20, d» M. dem Unterzeichneten einzureichen sind.
Hanau den 17. März 1906.
Der Vorsitzende
der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommisston für den Landkreis Hanau.
St 1710 I. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.
Unter Hinweis auf die Bestimmung im Artikel 83 Nr. 2 der Ausf.-Anweisung vom 6./7. 00 zum Eink.-Ges. veranlasse ich die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher, die erforderlich werdenden Allsfallliste« über Einkommen- und Ergänzungssteuer in doppelter Ausfertigung nebst Unterlagen (Pfändungsprotokolle, Versicherungsprotokolle u. s. w.l am Schlüsse dieses Monats der Königlichen Kreiskaffe einzureichen.
Hanau den 17. März 1906.
Der Vorsitzende _ der Einkommensteuer - Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.
St 1711 I. V.: v. Schlieben, Reg.-Affessor.
Erloschen: Die Schweineseuche in Beckersheim, Landkreis Frankfurt a. M. ' ,
Hanau den 17. März 1906. V 1754
Stadtkreis Hanau. Schulsache.
Die für die Mittel- und Volksschulen angemeldeten Kinder sind Mo«tag de« 2, April, vormittags 10 Uhr, der Schule zuzuführen.
Der Stadtschulinspektor.
Lorenz. 6014
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Feuilleton.
Stadtthcatcr in Hana«.
— Ha«a«, 1?. März.
Thilo von Trotha, der bekannte Mitarbeiter Gustav v. Moser's, enthielt sich in seinem wieder einmal nach 2jâhriger Paust aufgeführten vieraktigen Lustspiel „Hofgizsist" jeglicher Mittel, die seinem Werke einen anderen Beigeschmack als recht süßlich und milde verleihen konnten, wodurch eben der gestrige Benefizabend unserer munteren Liebhaberin Frl. Hermine Bachmann bezüglich der künstlerischen Wertung, gerade wie die Mehrzahl der vorausgegangenen, auf einem Niveau stand, der lediglich dem Zwecke „zur U ntrrhaltung" diente. Nach dieser Richtung hin kam denn auch der dankbare, anspruchslose Hörer, ohne die Gesetze scharfer Logik als Wertmesser anzuwenden, hinreichend auf seine Rechnung, denn außer den gerade nicht immer sehr wahrscheinlichen, dagegen aber feingesponnenen und mit unleugbarem Bühnengeschick herausgearbeiteten Situationen, gelang es dem Autor, mit der umfangreichen, stücktragenden Naiven-Partie „Nicky" einen Lustspielcharakier zu creiren. der dmch die ihnen anhaftende Originalität den ungetrübten Heiterkcitserfolg dieses Werkes, das wohl heute in keinem Repertoir unserer Bühnen mehr zu vermissen ist, stets herbeiführen hilft und wodurch sich Trotha ferner die rückbaltlose Dankbarkeit aller Vertreterinnen jenes „Backfisch-Faches" zweifellos errungen haben dürfte. Frl. Bachmann konnte im großen und ganzen den Anforderungen ihrer Aufgabe, jenes unternehmungslustigen offenherzigen Gutsbesttzertöchtcr- chens, genügen; doch würde sie noch wirkungsvoller gewesen sein, wenn sie die Rolle von vornherein weniger überlegen gespielt und gleich mehr die unbewußte Naivelät, die den Grundton des Wesen« dieses Charakters ausmacht, ange-
Bekanntmachung für Kcsselstadt.
Die Gemeindevertretung hat in den Sitzungen vom 13. und 16. d. Mts. die Wahrung des § 23 der Landgemeindeordnung bei der am 10. März 1906 stattgehabten Wahl für genügend erachtet und infolgedessen die Wahl des Gold- arbeiters ^tan$ Naael für gültig erklärt. Es findet daher die für die III, Abteilung auf Samstag den 24, Mârz er. anberaumte nochmalige Wahl nicht statt.
Einsprüche hiergegen sind bis zum 2, April 1906 beim Bürgermeisteramt anzubringen.
Keffelstadt den 19. März 1906.
6049 Bürgermeisteramt.
Hus Hanau Stadt und Eand,
Hanau, 19. März.
* Besichtigung. Der neue Kommandeur der 21. Division, Generalleutnant Frhr. v. Gayl, besichtigte am Samstag dahier das Infanterie-Regiment Hessen-Homburg Nr. 166 und das thüring. Ulanen-Regiment Nr. 6.
* Manöver. Die 21. Division manövriert in diesem Jahre in Rheinhessen, die 25. Division in der Provinz Starkenburg. Ein Manöver Division gegen Division findet in diesem Jahre beim 18. Armeekorps nicht statt.
* Schwere Verkehrsstörungen beeinträchtigen gegenwärtig den Verkehr auf der Bahnstrecke Hanau-Bebra. Nach den uns gewordenen Informationen haben bei Bahnhof Elm erhebliche Senkungen des Bahnkörpers stattgefunden, sodaß der Betrieb nur noch eingleisig aufrecht erhalten werden kann. Drei Gleise mit den Stellwerksvorrichtungen sind fast ganz unterspült und können vom Verkehr nicht mehr benutzt werden. Als Ursache dieser Kalamität vermutet man Quellengebiete unter dem dortigen Boden, es werden daneben aber auch wohl die zahlreichen Niederschläge des diesjährigen Winters eine Rolle spielen. Die Königl. Eisenbahnbetriebs-Inspektion teilt uns auf Anfrage noch mit: Wegen starker Bodensenkungen ist das Hauptgleise auf der Strecke Schlüchtern-Elm gesperrt. Die Strecke gilt als eingleisig.
* Heftiges Schneetreiben trat heute morgen ein, das ununterbrochen anhält.
* Groben Unfug verübten junge Leute in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Sternstraße durch Einwerfen von Fensterscheiben u. a. m.
* Vergiftete Hunde. Dem Wirt „zur Rosenau" sind zwei wertvolle Hunde eingegangen, die dem Anschein nach vergiftet worden sind.
schlagen hätte. Echt ritterlich und mit liebenswürdigen Allüren gestaltete Herr Hauser Pinen edelmütigen „Fürst" dessen „Mutter" durch Frl. Müller zufriedenstellend durchgeführt erschien. Den überlegenen Humor des zartbesaiteten geschniegelten Kammerherrn „v. Roden" hatte Herr Steger ergötzlichst zur Verfügung, und Frl. Behre n s verkörperte die fürsorgliche Gräfin „Birkenfeld" in wirftam distinguierter Sprechweise. Recht sympathisch im äußeren Auftreten, bot uns Frl. H o I m als die in glückverheißende, Hoffnungen harrende „Prinzeß Elisabeth" eine Darbietung, die von wahrer Empfindung und Herzlichkeit zeugte; auch können wir der jungen Künstlerin für die am letzten Mittwoch recht glücklich beendete Partie der „Toinette" („Eingebildete Kranke") unser uneingeschränktes Lob zollen. Herr O s c a r s e n gab der kleinen Rolle des urwüchsigen, strammen Gutsbesitzers „Baron Hohenstein" Blut und Leben, wie auch ein charmanter, schneidiger Cavalier „Leo von Halden" in Herrn N a ch b a u r treffend erstand. Die übrigen kleinen Rollen geben zu einer kritischen Beurteilung weiter keinen Anlaß, nur sei die gelungene Regieführung des Herrn Steger noch lobend hervorgehoben, sowie das Vorhandensein üblicher Ueberraschungen für Frl. Bachmann. Der Besuch des Theaters ließ sehr zu wünschen übrig.
Vor einem stark besuchten Hause ging gestern abend das 4aktige Schauspiel „Eva" des produktiven Dramatikers Richard Doß wieder einmal neu einstubiert an unserer Bühne in Szene. Wenn auch dieses Werk nebst den Schauspielen „Alexandra" und „Brigitta" vielfach dazu beitrug, die Popularität des gewandten Autors in der literarischen Welt zu sichern, so konnte Voß, trotz seiner ungewöhnlichen dramatischen Begabung, mit der er alle raffinierten Künste der Bühnentechnik beherrscht, durch diese Schöpfungen nur auf einen gewissen periodischen Sensations-Erfolg zurückblicken, da die Lösung seiner poetisch unerquicklichen Konflikte mehr eine peinlich schaudernde Wirkung hervorruft, als rein tragisch zu
• Die Bestimmunften für die Uebungen des Beurla«btenstandes im Jahre 1906 werden in einer besonderen Beilage zum „Armee-Derord.-Bl." bekannt gegeben. Darnach sind beim 18 Armeekorps ein Reserve-Jnfanterie- Regiment und eine Reserve-Feld-Artillerie-Abteilung für das Manöver zu bilden.
* Stadttheater. (Wochenspielplan.) Mittwoch t 5. Serie Nr. 9 (statt 10) „Die Camelien dame“. Freitag: Benefiz für Fräul. Müller. Neu einstudiert. „Der Dornenweg", Schauspiel in 3 Akten von Felix Philippi. Hierauf: „Frauenliebe und Leben", Lieder-ZykluS mit lebenden Bildern. Sonntag, nachmittags halb 4 Uhr: „Alt-Heidelberg"; abends 7 Uhr: 5. Serie Nr. 11. Neu einstudiert. „Monna Vanna", Schauspiel in 3 Auszügen von Maeterlinck.
* Dortrag. Wir verweisen auch an dieser Stelle aus die in dem heutigen Inseratenteil befindliche Einladung der Turngemeinde zu dem morgen abend um halb 9 Uhr statt» findenden Vortrag des Nervenarztes Herrn Dr. med. Otto Dornblüth. Dieser hochinteressante Vortrag ist für die Mitglieder sowohl als auch für alle Freunde körperlicher Bewegung kofienloS zugänglich, ebenso ist der Besuch von Damen erwünscht.
* Frühlingsanfang. Der Kalender verspricht unS diese schöne Zeit wohl erst am 21. März, die linden Lüfte, die schönen Tage der vergangenen Woche, die Rüstungen der Natur lassen uns aber annehmen, daß der Winter mit der Regenperiode der vergangenen Wochen einen seiner letzten Trümpfe ausgespielt und der Frühling die Partie gewonnen hat. Schon der Samstag brachte uns einen warmen, sonnigen Frühlingstag, dem der gestrige Sonntag in nichts zurückblieb, und unser wanderlustiges Völkchen schwärmte in Hellem Haufen hinaus ins Freie; Radler und Autler veränderten mit einem Male das Straßenbild, die Wälder waren erfüllt von dem Jauchzen und Singen froher Wrenschen, das vom Chor der Vögel begleitet war. Es war über Nacht Frühling geworden. Welch sonderbarer Zauber liegt schon in dem Wort, mit dem wir die schönste aller Jahreszeiten bezeichnen, die uns die Wiedergeburt der Natur bringt. Die schönsten Bilder steigen in uns aus und man kann Frühling nicht aussprechen, ohne an die lauen Strahlen der Sonne, die reine Luft, an blühende Gärten, an feenhaft geschmückte Mädchen zu denken, die sich an den Erstlingswerken beginnender Vegetation, den, Weidenkätzchen, Schlüsselblumen, den lieblichen Gänseblümchen, den Veilchen, oder auch an den hübschen zweifarbigen Blüten des Lungenkrautes zu erfreuen. In den Jubel stimmt alt und jung ein und selbst der trockenste Philister kann es sich nicht versagen, einen Spaziergang nach den Waldungen zu machen. Schon lange rüsten sich die Sänger durch Einübung von'Frühlingsliedern, um bei Ausflügen bei Wiedergabe derselben an der passenden erschüttern. Vom Dichter verlangen wir, daß er unS Typisches und das eherne Walten des Schicksals erleben läßt, Ereignisse, an denen wir mitfühlend und im höchsten Sinne mitleidend teilnehmen können, weil mir sie als allgemein- menschlich erkennen, während es Voß weniger gelang, in diese Sphäre die Gestalten und Geschicke seiner Menschen zu heben. So ist denn auch das dramafische romanhafte Gemälde „Eva" zu denjenigen Werken zu rechnen, deren Eindruck nur solange frappiert, als uns der Bann der Dichfimg fesselt und uns der Fortgang der ausgeklügelten Handlung interessiert, weshalb das rühmlichste an diesem Schauspiel lediglich in den plastisch hervortretenden Weltmenschen zu suchen ist, die der Dichter recht sorgfälfig zu zeichnen verstand.
Zunächst sind wir in der angenehmen Lage, über eine äußerst abgerundete und von Herrn Ober-Reg. Sieger recht stimmungsvoll inszenierte Vorstellung referieren zu können, die auch inbezug auf Tempo, sowie Jneinanderspiel nichts zu wünschen übrig ließ. Die unter dem Schmerz bitterer Entsagung schwer geprüfte und vollends zerknirschte Frauenseele „Eva" war bei Frl. Braune ganz vorzüglich aufgehoben- Die Leistung des Herrn H aus erals „Elimar", jenes Menschen, der sich in seinen Unternehmungen stets von den Eingebungen des Augenblicks hinreißen und bestimmen läßt, können wir ebenfalls als höchst erfreulich bezeichnen. Der Künstler ging in nicht zu unterschätzender Weise in Ausarbeitung seiner Rolle scharf vom Psychologischen aus, gestaltete sicher und diskret und sprach mit ebenso viel Empfindung wie Natürlichkeit. Den edelmütigen aufopferirdcn „Johannes Hartwig" wußte Herr- Kempf mit der nötigen Kraft und Besonnenheit vortrefflich zu zeichnen, ohne nur einmal in effekthaschende Extasen zu verfallen, zu der jene Partie des öfteren Gelegenheit bietet. Obschon Frl. Helliot als „Toinette" ein angemessenes bestimmtes Auftreten bewies, wirkte sie int vierten Akte ziemlich monoton und farblos, es hätte ihre Erzählung mit mehr Wärme und einpfindsamer Herzlichkeit zu Gehör gebracht werden müssen. Frl. Müller wußte für die