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W»taÜ«rdru<k und Verlag der Buchdruckerei deS verein. «, Waisenhauses in Hanau.

Gkneral-Anzeiger

Kmtlilhrr OkMn fiit Stabb anb MlrrelS Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Di« fünfgespaltene Petüzei!« oder deren Raum 15 PlE im ReklamenteU die Zeit« 35 Pfg.

Derantwortl. R^akteur: T. Schrecker in Henan.

$! 213 Fernsprechanschlutz Nr. 605

Mittwoch den 12. September

Fernsprechanschlutz Nr. 605.

1906

Amtliches.

Candkreis Fjanau.

7 " ; M Kniglich« MM.

Festgestellt: Der Milzbrand in Frankfurt«. M., Große Sandgasse 10.

Hanau den 11. September 1906. V 6647

Stadtkreis Hanau.

Am Freitag den 14, September 1906, vormittags von 9 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neu­städter Rathauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt, in welcher Parteien etwaige Streitigkeiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können. Hanau den 10. September 1906.

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.

I. V.: Dr. Koppen. 18865

. Handelsregister.

Firma Carl Pesoldt in Hanau: Das von dem Hotel­besitzer Ullrich Carl P e s o l d t in Hanau seither betriebene Geschäft besteht nicht mehr. Die Firma ist erloschen.

Hanau den 4. September 1906.

Königliches Amtsgericht 5, 18869

Gefundene ob verlorene Gegenstände :c,

Gefunden: 1 Karion (Inhalt:. 2 Mützen, 2 Taschen­tücher, 2 Hüte, 2 Gürtel, 1 Paar graue Damen-Zwirn - Handschuhe und 1 Stück schwarzes Band), 1 graues email­liertes Eßkännchen, 2 Kontobücher, 1 Notizbuch, 1 braun- ledernes Portemonnaie mit Inhalt.

Verloren: 1 schwarzer Damenschirm mit braunem gebogenen Naturgriff, 1 silberne Hutnadel, 1 goldner Kneifer.

Abhanden gekommen: 1 Mülleimer.

Entlaufen: 1 Boxer weiß mit gelben Abzeichen.

Hanau am 12. September 1906.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hanart, 12. September.

Gerichtssaal.

Sitzung des Schöffengerichts vom 11. Sept. 1906,

Ein Hausierer Bruno W. hat in Dörnigheim ohne Hausier- Schein Blumen verkauft. Er wird zum doppelten Betrag der Jahressteuer, 12 Mark, verurteilt. Mehrere Arbeiter machten am 23. Juli eine Bierreise und landeten spät abends im Friedberger Hof, wo der Otto K. dem Peter St. nach einem geringfügigen Wortstreit ein Bierglas auf den Kopf schlug, daß er blutend niederstürzte. Auch soll er seinen Gegner mit " den Fäusten und mit Fußtritten bearbeitet haben. Der K. erhält 2 Monate Gefängnis. Der Tag­löhner Andreas R.fand" am 29. Januar auf dem Lager­platz am Westbahnhof ein Quantum Zinkblech. Er beauf­tragte seinen Kollegen S., einen Wagen zu holen, derFund" ließ sich aber nicht verwerten, denn" ein Schutzmann nahm Lie beiden auf der Philippsruher Allee schon in Empfang und sie mußten denFund" wieder herausgeben. Der S. ist schon von der Strafkammer abgeurteilt worden, der R. erhält heute 14 Tage Gefängnis. Ein halbwüchsiger Bursche Ludwig M. Hier stahl während deS Turnfestes die an den Häusern in der Wilhelmstraße angebrachten Deko- rationsgegenstünde. Er kommt mit einem Verweis davon. _ Der Taglöhner M. gen. R. hatte mit seiner besseren Hälfte eine häusliche Auseinandersetzung, wobei die letztere den wörtlichen Argumenten gegenüber sich derart unzugäng­lich zeigte, 'daß der Gemahl einen Stuhl und ähnliche Hilfs­mittel anwandte und zuschlagenden" Argumenten über­ging. Das gab einen Heidenspektakel in der "Wohnung und die Folge war, daß die beiden wegen ruhestörenden Lärms belangt wurden. Der zärtliche Gatte wird zu einer Woche Haft verurteilt, die Ehefrau frei gesprochen. Das Gericht war nämlich der Ansicht, daß man einer mit Stühlen w. be­arbeiteten Gattin nicht gut anmuten kann, den Mund zu halten. Der Kellner N. zechte in hiesigen Wirtschaften, ohne das nötige Moos zum Bezahlen 31t besitzend Urteil: 14 Tage Gefängnis.P®rei halbwüchsige Burschen, der Georg K., Peter W. und Karl G. wurden von einem Wächter der Wach- und Schließgesellschaft ertappt, als sie gelegentlich des Turnfestes an den bei der elektrischen Lichtanlage hängen­den Drähten herumhantierten, wo sie gar nichts zu tun hatten. Es besteht der Verdacht, daß sie diebische Absichten hatten, da aber ein voller Beweis nicht zu erbringen ist, wird auf Freisprechung erkannt. i

* Winterfahrplan. Vom 1. Oktober an werden zur Erleichterung des Lokal- und Vorortsverkehrs eine Anzahl neuer Personenzüge eingelegt werden, nämlich: 1. Von Frankfurt-Hptbh. nach Hanau-Ost 9 Uhr 23 Min. vorm. und 9 Uhr 57 Min. nachm. Von Hanau-Ost nach Frank- furt-Hptbhf. 7 Uhr 6 Min. vorm. und 4 Uhr 16 Min. nachm. 2. Von Frankfurt-Ost nach Hanau-Ost 10 Uhr 40 Min. vorm., 10 Uhr 10 Min. vorm. und 4 Uhr 5 Min. nachm. nach Mainkur. Von Hanau-Ost nach Frankfurt-Ost 6 Uhr 14 Min. vorm., 10 Uhr 30 Min. vorm. und 4 Uhr 20 Min. nachm. von Mainkur nach Frankiurt-Ost.

* Konzert des GesangvereinsEintracht." Mehrfach geäußerten Wünschen entsprechend wird der Gesang­vereinEintracht" am 18. Oktober ds. Js. im Saale der Centralhalle" ein Konzert veranstalten. Gegründet im Jahre 1867, gehört er bei einer Mitgliederzahl von über 80 Sängern mit zu den ältesten und größten Gesangvereinen Hanau's. Er darf sich bei seinem guten Stimmmaterial unb der aner­kannten Tüchtigkeit seines langjährigen Dirigenten, Herrn Wilhelm Hamburger, den besten hiesigen Gesangvereinen würdig an die Seite stellen und hat seine hervorragende Leistungsfähigkeit sowohl im Kunst- als im Volksgesang schon oft glänzend bewiesen. Das für das Konzert vorge­sehene Programm wird durch eine gediegene Auslese schöner, eindrucksvoller Männerchöre und die Mitwirkung hervor­ragender Solisten einen hoben Kunstgenuß bieten, und ver­fehlen wir nicht das kunstsinnige Publikum unserer Stadt schon jetzt auf das Konzert aufmerksam zu machen. Liste wird demnächst in Umlauf gesetzt werden.

* Ein junger Hanauer Künstler. Im Stadt- theater zu .Bremen trat bei der kürzlich stattgefundenen dohengrin"-Aufführung in der Titelrolle ein junger Hanauer, Herr Karl Baumgärtel, auf, über den die Presse recht günstig urteilt. Ein Bremer Blatt schreibt:Ein erhöhtes Interesse beanspruchte die Darstellung der Titelrolle, durch die Herr Baumgärtel einen neuen, gewagten, aber bestens gelungenen Schritt auf den Parnaß unternahm. Der noch durch seinen Tamino und Manrico in vorteilhafter Erinnerung stehende Novize wußte diesmal wiederum durch seine warm timbrierte Stimme, der neben einer prächtigen Egalisierung Kraft, Biegsamkeit, Glanz und ein weiches Volumen eigen sind, durch die Lockerbeit und Mühelosigkeit, der Tongebung, der eine kluge Oekonomie zur Seite steht, durch seine ge­schmackvolle und fein detaillierende Deklamation und feine dialekifreie Sprache die lebhaftesten Sympathien zu erringen, zumal eine schöne Gestalt und ein edles, durchaus ange­nehmes Mienenspiel den Wert der Leistung ebenso sehr er­höhten, wie die Sicherheit und der noble Anstand seiner Be­wegungen. Eine manchmal, besonders in der Stimmbruch­region hervortretende Neigung zum Detonieren bedarf noch der Bekämpfung. Als eine besonders gelungene Episode der Darstellung ist die mit Stimmfrische, vornehmer Klangschön­heit, wie mit sorgfältiger Ausgestaltung der Details zum Vortrag gebrachte Gralserzählung zu erwähnen. Summa: Ein Lohengrindetüi von so hervorragendem Erfolge, wie es nur wenigen Vertretern der Partie beschieden gewesen sein dürfte, und das zu den schönsten Hoffnungen für die weitere Laufbahn des jungen Künstlers berechtigt, der sich zugleich an diesem Abende den erfahreneren Kollegen ebenbürtig an die Seite stellte, obgleich ihm von dieser Seite Sangeslust und Slimmfrische den Wettbewerb nicht leicht machten".

* Aus dem Frankfurter Zoologischen Garten.

Für denZoologischen" ist der August ein ereignisreicher Monat gewesen. Aus allen Erdteilen langten neue Pfleg­linge an. So kamen aus Amerika ein Ameisenbär, P r ä r i e h u n d e und für das Aquarium zwei mächtige, armsdicke Klapperschlangen. Von Ostafrika wurden dem Aquarium eine riesige Puff-Otter ' die dickste Giftschlange, welche existiert, aber nach Brahm auch die gif­tigste, von Herrn Professor Bosseler aus Stuttgart zum Ge­schenk gemacht. Aus Südafrika trafen Zebra's ein. Im Jnsektcnhaus haben sich in diesem Jahr besonders die süd- europäischen Falter gut entwickelt; so riesige Glucken, Toten­köpfe unb OleandcrschwäMucr. Aus Palästina sind die ersten Wanderheuschrecken eingetroffen, darunter Exemplare, von mehr als Fingerlänge. Ganz besonders nehmen die Jung-Tiere des Gartens die Aufmerksamkeit der Besucher in Anspruch; das laufende Jahr war nämlich der Zucht sehr günstig und von Leoparden, Silberlöwen, Känguruhs, An­tilopen rc. sind eben die diesjährigen Junge zu sehen. Am Sonntag, den 16. September ist der Eintrittspreis für den ganzen Tag a it f 5 0 Pfennig pro Person (Aquarium 20 Pfg.) und für Kinder auf 2 5 Pfennig ermäßigt.

* Brand. Heute früh kurz nach 8 Uhr wurde btt Feuerwehr nach der Hirschstraße 14 gerufen, woselbst im Keller des Weißbindermeisters W. Wörner Feuer ausge­brochen war. Der 15jährige Lehrling des Geschäfts, namens Schneider aus Windecken, hatte Terpentin abzufüllen und die Sturmlaterne an die Wand gehängt. Beim Abfüllen ex­plodierte in unaufgeklärterWeise das Te rpentin, der Kellerraum bildete alsbald ein Flammenmeer, der Lehrling selbst konnte sich noch, allerdings mit schweren Brandwunden versehen, retten. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle und beseitigte größere Gefahr. Der Lehrling mußte ins Landkrankenhaus gebracht werden, wo er lebensgefährlich verletzt darniederliegt.

* Viehmarkt. Der Auftrieb zum heutigen Viehmarkt betrug: 2 Ochsen, 270 Rinder, 38 Kälber, 10 Bullen. Hohe Preise, flotter Handel.

* Probe-Wafchen. Gestern fand bei der Firma Gg. Stocker, Fischerstraße, ein Probe-Waschen mit der Wasch- MaschineWeltwunder" statt,» zu dem sich eine große Anzahl Hausfrauen eingefunden hatte. Das Resultat war ein recht günstiges. Das Waschen mit Wasch-Maschinen kommt immer mehr in Aufnahme.

* Spielfest. Das von der Spielabteilung der Turn» gemeinde veranstaltete Spielfest nahm unter der günstigen Witterung einen überaus schönen Verlauf. ®§_ war eine Lust cinzusehen, wie die jugendlich kräftigen Gestalten auf dem Turnplätze sich tummelten und ihre Kräfte im edlen Wett­streite mit einander maßen, mit welcher Begeisterung und Gewandtheit die jungen Menschen die edle Turnkunst aus­übten und man kann" der Jugend nicht ost genug zurufen: Kommt zum Turnen!" Die Resultate des Wetturnens sind folgende:

Klasse A. Laufen, 200 Meter.

1. Friedrich Krebs, 25 Sekunden.

2. Karl Hof, Bernh. Andre, Wilh. Schindler, Wilh. Stroth je 25 Vs Sekunden.

Freihochsprung ohne Brett.

1. Adolf Herbert, Bernh. Andre, 1,45 Meter.

2. Feld. Limpert, 1,35 Meter.

Kugelstoßen, 20 Pfd.

1. Bernh. Andre, 6,40 Meter.

2. Adolf Herbert, 6,25 Meter. Dreisprung.

1. Bernh. Andre, 11 Meter.

2. Adolf Herbert, 10,90 Meter.

Schlagball, weit.

1. Friedrich Krebs, 60 Meter.

2. Jakob Kiefer, 44'/, Meter. Fußball, weit.

1. Ferdinand Limpert, 38 Meter.

2. Wilh. Strott, 35 Meter.

Klasse B. Laufen, 200 Meter.

1. Ernst Schnarr, 25V« Sekunden.

2. Gottfried Brückner, 26 Sekunden. Freihochsprung ohne Brett.

1. Ernst Schnarr, 1,45 Meter.

2. Karl Feger, Wilh. Schüßler, 1,35 Meter. Dreisprung.

1. Karl Feger, Wilh. Schüßler, 9,50 Meter.

2. Ernst Schnarr, Wilh. Winkler. 9,25 Meter. Kugelstoßen, 10 Pfd.

1. Ernst Schnarr, 11 Meter.

2. Otto Seitz, 7,80 Meter. Schlagball, weit.

1. Wilh. Schüßler, 44'/« Meter.

2. Wilh. Winkler, 44 Meter. Fußball, weit.

1. Otto Seitz, 40Vs Meter.

2. Emil Kempel, 38 Meter.

Die besten Gesamtleistungen erzielten in Klasse A als 1. Fried­rich Krebs, 2. Ferdinand Limpert; Klaffe B 1. Ernst Schnarr, 2. Hans Gettenbach. Am Nachmittag fand ein Familienaus­flug statt, welcher ebenfalls auf das "Schönste verlief.

* Gefchichtsverein. Seit unserer letzten Veröffent­lichung am 5. März d. I. sind dem Museum die folgenden Gegenstände zugegangen und zur Aufstellung gelangt:

März: Frau Luise Jung, überweist ein französische? Dorderladcrgcwehr mit Perkussion und der Bezeichnung: Manuf. Imperial de Mutzig. Mod. 9. 1812."

März: Herr Alexander Jung, einen illustrierten Wappen­kalender, Allegorie auf:Was tun, sprach Zeus." Zollschutz 18481851, vier bildliche Glossen auf:Freihandel und Zollschutz, Denkschrift von Heppe 1854con Jess. Wirren", Monographie de Dornholzhausen" von Couthaud pasteuk 1864. Gymnasiumsprogramme 18481861.

Mai: Herr Otto Wagner, Kaufmann, Handlaterne der Sanitätswache 1870/71, ein Säbelkoppel der reitenden Bürger» garde.

Mai: Herr Joseph Sator, sämtliche Mitglieder- und Kassenbücher der 1767 gegründeten und am 25. November 1903 aufgelöstenHundert-Mark-Sterbekaffe" und deren