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Nr. 289 Nernspr-chanschlus; Nr. 605.

Dienstag den 11. Dezember

@«»it>e«d)aniiW6 Nr. «05. 1906

Amtliches.

Landkreis panau.

BekMtmchmgen des Königlichen Lavdrntsnmts.

In Kilianstädten und Gronau ist die Schweineseuche auSgebrochen.

Die Gehöftssperre ist angeordnet.

Hanau den 10. Dezember 1906.

Der Königliche Landrat.

8879 I. A.: Conrad, Kreissekretär.

Der Kreisausschuß des Landkreises Hanau hat aus Grund des § 2 Absatz 4 der Landgemeindeordnung vom 4. August 1897 die Abtrennung der Grundstücks-Parzelle FF Nr. 238/17 0870 decim. von dem Gutsbezirk Ober­försterei Hanau und deren Vereinigung mit dem Gutsbezirk Wolfgang beschlossen.

Hanau den 8. Dezember 1906.

A 5802

Der KrriSauSschuß. v. Beckerath.

LllMrWWer Kreismein Sam.

Nächste Versammlung Samstag den 15. d. M., nachmittags 21/» Uhr, im Gasthauszum goldnen Löwen" hier.

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Bortrag des Herrn Gutspächters W i t tni er, Dotleu-, selderhof überDie Nebenwirkungen der Futtermittel auf die Milch-, Mast- und Kraftleistung".

3. Referat des Herrn Bürgermeister ClauS über die Fleischnotfrage.

4. Sonstiges.

Die Herren Bürgermeister wollen vorstehende Bekannt­machung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Ge­meinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen. Hanan, den 8. Dezember 1906.

Der Königliche Landrat. v. Beckerath.

Hus Fjanau Stadt und Land.

Hanau, 11. Dezember.

* Postdienstliches. Die Postagentur in Hochstadt (Main) führt die Bezeichnung Hochstadt (Oberfranken). Es

Feuilleton.

Bogellclen im Winter.

Bon Dr. Heinz SilvanuS.

(Nachdruck v«bot«n.)

Nicht alle gefiederten Sänger des Waldes und Feldes verlassen uns im Herbste, um den Winter in wärmeren Gegenden zuzubringen; verschiedene Singvögel bleiben im Winter bei uns, andere wieder kommen aus nördlichen Gegenden zu uns und nehmen unsere Gastfreundschaft in Anspruch.

Außer dem Straßenjungen unter den Vögeln, dem Sperlinge, der zoologisch ja auch zu den Singvögeln gehört, sind es vor allem die Goldammer und die Hauben­lerche, die im Winter bei uns bleiben ; ost kommen sie durch die stillen Wege der Dörfer, ja selbst bis in den Straßen­lärm der Städte einhergetrippelt und bitten um Nahrung, wenn draußen alles verschneit ist. Die Goldammer ist ein guter Bursch; so ein echte» Naturkind, einfältig, leichtgläubig und etwas ungeschlacht. Kein Vogel ist so leicht zu fangen wie gerade sie, denn jeder Bauernjunge weiß sie mit einer Pferdehaarschlinge und einigen Haferkörnern zu überlisten. Besonders bei starkem Schneefall drängen die armen Tier­chen sich zahlreich auf den Höfen und in den Straßen zu­sammen und bitten:Bur, ein Körnlein!" Die Goldammer ein schöner Vogel. Ihr prächtiges Goldgelb hebt sich im ersten Frühjahr von den dunkelgrünen Kiefernbüschen gar reizend ab. Gern lauschen wir der einfachen Weise deS zu­traulichen Tierchens, wenn es dem Weibchen zuruft:Hab dich von Herzen Heb I" Wie der Sperling, lebt auch die GelbganS", wie die Goldammer in manchen Gegenden ge­nannt wird, mit den Jungen den ganzen Sommer hindurch von Kerbtieren und vertilgt die Kohlraupen iu -roßer Menge.

ist häufig beobachtet worden, daß Sendungen mit der Auf­schrift Hochstadt (Main) für Personen in Hochstadt (Kr. Hanau) bestimmt waren. Zur Vermeidung von Verzögerungen in der Ankunft der Sendungen empfiehlt es sich, in der Auf­schrift zwischen den beiden Orten Hochstadt (Kr. Hanau) und Hochstadt (Oberfranken) genau zu unterscheiden.

* Bibelstuude. Heute abend S1^ Uhr findet Bibel- stunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.

* Abonnements - Vortrag. Den 2. Abonnements- Vortrag im evangel. Vereinshause wird morgen Mittwoch abend um 8 Uhr Herr Missionar Ruland aus Darmstadt halten. Derselbe ist schon vielen Missionsfreundeu durch seine Berichte am vergangenen Sonntag bekannt geworden. Sein Thema:Die Erlösung nach Hinduismus und Christentum" wird aber gewiß viele inieressieren, die davon hören und lesen, wie in unserer Zeit Hinduismus und Budhismus als die Quelle des Christentums und als die Religion der Zukunft gepriesen und budhistische Gemeinden mitten in der Christenheit begründet werden.

* Deutsche KolMtialgesellschaft. Nachdem die Zahl der in der Stabt und nächsten Umgegend wohnenden Mit­glieder der Deutschen Kolonialgesellschaft auf etwa 70 ge­stiegen ist, soll nunnichr zur Bildung einer Abteilung Hanau geschritten werden. Zu diesem Zwecke wird Mittwoch den 12. d. M., abends 81/* Uhr, eine Mitgliederversammlung in derSonne" stattfinden. Weitere Beitrittserklärungen werden dort gerne entgegengenommen werden.

* Vermittlung von Handwerker-LehrfteAen. Der Vorstand der Handwerkskammer in Cassel hat beschlossen, für die Waisenknaben und Fürsorgezöglinge im Kammrrbc- zirk, welche bis zu Ostern ein Handwerk erlernen wollen, geeignete Lehrstellen zu beschaffen und hat hierzu die Hand- werkervereine um ihre Mitwirkung und Vermittlung gebeten. Notwendig ist hierzu, daß die Lehrherrn im Besitz des Meister­titels sind und sich verpflichten, den Lehrlingen Kost und Logis zu geben und für eine richtige Ausbildung und gute Erziehung Gewähr leisten. Meister, welche sich um Ueber« Weisung eines Lehrlings bewerben, haben außer der Konfession noch anzugeben, ob sie auch bereit sind, den Lehrling in die häusliche Familiengemeinschaft aufzunehmen. Der Vorstand des Handwerker- und Gewerbe-Vereins Hanau ersucht daher die Herren Handwerksmeister des Stadt- und Landkreises Hanau, welche auf einen solchen Zögling reflektieren, unter Beantwortung obiger Bedingungen sich bis zum 16. d. M. bei ihrem Schriftführer, Herrn Schornsteinfegermeister Karl Kraft in Hanau, Wallweg 41 zu melden.

* Unterschlagung. Der 18jährige Fahrbursche Fink aus Mannheim sollte für seinen Arbeitgeber, einen Rothen­

Die Haubenlerche sieht man meist paarweise umher­trippeln. Wie der Spatz die Goldammer an Schlauheit und Gewandheit, so übertrifft die Haubenlerche beide in der An­mut und Liebenswürdigkeit ihres Wesens. Sie ist ebenfalls sehr dreist, so daß sie dicht vor uns nach Futter umhersucht, doch hüpft sie keineswegs so ungeschickt, wie die beiden vorher genannten, sondern läuft und schreitet so manierlich, daß es eine Freude ist, sie zu sehen. Und wenn sie in der Mittags­zeit trotz Schnee und Eis vom Giebel des Daches ihren ein­fachen Gesang ertönen läßt, hören wir wohl gern zu. Wie alle Lerchenarten, ist auch sie sehr nützlich, da sie von Kerb­tieren und Unkrautsämereien sich ernährt.

Gegen Weihnachten gesellen sich zu den genannten noch eine; Anzahl anderer Wintergäste. Auf dem Hofe erscheinen die Grünlinge, derbe, kräftige Burschen, denen die Kälte nichts anhaben würde, wenn Eis und Schnee ihnen nicht alle Nahrung entzöge. Zu ihnen gesellen sich allerlei Mcisen- arten, flinke, listige Tierchen, die emsig jedes Winkelchcn und jetze Ritze nach Raupeneiern, Larven u. dergl. durchsuchen. Im Garten auf stehengebliebenen Salatstauden und anderen Sämereien finden sich Scharen Hänflinge, in den Zweigen der Ellern Zeisige, auf den Disteln und Kletten Stieglitze und in den Kiefern- und Tannengebüschen Goldhähnchen ein. Alle diese sind Strichvögel, ziehen von einer Gegend in die andere und weilen nur" solange, als sie Nahrung finden. Neben ihnen finden sich auch einzelne Zugvögel, die im Vertrauen auf einen milden Winter hier geblieben sind, wie Edelfinken, Rotkehlchen, Dompfaffen, Stare u. a. Sobald es kälter wird, folgen den Strichvögeln nordische Gäste, Lein- und Bergfinken, die in den Gärten sich zeigen, Seidenschwänze und Hakengimpel, die den Kiefernwald, und Schneeammern, welche die Felder beleben.

Unter diesen nordischen Gästen sind der Seidenschwanz (Bombycilla garrula) und der schwedische Hakengimpel (Pinicola enucleator) die interessantesten. Der Seiden­schwanz ist ein sehr schöner Vogel; sein Gefieder ist ziemlich

berger Milchhânbler, bei Landwirten Milch bezahlen. Er nahm das Geld, 223 Mk., und fuhr damit nach Frankfurt, um es in leichter Gesellschaft zu verjubeln. Wegen Unter­schlagung und Untreue erhält der leichtsinnige Bursche, der gestern vor der Strafkammer stand, 5 Monate Gefängnis. Ein Monat wurde auf die Untersuchungshaft angerechnet.

* Falsche Einmarkstücke. Zur Zeit kursieren falsche Einmarkstücke mit der Jahreszahl 1904. Jedenfalls sucht man diese Falschstücke bei dem stärkeren Weihnachtsverkehr unterzubringen. Darum Vorsicht!

% Statistik. Im Monat November 1906 wurden in Hanau lebend geboren 77 Kinder, 36 Knaben und 41 Mädchen. Gestorben find, mit Ausschluß von einem Tot­geborenen, 50 Personen, 26 männlichen und 24 weiblichen Geschlechts, darunter 8 Ortsfremde. Für unsere Stadt selbst bleiben 42 und es kommen auf 1000 Einwohner und

aufs Jahr berechnet 16,1 Todesfälle.

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An Tuberkulose starben

4 Personen, 3 Kinder

(ein Orts"

fremdes) an Lungenschwindsucht und eines an Knochentuber­kulose. Ein Kind aus der Hirschstraße starb an Diphteritis, je 1 Kind an akutem Magen-Darmkatarrh und Ernährungs­

störung und 2 Kinder an Kinderzehrung. In 7 Fällen war die Todesursache nicht tuberkulöser Erkrankung der Atmungs­organe, in 5 Fällen Erkrankung des Herzens, in 4 Krebs- leiden, in 3 Schlaganfall, in je 2 Fällen eitrige Bauchfell­entzündung und Aderverkalkung und in je einem Fall Hirn- hautentzündung, Epilesie, Gebärmuttergeschwulst , Magen­geschwür, Blinddarmentzündung, Herzlähmung, Zuckerruhr, Sarkom, Wundstarrkrampf, Gebärmutterzerreißung, chronisches Blasenleiden und Knochenerweichung. Nicht durch Krank­heit war der Tod in 6 Fällen bedingt: 2 Leute starben an Altersschwäche und 4 kleine Kinder an Lebensschwäche.

Sanitätsrat Dr. Zeh.

* Verirrt. Heute wurde uns ein Schmetterling über­reicht, der in der Schirnstraße sich ein Obdach ausgesucht hatte, da er wohl Weihnachten für Ostern gehalten haben

mag.

-----------1------------------------ gleichmäßig rötlichgrau, die Flügelfederu enden in scharlach- roten Hornplättchen, die Schwanzenden sind gelb, auf dem Kopfe hat er eine Tolle. Seine Heimat sind die Kiefern­waldungen des hohen Nordens, wo er im Mai nistet, und die er nur verläßt, wenn bedeutender Schneefall ihn zur Wanderung treibt. Dann treffen auch die Seidenschwänze bei uns ein, und das Volk glaubt, daß sie sich nur alle sieben Jahre bei uns zeigen. In früheren Jahren wußte man sich das unregelmäßige Erscheinen der Seidenschwänze bei uns nicht zu erklären, und so entstand der alte Aber­glaube, daß der Vogel ein Vorausverkünder schwerer Kriege, drückender Teuerung, verschiedener Seuchen und anderer Landplagen sei. Der Seidenschwanz ist sonst ein ziemlich träger Gesell, der nur im Fressen Großes leistet. Deshalb zeigt er sich da, wo er Nahrung' findet, sehr dreist, oder richtiger, einfältig, erscheint mitten in den Dörfern oder selbst in den Anlagen der Städte und bekümmert sich nicht im geringsten um das Treiben der Menschen. Alle beeren­tragenden Bäume und Sträucher bieten ihm willkommene Speise.

Noch seltener als der. Seidenschwanz ist der schwedische Hakengimpel, und {ein Erscheinen gilt z. B. in Ostpreußen als sicheres Anzeichen strenger Kälte und ausgiebiger Schnee­fälle. Er hat einige Ähnlichkeit mit dem Kreuzschnabel, ist nur etwas größer und wird wegen seines stark hakig über- gebogenen Oberschnabels auch Hakenkreuzschnabel genannt. Bei den alten Männchen ist ein schönes JohanniSbeerrot die vorherrschende Färbung. Alle hochnordischen Länder der Erde sind die Heimat des schönen und auffallenden Vogels. In sehr strengen Wintern erscheint der Hakengimpel, von starken Schneefällen in seiner nordischen Heimat zunr Wandern ge- trieben, auch int nordöstlichen Deutschland; weiter südlich kommt er aber fast gar nicht. In der Fremde bilden die ihm vertrauten Nadelwaldungen seinen bevorzugten Aufent­halt, und namentlich diejenigen, in denen das Unterholz aus Wacholder besieht, werden von ihm gern aufgesucht. Die