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ßanauer H Anzeiger

General-Anzeiger

MerteliShrllch 1,86 DL, monatlich to M., Mr M* n>5ttifX toomtenien mit dem betressenden Postaustchlag Die einzelne Nunu»-! kostet 10 Pfg.

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n, Warenhauses ix Hanau.

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, belletristischer Beilage.

Ml. 243 Fernsprechanschlnfl Nr. 605»

AmMchss.

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Bekamtmchmgen des Königlichen Lnvdratsamts.

Dem Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Cassel vom 10. Oktober d. Js. Nr. 41 ist ein Auszug aus der Anweisung des Herrn Finanzministers vom 25. Juli 1906 zur Ausführung des Einkommen- und Ergänzungssteuergesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. Juni 1906 als Sonderbeilage beigegeben. Im Hinblick auf die von der Königlichen Regierung auf den 22. d. Mts. bestimmten Personenstandsanfnahme ersuche ich die Herren Bürger­meister und Gutsvorsteher, sich vor Aufstellung der Per­sonenverzeichnisse mit den Bestimmungen im Artikel 41 der Ausführungsanweisung vom 25. Juli 1906 (Seite 86 der Sonderbeilage) vertraut zu machen.

Neu ausgenommen ist in das Formular des Personen­verzeichnisses die Unterabteilung b in Spalte 5.

Da die Sonderung der Haushaltungsangehörigen, je nachdem sie das Alter von 14 Jahren vollendet haben oder nicht, von Bedeutung für die Veranlagung ist, so ist auf eine richtige AusMung der betreffenden Spalte besondere Aufmerksamkeit zu verwenden. Für die Berechnung des Lebensalters der einzelnen Familienmitglieder ist hierbei der Beginn (1. April) desjenigen Steuerjahres maßgebend, für welches die Veranlagung erfolgt.

Von besonderer Wichtigkeit ist die Erweiterung des Ab­zuges vom Einkommen für Familienangehörige nach § 19 des Einkommensteuergesetzes. Ich weise dieserhalb auf die Vorschriften im Artikel 30 II (Seite 25 der Sonderbeilage) g und Artikel 48 (Seite 95 der Sonderbeilage) der Ausführungs- Anweisung vom 25. Juli 1906 hin.

Hanau den 15. Oktober 1906.

Der Vorsitzende

der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommisston für den Landkreis Hanau.

8t5053 J. V.: Siemon, Reg.-Assessor.

Festgestcllt: Der Schweinerotlauf in Stock- stadt, Bezirksamt Aschaffenburg.

Gehöftsperre ist angeordnet.

Hanau den 15. Oftober 1906. V 7620 k Handelsregister.

Firma Fritz Honst & Hugo Thaut in Hanau: Die g^ Firma ist erloschen.

Hanau, den 11. Oktober 1906.

Königliches Amtsgericht 5. 22346

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 runder Mülleimer, mehrere Körbe (stehen geblieben im Hause Marktplatz 3), 1 Brille, 1 Rosen­kranz.

Verloren: 1 schwarzes Portemonnaie mit 10 Mk. (bestehend aus einem 5-Markschein, das übrige Silber), 1 Paket mit einem neuen Kammgarn-Damcn-Jäckchen, 1 Portemonnaie mit 45 Mk.

Entlaufen: 1 kleiner schwarzer Wachtelhund, m^Geschl., 1 junger gelber Pinscher, m. Geschl., 1 junger schwarzer Hahn.

Hanau den 16. Oktober 1906.

Hus Ran au Stadt und Eand.

Hanau, 17. Oktober.

r. Die Volkszählung in Hessen-Nassau. Nach dem jetzt vorliegenden endgültigen Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 betrug die ortsanwesende Bevölke­rung in Hessen-Nassau an diesem Tage 2 070 052 gegen 1 897 898 am 1. Dezember 1900 und 1 467 898 am 1. Dezember 1875. Der Religion nach kamen bei der letzten Volkszählung auf je 1000 Einwohner 686 (1900:693) Evangelische, 283 (274) Katholiken, 6 (5) andere Christen und 24 (26) Israeliten.

* 80. Geburtstag. Die Zöglinge und Schüler der ehemaligen Pension Erry seien nochmals daran erinnert, daß ihre einstige Lehrerin und Erzieherin, Fräulein Er p, nächsten Freitag den 19. Oktober in Groß-Steinheim ihren 80. Ge­burtstag feiert. Die Jubilarin hat, wie in Hanan bekannt ist, in hiesiger Stadt mehr als ein halbes Jahrhundert unter großem Segen gewirkt und. sich die Achtung und Liebe ihrer

Mittwoch den 17. Oktober

Pensionäre und Schüler sowie deren Eltern in reichem Maße erworben. Frl. @r*y wohnt jetzt in Groß-Steinheim in der Nähe des Kailerl. Postamts.

Die W-tt-rauisch- Gesellschaft für die ge­samte Naturkunde veranstaltet in der ersten Hälfte des Winters eine Reihe von Vorträgen über dieEntstehungs­geschichte der Erde," die mit zunehmender Ausführlichkeit schildern soll, wie die verschiedenen Schichten und Ober­flächenformen der Erde und besonders unserer näheren Um­gebung entstanden sind. Gerade unsere Gegend bietet aus den verschiedensten Erdperioden so vielseitige und interessante Reste dar, daß sie für jeden, der ihre Geheimnisse kennen gelernt hat, überall interessante Bilder zu bieten vermag. Den Abschluß soll die Darstellung der Kenntnisse bilden, die die Wissenschaft vom ersten Auftreten des Menschen auf der Erde bis jetzt gesammelt hat. Zahlreiche tierische und pflanzliche Fündstücke und bildliche Darstellungen werden die vom Herrn Dr. Drevermann vom Senckenbergischen Institut in Frankfurt gehaltenen Vorträge erläutern. Um den Nichimitgliedern der Gesellschaft Gelegenheit zu geben, diese Vorträge anzuhören, werden zu denselben persönliche, für alle vier Vorträge gültige Karten zum Preise von 3 Mk. für Erwachsene und 2 Mk. für Schüler ausgegeben, die bei dem Kassierer der Gesellschaft, Herrn Dr. Thiel, Löwen- apotheke, zu erhalten sind. Für solche, die Interesse an Naturwissenschaft haben, empfiehlt es sich jedoch, der Gesell­schaft als Mitglied beizutreterr, da sie für den Jahresbeitrag von 6 Mk. berechtigt sind, mit ihren Familien alle (etwa 8) Vorträge des Winters zu besuchen. Die Vorträge beginnen am Mittwoch den 24. Oktober und werden an den noch näher bekannt zu gebenden Mittwochen des November und Dezember im Hörsaal der Gesellschaft siausinDn.

* Stadttheater. Auf das heute letztmals zur Dar­stellung gelangende Schauspiel Felix PhilippisD e r Helfer" möchten wir ganz besonders hinweisen. Am Freitag wird das reizende Lustspiel des liebenswürdigen Plauderers Franz von SchönthanDas letzte Wort" nüch längerer Pause wieder zur AuMhrung kommen.

* Dramatisch - literarischer Verein Hanau. Bei dem gegenwärtigen Mangel an guten Novitäten erinnert sich der Verein daran, daß auf seinem Programm auch die AuMhrung älterer Werke steht und er hat für seine am 30. und 31. Oktober stattfindenden AufführungenDie Journalisten" von Gustav Freitag angesetzt. Die Wahl fiel auf ein Lustspiel, um mehreren aus den Mitgliederkreisen geäußerten Wünschen zu entsprechen. Die für den November vorgesehene letzte Aufführung wird eine Novität bringen.

* Erster Kammermustkabend. Am Montag fand im Saale derCentralhalle" der erste der diesjährigen Kammermustkabende statt, veranstaltet von der Frankfurter Quartettvcreinigung, bestehend aus den Herren Hermann Hock, Fritz Dippel, August Allekotte und Heinrich Appunn. Der Besuch war aber leidèr nicht derart, wie er in Anbe­tracht des gebotenen wirklich künstlerischen Genusses zu wünschen gewesen wäre. Die jetzt noch verhältnismäßig schönen Abende dürften vielleicht, so sehr st? in anderer Hin­sicht auch zu begrüßen sind, der Veranstaltung von Konzerten doch wohl nicht günstig sein. Das Gebotene war, wie ge­sagt, durchaus erstklassig und entsprach in vollem Maße den hohen Erwartungen, die man nach' den gemachten Erfahrungen an die Leistungen des Künstlerquartetts stellt, das für diesen Abend durch den Kgl. Musikdirektor Herrn Ed. Parlow aus Frankfurt a. M. (Klavier) verstärkt worden war. Das Programm umfaßte das Streichquartett op. 18 Nr. 2 G-dur von L. v. Beethoven, Felix Mendelssohn - Bartholdys Trio für Klavier, Violine und Cello op. 49 D-moll und Jos. Haydn, Streichquartett G-dur. Die prächtigen Darbietungen wurden mit lebhaftestem Beifall ausgenommen.

* Häute-Verwertuug. Bei der gestrigen 4. Auktion erzielte die hiesige Freie Verkaufsvereinigung der Fleischer- Innung folgende Preise: Kuhhäute 631/»64^8 Pf., Rinds­häute 6565^2 Pfg., beschädigte Rindshäute 614/2 Pfg., Bullenhäute 46^2 Pfg., Ochsenhäute 591/» Pfg., Kalbfelle unter 6 Pfund 6.10 Mk., Kalbfelle über 6 Pfund 7.45 Mk., Kalbfelle über 7 Pfund 8.30 Mk., Hammelfelle 5 Rèk. Geschäftsgang flott, alles ausverkauft.'

* Soziale Hilfsarbeit. Gestern (Dienstag) hielt in Frankfurt in der Elisabethenschule, Börsenplatz, Herr Stadtrat Dr. Flesch den ersten, der in 9 Vortragszyklen eingeteilte Themen, zugleich Einführungsvortrag in die soziale Hilfsarbeit und sprach derselbe vor einem reichlich erschienenen Damenpublikum in legerer, erklärender und leicht verständ­lichen Weise übersoziale Ausgestaltung der Armenpflege." Es wäre für untere Hanauer Damen wohlhabender Stände, welche in der Wohltätigkeit und sozialen Aufgaben mitwirken,

Fernfpr-chanschlutz Nr. 605. 1906

oder Verständnis dafür fühlen, gewiß auch anregend, diese günstige Gelegenheit benützend, die Grundzüge der Sozial­politik kennen zu lernen und sei hierbei auf den nächsten Dienstag den 23. Oktbr. nachm. 56 ebendaselbst stattfinden­den Vortrag von Herm Magistrats-Assessor Dr. Luppe, Soziale Gesetzgebung in Deutschland" behandelnd, hinge­wiesen.

* Einer, der ins Arbeitshaus will. Die allge­meine Abneigung gegen das Arbeitshaus scheint der Schreiner Paul Gröning von Elbing nicht zu teilen, der sich gestern vor dem hiesigen Schöffengericht zu verantworten hatte. Er beschwerte sich, daß man ihn bei seiner letzten Verurteilung im Bayrischen der beantragtenUeberweisung nichtstattgegeben und ihn statt ins Arbeitshaus, wie er erhofft, mittellos nach Hanau abgeschoben habe, wo er bei seiner körperlichen Hin­fälligkeit wieder betteln mußte, um leben zu können. Auch vom hiesigen Gericht wurde ihm sein Wunsch, ins Arbeits­haus zu kommen, um dem Landstraßenleben enthoben zu sein, nicht erfüllt, vielmehr seine sofortige Haftentlassung ausge­sprochen, da die erkannten 8 Tage Gefängnis durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. Bezüglich seines weiteren Wunsches um Aufnahme in ein Armenhaus verwies man ihn an die Stadtverwaltung.

* 100 Mark Strafe. Eine Gastwirts-Ehefrau soll einem ihrer Kellner ein verdorbenes Kotelett zum Essen vor­gesetzt und dadurch Nahrungsmittel, die die menschliche Ge­sundheit zu schädigen geeignet find, fahrlässigerweise in den Verkehr gebracht haben. Das Schöffengericht kam in seiner gestrigen Sitzung auf Gmnd einer umfangreichen Beweis­aufnahme zur Ueberzeugung, daß das Kotelett tatsächlich ver­dorben und die Beschuldigte dies bei genügender Sorgfalt hätte bemerken müssen. Es wurde auf 100 Mk. Geldstrafe ersannt

Ein Wehlsteideuev Sträfling gefaßt. Ein reiten­der Gendarm aus Dülmen bei Münster erkannte am 9. d. M. in zwei verdächtigen Radfahrern unweit Dülmen die er nach ihren Radfahrkartcn fragte, zwei aus Wehlheiden ent­sprungene Zuchthäusler. Ditz Kerle hatten schonwochenlang durch nächtliche EinbruchsdiebstäD, Fahrraddiebstähle usw. die ganze Umgegend in Schrecken versetzt. Beide entkamen in der Dunkelheit. Am letzten Sonntag abend erkannte der Gens­darm in Dülmen auf einem Tanzsaal unter einer Menge in einem gut gekleideten Menschen, welcher beim Eintritt des Gendarmen sich die Hand vor das Gesicht legte, den einen Verbrecher. Dieser sprang schnell auf und zielte mit einem Revolver auf ihn. Es gelang jedoch den Menschen zu fesseln und nach Dülmen ins Gefängnis zu bringen. Gestern früh lieferten 2 Gendarmen den Zuchthäusler in Wehlheiden ein. Er hatte dem Gendarm gegenüber geäußert, schade daß sie mir den Revolver weggerissen, sonst hätte es noch eine Leiche gegeben; in Wehlheiden auszubrechen sei eine Kleinigkeit.

* Viehmorkt. Auf dem heutigen Viehmarkt standen 5 Ochsen, 430 Kühe und Rinder, 44 Kälber und 1 Bulle zum Verkauf.

* Der christliche Hilfs- und Transportarbeiter- Verba«-, Zahlstelle Hanau, hält am nächsten Sonntag nach­mittags halb 4 Uhr eine öffentliche Versammlung im Re­staurant Braustübl ab. Kollege Schuh aus Frankfurt wird über die kulturelle Bedeutung der christl. Gewerkschaften und deren Bewegung sprechen. Es ist von großer Wichtigkeit, daß alle christlich national gesinnten Arbeiter, die der Sache noch fernstehen, an der Versammlung teilnehmen.

* Kirchweih Kesselsta-t. Die KesselstädterMittwochS- kerb" übt noch immer ihre alte Anziehungskraft auf die Hanauer aus und unserezukünftigen Mitbürger" suchen diese Gäste dadurch weiter zu fesseln, daß sie ihnen den Aufenthalt dort so angenehm wie möglich machen. Auch diesmal hat der WirtZur schönen Aussicht" für % heute abend einen Ball veranstaltet, wie er vom vorigen Jahre noch in guter Erinnerung steht. Die Besucher dürften sich wieder ebenso gut unterhalten. Die Säle erstrahlen in Brillantbeleuchtung.

* Deutschnationaler Han-lungsgehilfen-Berba»-. Heute abend 9 Uhr hält aus Veranlassung der Ortsgruppe Hanau des genannten Verbandes Herr E. Richter-Mannheim im SaaleJum Elefanten" einen Vortrag über das Thema: Wie steht es in unserem Stande aus". Es sind hierzu alle Handlungsgehilfen eingeladen. Der Eintritt ist frei Nach dem Vortrag freie Diskussion.

Gerichtsfaal.

Schöffengericht vom 16. Oktober.

Der Kaufmann Ernst Schnell von Frankfurt, früher, den vorgelegten Zeugnissen nach, ein ganz brauchbarer Mann in seinem Berufe, hat sich in den letzten Jahren in Er­mangelung eines Besseren sein Brot durch HauLdieu«» und