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Hanmier K Anzeiger

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»uattliLhrlich 1,80 Mk., monatlich 80 W. Mr au» wertige Wonnenten mit dem betreuenden Postauffchl^, Die einzelne Nummer kostet 16 Pfg.

Gcueral-AMiger

Hetati»ntbruii und vertag der Buchdrucker« Ui »«â, n, Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Gcgün für Stob und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mst, Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 35

Ffernsprechanschlns; Nr. 605.

SamStast den 10. Februar

^-ernsprechanschlnß Nr. 605.

1906

Amtliches.

Eandkreis Hanau.

MmtinchnnM desAchlicheu LanÄrMmts.

In Wachenbuchen ist die Rotlaitss-ltche unter den Schweinen festgestellt worden. Gehöftssperre ist an­geordnet.

Hanan dm 7. Februar 1906.

Der Königliche Landrat.

V 800

J. A.: Conrad, Kreissekretär.

Fest gestellt: Die Rotlaufseuche in Wächtersbach, Kreis Gelnhausen.

Desgleichen die Schweineseuche in Lützelhausen, Kreis Gelnhausen.

2) Dreschmaschinenbesitzer August A'ahn und seine Ehefrau, Magdalena geb. Wolf

sämstich in Langenselbold, je zur ideellen Hälfte eingetragenen Grundstücks

Krtbl. 70 Parz. 114 Borngasse Nr. 1, 6,90 ar,

a) Wohnhaus mit Hosraum und Hausgarten,

b) Scheuer, c) Stallgebäude, d) Stallgebäude, besteht, soll dieses Grundstück

am 25. April 1906, vormittag ? Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langenselbold den 19. Januar 1906.

Königliches Amtsgericht.

3067

108

121

45

892

428

174

2

Ochsen, Kühe, mehr Rinder, weniger

Schweine, Kälber, Lämmel, Lämmer, Ziegen,

k ff

mehr

mehr

gegen den Monat Januar 1905

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Stadtkreis Hanau.

Am Dienstaa den 13. Februar d. AS., vormittags von 10 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaals des Neu­städter Rathauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Gewerbegerichts statt, in welcher Parteien etwaige Streitigkeiten, Klagen rc. zur Schlichtung anbringen können.

Gefundene und verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Portemonnaie mit etwas über 3 Mk., 1 schwarzer gehäkelter Kragen, 1 silberne Herrenuhr ohne Kette.

Verloren: 1 goldener Damcnring mit Opal, 1 sil­berne Herrenuhr.

Hanau den 10. Februar 1906.

D'e Accis-Einnahme hiervon beträgt .

An eingeführten Fleischwaren re. wurden versteuert: 48 941 Kilogramm, mehr gegen den Monat Jan. 1905: 17 606 Kilogramm.

Hiervon die Accis-Einnahme mit . .

Summa

Gesamt - Accis - Einnahme im Monat Januar 1905 .....

Mithin mehr gegen den Monat Januar 1905 . . .....

Accis - Einnahme vom 1. April 1905 bis 31, Januar 1906 .....

Accis * Einnahme vom 1. April 1904 bis 31.

Januar 1905 .....

Mithin mehr gegen die gleiche Zeit des Vorjahres......

ff

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1

1

133

18

11

2

SM

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Mk. 4218.8k

Mk.___1587.6k

Mk. 5806.4k

Mk. 5506.06

Mk. 300.31

Mk. 53 631.37

52 998.07

Hanau den 8. Februar 1906.

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts. i)r. Gebeschus.

3071

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 3. bis 9. Februar

1 Anslanker,

1 Kahrbiirsche,

1 Gärtner,

1 Schweizer,

3 Tagekölmer.

Hanau den 10." Februar 1906,

Städtische ArbeitsvermittelnngsfteUe. 3070

Zwangsversteigerung.

Zum Zwecke der Aushebung der Gemeinschast, die in Ansehung des in Langenselbold belegenen, im Grundbuche von Langenselbold Artikel 1311 Abt. I Nr. 3 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen von

1) Maurer Kaspar Traxel und seine Ehefrau, Katha­rine geb. Lamm,

Hus Hanau Stadt und £and.

Hana«, 10. Februar.

* Volkskirchenkonzert des Kirchenchores der Aobanniskirche, Sonntag den 11. März b. I., abends 8 Uhr, veranstaltet der Kirchenchor der Johanniskirche wieder ein V o l k skir ch e n k onzert. Es dürfte .noch in Er- innerung j^in, welchen glänzenden Erfolg .der Verein gelegem- lich des Konzertes am Totensonntag hatte und wie außer­ordentlich groß die Beteiligung war, sodaß der weite Raum der Kirche die Zuhörer nicht alle zu fassen vermochte. Auf die Bedeutung fraglicher Konzerte wurde feiner Zeit in einem Feuilleton-Artikel imHan. Anz." vom 14. Oktober 1905 Nr. 242 hingewiesen. Wir brauchen deshalb darauf nicht näher einzugehen. Da das Konzert in die Passionszeit fällt, werden die Darbietungen das Leiden und Sterben des Herrn zuin Gegenstand haben, und der Heilsgedanke wird durch packende Chöre, Soli, Orgelvorträgt, Knaben- und Gemeinde- gesänge zum Ausdruck fommen. Das Programm, das sehr interessant zu werden verspricht, die solistischc Mitwirkung und sonstige auf das Konzert Bezug habende Bemerkungen werden wir in einem späteren Artikel veröffentlichen.

* Berbranchsabstaben. Im Laufe des Monats Januar 1906 wurden im hiesigen Schlachthause geschlachtet:

Mk. 633.30

* Geplanter Umbau des Ostbahnhofs. Wu

denFr. N. 9L* geschrieben wird, soll der Minister bet

öffentlichen Arbeiten beabsichtigen, den O st b a h n h o f H a- nau einem Umbau zu unterziehen. Dieser soll sich er­strecken auf die Trennnng desPersonen-undGüter- verkehrs und zwar in der Weise, daß der Personen­verkehr von allen Strecken auf den südlichen Teil des Bahn­hofs und der gesamte Güterverkehr nach dem nördlichen Bahnhofsteil gelegt wird. Der gesamte Güter- und Perso­nenverkehr würde dadurch höchst vereinfacht und verbilligt werden. Die von Friedberg eintreffenben Personenzüge würden nach kurzem Aufenthalt nach Frankfurt Haupt- und Ostbahnhof weiter fahren können und das bisher so lästige Umfteigen würde aufhören. Auch die Linie Hanau- Aschaffenburg würde eine Verlegung erfahren müssen, da der an Raum beschränkte Bahnhof Groß-Auheim bereits jetzt schon zu klein wird und infolge seiner aus­blühenden Industrie eine immer größere Verkehrssteigerung zu erwarten hat. Bei einer seitlichen Verlegung des Bahn­hofs, etwa in die Nähe des Auheimer Waldes, würde auch die Linie Aschaffenburg-Friedberg den Umweg über Hanau Ostbahnhof ersparen und durch Anschluß an die Fried­berger Strecke durch eine geringe Gleisverschiebung eine direkte Linie Betzdorf-Gießen-Friedb er g- Aschaffenburg hergestellt werden können.

Feuilleton

öWhriges Jubiläum des Gesangvereins Sumscr".

P. A. Hanau, 9. Febr.

Der zur Zeit älteste Männergesangverein Hanaus, der GesangvereinSummer", feiert im nächsten Monat sein 60jähr,iges Jubiläum. Nach diesem Zeitabschnitt ist es wohl berechtigt, daß man im Vereinsleben wieder einmal Hall" macht und eine emsprechende Feier veranstaltet, von der frisches Leben, neue Anregung und frohe Begeisterung ausgeht, wodurch für die kommende Zeit eine nachhaltige Wirkung zu erhoffen ist. Es war im Jchre 1846, als sich der VereinSumier" klein und bescheiden koustiiuierle. Seit jenem Zeitpunkte hat er sich unter der Leitung tüchtiger Dirigenten, tatkräftigen Vorständen und treuen Vereinsmit­gliedern nach und nach zu einem der bedeutendsten und leistungs­fähigsten Vereine unserer Stadl emporaeai beit. Während der langen Reihe von Jahren war er bestrebt, das B-ste und Schönste im Gesänge zu bieten. Er hat nicht mir die Feste unb sonstige Veranstaltungen innerhalb des Vereins verherr­licht, sondern auch seme Kräfte nach außen zur Verfügung gestellt, insbesondere sie dem Dienste wohltätiger Veranstal­tungen gewidmet. Auch bei festlichen Gelegenheiten unterer Stadt und wenn es galt, nerbienfe Mitbürger zu ehren, fand sich der VereinSumser" gerne bereit, sein Scherflein zur Verschönerung solcher Feiern beantragen.

Gewiß wird ihm auch bei dem in Aussicht genommenen Jubiläum die schon so oft genossene Sympathie und Unter­stützung unserer gesamten Bürgerschaft nicht fehlen!

Für heuie sei noch hervorgeboben, daß der Verein plant, Donnerstag den 15. März ein Festkonzert

unter Miiwirkung H°rvorragender Solisten, am 24. d. M. (Sam st a g)einenF e stkommers und am darauffolgenden Sonnlag b e n 25. März eine Familienfeier zu veranstaUen. Auf die einzelnen Feierlichkeiten kommen wir noch zurück.

Stadttheater in Hanau.

----- Hanau, 10. Februar.

ES erscheint wohl nicht zu viel gesagt, wenn man be­hauptet, daß heute Henrik Ibsen, dessen Ruf als Schrift­steller weit über die Grenzen seines Vaterlandes Norwegen hinausreicht, eb'itfo als der moderne Klassiker der gegen« wäriigen Literatur, wie auch als der Vater des neuen deut­schen Dramas wegen seiner unerreicht meisterhaften intimen Seelenschilderungen betrachtet wird. So zeugte das gestern an unserer Bühne in Szene gegangene 4 astige Schauspiel Hedda Gabler" von einem tiefen Eindringen des Autors in den psychologischen Entwickelungsgang verschiedenster Cdaraktere, ivic überhaupt die Handlung in solch spannender, erschütternder Art ihren Kulminationspunkt erreicht, der ohne jede unnatürliche Theatralik unmittelbar aus den Konflikten des vom Dichter gestellten Probleins so ganz selbstverständ­lich herariswächst, daß man stets seine Technik bewundern muß, mit der der Meister durch einfache Mittel gewaliige Katastrophen herbeizufnhrc^ versteht. Das spezifisch Nordische in Ibsen, das uns Fremde in ihm, sein heimatlicher Hinter­grund, ist reine Art Mystik. Man erblickt in ihm gewisser­maßen einen Quell der Freude, der Forschung, der Unruhe für alle Zeiten, einen Dichter, in dem alle Völker und Epochen immer noch etwas Neues und gerade ihnen gemäßes Indien und finden werden. So verlangt auch Ibsen wie kein anderer moderner Dichter, daß der Schauspieler von der Fläche der Erscheinungen auf den Grund, aus der zufälligen Wirklichkeit in die immanente Wahrheit, in das verborgene Wesen der Dinge bringe, weshalb es auch schon für Bühnen-

Die heutige Nummer umfaßt auger dem ttuterüaltungsvtatt 14 Seiten

leitet von Provinztheatern als gelöste künstlerische Aufgabe gelten kann, wenn ein Werk dieses Universal-Genies einiger» maßen abgerundet zur Darstellung gelaugt, denn nicht immer finden sich hierfür Vertreter mit der nötigen ausgeglichenen Reite und Begabung. WaS die gestrige Aufführung dieses schon etwas bejahrten Schauspiels anbelangt, so können wir im großen und ganzen ein befriedigendes Urteil ab« geben, indem Herr Ober - Regisseur Steger für ein entsprechendes Tempo sowie eine sehr stimmungs­voll hergerichtete Bühne gewissenhaft Sorge trug. Hedda Gabler", jene unglückliche, verwöhnte Weltdame, die aus angeborener Feigheit und Angst fortwährend das gefähr­liche Spiel der Selbstverleugnung wagt, lag in den Händen der großh. Hofschauspielerin Frl. Frieda Eichelsheim vom Hoftheater in Darmstadt. Die Künstlerin verstand diese eigenartige Frauengestalt in ihren verschiedenen Siimmungs- momenten io gut gelungen burchzuführen, daß diese Partie einen nachhaltigen, liefen Eindruck hinterließ. Durch fein- nuanziertes Spiel gab Herr Steger den fanatischen Streber Brack" ganz vorzüglich, wie auch Herr Hauser im allge­meinen für jenen planlosen, zerstörtenLövburg" eine gute Auffassung zeigte, nur hätte das erste Auftreten des Dar­stellers etwas standhafter und männlicher erscheinen müssen, wodurch der Kontrast im Augenblick der Katastrophe mehr an dramatischer Wirkung gewonnen hätte. Viel Fleiß und guten Willen hatte Frl. H e l i o t an die Einübung ihrer Rolle als Frau Evstedt verwandt, doch mußte die Künstlerin, um die Partie in erschöpfender Weise durchzuführen, mehr Wärme und Innigkeit entwickeln, die wir besonders im letzten Akte vermißten. Recht gut gefiel uns die schlichte, natürliche Wiedergabe, die Herr Kempf der Partie des gutmütigen, sorgsamenTesmann" angedeihen ließ, wie auch Frl. Müller der aufopferndenJuliane" charakteristische Züge verlieh. Schließlich sei noch der glücklichen Erledigung derBerte* durch Frl. Reichelt, sowie die beifällige Aufnahme bd Schauspiels durch ein gutbesektes HauS e'^äb'".