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General-Anzeiger
Amtliches ®rgai für Stob und Landkreis Kanan.
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Erscheint täglich mit Lusnahv« der Ssmn- undFrirnaze, mit bârtWcha Beilage.
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Amtliches.
Stadtkreis Hanau.
Am Mittwoch den 19. Dezember 1906, vormittags von 9 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt, in welcher Parteien etwaige Streitigkeiten, Klagen zc. zur Schlichtung anbringen können.
Hanau den 15, Dezember 1906.
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
Dr. Gebeschus. 26820
Bekanntmachung.
Der auf Dienstag den 25. Dezember d. I. fallende Wochenmarkt wird wegen des 1. Weihnachtsfeiertags auf Montag den 24» Dezember d. J. verlegt.
Hanau den 13. Dezember 1906.
Städtische Polizei-Verwaltung.
Der Oberbürgermeister.
I. A.: vr. Koppen. 26733
TitWUZtrMW
zur Ortskrankenkaffe pro 1906
ist von Montag den 17. bis Mittwoch ven 19. Dezbr.
spätestens am Montag den 24. Dezember oder ausnahmsweise
Donnerstag den 27. Dezember, vormittags, zu bewirken, da am 28. Dezember das Mahnverfahren für die sich bis dahin noch ergebenden Rückstände beginnt.
Vom 28. Dezember d. 3. bis 3tritt 5. Ja-nar 1907 bleibt die Markenverkaufsstelle geschloffen, auch werden Abstempelungen während dieser Zeit nicht vor- genommen.
Der übrige Schalterdienst, insbesondere das An- und Abmeldewesen erleidet hierdurch keinerlei Unterbrechung.
An den Montagen den 24. und 31. Dezember d. J. wird die Kasse um 3 Uhr nachmittags geschloffen; sie ist an diesen beiden Tagen von vormittags 9 Uhr bis 3 Uhr nachmittags ohne Unterbrechung geöffnet.
Für 1907 beginnt der Markenverkauf sowie Abstempelung Montag den 7. Januar.
Hanau den 15. Dezember 1906.
"Der Vorstand der .Hanauer Ortskrankenkasse.
Sch ab l, Vorsitzender.
Die Kamilienversicherung ist Freitag den 11. Januar zu erledigen. 26656
Gefundene nnd verlorene Gestenstände re.
Gefunden: 1 Schirm (im Laden Marktplatz 2 stehen geblieben, Empfangnahme daselbst), 1 Messing-Wagenkapsel, 1 große Scbere, 1 Gummischuh, 1 graue Kapuze von einem Herren-Umhang, 1 roter Pulswärmer mit weißen Perlen, 1 Kinderportemonnaie mit einigen Pfennigen.
Verloren: 1 silberne Herren-Uhr mit Kette, 1 silbernes Armband mit kleinem Medaillon, 1 Portemonnaie mit 10,30 Mk.
Zugeflogen: 1 graue Taube.
Zugelaufen: 1 schwarzer Dobermannpinscher m. Geschl. 1 Airedaleterrier vor ungefähr 3 Wochen (Rüde). (Abzuholen Polizeiverwaliüng Fechenheim.)
Hanau den 17. Dezember 1906.
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Hus Hanau Stadt und Eand»
Hanau, 17. Dezember.
* Reickstagskandidaturen. Wie wir bereits Mitteilen konnten, ist als Termin für die Reichsragswahlen der 25. Januar festgesetzt worden, sodaß die Zeit für die Wahlvorbereitungen eine ziemlich kurze ist. Der Aufmarsch der Parreien Hal in unserem Wahlkreise bereits begonnen. Die Nationalliberalen haben beschlossen, Herrn Amtsrichter Dr. Lucas, den bisherigen Vertreter unseres Wahl- krenes, um Wiederannahme der Kandidatur zu ersuchen.
Montag den 17. Dezember
hat Herrn Rechtsanwalt Dr. H e r b r u n n in Frankfurt a, M. al 8 Kandidaten aufgestellt, über die Kandidatur des Zentr ums verlautet noch nichts bestimmtes.
* Georg Koch f. Im 72. Lebensjahre stehend, verschied gestern Herr Georg Koch, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Aktiengesellschaft Hofbierbrauerei Hanau vorm. Gg. Koch. Der Verstorbene war bis zum Jahre 1890 Besitzer der Hofbierbrauerei Koch, zu diesem Zeitpunkte wurde das Unternehmen dann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Sein rastloses Bemühen, das industrielle Unternehmen immer weiter auszubauen, war von schönstem Erfolge gekrönt, dabei war er ein Mann von schlichtem Wesen, der es verstanden hatte, sich die Achtung und Wertschätzung weiter Kreise zu erwerben. Ehre seinem Andenken!
* Reichsbaukuebenstelle. Am 10. Januar k. I. wird in Wittenberg (Bez. Halle) eine von der' Reichsbankstelle in Halle (Saale) abhängige Reichsbauknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.
* SchWeiuezuckMattonen. Die Landwirtschaftskammer hat Schweinezuch'stationen errichtet bei: 1. Guts- pâchter Otto Koch- Brnderdiebacherhof (veredeltes Landschwein), 2. Domänenpächter Schwarz- Baiersröderhof (weißes Edelschwein), 3. Rittergutspächter Sinnin g - Loshausen (veredeltes westfälisches Schwein), 4. Domänen- p äckler Maertens- Fürstenstein (veredeltes Landschwein), 5. Gebrüder Baumann- Erchhof (veredeltes Landschwein),
6. Domänenpächter Selbe, ulen- Ge'undbrunnen (veredelte? westfälisches Schwein), 7. DomänenpächterWacker- mann- Marienrode (veredeltes Landichwriu), 8. Gutsve-
Vr i u z ,unb-jlji g^tifc (veredeltes Landschwein), 9. Rinergutsvâchrer Collinaun - Hausen (veredeltes LandsLwein), 10. Rirterautèväch-er ® ras» Elmarshaustn (veredeltes Landschwein), Gutsbesitzer Rusche- Kleinrnqlis (weißes Edelschwein).
* Die Jileischnsttraae und dis Landwirtschaft. In der am Samstag abgebalicuen Versammlung des landwirtschaftlichen Kreisvereins Hanau erstattete Herr Bürgermeister Claus-Ravolzhausen ein Referat über die Fleischnossrage. Zweifelsohne ist diese Angelegenheit in der leiten Zeit mit am meisten erörtert worden, sodaß auch das Referat allgemein interessieren dürfte. Der Referent führte aus : „Meine Herren! Bei Beginn der jetzt verflossenen Reichs- tagssitzungen wurde das Fleischnotgeschrei weidlich als Propagandamittel von denjenigen Parteien auSgenützt, die bestrebt sind, Unzufriedenheit in die verschiedenen Bevölkerungsschichten zu tragen. Trotzdem alle Behauptungen derjenigen, die durch Oiffnung der Grenzen oder anderen gesetzgeberischen Maßnahmen eine Minderung der Fleischpreise zu erreichen ge- gedenken, längst und einwandsfrei widerlegt sind, verlohnt es sich dennoch nochmals die Ursachen der zur Zeit im Weichen begriffenen höheren Fleischpreise klar zu legen, sowie zu erörtern, ob diese höheren Preise überhaupt durch Mittel wie sie von feiten der Nichtlandwirte vorgeschlagen wurden, bau- ernd gemindert werden. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß mehr oder minder alle Lebensmittel sowie alle Lebensbedürfnisse in den letzten Jahren im Preise gestiegen sind, denn im allgemeinen ist die Lebenshaltung aller Bevölkerungsklassen eine bessere und dauernd der Verbrauch aller Lebensmittel ein größerer geworden. Nicht allein an die Quantität, sondern auch an die Qualität werden höhere Anforderungen gestellt, dem höheren Verdienste zumal der arbeitenden Klasse entsprechend. Nicht zum wenigsten verdankt diesem Mehraufwand eines großen Teils der Bevölkerung die heimische Industrie ihren Aufschwung. Keinesfalls sind die Preise der Lebensmittel und speziell des Fleisches im Verhältnis mehr gestiegen als Arbeitslohn und Verdienst der meisten Erwerbs- klassen. ES soll h'er zugestanden werden, daß die Beamtenschaft Grund hat, Klage zu führen, soweit diese mit ihren Gehältern nicht entsprechend aufgebessert worden ist. Für alle Fälle ist es doch für die gesamte Bevölkerung ein Vorteil, wenn die Produkte des Landes einen Preisstand erreicht haben, der die Produktionskosten zum Mindesten deckt und wenn der Bedarf der Bevölkerung im Lande selbst gedeckt werden kann, so daß das Geld im Lande bleibt. Außerdem dürfte der Vorteil nicht zu unterschätzen sein, der darin liegt, daß ein Land mit seinem Bedarf an Fleisch nicht auf das Ausland angewiesen ist. Bei den zur Zeit auskömmlichen Preisen haben sämtliche Landwirte ihre Viehstânde derart vermehrt, daß die Gewißheit vorliegt, daß in normalen Futterjahren die heimische Produktion vollständig zur Versorgung des heimischen Bedarfs ausreichen wird. Es ist vollständig un- angebracht, zu einer Zeit, wo es genügend Futter und" hier- I
Jierusprschanschlutz Nr. 605. 1906
sind, störend auf die naturgemäße Entwickelung dir'rr Produktion einzuwirken; denn dadurch wird dem Vieh- und Flesicy- produzenten das Vertrauen zur Regierung genommen, die im Interesse des Landes verpflichtet ist, den Fleischproduzenten so zu schützen, daß ihm auskömmliche Preise sowie Schutz vor Schäden durch Einschleppung irgend welcher Tierkrankheiten gewährleistet werden. Unter solchen Umständen kann sich die Viehzucht des Reiches in den jetzt bestehenden Bahnen weiter entwickeln. Es ist eine Verdrehung von Tatsachen von einer „Fleischnot* zu sprechen, denn Fleisch gibt es genug, nur ist es etwas teurer geworden. Es kann keiner behaupten, daß es eine Viehnot im Reiche gäbe. Außerordentliche gesetzgeberische Maßregeln find doch nur dann angebracht, wenn eine wirkliche Notlage vorhanden ist. Ein schlechter Dienst würde der Bevölkerung geleistet, wenn man durch gesetzgeberische Maßnahmen eine Erleichterung der Einfuhr von Vieh durch Aufhebung von Zöllen oder der im Interesse des Seuchenschutzgesetzes getroffenen Maßnahmen, veranlaßte. Durch derartige Maßnahmen könnte vielleicht ein geringer Preisabschlag, der jetzt ohnehin eingetreten ist, herbeigeführt werden, daß diese aber zu einer dauernden Versorgung des Reiches mit billigen Fleischprodukten führen werden, und doch darum würde es sich handeln, das glauben selbst die ärgsten Schreier nicht. Die Viehzüchter der für den Import in Betracht kommenden Länder find all so gute Rechner, daß sie bei vermehrter Nachfrage entsprechend mit den Pressen amschlagen werden, was sie um so leichter können, als auch das Ausland zur Zeit keine Ueberproduktion aufzuwciscn Han Nach kurzer Zeit wird auch das Dom Ausland erhältliche Vieh durch die 'Konkurrenz im Handel des im Inland« produzier reu erreicht haben und ein Import nicht mehr zweckmäßig erscheinen; der deutsche Landwirt wird inzwischen durch die getroffenen Maßnahmen geängstigt, seine Betriebe durch Einschränkung der Viehzucht abzuândern, und dann wird das, was hat verhindert werden sollen, eine Fleischnot wirklich eintreten, lieberaff, auch im Auslande, sind die Preise für Vieh gt» stiegen und zwar aus denselben Ursachen, wie bei uns. Ueberall find die Preise für Grund und Boden, die Ausgaben für Wohlfahnseinrichtungen für die arbeitenden Klassen höhere geworden. Das Publikum verlangt einwandsfreie, gesunde Ware höchsten Nährwertes, durch die Schlachtung in teuer erbauten Schlachthäusern werden größere Kosten verursacht als früher, alle diese Umstände haben in ihrem Zusammenwirken sowohl bei uns, als auch im Auslande, eine allmähliche Steigerung der Flesschpreise verursacht. Eine weitere Ursache liegt in der schlechten Kartoffelernte des JahreS 1904, wenn sie auch bei uns eine gute war. Da cs wohl niemanden einfallen wird, von den vorgenannten Anforderungen auch. nur eine aufzugeben, so können sich alle zu treffenden Maßnahmen nur in der Richtung bewegen, die Vieh- und Fleischproduknon im eigenen Lande nach Möglichkeit zu schützen und zu fördern, um durch vermehrtes Angebot auf natürliche Weise eine Preisminderung zu veranlassen. DieS ist nur zu ermöglichen durch Gewährleistung von Preisen, welche bis Prouklionskosten decken und durch Schutz vor Seuchen. Eine Grenzöffnung oder Suspension der Viehzölle würde den Ruin der im besten Werden begriffenen deutschen Viehzucht bedeuten und hierbei würbe in erster Linie der Kleingrundbesitz, der Bauer betroffen, denn nach der Statistik verteilt sich der gesamte deutsche Schweinebestand, 19 Millionen Stück, zu 72 Prozent (13,7 Millionen auf den Besitz der landwirtschaftlichen Arbeiter und Kleinbauern), 23 Prozent auf den größeren bäuerlichen Besitz und nur 5 Proz., 1 Million Stück,, auf den Großgrundbesitz. Der gesamte deutsche Viehsiand, einschließlich der Rindviehbestände, verteilt sich zu ’/< auf Bauern und Arbeiter und nur ^« auf den Großgrundbesitz. Es handelt sich in der vorliegenden Frage nicht um den Groß-, sondern um den Kleingrundbefitz. Man sagt, die Grenzen sollen geöffnet werden, wer weiß was aber damit gemeint ist, denn für Fleisch (geschlachtetes Vwh> sind d:e Grenzen allgemein geöffnet. So darf frisches Rindfleisch eingriührt werden aus Oesterreich, Ungarn, Dänemark, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, England, Italien, Schweden und Norwegm. Frisches Schweinefleisch aus allen vorgenannten Staaten und Amerika, außer Belgien und Dänemark. Es ' giebt also kein einziges Land, das seine Fleischüberschüsse nicht in geschlachtetem Zustande uns zuführen könnte. Es darf aber auch lebendes Vieh herein und zwar Rindvieh aus Oesterreich, Dänemark und der Schwyz. Schweine auö Amerika und Rußland 130 000 Stück, aus Oesterreich 80 000 Stück jährlich. Rußland hat aber nur dieser