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HKKK^NA^NA Beüsg her Öu^btiidtacri M W^sW^ Ab Waismhmls«S in Hamm.

General-Anzeigkl

Amtliches GrM fit StaM« Mi FmLKreis Sotton.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.'

Di« fuafgefpaBew Pitttzert« *t baat »am» iS W»,

Nr. 292 F-r«sprechanschlutz Nr. 6VL.

Freitag den 14. Dezember

F-rnspr-chanfchlutz Nr. 605. 1906

Re lj*9iet Wfaßt Nßer h.MchMugslillltt

14 Seiten.

Arrrtliches. Eandkreis Hanau.

BetllMtmlllhü^en M Kömglichen LWhMamts.

An dir Herren Bürgermeister u. Gutsvorsteher des Landkreises.

Nachdem der Reichstag aufgelöst worden ist, hat der Herr Minister des Innern angeordnet, daß die Wähler« listen, für die Neuwahl für den Reichstag sofort anfge- stellt werden, damit mit der Auslegung am 28. Dezember begonnen werden kann.

Die Wählerliste ist in den Gemeinden unter 3500 Ein­wohnern und in den Gutsbezirken einheitlich aufzustellen. .In den Orten über 3500 Seelen, nämlich Bergen, Fechenheim, Großauheim und Langenselbold, welche gemäß § 1 des Wahl-Reglements vom 28. Mai 1870 in mehrere Wahlbezirke einzuteilen sind, erfolgt die Aufstellung der Wählerlisten nach den einzelnen Bezirken. Ueber die Abgrenzung der Wahlbezirke wird besondere Verfügung ergehen.

Die Formulare zu den Wählerlisten werden in der Waisenhaus-Buchdruckerer vorrätig gehalten.

Hanau den 14. Dezember 1906.

Der Königliche Landrat.

V 9068 v. B e ckera th.

Stadtkreis Hanau.

Am Dienstag den 18. Dezember 1906, vormittags oon 10 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neu­städter Rathauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Kanfmannsgerichts statt, in welcher Parteien etwaige Streitigkeiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können.

Hanau den 13. Dezember 1906.

Der Vorsitzende des Kaufmannsgerichts.

I. V.: Dr. Koppen. 26622

Bekanntmachung.

Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die VerstKuerung der Pacht- und Mietver- zeichttiste für das Kalenderjahr 1906 bis zum Ablauf des Monats Januar 1907 bei. der zuständigen Steuerstelle zu bewirken ist.

Hanau den 13. Dezember 1906.

Königliches Hanpt-Stener-Amt. 26602

LMMWlißtt Kreiß»»«« Mi.

Nächste Bersammlnng Samstag den 15. d. M., nachmittags 21/» Uhr, im Gasthauszum goldnen Löwen" hier.

Dagesordnnng :

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Vortrag des Herrn Gutspächters Wittmer, Dotten­felderhof überDie Nebenwirkungen der ' Futtermittel auf die Milch-, Mast- und Kraftleistung".

3. Referat deS Herrn Bürgermeister Claus über die Fleischnotfrage.

4. Sonstiges.

Die Herren Bürgermeister wollen vorstehende Bekannt­machung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen.

Hanau, den 8. Dezember 1906.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

politische Rundschau.

Der Kaiser traf gestern nachmittag 4 Uhr 30 Min. ar Wildpark ein und begab sich nach dem Neuen Palais.

Der Bundesrat erteilte in seiner gestrigen Sitzung oie Zustimmung zu den Ausschußberichten über die Vorlage, betreffend die Verlängerung der Frist für den steuerfreien Verkant von Zigarettenblältchen, zur Vorlage betreffend den

Entwurf zum BesoldungSpensionSetat für die Reichsbank­beamten mit Ausnahme der Mitglieder deS Reichsbankdirek­toriums für 1907.

Zur Lage in Marokko. Aus Tanger wird ge- meldet: Die verschiedensten Gerüchte sind im Umlauf über die Haltung, die Raisuli einnehmen wird, wenn der scherifi- sche Mahalla daS Gebiet betritt, das seiner Verwaltung unter­steht. Er ließ auf den Marktplätzen bekannt machen, daß er in kurzem die gesunden und gut bewaffneten Männer werde um sich sammeln müssen und daß er die Unabhängigkeit des marokkanischen Volkes gegen jeden, der sie anzutasten ver­suchen würde, verteidigen werde. Ebenso heißt es, daß Nai- suli verlangen werde, die Leitung der Mahallas zu über­nehmen, daß er sie aber nur angreifen werde, falls der Kriegs­minister El-Gebbas sich weigern sollte, ihm seine Befugnisse zu übertragen. El Mansur ist von Raisuli in sein Amt als Khalif in Tanger wieder eingesetzt worden. Er erhielt Weisungen, sehr energisch aufzutreten.

Das Befinde« des Schahs von Persien ist heute viel schlechter. Er war einige Zeit bewußtlos.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hana«, 14. Dezember.

* Stadtikeaier. Aus das heute abend neu einstudiert in Szene gehend« Lustspiel Stobitzer'sDie Barbaren" sei nochmals besonders hingewiesen. DaS reizende Werk, welches zur Weihnachtszeit 1870 spielt und eine Weihnachts­feier der deutschen Krieger in Frankreich schildert, hat hier stets so starken Beifall gefunden, daß eS auch heute wieder seine Zugkraft ausüben wird. Am Sönniag wird statt Goldonkel" P. A. Wolff's SchauspielPreciosa" neu einstudiert zur Aufführung gelangen. Mit der herrlichen Musik C. M. v. Weber's, bei vortrefflicher Besetzung der Rollen und unter der sorgfältigen Regie des Herrn Ober- Regiffeur Steger wird das bekannte und beliebte Werk wieder einer freundlichen Aufnahme gewiß sein.

* Die Weihnachtskasie des ev. Arbeitervereins hält am Sonntag den 16. d. M., nachmittags von 34 Uhr die Teilung ab.

* Originelle Schaustellung. Den Passanten der Nürnbergerstraße wird in den Auslagen des Haushaltungs­geschäftszur Weltkugel" eine originelle Schaustellung ge­boten. Ein von einem Hanauer Kaufmann selbst gefertigtes Karussell, welches von der Firma Ohl L Dietrich in­stalliert ist, ist in vollem Betrieb zu sehen. Das Schaustück ist sehr geschmackvoll ausgestattet und lenkt die Aufmerksamkeit aller Passanten auf sich.

* Ausgestellt. In dem Schaufenster der Fahrrad- «nd Nâhmaschinen-Handlung von O. Jankowsky, Metzger­straße 20, sind verschiedene prachtvolle K u n st st i ck e r e i e n, die auf Dietrichs Vesta-Nähmaschine in vorgenanntem Ge­schäfte angeferiigt sind, ausgestellt und machen wir Interessenten auf die Besichtigung derselben aufmerksam.

* Todesstitrz. Im Hause Nürnbergerstraße 1 ereig­nete sich gestern nachmittag ein Unglücksfall mit tödlichem Ausgange. Die Ehefrau des Accise-Examinators Wilhelm Schultheis begab sich auf den Boden, um nach der Wäsche zu sehen. Beim Hmabsteigeu glitt die Frau auf der obersten Treppenstufe aus, stürzte kopfüber herunter und erlitt einen vollständigen Schädelbruch. Der Tod war sofort eingetreten. Die verunglückte Frau war 51 Jahre alt.

* *

o Langendiebach, 18. Dezbr. (Vortrag.) Der Ausschuß für Volksvorlesuugeu veraustaltet am nächsten Sonn­tag, abends 7'/r Uhr, im Gasthauszur Sonne" einen Vor­trag. Herr Lehrer Franz Dietrich- Frankfurt a. M. wird über das Thema sprechen:Wie sollen wir unsere Kinder erziehen und welchen Beruf sollen unse Kinder ergreifen. Der Eintritt ist frei.

Ocffcntlichtr ^ttcrbicnft

Dienststelle Weilburg (Landwirtschaftsschulest Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 14. Dezember bis zum nächsten Abend.

Mäßige westliche Winde, veränderliche Bewölkung, nur stellenweise leichte Niederschläge, Nachtfrost, tags kühl.

Hus Dah und fern.

^. Castel, 14. Dezbr. Von dem nachmittags 2H Uhr abfahrenden Personenzuge der Waldkappeler Eiseubahn entgleiste die Maschine, riß den Bahnkörper auf und bohrte sich in das Wiesengelände ein. Das Personal rettete üch

durch Abspringen. Drei Personenwagen waren ebenfalls aus dem Gleis gesprungen, neben dem Gleis hergelaufen und teil­weise umgestürzt. Die wenigen Passagiere wurden nur stark gerüttelt, blieben aber sonst unverletzt.

-f- Fulda, 13. Dezbr. Von übermorgen ab erhält Neuhof mit seinem Kalibergwerk eine selbständige evangelische Pfarrei, mit deren Verwaltung Herr Pfarrer Weitzmann aus Cassel beauftragt worden ist. Durch diese pastorale Fürsorge im größten Dorfe des KreiseS Fulda erhalten die evangelischen Einwohner von Großenlüder und Bieberstein die Wohltat einer läufigeren Gelegenheit zum Gottesdienst.

Aschaffenburg, 13. Dezbr. Gestern gegen mittag fand in der Geiger'schen Brauerei in Damm unter heftiger Deto­nation wiederholt eine Explosion an der Azetylenanlage statt. Diesmal war es der Brauereibesitzer Peter selbst, der am Gesicht nicht unerhebliche Brandwunden davontrug.

Warburg, 18. Dezbr. Kolossale Schneemassen fielen in den letzten Tagen im ganzen Sauerlande, so daß der Schnee stellenweise meterhoch liegt. Der Frühpersonenzug von Paderbom nach Brilonwald ist im Schnee stecken geblieben und mutzte herausgeschaufelt werden.

Elberfeld, 13. Dezbr. Der Sparkassenrendant Müller von RonSdorf ist wegen Unterschlagung von annähernd 100000 Mk. verhaftet worden. Die Unterschlagungen da­tieren Jahre zurück. Müller soll über seine Verhältnisse hinaus gelebt haben.

Barometerstand

12 Uhr am 13.12. 14.12.

Sebr trocken-- Beständig

Schön 760Hf

Veränderlich

Stegen (WInd/^^W Viel Regen 74^ Sturm

730'-

720-m 710-^

Kunst und Eeben.

Ist die Flugmaschine erfunden? DasGe­heimnis der Brüder Wright", von deren Lösung des Prob­lems der Flugmaschine schon seit längerer Zeit soviel die Rede ist, wird durch die Nachricht, daß die amerikanische Regierung ihren Aeroplan für eine hohe Summe erworben haben soll, wieder in den Vordergrund des Interesses ge­rückt. Man hat um so mehr den Eindruck, daß die Be­hauptung der beiden Erfinder, sie hätten mit ihrer Flug­maschine Strecken über 30 Kilometer zurückgelegt und ein wirklich brauchbares Modell konstruiert, durch das das Problem der Flugmaschine gelöst sei, berechtigt ist, als die Verhandlungen auf Grund eines begeisterten Gutachtens deS greifen Professors Chanute, eines bekannten Vorkämpfers der Aeronautik, eingeleitet wurden. Auch Präsident Roosevelt soll sich lebhaft für die Erfindung interesneren. Der New- Porker Korrespondent derDaily Mail" hatte am letzten Samstag eine Unterredung mit Orville Wright, dem einen der beiden Brüder; der Erfinder bewahrte freilich eine be­greifliche Zurückhaltung, aber im Laufe des Gesprächs fielen doch eine Reihe interessanter Aufschlüsse, die auf das Ge­heimnis der Brüder manches Licht werfen. Anknüpfend an ihren letzten Flug vom Jahre 1905, bei dem 24 Meilen zurückgelegt wurden, äußerte Orville Wright:Damals konnten wir nicht wissen, daß es unser letzter Flug sein würde: denn sonst hätten wir ihn weiter ausgedehnt. Wir hatten bereits einen großen Teil des Petroleums verbraucht, um den Motor zu erproben, ehe wir aufstiegen, und eine Menge Ballast wurde mitgenommen, Eisen z. B.; an dessen Stelle hätte man ebensogut Petroleum mitnehmen können. Wenn die Maschine länger im Gang gehalten worden wäre, so hätte man den Flug fortsetzen können. Warum wir den Flug nicht wiederholt haben? Weil die Bevölkerung von Dayton bereits neugierig geworden war. Wir fürchteten, daß Photographen sich unter beb Menge befinden möchten. Wir haben streng darüber gewacht, daß nirgends Aufnahmen unserer Maschine gemacht wurden. Die Kamera würde unser Geheimnis verraten haben. Freilich wären noch weitere Versuche nötig gewesen. Wir hätten sie gern ge-