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Lrrankwortl. Redakteur: G. Schrecker in H«u»
Nr. 10 F-ritsprecha«schl«ß Nr. 605,
FreitU den 12. Januar
Wernsprechanschluß Nr. 605» 1906
Amtr-âs.
Eandkms Hanau, Beklllllltmchunilen des Mißlilhen LlUldriltsmts.
Mit Berichterstattung auf die diesseitige Verfügung vom 8. Januar 1900 — V 13416 — betreffend Ausstellung von LeqitimationSkartcn für Handlungsreisende ist noch eine Anzahl Bürgermeister und Gutsvorsteher im Rückstände.
Es wirb daher an die Erledigung genannter Verfügung mit Stägigcr Frist erinnert.
Hanau den 10. Januar 1906.
Der Königliche Landrat.
V 229 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Der Landkreis Hanau beabsichtigt das ihm gehörige Haus, Hainstraße 12, nebst einem Teil des zugehörigen Gartengrundstücks zu verkaufen. Der Plan des Grundstücks rind die Verkaufsbedingungen können auf dem Kreisausschußbureau im Kreishause cingesehen werden.
Hanau den 5. Januar 1906.
Der Königliche Landrat.
& 104 v. Beckerath.
Erloschen: Die Rotlaufseuche in Bösgesäß (Kreis Gelnhausen).
Hanau den 11. Januar 1906. V 232
Handelsregister.
Firma K. J. Cahn in Hanau: Der Kaufmann Julius Schwabe in Hanau ist aus der Gesellschaft auS- geschieden. Das Geschält wird von den seitherigen wetteren Gesellschaftern, den Kaufleuten Josef Schwabe und Wilhelm Stern in Hanau unter unveränderter Firma als offene Handelsgesellschaft fortgeführt.
Hanau den 8. Januar 1906.
Königliches Amtsgericht 5, 898
Zwangsversteigerung
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau belegene, im Gimudbuche von da Band 52 Artikel 3031 Abt. I Nr. 1 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs- Vermerkes auf den Namen
1. der Ehefrau deS Goldarbeilers Friedrich Schwind (Friedricks Sohn), Christine geb. Buchhold hier,
U. des Heinrich Wilhelm Schwind, geb. 10. Mai 1884, daselbst,
je zur ideellen Hälfte eingetragene Grundstück:
K 239 — 61 qm, Brandversicherungsnummer 15 der Mühlgasse,
a) Wohnhaus mit Flügelbau rechts (a), Holzremise mit Abtritt (i ) und Host raum,
— Nutzungswert 420 Mark —
am 2. März 1906, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Gerichtsstelle, Marktplatz 18, Zimmer Nr. 14, versteigert werden.
Hanau den 9. Januar 1906.
__Königliches Amtsgericht 2.900
Mus Ran au Stadt und Eand.
Hana«, 12. Januar.
Beamten-Personalnachrichten.
Ernannt: der Landgerichtsrat Klepper in Cassel zum Oberlandesgerichtsrat in Hamm, der Bibliothekar an der Kaiser Wilhelm-Bibliothek in Posen Dr. Fabricius zum Bibliothekar an der Königlichen Universitätsbibliothek in Marburg, der Forstassessor von Trott zu Solz ^um Oberförster unter endgültiger Uebertragung der Oberförsterstelle Rotenburg-Ost, die Referendare Köster, Backrach und Beck zu Gerichtsassessoren, der Rechtskandidat Leit- Häuser zum Referendar, der Polizeisekretär Ziese zum Polizeikommissar bei der Königlichen Polizeiverwaltung in Hanau.
U c b e r u o m m e n : in die allgemeine Verwaltung der bisherige Gerichtsreferendar v. Baumbach unter gleichzeitiger Ernennung zum Regierungöreferendar.
11 ebertrage n> dem Forst kassenrendanlen R o m e p ck e zu Battenberg die Verwaltung der Forstkassenrendantenstelle zu Fulda vom 1. Februar 1906 ab.
* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Kreis Wolfhagen : Ehlen. Schweine seucke (Schweinepest) : Stadtkreis Cassel: Castel'; Landkreis Castel: Dörnhagen, Weimar, Elgershausen, Crumbach, Oberkaufungen, Kirchditmold, Ihringshausen, Altenbauna, Hertingshausen, Niederzwehren; Kreis Eschweae: Schafhof, Wanfried.; Kreis Fritzlar: Dissen, Ermetheis, Geismar, Gudensberg, Haddamar, Besse, Großenenglis; Kreis Fulda: Opperz; Kreis Hersfeld: Hersfeld, Kruspis, Hilperhausen, Untergeis; Kreis Hofgeismar: Grebenstein, Immenhausen, Holzhausen, Veckerhagen, Lippoldsberg, Udenhausen, Trendelburg (Stadt), Burguffeln; Kreis Homberg: Oberhülsa, Homberg; Kreis Hünfeld: Rudolphshan; Kreis Melsungen: Beiseförth, Guxhagen; Kreis Rotenburg: Hübenthal, Hornel; Kreis Grafschaft Schaumburg: Rumbeck; Kreis Schmalkalden: Steinbach-Hallenberg, Trusen; Kreis Wolihagen : Rittergut Hohenborn, Domäne und Dorf Burghasungen, Domäne Rangen ; Kreis Ziegenhain: Linsingen, Rittergüter Kämmershagen und Ropverhausen. Influenza der Pferde (Brustseuche): Stadtkreis Cassel: Cassel; Kreis Schmalkalden: Brotterode.
* Der Bismarckturm aus dem Tausstein. Nach Bekanntgabe des Zentralvorstandes des Dogelcberger Höhenklubs sind die Sammlungen benv. Zeichnungen von Anteilscheinen so weit vorgeschritten, daß an die Grundsteinlegung des Bismarckiurmes auf dem Taufstein, dessen Herstellungskosten nach einem Entwurf des Architekten Hofmann (Herborn) sich auf 14,000 Mark beziffern, nunmehr gedacht werden kann. Dieselbe soll mit der Feier des 23 jährigen Slifniugsfistes des Hauptvereins, die kurz vor Pfingsten auf dem Hoherodckopf staitsindet, verbunden werden.
* Gauturntap. Kommenden Sonntag nachmittag, um 2‘/s Uhr beginnend, wird in der Turnhalle des Offenbacher Turnvereins der 38. Turntag d-s Gaues Offenbach-Hanau abgehalten. Die demselben zu gründe liegende Tagesordnung ist folgende: 1. Bericht des Gauvcrirelers, 2. Bericht des Gauturn walle", 3. Abrecinnmg des Gaureckners, 4. Voranschlag für 1906, 5. Besprechung über das Gauturncn, 6. Wahl des Ortes für d-s Gauturnscst, 7. Gesuch der Turner schaft Mühlheim um Ausnahme in den Gau, 8. Bericht über die Verhandlungen wegen der geplanten Festlegung der Ggugrenzen, 9. Wahl der Kampfrichter für das mittels rheinische Kreislurnfest in Hanau, 10. Besprechung über das 28. mittürheinische K eislurnfest in Hanau, 11. Einträge dw Vorturners haft, 12. Mitteilungen und Sonstiges, 13. Erhebung der Beiträge für den Gau, den Kreis, die deutsche Turnersckaft und die Haftpflichtversicherung.
* G el ând eanka tt f. Die Offenbacher Baufirma Peter Karl Augenthaler hat in der Nähe von Hanau ein croßes Terrain käuflich erworben, um daselbst eine größere Dampfziegelei zur Fabrikation von Maschinensteinen zu errichten.
* Ausschuß für Vobsdorlefuttgen. Die Eintrittskarten für die am 18. und 23. Januar stattfindenden kunstgeschickllichen Vortrüge des Herrn Dr. Q u i l l i n g über Meisterwerke der antiken Kunst sind in den bekannten Ausgabestellen (siehe Anzeige) zu haben.
* Das Komitee zur Unterstützung der hieftaen barmherzigen Schwestern hielt Freitag den 29. Dezember 1905 im Gasthaus zum „goldnen Löwen" seine diesjährige Generalversamm'ung ab. Nach Revision der Jahresrechnung wurde form Kassierer Herrn Gottfried Reinhardt mit dem Ausdruck deS wärmsten Dankes Entlastung erteilt. Tie Jahresrechnung wurde mit einer Einnahme von 1391,75 Mk. und einer Ausgabe von 1390 Mk. abgeschlossen. Dcr alte Vorstand wurde einstimmig wiedcrge- wählt. Der Varsttende, Herr Linn, sprach allen Wohltätern, besonders auch den neuhinzugekommenen, seinen wärmsten Dank aus im Namen der barmherzigen Schwestern. Die segensreiche Tätigkeit der barmhc'zigen (Schwestern verdient auch für die Zukunft unsere opferwilligste Unterstützung.
Es wurden vom 1. Oktober 1904 — 1. Oktober 1905 135 Kranke gepflegt und zwar in 584 TageSpflegeu, 703 Stundenv siegen und 825 Nachtwachen. Diese werktätige Nächstenliebe der baunherzigen Schwestern gegen die Aermsten der Menschheit w rd auch weiterhin in der opferwilligen Unterstützung von feiten unserer Mitbürger ihre Anerkennung finden, und wird dem Vereine reckt viele neue Mitglieder zuführen, die Schwc-stern- aber werden in pflichtgetreuem Eiker weiter wirken zum Besten unserer Armen und Kranken, phne Unterschied der Konfession.
* Katholischer Borromäusverein Hanau. Es dürfte unter den Katholiken Hanaus noch ein wichtiger Verein zu wenig bekannt sein, der zu einem billigen Preise
Bücher ans allen Zweigen der Wissenschaft und Kunst Bücher spannendster Unterhaltung und religiösen Inhaltes ir die Familien einftühren will, es ist der Verein vom hl. Karl Borromäus. Der Verein besteht aus 3 Klasser von Mitgliedern. Die erste Klasse zahlt zu Anfang jeder Jahres 6 Mk., die zweite 3 Mk., die dritte 1.50 Mk. Dementsprechend sind die Vergünstigungen: 1. Jedes Mitglied des Vereins erhält alljährlich eine nach freier Wahl aus dem Gabenverzeichnis ausgesuchte Vereinsgabe; entsprechend dem Jahresbeitrag hat diese Vereinsgabe der 1. Klasse einen Wert von 9 Mk., die der 2 von 4.50—5 Mk., die der 3. von 2.50 Mk. 2. Alle Mitglieder können vier Mal im Jahre unb- zwar gegen Ende der Monate Januar, Mai Juli und Oktober aus dem über 11 Tausend Bände fassenden Bückerkatalog, der ihnen eingehândigt wird, zu 2/a des sonstigen Preises Bücher aus allen oben angeführten Gebieten durch den Präses bestellen; in diesem Katalog finden sie die p r aktisch st en Werke für die studierend« Jugend, die reich ste Auswahl einer reinen, fesselnden Romanliteratur, Bücher religiösen Inhaltes in großer Zahl. 3. Jedem Mitglied steht endlich unentgeltlich die Benutzung unserer Borromäus-Bibliothek im hiesigen katholischen Pfarrhause zur Verfügung. Denjenigen Mitgliedern, die zu Anfang jeden Jahres 1 Mark Botenlohn zahlen, wird jeden Monat eine Anzahl Bücher interessanter Unterhaltungsleklüre zur Auswahl und zum Umtausch ins Haus geschickt. Mögen doch reckt viele Mitglieder unserer katholischen Gemeinde diese Vorteile ausnutzen und sich bis z u m 20. I a n u a r bei dem derzeitigen Präses Herrn Kaplan Trageser als Mitglied des Vereins anmelden, mögen die alten Mitglieder alle miteinander dem Vereine treu bleiben.
* Mozartfeier — Volkskonzert. Solange in der Musik Originalität, Reichtum, Schwung, Feuer der Erfindung, Anmut, Innigkeit, Krall der Melodie, Wohllaut und Neuheit der Harmonie, voüenbeie dramatische Charakterzeichnung, tiefe Kenntnis der musikalischen Architektonik und überall herrschendes Maß dein Komponisten Anspruch auf dauernden Ruhm gewährt, darf man um die Unvergänglichkeit des Namens W. A. D-ozart nicht besorgt sein. Diese freudige Anerkennung würbe dem Meister bei seinen Lebzeiten, sie blieb ihm in den ersten 70 (115) Jahren nach seinem Hinscheiden unb wird, so hoffen wir, auch in kommenden Zeiten nicht schwinden." (Köchel). Aber noch gibt es viele, die von diesem volkstümlichen Komponisten überhaupt nichts wissen, die seine Werke nicht kennen. Ja selbst unter den „Musiklreibenden" findet man dank der Ntusik-Schund-Lileratur eine nicht geringe Anzahl, welche über die „Salonstücke" nicht hinaus- kümmen. Ist es da nickt notwenbig und für die Volks- freuude eine vornehme Pflicht, an Mozarts 150. Geburtstage (27. Januar 1906) diesen Großen durch eine Feier zu ehren und ihn, unter Darbietung nur Mozartscker Werke, in immer größeren Kreisen bekannt zu machen? Dieser Anregung in den „Gemeinnützigen Blättern" Folge leistend, hat auch der hiesige Ausschuß für Volkovorlesungen alle Vorbereitungen getroffen, um die Verdienste dieses unvergeßlichen Mannes durck Veranstaltung eines Volkskonzerts in gebührender Weise zu würdigen. Dasselbe findet Dienstag den 30. Januar, abends 8 Uhr, im hiesigen Siadtiheater statt und sind für den salistischen Teil Fräulein Blanche Serval (Sopran) aus Frankfurt sowie unser heimischer Künstler Herr Franz Waß- mulh gewonnen. Der Gesangverein „Eintracht" hat ebenfalls seine Mnwirkung bereitwilligst zugesagt, während der instrumentale Teil von der gesamten hiesigen Jnfanteriekapelle aus- geiührt wirb. Die Gedächtnisrede hält Herr Lehrer W. Breidenbach und wird der geschätzte Redner dabei ein klares Bild von dem Leben und Wirken deS verdienstvollen Komponisten geben. Auf die bereits fcstgestellte Vortragsordnung kommen wir später noch ui sprechen.
* Die Treppe hinunter gestoßen. Die Ehefrauen H. unb V. hiersei bst lebten in beständigem Unfrieden, und dem Beispiel der Mütter folgten die Kinder. Als am 28. August v. I. die Kiitder der V. von dem Sohne der H. wieder mal übel behandelt wurden, beschloß die Mutter der ersteren, dem Knaben eins auszuwischen. Dieser mag Lunde gerochen haben und ging deshalb der V. möglichst aus dem Wege. Als er abends mit einem Laib Brot nach Hause kam, rief er auf der Treppe seiner Mutter, doch noch ehe diese, die im 2. Stock wohnte, herunterkommen konnte, hörte sie schon das Geschrei ihres Kindes vom Hofe her. Die V. war der Mutter zuvorgekommen und hatte den kleinen H. die Treppe hinunter gestoßen. Glücklicherweise verursachte der Fall außer einigen Hautabschürfungen keine weiteren Folgen. Das Schöffengericht hatte auf einen Monat Gefängnis er-