—Sette « . _________________. welche die auSgegtbrnt Parole für das Zentrum befolgten, sind in der überwiegenden Mehrheit ilkationalliberale, dagegen sind die Liberalen, die entgegen der Parole und wider alle Parteidisziplin für den Sozialdemokraten stimmten, fast ausschließlich Freisinnige. Man machte hier in diesen Kreisen heute kein Hehl daraus, und die Freude auf freisinniger Seite, dieses Ergebnis herbeigeführt zu haben, trat da mjd dorr offen hervor. Die örtliche Leitung der Partei und einige Hunden besonnene Freisinnige waren der Mehrheit ihrer Partei gegenüber machtlos. Die Stimmen des Zentrumskandidaten, nach der bisherigen Zählung rund Fs 500, setzen sich zusammen aus dem Zentrum (im ersten Wahlgang 7774), den Christlich-Sozialen (1624), die durchweg die Parole für das Zentrum befolgten, und den cr- wähnten 4000 Liberalen. Einige Orte mögen als Stichprobe dienen: 3tabt Iserlohn: Hauptwahl: 815 nl., 964 trris., 1187 Zentr., 1003 soz.-dem. und 110 christl.-soz.; Stichwahl: 1887 Ztr. und 2649 soz.-dem.; Stadt Altena: Hauptwahl: 576 nl., 853 frs., 331 Zentr., 852 soz.-dem. und 214 christl.-soz. ; Stichwahl: 951 Ztr. und 1333 soz.- dem. ; Hohenlimburg: Hauptwahl: 339 nl., 555 frs., 295 Zentr., 959 soz.-dem. und 39 christl.-soz. ; Stichwahl: 570 Zentr. und 1207 soz.-dem. Pie Stadt Lüdenscheid brachte für den sozialdemokratischen Kandidate>i eine Zweidrittel- Mehrheit,
Vivant sequentes I Ein nationaler Arbeiter- verband für Kiel und Umgebung ist auf Veranlassung des ReichSverbandes gegen die Sozialdemokratie am 5. Juli gegründet worden. An diesem Tage erschienen zu der vom Reichsverband einberufenen Versammlung die Vorstände notier nicht sozialdemokratischer Arbeiterorganisationen von der „Kaiserlichen Werft" und den „Howaldiswerkeu", sowie ein großer Kreis national gesinnter Arbeiter und Bürger Kiels und einstimmig würbe der Beschluß gefaßt, einen Zusammenschluß beider rvirtschaftlicher Vereinigungen vorzunehmen unter dem Siamen: „Nationaler Arbeiterverband für Kiel und Umgegend." Es wiirbe beschlossen, am 1. August d. I. ein Arbeitersekreiariat nebst Rechtsauskunftsstelle zu eröffnen und eine Arbeiterzeitung vom 15. Juli ab heraus- zugeben. Die Mittel hierfür sind bereits aufgebracht! Der nationale Arbeiterverband wird seinen Mitgliedern festen Schutz gegen den zügellosen Terrorismus der Sozialdemokratie bieten und sie vor Brotlosmachung und finanzieller Notlage energisch zu schützen wissen. Der jetzige Mitglieder- nand beträgt 600, der sich in nächster Zeit durch Anschluß weiterer nationaler Arbeiterorganisationen auf etwa 1500 erhöhen wird.
Die Württembergische Kammer der Stanves- Herren hat gestern der Denkschrift betreffend die Personentarifreform zugestimmt und die Gesetzentwürfe betr. die Gemeinde- und Bezirksordnung, sowie betr. die Gewerbe- und Handelsschulen, einstimmig angenommen. Damit sind diese Gesetze zu Stande gekommen. Der Landtag ist gestern vertagt worden.
3«r Württembergischen Lersassungsrevifion. Der „ Sraarsauzeiger" veröffentlicht folgendes .Handschreiben des Königs an den Ministerpräsidenten Dr. v. Breit- l i n g:
Schloß Friedrichshafen, den 10. Juli 1906. Mein lieber Präsident des Staatsministeriums, Staatsminister v. Breit- . fing! Die Vollendung des Werkes der Verfassnngsrevision gereicht mir zur lebhaften Befriedigung und Genugtuung, nicht nur weil ich in Uebereinstimmung mit meiner Regierung die Reform für eine dringende Notwendigkeit erachtet habe, sondern auch weil deren Durchführung einem seit Jahrzehnten gehegten Wunsche des größten Teiles meines Volkes entspricht. In pflichttreuer Hingebung, selbst unter Hintansetzung Ihrer Gesundsten haben Sie es mit staaismännischem Geschick ver- franben, die inmitten der Stände ausgetretenen Meinungsver- ichicdenheiten der erwünschten Ausgleichung zuzuführen und dank der opferbereiten Hingabe der Verirr nr des Landes an die hohen Ziele deren Zustimmung in der erforderlichen Mehrheit zu erreichen. Indem ich Sie zu diesem Erfolge
Schlacht bei Hanau am 3O.~unb~31. Eftober 1813 abspielte.
Ein Ueberblick über den Festplatz selbst beschließt diesen Teil.
Genauere Mitteilungen über Festordnung unh Festleitung è bilden den Schluß des Buches, das mit den ganzseitigen Bildern von Jahn und Schärttner geschmückt ist. Ein fleißiger Srudiuni aller Festbesucher ist ihm, auf das viel Mühe und Arbeit verwandt worden ist, von Herzen zu wünschen: keiner, der Interesse für die geschichtliche Entwicklung der Turnsache hat, wird es unbestiedigt aus der Hand legen.
Die erste Nummer der Festzeiiung liegt auch bereits vor. 4km der ersten Seite tönt den Turnern des Mittelrhemkreises ein herzliches „Willkommen", von Heinrich Willamowitz, ent= gegen. Aus der Feder desselben Herrn finden wir in bieier Akummer noch einen größeren Aufsatz über das sechste mittelrheinische Kreisturnfest in Hanau. Zwei hüb'che Gedichte, das eine humoristischer Art: „Torner- fieb " frei nach Schiller, das andere ein „Gut Heil den Turnerinnen Hanaus" bringend, erregen unsere Auf- merffamfeit, außerdem bringen ihre Spalten noch die offiziellen Bekanntmachungen des Fest-Ausschusses und die Fest- Ordnung.
Die Nummer 2 wird einen bemerkenswerten Aussatz wiederum von H. Willamowitz enthalten, der sich mit einem sehr zeitgemäßen Thema: „Ueber Frauen- und Müd- d)enturnen“ besaßt. Er erwähnt die Männer, die schon früher eifrige Förderer des Mädchenturnens waren, wie Enelen, Dr. Koch, Dr. Kloß und besonders Adolf Spieß. Der Beginn des Frauenturnens, das eingehender in seiner Entwickelung behandelt wird, fällt erst in das Ende dec 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Einer ausführlichen Begründung des Wertes der körperlichen Uebungen für die Mädchen und Frauen folgen zum Schluß die genauen Angaben über den Betrieb des Frauenturnens in Hanau, baS auch ein erfreuliches Bild bietet.
Agrarisches
Das neue Qttizier-Penfionsgefetz und das neue Mannschatts-Verforgungsgesietz find überall lebhaft bis« füttert worden. Trotz zahlreicher Mitteilungen, die in Fach-
Donnerömg
aufrichtig beglückwünsche, spreche ich Ihnen meinen ^warmen Dank und meine volle Anerkennung ans. Möge Gott das beschlossene Werk der Reform meinem geliebten Lande m bleibendem Segen gereichen lassen. Als äußeres Zeichen meiner dankbaren Gesinnung bitte ich Sie, meine Büste ent- gegennehmcn zu wollen, die ich Ihnen demnächst zugehen lassen werde. Mit der Versicherung meines fortdauernden Wohlwollens verbleibe ich, mein lieber Präsident deslItaals- minifteriumS, Staatsminister Dr. v. Breitling, Ihr wohlgeneigter König (gez.) Wilhelm.
Französische Kammer. Im weiteren Verlaufe der Sitzung würbe ein Abänderungsantrag Pressenses angenommen, nad) dem die Tatsachen, wegen deren die Amnestie erfolgte, nicht in die Personalakten ihrer Beamten ausgenommen und nicht als Grund für die Ausschließung von irgend einer amtlichen Stellung, oder als Verweigerung der Eintragung in die Rechtsanmalisliste dienen dürfen. Die Kammer hat in der Nachmittagssitzung nach einer erneuten auf die Anschlagsaffäre bezüglichen Protesterhebling seitens der Sozialisten und Nationalisten den gesamten Entwurf des Amnestiegesetzes angenommen. Der sozialistische Radikale Pelletan kommt nochmals ausführlich auf die Forderung der Amnestie für dir entlassenen Briefträgern zu sprechen. Er begründet einen Antrag, der die Wiederanstellung aller entlassenen Briefträger verlangt. Minister Barthou erwiedert, er könne sich nicht darauf einlassen, daß ihm die Wiederanstellung der Briefträger en blöe auf- gezwungen werde, er werde jedoch bezüglich der einzelnen Leute seine Maßnahmen treffen, insoweit er sie für geeignet halte. Der Antrag Pelletan wird hierauf mit' 365 gegen 141 Stimmen abgelehnt. Hierauf bringt der Sozialistisch-Radikale Buisson einen ähnlich lautenden Antrag ein, der die Hoffnung ausspricht, daß die Kammer den Briefträgern nicht die Amnestie verweigere, in dieser Woche, wo die höchste gesetzgebende Körperschaft des Landes den größten Verbrechern des Landes Amnestie gewähre. Der Anirag Buisson wirb mit 397 gegen 179 Stimmen abgelehnt, die von der Kommission eingebrachle und von der Regierung gut geheißene Resolution wird mit 460 gegen 1 Stimme angenommen.
Dreyfus-Affäre. Der Kassationshof hat heute die Beratung über die Dreyfus-Angelegenheit fortgesetzt. Das Urteil wirb, wie es heißt, nicht vor morgen ober übermorgen, vielleicht erst in den ersten Tagen der nächsten Woche gefällt werben.
Herr uuv Flotte.
Die Ergebnisse der französischen Rekrutierung des Jahrgangs 1904, eingestellt im Oktober 1905, dia-besondere Bedeutung haben, weil cs sich um ein Uebergangs- jahr in die zweijährige Dienstzeit handelt, werben aus dem amtlichen Bericht des Kriegsniinisters ersichtlich. Danach nahmen an der letzten Losung teil 321929 Leute, 11334 stellten sich nicht, 23 794 wurden von den Revisionsräteu alë' dienstuntauglich erklärt. 298145 verteilten sich auf die sieben> Rubriken der Rekrutierungslisten wie folgt: 1. tauglich 146 958, 2. nach Artikel 21, 23, 50 des Gesetzes von 1889 nur zu einem Jahre aktiver Dienstzeit verpflichtet 48977, 3. schon zum Dienst verpflichtet bezw. Eingeschriebene der seemännischen Bevölkerung 31749, 4. zurückgestellt 56 635, 5. den Hilfsdiensten überwiesen 13 771, 6. Unwürdige 55. Zum 2. bezw. 3. Male gemustert 84283 Zurückgestellte des Jahrgangs 1903 bezw. 1902. 15 836 wurden als Familien- stützen erklärt. Eingereiht hat man im Oktober 1905 223 254 Leute, 7951 weniger als 1904. Davon erhielten bie Külonialarmee 2150, die Infanterie in Frankreich 158 557, Kavallerie 19424, Artillerie 19944, Genie 5975, Train 2295, Verwaltungstruppen 4205. Freiwillige meldeten sich 1905 im ganzen 34539, davon 24 375 für die Heimatarmee. Es kapitulierten 7787 Unteroffiziere, davon 5171 unter den Bedingungen des neuen Rekrutierungsgesetzes, 982 Korporale und Gemeine. 1094 Unteroffiziere, Korporale und Gemeine wurden wieber bestellt. 10644 Leute konnten weder lesen noch schreiben. Die mittlere Größe betrug 1,67, unter beut früheren Mindestmaß von 1,54 m wurden 2182 Leute ein- und Tagesblättern über diHAenderungen und Neuerungen der Gesetze veröffentlicht wurden, wirb aber fortdauernd bei den zahlreichen Interessenten Information über diesen oder jenen Punkt erwünscht sein; allen diesen Interessenten werden daher die erläuterten Ausgaben des Oisizier-Pensions- und Mannschafts-Versorgungsgesetzes von Wert sein, die soeben, von Autoritativer Seite bearbeitet, im Berlage des Deutschen Kifizierblattes, Gerhard Stalling in Oldenburg i. Gr., erschienen sind. Die Erläuterungen, die die Steuerungen und Aenderungen der einzelnen Paragraphen kurz, klar und präzis hervorheben, sind direkt unter den betreffenben Gesetzesparagraphen zum Abdruck gebracht, sodaß allerleichteste Orientierung für jedermann ermöglicht ist. Durch die obigen kleinen Ausgaben der Gesetze mit Erläuterungen (Pr. je 60 Pf.) wird ein gewiß vielen willkommenes Hilssmittel bargeboten, das die hauptsächlichsten und in der Praxis zu allermeist zur Sprache kommenden Unterschiede bet neuen gegen bie früheren gesetzlichen Bestimmungen heryorhebt und über bie Mehrzahl aller Einzelfälle, die irgend in Betracht kommen, Ausschluß gibt. Bei Partiebestellungcn von je 30 Exemplaren ab beträgt der Preis je 55 Pfennig.
Silbenrätsel
von Phil. Wilh. Lchaffert.
Aus Den Silben:
bak dicht - chri ■ bett — e - e - e ha Hun — i — in — il — jo •— li — Ul — ma - ua — vier — pheu — re — ri — sar — sche — sc — sef — feil — stus ta — tis — tut vers, sind 15 Wörier mit folgender Bedeuumg zu bilden:
1. Weiblicher Vorname. 2. Raubtier. 3. Pflanze.
4, Ritterspiel. 5. Baum. 6. Weiblicher Kosename. 7. Bahnamtliche Bescheinigung. . 8. Zahl. 9. Kletterpflanze. 10. Fluß in Bayern. 11. Ort in Palästina.
12. Männlicher Vorname. 13. Landwirtschaftliches Gerät. 14. Biblische Person. 15, Raubvogel, deren Anfangs- und Endbuchstaben ein Ereignis in Hanau ergeben.
...... . , 12.
। gestellt. — Die französischen Fachblätter verwerfen nachdrück- I liehst den Gedanken, den Armee-Oberkommandierenden erst im Augenblick des Krieges ernennen zu wollen, als sicherst« Vorbedingung für bie Niederlage.
Aus aller Kielt
Zur gegenwärtige» Obstzeit, die so zahlreiche süße Genüsse bietet, möchten wir nicht verfehlen, in hygienischer Beziehung einige Ratschläge zu erteilen. Bor allem empfiehlt es sich, stets nur völlig aus gereifte Früchte zu genießen Unreifes oder angefaultes (matschiges) Obst ist geradezu Gift für den Magen. ' Die Säuren und Zersetzmigsstoffe, die in derartigen Früchten enthalten sind, wirken höchst ungünstig auf die Verdauungsorgane, erzielen also gerade den g^egerr- teiligen Effekt, den der Genuß reifen Obstes herbeizuführen bestimmt. Daß man auch beim Obstessen in jeder Beziehung Maß zu halten hat, bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung, obgleich es Leute gibt, die in dieser Hinsicht gleich einem .Kinde, keine Grenzen kennen und die sich hinterher noch wundern, wenn ihr Magen die riesige Zufuhr von Kirschen, Himbeeren, Stachel- und Johannisbeeren, die sie ihm zuteil werden ließen, übel nimmt, und ihnen ernstliche Beschwerden verursacht. Wichtig ist auch die Frage, wie, d. h. in welchen! Zustande wir das Obst zu unS nehmen sollen. Gekochte Früchte sind in allen Fällen leichter zu verdauen wie rohes Obst. Wer dieses aber den Kompotts vorzieht, der sorge stets dafür, daß die verschiedenen Beeren rc. vor dem Verspeisen gereinigt, b. h. in klarem Wasser abgespült werden. Man tauche einmal sechs oder acht Kirschen längere Zeit in ein’ Glas Wasser. Die trübe Flüssigkeit, bie nach einem solchen „Bade" in dem Glase zurückbleibt, wird jeden Zweifler gar bald von der Notivendigkeit der Waschens der Früchte überzeugen.
Bierktteg. Aus Köln wird telegraphierte Nach dem Verlauf der -gestern zwischen dem Vorstand der Brauereioereinigung Köln und der von den 9 Kölner Wirtevereinigungerr gewählten Kommission abgehaltenen Versammlung zu urteilen, bürste es in Köln und Umgebung demnächst zu einem harr- näckigen Bierkrieg kommen, -weil die Wirteoereinigung sich auf den Standpunkt stellt, unter keinen Umständen einer Preiserhöhung zuzustinrmen, da keine ausreichende Gewähr für eine einheitliche Erhöhmig der Bierpreise geboten sei. Von interessierter Seite wird mitgeteilt, daß die Wirtever- einigung heute bereits die Lieferung von 170 000 Hektoliter Bier in der Woche zu den bisherigen Preisen augeboten erhalten hat. Auch einen Preisaufschlag für auswärtiges Böer wollen die Wirtevereinigungen nicht mitmachen. — Aus Sonneberg (Thüringen) wird geschrieben: Zu charakteristischen Zuständen hat die Brausteuer und die damit verbundene Bierpreiserhöhung im hiesigen Kreise geführt. Nach- : dem eine vom Gewerkschaftskartell einberufene Volksversamm- . lung beschlossen hat, alle Lokale mit erhöhten Bierpreisen zu meiden, erläßt der hiesige Gastwirteverein ein Inserat, worin er seine Mitglieder auffordert, die „Sonneberger Zeitung" wegen parteilicher Haltung weder durch Sibonnement noch durch Inserate zu unterstützen; aujjerbem drohen die Wirte der umliegenden Orte, in denen ebenfalls der Bierkrieg tobt/ der Arbeiterschaft mit Verweigerung der Säle zur Abhaltung von Versammlungen, was natürlich wieder Anlaß zu Gegenmaßregeln geben dürfte.
Das Pilsener Bier wird teurer. Durch ein Rundschreiben an die Kundschaft teilt dèr Vertreter des BürM- lichen Brauhauses in Pilsen folgendes mit: „Wie wir -von der Zollbehörde erfahren, tritt die Erhöhung des Zolles auf ausländische Biere von 6 Mark auf 7.20 pro 100 Kgr. brutto für netto mit dem 1. Juli d. Js. in Kraft. Diese Zollerhöhung entspricht einer Verteuerung der iniportierten Biere um reichlich 2 Mark pro Hektoliter. Infolgedessen sehen wir uns genötigt, von dem genannten Tage ab den Preis unseres „Pilsener Urquell" um 2 Pfennig pro Liter zu erhöhen."
Zum Raubmordprozetz Zeller. Die wegen deS Raubmordes an dem Dienstniädchen Meyer vom Schwurgericht in Leoben kürzlich zum Tode verurteilte Friederike Zeller hat durch ihren Verteidiger bei Gerichr den Antrag stellen lassen, ihre Zelle gemeinsam mit ihrer Schwester Mizzi, die bekanntlich zu 18 Monaten Kerker verurteilt wurde, teilen zu dürfen. Wie verlautet, wirb diesem Anträge Folge gegeben werden. Die gemeinsame Haft der Schwestern dürfte freilich nur von kurzer Dauer sein, da Mizzi Zeller schon in den nächsten Tagen zur Verbüßung ihrer Strafe dem Frauengefängnis in Vigaun zugefiihtt werden wird. Friederike. Zeller ist infolge der ihr jetzt gemachten Mitteilung von der Verhaftung ihres Bräutigams, des Opernsängers Prohaska, sehr niedergeschlagen und hat feitbem schlaflose Nächte.
Die Schüsse des Einbrechers. Der von einem Einbrecher verwundete Schutzmann Tag in Leipzig, der, wie wir inel beten, bei der Verfolgung" eines Verbrechers von diesem mehrere Reuvlverschüsse in den Unterleib erhielt, ist gestorben. Der 29 jährige Mann stand vor seiner Ver- Heiratung.
Grubenunglück. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich in der Deutschlandgrube bei Schwientochlowitz (Ober- fdilefieii). Bei der Ablösung wurde der frischen Belegschast mitgeteilt, daß von 19 belegten Sprengschüssen nur 18 los-, gegangen seien. Als einer der Leute ein Loch bohrte, erfolgte eine heftige Explosion. Der Aufseher Gambini, ein Italiener, und der Arbeiter Jaschitzky wurden dabei getötet.
Rockefellers Ahnen. Daß die Vorfahren des bekannten Oelköuigs John D. Rockefeller Deutsche waren, dürste nicht allgemein bekannt sein. Kürzlich hat Rockefeller inLarrisons Corner (New-Jersey) einem seiner deutschen Vorfahren ein Denkmal aus Stein gesetzt mit folgender Inschrift: „Zum Andenken an Johgnn Peter Rvckfeller, der 1733 von Deutschland kam und hier 1783 starb."
Der gebilvete Barbier. In Einbeck suchte ein Barbier, einen Gehilfen und schrieb deshalb an einen 19jähcigtn jungen Dorfbarbier, der sich zur Zeit stellenlos in seinem kleinen Heimatsdorf in der Nähe Einbecks aufhält, ob er ge neigt sei, die Stelle anzunehinen. Darauf lief folgender Bescheid ein: „Geehrter Herr! Beantmortlich Ihres dank Würdigen Entgegenkommens bebaute leider eine Abschlägige Antwort Mitteilen zu Müssen. Ich habe in Hamburg gelernt bereiste England und Schweiz, bin perf. Damenfriseur-On- duleur, Menikeur spreche Eng!, und Franz. Also einer Stadt Ivie Einbeck wohl nicht gewachsen. Achtungsvoll erg. R. K."
Englisch und Französisch kann er, aber der eigenen Muttersprache scheint dieser gebildete Haarkünstler noch immer „nicht gewachsen" zu sein.
Den Liebesroman eines Hochbetaate» rollte eine Verhandlung vor dem Schöffengericht zu Manicheim au^.