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General-Anzeiger

Awtliihts SkW für Stolt- and Fandkreis Kman.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristisch« Beilage.

Nr. 295* ^tnfpreMW Nr. «05. Dienstag den 18. Dezember !»Mw^«^i»>aH»miiw»weaiKi!^Ma^i«Mwwwi;^^,>|Wj,,B?CTmaMaBJa^^ .....»jMgewgg

Mernsprechanschlntz Nr. ««5. 1906

AtIevtigeMMltt Wfaßt cher d.MchckWbM

12 Seiten.

Hierz« Amtliche Beilage Nr. 21."

Amtliches.

Landkreis Ran atu BekMtmchMgen des Kömglichen LNhMmtß.

In Hüttengesäß ist die Rotlaufseuche (BaSsteinblattern) erloschen.

Die Gehöftssperre ist aufgehoben.

Hanau den 14. Dezember 1906.

Der Königliche Landrat.

V 9076 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

In Hochstadt ist die Schweineseuche festgestellt worden. Die Gehöfts'perre ist angeordnet.

Hanau den 14. Dezember 1906.

Der Königliche Lanbrat.

V 8990 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Handelsregister.

Firma Foell & Comp. in Hanau :

Unter dieser Firma ist mit dem Sitze in Hanau eine offene Handelsgesellichaft errichtet worden, welche am 1. Dezember 1906 begonnen hat.

Gesellschafter sind:

1. Kaufmann Jakob Foell,

2. Ziseleur Karl Gluth, beide in Hanau.

Hanau den 8. Dezember 1906.

Königliches Amtsgericht 5. 26908

Hus Ran au Stadt und £and.

Hanan, 18 Dezember.

* Der Dank der hessischen Landwirte an Minister von Podbielsky. In der letzten Vorstands­sitzung der Landwirtschaftskammer für den Reg.-Bez. Cassel wurde beschlossen, an den bisherigen Landwirlschaftsminister v. Podbielsky eine Dankadresse zu senden. Die Adresse hat folgenden Wortlaut: Euer Exzellenz habe ich die Ehre im Namen und im Auftrag des Vorstandes der Landwirt- schaftskammer für den Regierungsbezirk Castel dessen schmerz­liches Bedauern anszudrücken, daß Euer Exzellenz sich durch die Rücksicht auf körperliches Befinden veranlaßt seben mußten, von dem Amte zurückzutrelen, dessen jahrelange segensreiche Leitung Euer Excellenz das Vertrauen und die Dankbarkeit aller Landwirte erworben hat. Der Vorstand benutzt die Gelegenheit seiner ersten Tagung Nach Euer Exzellenz De­mission, um diesem Danke, indem er sich eins weiß mit der Gesamtheit der hessischen Landwirte, wärmsten Ausdruck zu geben. Euer Exzellenz klare Erkenntnis der wirtschaftlichen Notlage, die freimütige Festigkeit, mit der Euer Exzellenz die Interessen der Landwirtschaft vertreten haben, für dieselben eine wirtschaftliche Position erkâmplt, von der eS knöglich er­scheint, wieder mit einigem Vertrauen in die Zukunft zu schauen. Das wird Euer Exzellenz allzeit unvergessen bleiben! Möchten Euer Exzellenz? in dem Bewußtsein dieser Dankbarkeit einigermaßen Entschädigung finden für die Kränkungen, welche Euer Exzellenz durch die maßlosen An­griffe und die gehässigen Verdächtigungen von gegnerischer Seite zu teil geworden sind. Mit dem Ausdruck des Dankes verbinden wir die wärmsten Wünsche für eine recht baldige Genesung Euer Exzellenz und hoffen zuversichtlich, daß Euer Exzellenz bald wieder teilnehmen können an der Verteidigung des glücklich Erreichten, um es zu festigen und anszubaucn zum Segen des gesamten Vaterlandes, v. Stockhausen, Vorsitzender.

* Sieden Prozent Reichsbankdiskont. Das Reichsbankdirektorium hat sich nach längerer Beratung dahin entschieden, daß infolge des ungünstigen Standes derRcichS- bauk eine Diskonterhöhung nicht zu umgehen fer, und zwar wird die Erhöhung um ein volles Prozent auf 7 Prozent beabsichtigt. Der Zentralausschuß der Reichsbank ist vor­aussichtlich schon auf heute vormittag einberufen worden, um die Diskonterhöhung ru beschließen. Daß der Zentral­

ausschuß den Anträgen des Direktoriums beitreten und die Erhöhung des Satzes auf 7 Prozent beschließen wird, ist nicht zu bezweifeln, denn die ganze Lügender Dinge am Geld­markt weist gebieterisch auf die Notwendigkeit dieser Maß­nahme hin. In London hat der Privatdiskont den Banksatz erreicht, die Bank von England hat Goldausgänge zu ver­zeichnen gehabt und damit rückt die Möglichkeit einer Ver­steifung des englischen Wechselkurses sehr nahe, selbst wenn die Bank van England ihrerseits keine neuen Diskontverände- rungen vornehmen sollte. Auch in Paris zeigt sich größere Zurückhaltung der Geldgeber. Zu alle dem kommt aber der schwache Stand der Reichsbank hinzu, die zwar am Schluß der ersten Dezemberwoche eine kleine Besserung verzeichnen konnte, trotzdem aber den zum Jahresschluß zu erwartenden Anforderringen weit schwächer als in den vergangenen Jahren gegenüberstand. Der Ausweis für die zweite Dezemberwoche liegt im Augenblick noch nicht vor, es dürfte aber eine weitere Schwächung des Standes der Bank erkennen lassen und somit zu dem Entschluß des Direktoriums beigetragen haben, den Diskont auf 7 Prozent zu erhöben. Daß Indu­strie und Handel einen Diskontsatz von 7 Prdzent, der zum letzten Mole auf den Wendepunkt der Hochkonjunktur der Jahre 1899 1900 zur Anwendung kam, drückend empfinden, ist nicht zu bezweifeln und es ist daher zu wünschen, daß es der Reichsbankleitung gelingen möge, mit Hilfe dieses Mittels baldigst zu einer entscheidenden Besserung des Stan­des der Bank und damit wieder zu einer Ermäßigung ihres Diskontsatzes zu gelangen.

* Bibelsittnde. Heute abend 81/* Uhr findet Bibel­stunde im evangel. VereinS^ruft statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.

Eisenbahn-Personalien. Versetzt wurden: Eiien- bahnsekretär Waldeyer von St. Johann-Saarbrücken nach Frankfurt, Eisenbahnsekretär Stieglitz von Kattowitz nach Frankfurt. Bahnmeister Holler in Gießen ist in die Stelle eines techn. Bureauasststenten überführt. Die Prüfung zum Lokomotivführer haben bestanden die Lokomotivheizer: Bohn und Eibach zu Frankfurt, Becker und Baier zu Hanau, Hohmann, Fischer und Heiden zu Bebra, Setring zu Offen­bach.

* Personalien. Die Verwaltung der Senckenbergi- schen Naturlorschenden Gesellschaft in Frankfurt a. M. hat den seitherigen Custos, Dr. Fritz Römer, zum Direktor

ihres Museums ernannt.

* Die Bischosswahl in Mulda findet nach einem Telegramm unseres Fuldaer Korrespondenten am 29. Dezember statt.

* Stadttheater. Eine noch nie dagewcsene Einheit­lichkeit werden am 1. Weihnachtsfeiertag d. Js. die Theater­zettel der besseren deutschen Bühnen zeigen. An diesem Tag gelangt fast überall das LustspielH u s a r e n f i e b c r" von Kadelburg und Skowronnek bei aufgehobenen! Abonnement zum ersten Male zur Darstellung. Bis zu diesem Termin hat dasLustspielbaus" in Berlin das alleinige Recht der" Aufführung dieses Stückes, das dort seit Monaten allabend­lich bei stets ausverkauften Häusern gegeben wird. Der @ r fo l g dieses neuen Lustspiels übertrifft bei weitem den vonKrieg im Frieden",Im weißen Röß'l" undA l t - H ei d el b er g".Billets zur hiesigen Premiöre am 25. d. Mts. können schon von morgen Mittwoch ab an der Theaterkasse bestellt oder in Empfang genommen werden.

* Stadttheater. Blumental und Kadelburgs bekannter und beliebter SchwankHans H u ck e b e i n" geht morgen letztmalig in Szene.

* Das Senckenbergische Natnrhiftorische Mu­seum zu Aranksurt a. M. wird wegen der Vorbe­reitungen zum Umzug, der im nächsten Frühjahr in den Neu­bau an der Viktoria-Allee er eigen soll, vom 20. d. M. an geschloffen. Am Mittwoch den 19. Dezember ist das Museum von 24 Uhr nachmittags zum letzten Male für das Publi­kum geöffnet.

Das Damhofer-Ynintett erzielte am vergangenen Sonntag durch ein zweites Konzert imDeutschen Haus" einen durchschlagenden Erfolg. Der große Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die prachtvollen Liederspenden fanden ein dankbares Publikum, das nicht endenivollendcn Beifall spendete.

* Jmmobilienverkehr. Der Hanauer Kreditverein verkaufte am Samstag 1428 Quadratmeter seines Terrains an der Frankfurter Landstraße zum Preise von Mk. 20. per Quadratmeter.

* GesangvereinTonblüthe". Vergangenen Samstag abend versammelten sich die Mitglieder des Ge­sangvereins -T o nb l ü t h e" in fast vollzähliger Zahl im

Vereinslokal zür Feier des 28jährigen Jubiläums der beiden Mitglieder Herren Friedrich Cöstrr und Carl Royer. Nachdem beide Jubilare bereits vorher an den betr. Abenden durch Ständchen geehrt wurden, fand diese sinnige Feier, mit welcher zugleich ein gemeinschaftliches Essen verbunden war, welches dem Restaurateur Herrn Karl Matthäus alle Ehre machte, um 9 Uhr ihren Anfang. Von dem Vor­sitzenden des Vereins, Herrn Jos. Bender, in das festlich geschmückte Vereinslokal geleitet, wurden die Jubilare von den Sängern mit dem Sängergruß empfangen. Nach einer der Feier angemessenen Ansprache seitens des Vorsitzenden, worin derselbe hauptsächlich die Verdienste des Jubilars Herrn Cöster, als 16jâhrigeS Vorstandsmitglied gedachte, da er sein Amt als Kassierer zur größten Zufriedenheit der Mitglieder verwalte, ebenso den Jubilar Herrn Royer als einen der eifrigsten Sänger schilderte und denselben als Vor­bild den jüngeren Sängern darstellte, wurden den beiden Jubilaren sinnige Geschenke und Diplome überreicht, welche dieselben in sichtlicher Bewegung entgegennahmen und zugleich ihren Dank für die ihnen erwiesenen Ehren aussprachen. Bei weiteren Ansprachen, Chorgesängen, Rrzitatiâken, Solis, Humor. Vorträgen, Absingen allgemeiner Chorlieder und Musik, erreichte diese schöne Feier in vorgerückter Stunde ihr Ende. Erwähnt sei noch, daß seitens der sämtlichen Jubilare deS Vereins (12 an der Zahl) der Chor:Schäfer? SonntagS- lied"zum Vortrag gebracht wurde, welcher bei allen Anwesen­den den größten Beifall hervorrief. Möge eS dem Gesang­vereinTonblüthe" beschieden sein, auch dieser Jubiläums­feier noch weitere anzureihen. Die schon in den nächsten Jahren bevorstehenden Jubiläumsfestlichkeitrn sind ein Be­weis, daß dieser Verein sich eines gesunden und festen Stammes zu erfreuen hat, welcher seine Beste immcrmehr ausbreiten und auch weiter gute Früchte bringen möge, welche ihm seine Erfolge auch für die Zukunft sichern werden.

* Wegen Gefährdung eines Eisenbahntrans­portes stand gestern der Stationsassistent H. aus Fechen­heim vor der Strafkammer. Der Sachverhalt ist folgender: Am Morgen des 27. August wären vor der Station Frank­furt-Ost beinahe zwei Züge aufeinander gerannt. Dem Führer des zweiten Zuges, einem Militärsonderzug, gelang es, ca. 4050 Meter von dem vor dem Einfahrtssignal haltenden Personenrug 456 seinen Zug zum Stehen zu bringen und dadurch ein verhängnisvolles Unglück zu ver­hüten. Die Schuld an der gefährlichen Situation trifft den Stationsassistenten H. von Fechenheim, der an dem fraglichen Morgen in Mainkur den Außendienst versah. Von seinem Kollegen war ihm der neue Tagesfahrplan ins Dienstineldc- buch gelegt worden, in dem der Sonderzug verzeichnet stand. In dem Glauben, daß es sich um den alten Plan handle, beachtete H. diesen aber nicht und bekam dadurch auch keine Kenntnis von diesem Zug. Als dieser dann von Hochstadt aus der Vorschrift entsprechend telegraphisch angemeldet wurde, glaubte H. es handle sich um den täglich um dieselbe Zeit verkehrenden Güterzug und schenkte deshalb auch dem Tele­gramm nicht die nötige Aufmerksamkeit. Als gleich darauf anstatt des erwarteten und in Mainkrir Aufenthalt nehmen­den Güterzuges der durchfahrende Militärzug in die Station einlief, machte der Assistent in seiner Verblüffung den dritten Fehler. Anstatt nämlich das Nächstliegende zu tun und den Zug, als er noch vor ihm war, durch Zeichen zum Halten zu bringen, lief er eiligst in das Gebäude, um auf dem telegraphischen Apparat nachzusehen, ob der vor kurzem in gleicher Richtung abgegangene Personenzug 456 bereits von Frankfurt aus als eingetroffen angemeldet und die Strecke somit frei sei. Dies war nicht der Fall und als er wieder heraus kam, war der Militärsondcrzug bereits soweit vor­gefahren, daß ein Anhalten unmöglich war. Möglich wäre dies allerdings noch gewesen, wenn das sog. Blocksystem dort eingeführt gewesen wäre. In größter Eile rief der Beamte nun alle Schrankenwärter an, deren Posten der Zug passieren mußte; aber nur einem derselben, dem Posten 11 vor der Station Frankfurt-Ost konnte die Meldung verständlich ge­macht werden. Dieser lief dem Zuge mit der roten Fahne entgegen, doch hatte es deffen gar nicht mehr bedurft, da der Führer desselben, Lokomotivführer König-Hanau, das Ende des vor ihm haltenden Personenzuges bereits bemerkt und die Bremssignale gegeben hatte. DaS Gericht kommt zur Ueber­zeugung, daß H. durch Vernachlässigung der ihm obliegenden Verpflichtungen einen Eisenbahntransport in Gefahr gebracht hat, denn ein Unglück hätte trotz aller angewandten Gegen­mittel und auch bei aller Aufmerksamkeit der sonst in Betracht kommenden Beamten geschehen können. Mit Rücksicht aber darauf, daß er alles getan hat, um seinen Fehler wieder gut zu machen, billigt ihm das Gericht mildernde Umstände zu und erkennt auf 50 Mark Geldstrafe.