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Hanau. r K Anzeiger

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fiiflMâW 1,80 Mk., monatlich 60 «g., fvr aus. o3ttigt toonnenten mit dem betreffaiden Poflaufjchl«^

Die mr^lnc Num»,<! ksstet 10 Pf«.

L^ââ»ck Mb Verlag ber Buchdruckerei des »erei«.

CT. Waisenhauses in Hanau.

General-Agzeiger

Amtliches Organ für SteM- na» ftxikrtis Hmu.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die fünsgespalier« Petitzeüe oder deren Ram» 16 PlA,

M ReklautentrU die Zeile 35 Pfg,

BertmtwerfL Redakteur: ®. Schrecker b» Hem«.

Nr. 291 tzernfprechanschlttß Nr. 605.

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An t^ches.

Stadtkreis ^anau.

Bânmmachung.

Das Weishaup fische Stipendium für einen besonders talentvollen Gold- oder Silberarbeiter ist von den auf die ausgeschriebene Bewerbung ausgetretenen Bewerbern nach dem einstimmigen Vorschläge der berufenen Sachverständigen und des Lehrerkollegiums der Königlichen Zeichenakademie für dieses Jahr dem Schüler der Zeichenakademie Theodor Wende zuerkannt.

Zugleich ist beschlossen, den Verfertigern der nächst besten Entwürfe eine öffentliche Belobung zu erteilen; es sind dies nach der Reihenfolge der Bewertung:

Akademieschüler Konrad Gertenbach, Akademieschüler GeorgLanghedd.

Die eingereichten Entwürfe werden anfangs Januar 1907 ln der Aula der Königlichen Zeichenakademie ausgestellt werden. *

Hanau den 7. Dezember 1906.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 26535

Handelsregister.

Firma von Arnim'sches EisenwerkMarien­hütte Großauheim" in Großauheim:

Dem Kaufmann Hermann K n p f e r in Groß­auheim ist Gesamtprokura in der Weise erteilt, daß er berechtigt ist, die Firma zusammen mit dem In­genieur Ulrich Gärtner in Großauheim zu zeichnen.

Die dem Ingenieur Karl Seybold ifnb dem Kaufmann Adolf Dieke, beide in Großauheim, er­teilte Prokura ist erloschen.

Hanau den 8. Dezember 1906.

-Königliches Amtsgericht 5.26536

Handelsregister.

Firma Hofbranhans Hanau vormals G. Ph. Nicolay in Hanau:

Der Bierbrauereibesitzer Generaldirektor Jean Nicolay in Hanau ist aus dem Vorstand der Aktien­gesellschaft ausgeschieden.

Die Gesamlprokura des Georg F i l I a u e r und des Rudolf Nickel in Hanau ist erloschen.

Die Kaufleute Rudolf Nickel und Georg Fillauer, beide in Hanau, sind zu Mitgliedern des Vorstandes ernannt.

Jeder der Vorstandsmitglieder Rudolf Nickel und Georg Fillauer ist nur zuiammen mit einem anderen Zeichnungsberechtigten zur Zeichnung der Firma be­rechtigt.

Hanau den 4. Dezember 1906.

___Königliches Mmtsgericht 5. 26537

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Korallenkette, 1 Portemonnaie mit etwas über 5 Mark, 1 Laib Schwarzbrot, 1 Spazierstock (schwarz mit weißem Griff), 1 goldenes Halskettchen (Kollier), 1 Portemonnaie mit 17 Pfg,, 2 Schlüsselbunde (je 3 Stück), 1 Zirkel, 1 Portemonnaie mit etwas über 4 Mk., 2 goldene unfertige Uhrrettenanhänger, 1 Portemonnaie mit etwas über 9 Mk. lauf dem Portem. die Bezeichnung 8 B. 15), 1 Zeichenheft, 1 Brille.

Verloren: 4 Mark bar (bestehend aus 2 Zweimark­stücken), 1 Paar frisch besohlte Knabenschuhe.

Zugelaufen: 1 brauner Pinscher m. Geschl. M Hanau den 13. Dezember 1906.

politische Rimdkbau.

, Parlamentarische Nachrichten. Reichskanzler Fürst Bülow hatte wichtige Besprechungen mir Parteiführern. Es soll sich um den Beschluß der Budgetkommission gehandelt haben, die die Nachlragsforderungen für Südwestafrika ab­gelehnt hatte, und um Besprechung von Maßnahmen, um den Beschluß im Plenum rückgängig zu machen. Daß dieser Beschluß nicht ein endgültiger sein kann, steht fest, denn die Beamten, Offiziere und Soldaten in Südwestafrika haben mit dem Reiche vor Antritt der Dienstzeit Verträge abge­schlossen und können nötigenfalls Gehälter, Löhnung und Lebensmittelversorgung einklagen, wenn der Reichstag der Regierung die Mittel zu ihrem Unterhalte versagt. In

Donnerstag den 13. Dezember

der Presse ist gefragt worden, ob der preußische Landtag am 8. oder erst am 10. n. M. zusammentreten werde. Für die Beantwortung dieser Frage sind na* derNordd. Allg. Ztg." die nachstehenden Erwägungen von Gewicht. Das Osterfest fällt im nächsten Jahre auf den 31. März. Die Karwoche kommt für die Verhandlungen des Landtages nicht in Be­tracht. Der Etat müßte daher spätestens bis zum 23. März das Herrenhaus passiert haben. Für die Etatsverhandlungen im Herrenhause sind 14 Tage erforderlich. Folglich müßte der Etat, wenn er bis zum 23. März im Herrenhause fertig­gestellt sein soll, spätestens am 8. März vom Abgeordneten­haus« an das Herrenhaus gelangen. Würde nun der Land­tag nicht schon am 8., sondern erst am 10. Januar eröffnet, so müßte dies nicht blos einen Verlust von zwei Tagen, sondern die Einbuße der ganzen Woche vom 7. bis 12. für die Etatsverhandlungen zur Folge haben. Hierdurch würde die Einberufung auf den 10. Januar gleichbedeutend sein mit der Unmöglichkeit einer rechtzeitigen Fertigstellung des Etats.

Dem Reichstage ging ein Abänderungsantrag von Ablaß und Genoffen zur zweiten Lesung des Nachtragsetais für die Schutzgebiete zu, lautend: Der Reichstag wolle be­schließen, dem Dispositiv des Kapitels 2, Titel 1 der Aus­gabe hinzuzufügen: Mit der Maßgabe, daß die Heimsendung von weiteren 4000 Mann im Laufe des Rechnungsjahres erfolgen soll und daß bis zum Ablauf des Rechnungsjahres Vorbereitungen zur erheblichen weiteren Verminderung der Gesamtstärke der Schutztruppe, entsprechend der fortschreitenden Beruhigung des Schutzgebiets, getroffen werden sollen.

Die vom Deutsche« Handelstage nach Berlin einberufene internationale Getreidekonferenz beschäftigte sich, wie die Blätter berichten, gestern mit den in Betracht kommenden Getreide-Kontraktfragen Amerika gegenüber. Man beschloß, die von demVerein der Berliner Getreide- und Produktenhändler" ausgearbeiteten Entwürfe für einen Mais­kontrakt und einen Kontrakt für anderes Getreide durchzu­beraten und dann in einer gemeinsamen Konferenz mit den englischen Interessenten endgüliige Beschlüsse zu fassen.

Der Sozialdemokrat Eißner. In der ersten Kammer in Darmstadt wurde mit allen gegen 2 Stimmen eine Resolution angenommen, die sich gegen die Bestätigung des Stadtverordneten Eißner in Offenbach als Beigeordneter richtet und in der die Ueberzeugung ausgesprochen wird, daß grundsätzlich obrigkeitliche Funktionen solchen Personen nicht übertragen werden dürfen, welche Angehörige der Sozial­demokratie sind, die programmatisch die bestehende Staats- form zu beseitigen für ihre politische Aufgabe halte. In der Resolution wird zum Schluß die Hoffnung ausgesprochen, daß die Politik der großherzoglichen Regierung in Zukunft im Sinne dieser. Erklärung ihre Richtung nehmen werde.

Dev Budgetansschitß der österreichischen Dele­gation nahm gestern die Resolution Dobernig an, sowie einen Antrag Steißer, nach welchem das Uebereinkommen be­treffend die Heereslieferungen dem Rcichsrate mitzuteilen sei, sowie eine Resolution des Subkomitees, welche besagt, die Delegation könne das Uebereinkommen über die Heercsliefe- rungen nicht als eine billige Vereinbarung über die Lieferungen zwischen beiden Reichsh-ilften anerkennen und demselben nicht ihre Zustimmung erteilen. Die Delegation fordert dieKriegs- veriyaltung auf, eine Abänderung oder wenigstens eine Er­gänzung des Uebereinfommens in einer die Interessen der österreichischen Reichshälfte besser wahrenden Weise mit allem Nachdruck anzustreuen. Der Ausschuß begann hierauf die Verhandlung über das Heeresordinarium.

Znr Lage in Marokko. Die spanischen Kreuzer Princesa de Asturias" undEmperador Carlos Ruinto" sind in Tanger angekommen. Nachrichten aus Ginge-' borcnenkreisen zufolge ist Raisuli außerordentlich beunruhigt durch das Herannahen der Regierungstruppen, die jetzt Elksar-Elkabir erreicht haben. Es heißt hier, daß die Ent­sendung dieser Truppen lediglich den Zweck habe, Raisuli gefangen zu nehmen, der sich mit den Bergstämnien versöhnt habe, um sich ihres Beistandes zu versichern für den Fall, daß er von den Truppen der Regierung angegriffen werde. Diese werden voraussichtlich in drei Tagen hier eintreffen.

Deutscher Reichstag.

Sitzung vom 12. Dezember.

Die Teuernngs-Jnèerpcllation.

Am BundesratSsische der Staatssekretär Frhr. v. Stengel sowie Landwirtschaft mmister v. Arnim-Criewen.

Fortsetzung der Bemrechung der Jim n llatwuen betr. Maßnahmen 'zur Abhiste b#» 'herrschenden F.csichteuerung und der Teueruna der notwendigsten Lebensmittel.

Fernsprechanschlus; Nr. 605. 1906

Präsident Graf Ballestrem eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 20 Minuten.

Äbg. Paasche (ntl.) erklärt namens seiner Parteifreunde, an den vorjährigen, zu der Fleischnot ausgesprochenen Grund­anschauungen festzuhalten. Im Interesse der Vieh züchten­den Landwirte sei es notwendig, stabile Verhältnisse zu er­halten, vor allem die Viehbestände her Landwirte gegen Seuchen aller Art zu schützen. Veterinärpolizeiliche Maß­regeln sind gerade im Interesse der kleinen Viehzüchter not­wendig. Trotzdem leugnen wir selbstverständlich nicht, daß vielfach durch die Fleischteuerung Mißstände entstanden sind, welche der Abhilfe bedürfen. Wir geben zu, daß die hohen Fleischpreise eine schwere Kalamität herbeigeführt haben und daß in gewisse Bevölkerungskreise eine Beunruhigung hinein- getragen worden ist, die nicht dazu beigetragen hat, die innerpolitischen Verhältnisse günstiger zu gestalten. Deshalb können wir nicht umhin, den Regierungen den Vorwurf zu machen, daß sie diese ganze Bewegung eine ganze Zeit lang scheinbar ignorierten. 'Ich glaube, wir haben das Recht, den Regierungen den Vorwurf zu machen, daß sie diese ganze Bewegung laufen ließen ohne nur ein einziges Mal eine Beruhigung in die Bevölkerung hineinzutragen. Ebenso gut wie die Regierungen jetzt Maßnahmen zur Abhilfe durch Herabsetzung der Transportkosten, der Schaukasten gsw. treffen können, so hätte dies schon früher geschehen können. Wenn jetzt die Regierung auseinandersetzt, daß eine Oeffnung der Grenzen wahrscheinlich kaum etwas helfen wird, io hätte man dies schon vor Monaten sagen können, wodurch ein großer Teil der Unzufriedenheit unterdrückt werden konnte. Ich will nicht leugnen, daß der Agitation vielfach Ueber­treibungen schlimmster Art unterlaufen sind. Wir erkennen auch an, daß tatsächlich von einer Unterernährung des Volkes nicht die Rede sein kann. (Widerspruch). Es ist bereits fest« gestellt, daß eine Fleischnot oder Fleischteuerung, namentlich für Schweinefleisch, ihre Ursache in der wirtschaftlichen Ent­wickelung hat, die vorübergehend ist. Daß unsere Schweine­zucht einen gewaltigen Aufschwung genommen hat, kann nicht geleugnet werden. Die Viehpreise sind enorm gesunken, da heute bereits eine Überproduktion an Jungvieh statt­findet. Ich bin überzeugt, daß, wenn die Preise jetzt auch sinken, sie doch nicht dauernd, auf dem Standpunkte bleiben können, den sie in früheren Zeiten gehabt haben. Die Preise werden wahrscheinlich dauernd höher bleiben, weil alle Löhne gestiegen sind, nicht bloß in der Landwirtschaft, sondern auch in der Jndusttie. Es ist unsere erste Pflicht, dafür zu sorgen, daß die deutsche Landwirtschaft und Viehzucht nicht wieder von allen möglichen Gefahren bedroht wird, die ihr durch den Import von lebendem Vieh gebracht werden können. Wir wollen die Landwirtschaft schützen, um dem Konsumen­ten zu nützen. Ich .bedauere nochmals, daß die Regierung nicht schon vor Monaten beruhigende Erklärungen abgegeben hat, und hoffe, daß die von ihr in Vorschlag gebrachten Maßregeln wesentlich dazu beitragen werden, daß die preis­steigernde Witkung der Zwischenhändler und der Schlacht­häuser beschränkt bleibt. Das kann geschehen, ohne "daß der Landwirt gezwungen wird, auf seinen berechtigten Lohn zu verzichten. Wir verlangen, daß die Regierung alle Mittel ergreife, die eine Besserung ermöglichen. Ich spreche nicht im Interesse der Großgrundbesitzer, sondern für die kleinen und mittleren Viehzüchter, die ein legitimes Interesse an stabilen Preisen und an der Möglichkeit der Fortsetzung ihrer Viehzucht haben. (Beifall.)

Abg. Graf Schwerin-Löwitz (kons.): Zunächst will ich einen Irrtum richtig stellen, in den verschiedene Redner verfallen sind. Das Material, das Ihnen zur Information zuging, kam nicht Dom Bund der Landwirte, sondern von mir, nachdem es die Landwirtschaftskammer zusammengestellt hatte. Nun zu den Interpellationen. Sie haben ihre beste Beantwortung schon erfahren durch die Marktberichte der letzten Wochen, die durchweg sinkende Preise und einen Ueber- stand auf den Märkten zeigen. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Ich begreife, daß die Interpellanten entrüstet sind, daß die Regierung so lange mit der Beantwortung gezögert hat, weil ja jetzt ihre Interpellation gegenstandslos geworden ist. (Sehr richtig! rechts, Lachen 'links.) Sie (zur Linken) be- nutzen die 'Fleischteuerung ja nur zu politischen Zwecken. (Sehr richtig, rechts.) Das zeigt mn besten ein Flugblatt, das am Tage der Einbringung' der Interpellation in Hun­derttausenden von Exemplaren verbreitet wurde und das von Fleisch- und Brotwucher redet. (Lärm bei den Sozialdemo­kraten.) Das Flugblatt [tratst von Verhetzungen und Un­richtigkeiten; es heißt da, die Fleischnot sei künstlich geschaffen worden zur Bereicherung der Großgrundbesitzer, um ihnen die Taschen zu füllen. (Lebhaftes Hort, Hört! rechts, lärmende Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Das ffvagen Sie (zu den Sozialdemokraten) zu schreiben angesichts der Tat­sache, daß von der ganzen Viehproduktion 93 Prozent von den kleinen Bauern, den landwirtschaftlichen und industriellen Arbeitern erzeugt werden! Die einzige Rettung in dieser Fleischnot ist, so heißt es in dem Flugblatt weiter, der An­schluß an die sozialdemokratische Partei und das Lesen der Arbeiterzeitung, des Vorwärts. (Große Heiterkeit rechts, Lärm ber den Sozialdemokraten.) Der Fleischkonsum ist in den letzten Jahrzehnten in allen Ländern gewaltig gestiegen. Ist