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Hanauer

General-Anzeigkr

BrzngSpreiS- vieriKS^^ 1,86 Mk., monatlich 60 Pf§ fkir an^ ^gärtig» rbonnenten mit dem betre-senden Pofla>csichl«x Die einzelne Nur»».': kostet 10 Pfg.

MrrrLLunzSgeMhr«

gtoatbnlbnict und Verlag der Buchdrucker« d«â verein.

Amtliches Organ für KM- M LanUms Kanan.

Die Mfzespalteii« Peützeil« »d« deren Stam» iS PfA, in Rrkimnentril di, Zvle 35

«. Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Keraniworll. Redaveue: G. Schrecker in H««,

Nr. 267 F-rnspröchanschüch Nr. 665.

Mittwoch den 14 November

Fe-nsprechanschlittz Nr. 605» 1906

Amtliches.

Stadtkreis Ran au»

Zwecks Umpflasterung wird die Große Dechanci- straße zwischen Bangert- und Marktstraße vom 20, d. M. ab auf die Dauer von 10 Tagen für den öffentlichen Fuhrverkehr gesperrt.

Hanau den 13. November 1906.

Königliche Polizei-Direktiom

P 9684 v. Beckerath.

Bekanntmachung.

Das unterzeichnete Schiedsgericht beabsichtigt, alle die­jenigen Akten zu vernichten, die seit länger als 10 Jahren weggelegt gewesen und seit Januar 1896 mangels neuer Eingänge unbenutzt geblieben sind.

Diejenigen Beteiligten, die an einer längeren Aufbewah­rung der Akten ein Interesse zu haben glauben, werden auf- zefordert, es innerhalb 4 Wochen nachzuweisen.

Cassel den 5. November 1906.

Schiedsgericht für Arbeiterversicherung.

Graf von Görtz,

V 8347 Vorsitzender.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 Damengürtel, 1 langer schwarzer Damen-Pelz, 1 silberne Damenuhr, 1 stahlblaue Kindcr- kapUze mit roter Einfassung und gelben Knöpfchen, 1 Porte­monnaie mit etwas über 5 Mk., 1 Katechismus (Innen der Name Heinrich Seitz), 1 Hundehalsband, 1 weißes Kinder­häubchen .mit blauen Bändern, 1 Impfschein für Karl Kon­rad Gerlach (geb. 5. 7. 05), 1 rotes Handtäschchen (Inhalt: 1 weißes Taschentuch, 2 kleine Spiegel, 2 kleine Kalender, 1 graues Portemonnaie mit 13 Pfg., 2 Birnen).

Verloren: 1 Stock (auf demselben ist eine silberne Schlange befestigt.

Entlaufen: 1 graue Dogge w. Geschl. (4 Monate alt), 1 kleiner schwarz- und wcißgefleckter Rehpinscher.

Hanau den 14. November 1906.

Aus Ran au Stadt und Sand»

Hanoi», 14. November.

* Das Gebäude des ehemaligen Hanauev Konsistopinms. Die Synode der Diözese Schlüchtern- Gelnhausen beschäftigte sich u. a. auch mit der bereits auf der vorjährigen Diözesansynode erörterten Angelegenheit einen Versuch zu machen, das Gebäude des ehemaligen Hanauer Konsistoriums am Neustädter Markt Nr. 18 zu Hanau, das sich jetzt im Besitze des Justizfiskus befindet, für die unierte Kirchengemeinschaft zurück zu gewinnen. Die vorjährige Diözesansynode _ hatte an die im Januar d. Js. in Cassel tagende Gesamtsynode den Antrag gerichtet:Gesamtsynode wolle bei dem Herrn Minister der geistlichen, Unterrichts­und Medizinal-Angelegenheiten und beim Landtage dahin vorstellig werden, daß den 3 Diözesanverbänden der unierten Kirchengemeinschaft das Haus Nr. 18 am Neustädter Markt in Hanau zurückgegeben werde und zwar mit der Maßgabe, daß die Erträge aus demselben für die Bedürfnisse der unierten Kirchengeweinschaft verwendet werden müssen. Sollte es auf dem Verwaltungswege nicht möglich sein, das Haus seinem rechtmäßigen Eigentümer, dein Rechtsnachfolger des Hanauer Konsistoriums, dem Konsistorium in Cassel, wieder zuzuwenden, so ist bei dem Herrn Minister dahin vorstellig zu werden, daß er das Konsistorium in Cassel beauftragt, den Justizfiskus als den gegenwärtigen Besitzer auf Heraus­gabe des Hauses zu verklagen." Metropolitan Anackcr- Gundhelm, als Mitglied der Gcsamtiynode, erstattete nun der Diözesansynode Bericht über den Erfolg dieses Antrages. Die Finanzkommisston der Gesamtsynode hgt über den An­trag eingehende Beratungen gepflogen, und letztere hat darauf­hin beschlossen: 1) Beim preußischen Landtage zwecks Ueber- gabe des genannten Hauses an die 3 Diözesanverbände vor­stellig zu weden, 2) von diesem Schritte den hessischen Mit­gliedern des Abgeordnetenhauses Kenntnis zu geben mit der Bitte um Unterstützung, 3) in gleichem Sinne auch bei dem Herrn Minister für geistliche Angelegenheiten vorstellig zu werden, 4) dagegen den Antrag auf Beschreiten des Prozeß- weges abzulehneu, weil er aussichtslos sei. Um die Ange­legenheit weiter zu verfolgen, stellte der Referent zum Schluß den Antrag, den Vorstand 'der Gesamtsynode um Mitteilung des Bescheides zu ersuchen, welchen der Herr Minister für geistliche Angelegenheiten auf den Antrag der Gesamtsynode

Die üeutige M

betreffend die Rückgabe des genannten Hauses erteilt habe. Der Antrag wird angenommen.

* Eingabe. Der Magistrat ist der von der Stadt­verordnetenversammlung beschlossenen Eingabe an den Reichs­tag und die Regierung, durch welche die Oeffnung der Landes­grenze zur Einführung von einwandsfreiem Schlachtvieh erbeten wird, beigetreten.

* Schiedsgericht für Arbeiterverficherung in Cassel. Das Caffeler Schiedsgericht für Arbeitcrvcrsiche- rung beabsichtigt, alle diejenigen Akten zu vernichten, die seit länger als 10 Jahren weggelegt gewesen und seit Januar 1896 mangels neuer Eingänge unbenutzt geblieben sind. Die­jenigen Beteiligten, die an einer längeren Aufbewahrung der Akten ein Interesse zu haben glauben, werden ausgefordert, dies innerhalb 4 Wochen nachzuweisen.

* Evangelischer Männerabend. Derselbe findet heute abend um ^29 Uhr im Saale des Hotelzum Riesen" statt. Den Hauptvortrag hält, wie wir schon neulich mit- teilten, Herr Pfarrer Fuchs über:Männliches Christentum und die Aufgabe christlicher Männer." Alle evangelischen Männer unserer Stadt sind zu demselben eingeladen, und sind als Teilnehmer herzlich willkommen geheißen, worauf noch ganz besonders aufmerksam'gemacht sei.

* Marcell Salzer - Abend. Am Montag den 19. November spricht im Kunstindustrie-Verein der be­kannte Vortragsmeister Marcell Salzer.Wo Salzer weilt, da flieht die Traurigkeit. Er ist Künstler, wirk­licher Künstler. Die lachende Muse, eine der alten neun ist seine Göttin, nicht die zehnte, die halbgeschürzte und ge­schmückte." So schrieben vor einigen Monaten dieMünch. Neuest. Nachr.", gelegentlich seines Auftretens in München. Der Name des auch in Hanau schon wiederholt und mit außerordentlichem Beifall aufgetretenen Künstlers birgt uns für einen ganz besonders genußreichen Abend. Das Pro­gramm, ein neues und vorwiegend heiteres, besteht in der Rezitation aus Dichtungen von Wilhelm Busch, G. Falke, Detlev v. Liliencron, Ridcamus, Rosegger, Salus, F. v. Schlicht, Sudermann, H. F. Urban, F. Th. Vischer, Wilden­bruch u. A. Der Vortrag findet ausnahmsweise, da die Aula der Akademie am Montag nicht frei ist, im Saale des Stadischlosses statt, zu gewöhnlicher Zeit (7^4 Uhr). Einzelkarten sind zu M ^ 1.50 in den beiden hiesigen Hofbuchhandlungen zu haben.

* SLadttheaier. Auf die heute abend zur Darstellung gelangende tragische Komödie:Traum ul ns" von Arno Holz und O. Jerschke möchten wir nochmals ganz besonders hinweisen.

* Gat'de-Vevsin. Wenn man den schon längst be­kannten Apfel, der nicht auf die Erde fallen konnte, zitieren wollte, dann könnte man das mit voller Berechtigung beim Bericht über den am letzten Sonntag imDeutschen Haus" stattgefundenen Familienabend des hiesigen Gardevereins tun, denn bald nach Beginn des Festes war auch nicht das bescheidenste Plätzchen mehr zu haben. Und niemand hatte den Besuch zu bereuen, denn die auf Grund des Programms an den Abend geknüpften Erwartungen wurden durch den Verlauf noch übertroffen. Die Begrüßungsansprache hielt der Vorsitzende des Vereins, Herr Hummel. Das an­schließende Kaiserhoch fand im Saale lebhaften Widerhall, wie auch das unmittelbar darauffolgende lebende BildDie Krone, ein Hort des Friedens", mit begeisterten Beifall auf- gcnommen wurde. Die übrigen Darbietungen, wie Gesangs­vorträge der Herren Liese und Schnarr, ein Trio für Klavier, Violine und Cello von Frl. Heil, sowie den Herren Witte jun. und sen., eine Serie lebender Bilder, einen ereignisvollen Tag im Manöver darstellend, ferner ein LokalschwankDie Verlobung an der Wäschbütt" u. a. m. sorgten für vorzügliche, abwechselnde und humorvolle Unter­haltung. Wahre Lachsalven löste insbesondere der letzterwähnte Lokalschwank aus. Als Humorist fungierte mit bekanntem Geschick Herr Rode, während der konzertliche Teil in den bewährten Händen der Ulauenkavclle lag.

* Glückwunsch tes->H^ Der Gardeverein Hanau richtete anläßlich seines FanülienabeMs am vorigen Sonntag ein Glückwunschtelegramm an den Großherzog von Hessen und erhielt darauf folgende Antwort:Dein Gardeverein Hanau. Bestell Dank für die Glückwünsche. Ernst Ludwig".

Das nächste. MainLal-SärrgerfeH und zugleich das 50jährige Jubiläum des Maintal - Sängerbundes wird 1908 in Offenbach abgehalten. Das Fest wurde in der ©elegiertenvctfammlung zu Friedberg nach einstimmigem Be­schluß den verbündeten Gesangvereinen Offenbach übertragen. Der Vorstand der Verbindung hatte dieser Tage eine Ver­sammlung sämtlicher Vorstände und Delegierten der der Ver- bindung angehörenden Vereine einberufen, um die ersten Vor- mwer uMfacht au&et dem Unter Haltungsb

Bereitungen für dieses Fest, welches in großartiger Weise ge­feiert werden soll, zu besprechen. Der Vorsitzende, Herr PH. Pilger-Offenbach, legte der Versammlung die Ansichten des Vorstandes dar, wie die ganze Feier etwa gedacht ist. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, vorerst einen Ehrenausschuß zu wählen. Nachdem dies geschehen, wurde über die Beschaffung einer großen Festhalle und über einen geeigneten Festplatz beraten. Vorgeschlagen wurde u. a. die Löwenwiese, der Wiesengrund in der Bürgeler Gemarkung, der Mainkai an der Untermainstraße uiw.

* Auch ein Opfer der Köpenicker Hauptmanns» komödie. Nachdem die Behörde Verdacht auf den wahren Täter geworfen, wurde begreifllicher Weise auf alle gefahndet, die den damals ominösen Namen Vogt trugen, Schuhmacher waren, eine blasse Gesichtsfarbe hatten, einen Schnurrbart trugen, im ungefähren Alter des Gesuchten standen u. s. w. All das traf auf einen Schuhmacher Vogt in einer unserer Nachbarstädte zu, auch die vorstehenden Backenknochen, und so wurde er denn vor die Polizei zitiert, um seine Nicht­identität mit dem Gesuchten nachzuweisen. Er vermochte das und wurde wieder entlassen. Der Meister konnte aber den Gedanken, möglicherweise denKöpenicker" oder einen Ver­wandten von ihm in seinem Hause zu beschäftigen, nicht, er­tragen. Er entließ den ihm unheimlichen Gesellen und dieser war dadurch gezwungen, sein früheres Metier, die Bettelei, das er in den letzten zwei Jahren mit ehrlicher Arbeit ver­tauscht hatte, wieder aufzunehmen. Gestern hatte er sich um deswillen vor dem hiesigen Schöffengericht zu verantworten und erhielt drei Wochen Haft.

* stahrraddiebstatzl. Vorgestern wurde an der Haupt­post ein Fahrrad, daß einem Akademieschüler gehörte, ent­wendet.

* Vergnügungs-GesellschaftFivekio". Am ver­gangenen Sonntag hielt die Vergnügungs - Gesellschaft Fidelio" im Saale zurStadt Bremen" einen ihrer be­kannten Familienabende ab. Der gutbesetzte Saal gab Zeug­nis von dem Anhang, den der genannte Verein bei dem hiesigen Publikum besitzt. Das Programm war reichhaltig und trug jedem Geschmack Rechnung. Das konzertierende Trio (Lorey, Hartwig, Röll) erntete mit seinen gut­gewählten Musikstücken reichen Beifall. Die von den Mit- gliedernvorgetragenenhumoristischen Duette, Terzette, sowie die theatralische Aufführung:Eine fidele Gerichtssitzung" wurden ebenfalls durch reichen Beifall belohnt. Besonders beachtens­wert waren die Leistungen des beliebten Gesangshumoristen und Mimikers K. King, der durch seine Vorträge jung und alt zu größter Heiterkeit anspornte. Nach Ablauf des Pro­gramms war dem Publikum Gelegenheit geboten, sich noch einige Stunden an einem gemütlichen Tanze zu beteiligen.

* EvangeLisations-BersaMmlungen finden heute und morgen abend 8^/1 Uhr int Saalezum deutschen Haus" statt.

Gerichtssaal.

Sitzung Des Schöffengerichts vom 13. November.

Der Silberschmidt I. R. von Kleinauheim fuhr am 8. September in Vertretung seines kranken Vaters Kartoffeln auf den Markt und ließ seinen Wagen auf der Südseite des­selben längere Zeit stehen, was unzulässig ist. Er erhält einen Verweis. Der Maurer Konrad M. von Mittel­buchen kam am 30. Juli anläßlich seines Umzuges mit seinem Hauswirt und anderen in Streit, wobei er ü. a. auch mit einer Taschenpistole drohte. Für die Bedrohungen und dergl. erhielt er früher 10 Mk. Geldstrafe, während er sich heute wegen unberechtigten Führens einer Schußwaffe zu verant­worten hat. Er wird freigesprochen, da in dem Transport der Waffe, auch wenn er unterwegs von derselben Gebrauch machte, kein Waffenführen int Sinne der in Betracht kom­menden Ministerialverfügung erblickt werden kann. Am 21. Mai verunglückten in Großauheim bei einem Gerüstein­sturz eine Anzahl Arbeiter. Am schlimmsten der Weißbinder H. R. von Langenselbold, der u. a. einen Schädelbruch er­litt. Da dieser das Gerüst ausgestellt hatte, hat er sich nun­mehr auch noch wegen sahrlässiger Körperverletzung zu ver­antworten. Er behauptet, dermaßen an seinem Erinnerungs- vermögen gelitten zu haben, daß er sich auf irgendwelche Vorgänge bei dem Bau bezm. Unglück absolut nicht mehr besinnen kann. Es wird kreisärztliche Untersuchung ange­ordnet und die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Tagelöhner Adam M. gen. R. von hier fanb am Mittag des 10. September leerè Töpfe und Schüsseln zu Hause vor, was den Hungrigen in gelinde Raserei versetzt. Nachdem die Frau bei einer Hausgenossin Liese Schutz gesucht und gefunden hatte, richtete sich der Zorn des Tobenden gegen diese: Ihre Türe wurde mit Kaffeekannen» und dergl. bombardiert, während ihr selbst unter den verschiedensten Schimpfwortcn alles mögliche Angenehme, wie Augenauè- stcchen, Totschlägen usw. in Aussicht gestellt wurde. Als die Bedrohte die Treppe hinabeilte, um Polizei zu holen, flog itt 14 Seiten«.