14« November
Mittwoch
Seife 3
hält auf größte Einfachheit seines Hanshaltes und Auftretens und bleibt jedermann zugänglich. Kein Zweifel: Diaz ist eine imponierende Persönlichkeit. Sein Auftreten ist ernst und würdig, seine Rede einfach und eindrucksvoll, trotz seines Alters greift er überall selbst zu: als er bei einem Spaziergauge durch Mexiko Zeuge eines Feuers wurde, spielte er kurz entschlossen selbst den Feuerwehrmann.- So hat er sich die Stellung eines republikanischen Fürsten er- rungen. Vom Jndianerbuben bis zu dieser Stellung, durch Krieg, Gefangenschaft, abenteuerliche Flucht, durch tausend Nötè und Ueberraschungen — es gibt doch noch Romane in unserer Zeit.
GemânötziAes.
Hammelsrippen mit Kartoffeln. 6 Personen. 2 Stunden. I1 /• Pfund dünn geschnittene Hammelrippen werden mit 15 kleinen geschälten Zwiebeln, 3—4 Pfund geschälten, in Scheiben geschnittenen und mit kochendem Wasser überbrühten, dann vollständig abgetropften Kartoffeln, Pfeffer und Salz schichtweise in eine Kasserolle gelegt. Darauf gießt man soviel kochendes Wasser, daß Fleisch und Kartoffeln bis zu ’/< damit bedeckt sind, deckt mit gut passendem Deckel zu und läßt alles zusammen langsam weichdämpfen, schmeckt ab, rührt zuletzt Va Teelöffel Biaggis Würze darunter und richtet alles zusammen recht heiß an. v. Bg.
Gebeizte Kalbsschnrtten. 6 Personen. 1'/, Stunden. Aus der Keule werden soviel Schnitzel geschnitten, wie man braucht, die ungefähr 2-fingerstark sein müssen. Man klopft sie, bestreut sie mit Pfeffer und Salz und legt sie für 10 Stunden in eine Beize, die man kochend über die Schnitten gießt. Die Beize besteht aus gutem Essig mit 2—3 Nelken, 1 Zwiebel, 1 Zitronenscheibe und 2 Lorbeerblättern. Zum Gebrauch nimmt man die Schnitten heraus, wendet sie in Mehl und läßt sie in 100 Gramm zerlassener heißer Butter, der man nach Belieben noch 50 Gramm zerlassenes Speckfett hinzufügen kann, braun anbraten. Dann gießt man eine kleine Schöpfkelle Brühe oder Milch, oder von beiden etwas, dazu, deckt die Kasserolle zu und läßt bei öfterem Schütteln und Schwenken derselben die Schnitten weichdünsten. Die Sauce wird zuletzt mit einigen Löffeln dicker saurer Sahne verkocht, abgeschmeckt und mit 10 Tropfen Maggis Würze vollendet.
Drahtnachrichten.
Verlustliste.
Berlin, 13. Novbr. Ein Telegramm aus W i II d - h u k meldet: Gefr. Georg S ch m ahl, geb. zu Speyer, früher Infanterie-Regiment Nr. 110, am 3. November in der Krankensanimelstelle Romanâdriit an Typhus gestorben. — Nachträglich gemeldet : Gefr. Otto Münch, geb. zu Reichelsheim, früher Feldartillerie-Regiment Nr. 51, am 27. August im Lazarett Kalkfontein an Typhus gestorben.
Ministerialdirektor Braun.
Karlsruhe, 12. Novbr. Der gestern an einem Herzschlag plötzlich dahingeschiedrzre , Ministerialdirektor Braun hatte seit 15 Jahren im Ministerium des Innern die gewerblichen Angelegenheiten bearbeitet und sich dabei als eifriger Förderer von Handel und Industrie erprobt. Anläßlich der Vorbereitung des neuen Zolltarifs und der Handelsverträge vertrat er die Wünsche der badischen Industrie mit gutem Erfolge. Bei den Weltausstellungen von Chicago und Paris war er als Ausstellungskommissar tätig. Minister Dr. Schenkel verliert in ihm einen seiner tüchtigsten Mitarbeiter.
Der Burenrebell Ferreira.
Kapstadt, 13. Novbr. Die Truppe des Polizeiinspektors White stieß gestern abend 14 Meilen östlich von Up in g- ton auf den Burenrebellen Ferreira. Nachdem eine Stunde lang Schüsse gewechselt waren, zog sich Ferreira in den Busch zurück. White ging nach Upington ^urücf, da ihn ein Hitzschlag unfähig zur Fortsetzung des Gefechts gemacht hatte. Es sind jetzt drei Rebellenscharen unterwegs; eine, geführt von Ferreira, geht nach dem H a y - D i st r i k t; die zweite nach K a k am a s; die dritte von De n ts ch - S ü d- westafrika kommend, hat gerade jetzt die Grenze überschritten. White erholte sich heute vormittag von dem Hitz- schlag und verließ Upington mit 40 Mann von der Polizei- truppe, um der dritten Rebellenschar den Rückweg nach Deutsch-Südwestafrika abzuschuciden. Der in K l i p d n m (Deutsch-Südwestafrika) kommandierende Offizier hatte dem britischen Lager in B i e s j e s p o o r t am 9. November mit- geteilt, daß Ferreira in das Gebiet der Kapkolonie einge- hrungen sei,
Die Lage in Rußland.
Warschau, 13. Novbr. In einem unbewohnten Landhause der Station Zamoiska an der Petersburg-Warschauer Bahn fand eine Zusammenkunft von 20 verdächtigen Personen statt. Als sich Polizisten und Soldaten näherten, flüchteten die Versammelten in den Wald; sieben wurden festgenommen. Am Versammlungsort fand man 6 Bomben. Man vermutet, daß hier ein Anschlag auf einen Eisenbahn- zug wie bei Rogowo vorbereitet wurde.
Die Lage im Orient.
Konstantinopel, 13. Novbr. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß der Massenmord in dem bulgarischen Dorf Karadzkrep am 8. d. Mts. von einer griechischen Bande verübt wurde. Nach den näheren Feststellungen beläuft sich die Zahl der Opfer auf 19, darunter 2 Frauen.
Die Lage in Marokko.
London, 13. Novbr. Es wird mitgeteilt, daß die Meldung, daß das englisch-atlantische Geschwader nach der Küste von Marokko gehe, um an der internationalen Flottende mon st ratio n teilzunehmen, jeder Begründung entbehrt.
Paris, 13. Novbr. Im heutigen Nii nist errat teilte der Minister des Aèußern Pichon mit, daß Spanien, England und Frankreich beschlossen haben, die Vorbehalte bei Maghzen betreffs der Algecirasakte nicht in Erwägung zu ziehen
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Berlin, 14. Novbr. Die „Berliner Morgenblätter" melden: 73 Massenversammlungen wurden gestern abend m Berlin und den Vororten abgehalten, die sich mit dem Thema der Fleischteuerung und Wucherzölle befaßten. Die Redner waren sozialdemokratische Parteiführer und Vertrauensmänner. Der Andrang war groß. Verschiedene Lokale wurden schon frühzeitig polizeilich gesperrt. In allen Versammlungen wurde eine Resolution angenommen, in der die Oeffnung der Grenzen verlangt wird für Vieh- und Fleischeinsuhr unter loyaler Handhabung der sanitären Kontrollmaßregeln, ferner Herabsetzung der Zolle auf die notwendigsten Lebensmittel und schließlich gänzliche'Aufhebung dieser Zölle.
Berlin, 14. Novbr. Dem „Berliner Lokalanzeiger" zufolge übersandte der Magistrat von Berlin dem Reichskanzler wegen der Fleischteuerung eine Petition in der es heißt: Der Reichstag wolle durch geeignete Mittel dahin wirken, daß die auf einem Reichsgesetze und auf reichsgesetzlicher Grundlage beruhende Beschränkung der Vieh- und Fleischeinfuhr aus dem Auslande möglichst beseitigt und die Zölle auf Viehe, Fleisch und Futtermittel aufgehoben ober auf das unbedingt erforderliche Maß zurückgeführt werden.
München, 14. Novbr. Als Gegengeschenk für die vom Prinzregenten erhaltenen Erinnerungsstücke von Friedrich dem Großen, wird der Kaiser dem Prinzregenten eine ânßerst wertvolle Spende in Form einer Sammlung von Rüstungen und Rüstungsteilen, die früher dem alten bayerischen Geschlechte der Grafen von Törring gehört haben, sowie eine Anzahl im Berliner Zeughaus aufgestellter Wafseustücke bayerischen Ursprungs zum Geschenk machen. Das kaiserliche Geschenk wird größtenteils im bayerischen Nationalmuseum, teils auch im Ärmecmu'enm in München Aufstellung finden.
Dresden, 14. Novbr. Der Massenmörder Dittrich ist jetzt als geisteskrank dauernd in der Jrrenabteilung des Waldheimer Zuchthauses interniert worden.
Halle a. d. Saale, 14. Novbr. Auf der Grube „Kupferhammer" wurden zwei Förderleute verschüttet und getötet. Auf der Grube „Karl Ernst" stürzte ein Bergmann aus dem Förderkorb und blieb tot.
Berlin, 14. Novbr. Der „Nationalzeitung" zufolge, ist der Zentrumsabgeordnete Dr. Bachem schwer erkrankt und infolgedessen nicht in der Lage, seinen parlamentarischen Pflichten nachzukommen.
, Lissabon, 13. Novbr. Der Ministerpräsident erklärte im Abgeordnetenhause, daß die gegenwärtige Regierung weder dem Königlichen Hause noch sonst jemandem Vorschüsse gegeben habe. Solche Vorschüsse seien von den früheren Regierungen gewährt worden, was zu verbergen das Land keinen Grund habe. Tie Tilgung der königlichen Schulden solle nicht geheim, sondern durch die Kortes entschieden werden.
Minneapolis, 13. Novbr. Der Bericht des Exekutill- rates der amerikanischen Arbeits-Förderalion, der der jetzt hier tagenden Jahresversammlung der Förderation unterbreitet worden ist, sagt, es sei nicht in Aussicht zu nehtnen, daß eine besondere politische Partei zu bilden sei, oder daß die Mitgliedschaft zu einer Partei irgend einem Mitgliede der Forderation vorzuschreiben sei; vorgeschlagen werde je= doch, von Zeit zu Zeit gesetzgeberische Maßnahmen zum besten der. Arbeiter anzuregen und dafür zu sorgen, daß zu Mitgliedern des Kongresses solche Männer nominiert und gewählt werden, die für derartige Gesetze eintreten.
Aufruf
zur Errichtung eines Aussichtsturmes an dem trigonometrischen Vermcflungspunkt des
Buchberges zu Langenselbold.
Im Kreise Hanau gibt es nicht einen einzigen Aussichts- turm. Woher kommt das? Ist die Gegend zu einförmig? Durchaus nicht. Unsere Heimat ist sogar sehr schön! Ganz besonders gilt das Lob unserer Bulau mit ihren 225 Meterhohen herrlich bewaldeten Höhen: Buchberg, Küferberg, Kunznickel und Schüferberg, die durch enge, tiefe, quellen- reiche Waldtälchen, wie
Bornfluß-, Rodenbach-, Dombach- und Barbarossaschlucht (letztere mit 3 Fischteichen) von einander geschieden sind.
(Die Bulan vom Königl. Forstmeister Herrn Fcnner- Wollgang.)
Hier haust noch der Dachs, hier hämmert der Schwarz- specht, Eulen heulen und Rehe tummeln sich rudelweise um- her. Hier gibt es Erd-, Heidel-, Himbeeren u. Brombeeren in Hülle und Fülle.
Hier ragen Buchen, Kiefern, Edeltannen unb Eichen Himmel doch empor.
Hier weht reine, würzige Höhenluft in feierlicher Wald- einsamieit.
Und von hier aus hat man eine wirklich großartig« Fernsicht auf den malerischen Taunus, den Vogelsberg, den Hochspessart, den Odenwald und die Täler deS Maines und der Kinzig. Man erblickt die Warten und Türme von Frank- furt, Offenbach, Steinheim, Gelnhausen, man steht die Ronneburg, die Bergkirche von Rothenbergen rc.
Würde hier ein Anssichtsturm stehen, er würde viele anlocken und manchen hohen Genuß gewähren.
Im Hinblick auf den schier endlosen Wald würd« gar mancher das Lied anstimmen:
O Wald mit deinen dust'gen Zweigen, Sei mir gegrüßt viel tausendmal!
Zu deinen Höhen möcht ich steigen, Und grüßen dich viel tausendmal.
Und andere würden sagen und fingen: Ja, in der Heimat iss5 so schön!
Leider gehört zum Bau des Turmes Geld: aber: Diel' Wenig machen ein Viel!
Und bald sind wir am Ziel!
DaS Komitee.
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Photographie!
VergrszzerunM
nach jeder Photographie in künstlerischer Ausführung. Grösse 48/60 5.75 Hk., 60/75 9.50 Mk,
Musterbilder jederzeit zur gefl. Ansicht.
S. Wronker & Co.
WHeimer KemhenWe.
Post. Kaufleute. Kreines, Warschau Götz u. Lundheimer, München. Chie- menes, Madrid. Loeb, Bartel, Veit, Levinger u. Selowsky, Frankfurt. Kramer u. Eliakim, Kairo. Weiß u. Zunk a. Mainz. Meyer, Wallenstein, Straßburg. Robins, Newyork. Weil, Stetten, Sevedjian, Paris. Verbeck, Köln. Lustig, Samek, Kohn, Wien. Krief, Tunis. Werner,Dresden. Veeck, Idar. Arndt, Offenbach. Lindner, Berlin. Kurländer, Mannheim. Beuroubi a. Salonique. Ter- Heggen, Sinzig. Groos, Mannheim. Greenbaum, London. Benjamin a. Berlin. Netter, Straßburg. Schnurmann, Gengenbach, v. Marseuill«, Lüttich.
Rappen. Kaufleute. Amann u. Wirth, Heidelberg. Schweiger, Nürnberg. Bögler, Gaggenau. Sauerhöfer, Pforzheim.
Hotel Oehlert. Kaufleute. Störz» bach. Kohler, Freiburg. Mögel a. Stuttgart. Haas, Heidelberg. Gerlach, Wien. Kächele, Gmünd. Heß, Heidelberg. Dollinger, Stuttgart. Diele- nuutn, Dreicicher, Frankfurt. Schmidt, Oberstein. Württemberger, Straßburg. Haffermann, Mannheim. Häupel a. Villingen. Klem, Stuttgart. Klein, Koburg.
Sonnet Fremdenliste.
Hanau den 13. Novbr. 1906.
Hotel Adler.
Sievers u. Fr.
Kauffmann, Kfm.
Lachmannn, „ Boßler, Middendorf, „ Riedel, „ Roßberg, „ Koegel, Petersen,Landbauir Trittel, Forstass. Will, Kfm. Wachenheim, Ksm. Groß,
Bonn. Prag. Berlin. Ludwigsbg. München. Fürth.
Mannheim
cuF. Berlin. Hanau. Chemnitz. Mannheim. Wien.
Ludwigshfn.
Wahl, Kfm.
Poeller, Kfm.
Nürnberg.
Bayrhammer, Schausp. Frankfurt. Spohr, Ksnr.
Kohorn, „ Heim, Kfm. Wassel, K'm. Büchel, Ksm. Moresa u. Fr.
Düren. Caffel. Straßburg. Berlin.
Köln. Genua.
Hotel zum Riese».
Willi Holländer, Kfm.
Brunner, Kfnr.
Heilig, König, Kim. Riedel, Tech». Wolfgang, Dr. med. Simader, Kfm. Dölteru, - .
Hotel zur Post.
H. Schäfer, Kfm. P. Bennmann, Ksm.
Böttcher, Kfm.
I. Metzger, Ksim Giäßler, „ G. Donvolie, „ R. Levin, Kfm.
Karl Degenhardt. Kim
Berlin. Pappenheim Remscheid. Darmstadt. Heidelberg. Cassel. Hainburg. Neustadt.
Mainz. Dresden. Plorzheirn. Mairu. Lonnfiatt. Neapel. A-nstodt. $?aim.