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Versutmorll. Redakteur: E. Schrecker de ('«Mg
Itotati »abdruck und Beleg der Buchdrucker« des moB. rx Wsnsenhmile? ’n Houa»,
Nr. 84 F-rnsprechanschlutz Nr. 605. Mvntast den 9. April
«yernsprechanschlutz Nr. 605. 1906
Amtliches.
Stadtkreis k^anau.
Bekanntmachung.
Nachdem der Plan betreffend die Abänderung der südlichen Fluchtlinie der Straße „Bor der Kinzigbrücke" zwischen Kinzigbrücke und Bruchköbeler-Landstraße durch Beschluß vom 30. Januar d. Js. förmlich feftgrstellt worden ist, wird er auf Grund des § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 von nun an im Rathause, Zimmer 21, während der Geschäfls- stunden zu jedermanns Einsicht offen gelegt.
Hanau den 5. April 1906.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus. 7798
Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung
am Donncrstafl den 12. Slpril 1906, nachmittags 5 Uhr.
Tagesordnung:
1. Erlaß einer Umsatzsteuerordnung.
2. Erlaß einer Gemerbesteuerordnung.
3. Einsprüche gegen die Baupolizei-Gebührenordnung.
4. Ordnung betr. die Deckung der Kosten der Entwässerungsanlage der Stadt Hanau.
5. Abänderung der Hundesteuerordnung.
6. Ortsstatut betr. Hinterbliebenenkasse der städtischen De- amten.
^^^Wahl eines Armenpflegers für Herwn Mangold, ^
8. Neuwahl eines Schiedsmannes für den »erst. Herrn Bracker.
9- Wahl eines Mitgliedes in den Rechnungsprüfungsausschuß.
10. Wahl einer Kommission zur Beratung der Frage der Lehrergehälter.
11. Besetzung der Stelle einer Kinderpflegerin.
12. Betr. Führung von Prozessen und Verpachtung von Grundstücken.
13. Mitteilung betr. die endgültige Anstellung des Lehrers Bührmann von der kaufmännischen Fortbildungsschule.
14. Verwendung der vom Verbände deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine aufgestellten Normalien für deutsche Normalabflnßrohre bei Hausentwäfferungs- anlagen.
15. Stiftung aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares.
16. Bericht über die Kontrolle der Bausausführungen zum Schutze der Arbeiter in 1905.
17. Statistik des Stadtarztes der Todesfälle an Lungenschwindsucht und Krebsleiden.
18. Anfrage betr. elektrische Straßenbahn sowie bezügl. des Baues von Arbeiterwohnhäusern.
19. Abgabe von Säuglingsmilch.
Hieran anschließend geheime Sitzung.
Hanau den 6. April 1906.
Der Stadtverordneten-Vorsteher.
Canthal. 7821
Strafbefehl.
Auf den Antrag der Königlichen Staatsanwaltschaft wird gegen Sie wegen der Beschuldigung, am 10. Februar 1906 in Hanau Milch, welche entrahmt, also verfälscht war, aus Fahrlässigkeit unter Verschweigung dieses Umstandes als Vollmilch verkauft zu haben — Uebertretung gegen §11, 16 des NahrungSmittelgesetzes eine Geldstrafe von dreißig Mark und für den Fall, daß dieselbe nicht beigetrieben werden kann, — eine Haftstrafe von zehn Tagen festgesetzt, sowie angeordnet, daß die Verurteilung auf Ihre Kosten durch einmaliges Einrücken in den „Hanauer Anzeiger" öffentlich bekannt zu machen ist.
Zugleich werden Ihnen die Kosten des Verfahrens auferlegt.
Hanau den 14. März 1906.
Königliches Amtsgericht, Abt. 4.
gez. Dr. S ieb.ert.
An Herrn Christian Karl Gerhardt,
Milchhändler zu Ravolzhausen.
Ausgefertigt unter Bescheinigung der Rechtskraft.
Hanau den 4. April 1906.
R 3 ßing, Sekretär. 7786
LS, GerichtSschreiber Königs, Amtsgerichts, Abt. 4.
Bekanntmachung.
Das neue Schuljahr der Religionsschule beginnt am Donnerstag den 19. April.
Anmeldungen neu eintretender Schüler und Schülerinnen nimmt der Unterzeichnete bis rum genannten Tage in seiner Wohnung und an diesem Tage, nachmittags 5 Uhr, im Schullokale entgegen.
Hanau den 9. April 1906.
Der Provinzial-Rabbincr.
Dr. Bamberger. 7820
Hus Hanau Stadt und Tand.
Kana«. 9. April.
* Musterung. Dienstag den 10. April: Musterung der Militärpflichtigen der Stadt Hanau, welche im Jahre 1884 geboren sind und deren Familiennamen mit den Buchstaben G bis einschl. Z beginnt, sowie derjenigen älteren Jahrgänge, welche eine definitive Entscheidung noch nicht erhalten haben. — Mittwoch den 11. April: Verhandlung der sämtlichen durch Zurückstellung nicht erledigten Reklamationen des Stadtkreises Hanau, Klassifikation und Losung.
* Verliehen. Den nachbenannten Professoren an höheren Lehranstalten ist der Rang der Räte vierter Klasse verliehen worden : Richard Mascher, Dr. Wilhelm Küster und Dr. Ludwig Müller am Gymnasium zu Hanau, Richard Forst, Rudolf Lohmann, Dr. Joseph Zingel und Karl Baseler an der Oberrealschule zu Hanau.
* Verseht wurde der Amtsrichter Dr. Frhr. v. Stein in Birstein als Landrichter nach Wiesbaden.
" Fernsprechverkehr. Der hiesige Sprechverkehr ist auf Bodenheim und Nierstein ausgedehnt worden.
* In den Ruhestand getreten ist mit dem Schlüsse des Schuljabres nach 52'/, jähriger Tätigkeit der Vorschnl- lehrer an der Oberrealschule Herr W. Zehner, dessen 50jähriges Amisjubiläum bekannilich im Herbst 1903 die Schule unter großer Beteiligung der Bürgerschaft und namentlich seiner ehemaligen Schüler feierte. Bei der Schlunfeier der Oberrealschule am Samstag vormittag verabschiedete Herr Direktor Schmidt Hemm W. Zehner, mit herzlichen Worten ihm für seine treuen, mit voller Hingebung der Anstalt gewidmeten langjährigen Dienste dankend, worauf Herr Zehner ebenfalls mit Dankensworten entgegnete. Wir schließen uns dem im Jahresberichte der Oberrealschule enthaltenen Wunsche an, daß es Herrn Zehner vergönnt sein möge, noch recht lange in ruhiger Feierabendstimmung auf die lange Reihe der Jahre der Arbeit zurückzublicken!
* Nationalkiberaler Verein in Kanan. Heute abend 8'/- Uhr findet im oberen Saale der „Centralhalle" eine Vereinsversammlung statt. In derselben wird unser Reichstagsabgeordneter Herr Dr. Lucas den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen über die Steuervorlagen beivrechen. Mit Rücksicht auf die wichtige Tagesordnung ist zahlreicher Besuch dringend empfohlen.
* Karsreitagsbrot und 2V ein kommen für die Mitglieder der Johannisgemeinde nächsten Donnerstag nachmittags von 3 Uhr ab zur Verteilung und sind die erforderlichen Marken Dienstag und Mittwoch in der Wohnung des Kirchendieners Johanniskirchplatz Nr. 6 in Empfang zu nehmen.
* Staatliche Auszeichnung von Feuerwehr- leitten. Von Seiten der Regierung werden gegenwärtig durch Umfrage bei den Kommandanten Erhebungen darüber angestellt, ob es sich empfiehlt, eine staatliche Auszeichnung solchen Feuerwehrleuten zu verleihen, die 25 Jahre lang freiwillig dem Feuerlöschwesen Dienste geleistet haben. Die Auskunft lautet meistens so, daß die Aussicht auf eine staatliche Dekoration wohl manchen Feuerwehrmann im Interesse der guten Sache zu verschärftem Eiker anspornen würde, daß jedoch die erfüllten Dienstjahre allein zu einer staatlichen Auszeichnung nicht genügen sollten, sondern daß dieselbe der Würdigkeit wegen erst auf den ausdrücklichen Vorschlag des Kommandanten verliehen werden sollte.
* Zur Kartellenquete über die Verbände in der deutschen Spiritusindustrie. Herr Vogelsberger, Geschäftsführer der südwestdeutschen Spiritus- Einkaufsgesellschaft, G. m. b. H., schreibt zu der von uns in Nr. 80 zum Ausdruck gekommenen Meinungsäußerung, als ob nach seinen Ausführungen zu schließen, nunmehr ein versöhnlicher Geist eingezogen sei, daß der „versöhnliche Geist" nur durch die Macht der Anklagen sich beim Syndikat gezeigt habe und daß der Dank nur im Zusammenhang mit den Ausführungen in der Vorveriammluna und in der
Enqueteverbandkung zu verstehen sei. — Wir nehmen hiervon Notiz und sind erfreut, daß der „versöhnliche Geist" nicht geleugnet wird, einerlei, welchen Umständen er seinen Ursprung zu verdanken hat. — Das Schlußwort des Vorsttzen- den Präsidenten Dr. van der B o r g h t bei den erwähnten dreitägigen Verhandlungen wollen wir hier auch noch an» fügen, das jedenfalls nach jeder Seite hin wohltuend berühren wird. Es lautete: Meine Herren, ich hätte, wenn dirkZeit nicht so vorgerückt wäre, manches zu den Verhandlungen, die stattgkfunden haben, zu sagen. Ich will mich aber jetzt darauf beschränken, hervorzuheben, daß eine wirkliche Ausgleichung der Gegensätze nicht ftaüqcfmiben hat, aber auch nicht zu erwarten war. Dazu waren die Gegensätze zu tief, und dazu war auch zuviel persönliche Verstimmung mit maßgebend. Aber das eine kann man nicht leugnen, daß doch gewisse Töne auf beiden Seiten angeschlagen sind, die eine Brücke zwischen den verschiedenen Anschauungen nicht als ausgeschlossen erscheinen lassen. Und insbesondere darf ich nochmal hervor- heben, daß die Herren Vertreter der Zentrale zu wiederholten Malen und auch ganz zuletzt nochmals ausdrücklich anerkannt haben, daß Irrtümer vorgekommen sind, daß Mängel in der Organisation bestanden haben und noch bestehen, daß in dem praktischen Vorgehen Fehler gemacht worden sind, und daß sie erklärt haben, es würde ihr Bemühen sein, soweit es möglich sei, nach dieser Richtung hin Abhilfe zu schaffen. Welche praktische Bedeutung das haben wird, möchte ich dahingestellt sein lassen. Unsere Aufgabe war es aber in erster Linie, die tatsächlichen Verhältnisse klar zu stellen, und ich glaube, nach dieser Richtung haben die Verhandlungen ein durchaus befriedigendes Ergebnis gehabt. Ich möchte sagen, daß das Material, das hier zusammengekommen ist, wenn es auch — das darf ich ruhig aussvrechen — nicht in der schönen Disposition zu Tage gebracht ist, wie wir es- gerne gesehen hätten, doch so wertvoll und von so großer sachlicher Bedeutung ist, daß es volle Aufllänmg über alle wesentliche Punkte geben wird.
* ^cftfommerS. Am Samstag abend fand im Saale des „Deutschen Hawes" der übliche Festkommers zu Ehren der seit 25 Jahren der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr angehörenden Herren statt. Der Saal war voll besetzt und die Feier gestaltete sich zu einer äußerst gelungenen. Zu prämiieren waren diesmal zehn Jubilare, und zwar die Herren Jean Dietrich, Karl Lang, Bernhard OchS, Otto Fürs, Th. H o l z s ch u h, Rick. L o e w i e, Iulius Kiefer, Heinrich Kern, Friedrich Menger und Heinrich Pfadt, denen im Auftrage des Magistrats durch Herrn Stadtrat König mit entsprechenden ehrenden Worten die Diplome überreicht wurden. Von dem für den Abend ausgestellten Programm ist nur Günstiges zu berichten, was gleicherweise den Arrangeuren wie den Durchführenden zu danken ist. An unterhaltendem Reiz gewann es noch durch das flotte Tempo der Reihenfolge. Als Arrangeur war Herr Jean Bailly unermüdlich und um die Unterhaltung machte sich besonders verdient der Gesangverein „Fröhlichkeit", der unter der Leitung seines Dirigenten Herrn Lehrer M i l b a ch durch eine Reihe vorzüglich auserwâhlter und mit gewohnter Eraktheit vorgetragener Chöre die Hörer fesselte und erfreute. Auch die Herren Odenwald und Höhn erwarben sich aufrichtigen Dank durch den Vortrag eines Solos für Tenor unb eines Duells für Tenor und Bariton. Da die konzer- tierenbe Kapelle gleichfalls nur gutes bot, so durfte man mit dem musikalischen Teil des Programms vollauf zufrieden sein. Von dem humoristischen Teil aber in demselben Maße. WaS man hierbei sah und hörte, entzückte fast von Anfang bis zu Ende und müßte auch dem griesgrämigsten Gesellen das Herz erwärmen. Due meisten Darbietungen lösten wahre Stürme von Heiterkeit aus und der Beifall war derart, daß di« Humoristen einfach wiederkommen mußten, wenn sie dem Händeklatschen überhaupt ein Ende machen wollten. Tätig waren auf diesem Gebiete vor allem die Herren Rode und Vollert, ferner die Herren Odenwald, Jüngling und Peter. Herr Grimm gab mit seinem sprechenden Panoptikum dem Ganzen einen ebenso interessanten als amüsanten Schluß. Es war ein schöner, anregender Abend und wir möchten auch au dieser Stelle den Herren Milwirkenden für ihre uneigennützige Tätigkeit den gebührenden Dank aui» sprechen.
PA. 2«. Mittelrhcinisches Kreisturnkest in Sana«. Gestern vormittag von 10 Uhr ab fand im DereinshauS der Tunigemeinde eine Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses und des Turnausschusses des Mittelrheinkrcises in Gemeinschaft mit dem geschäftsführenden Festausschuß statt. Von ersterem waren anwesend Großh. Turninspektor Sckmuck- Darmstadt erster Kreisvertreter, Schatt-Hanau zweiter Kreis- vertreter, Dcünch-Hachenburg 2. Kreisturnwart, Kaminsky- ViunaÜadl SieiS aas dtäftiSiiin»* uâ Oku»Utta« SttawJua»