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Hanauer G Anzeiger
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--i-rtÄ-chrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für auS- märtig. Abonnenten mit dem betreffenden Postm^jchl«!, Die einzelne Nunn»« testet 10 Pfg.
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ltoatie*it>ra<? und yerlag der Buchdruckerei des vereiu. A, WaifulhaufeS in Hanau.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Amtliches.
Bekanntmttchsmg.
Zulassitng von Feldpostpaketen mit Flüssigkeiten an die Truppen in Deuisch-Südwestofrika.
Die Versendung von Flüssigkeiten, die seither im Feld- postpaketverkehr mit den Truppen in Deutsch-Südwestafrika ausgeschlossen war, wird von jetzt ab unter folgenden Bedingungen versuchsweise ^gelassen. Die Flüssigkeiten müssen in gut verlöteten Blechbehältern (Blechbüchsen) enthalten sein. Der Raum zwischen diesen und dem äußeren Behältnisse (Kistchen oder fester Karton) ist mit Sägespânen, Kleie oder einem anderen aufsaugenden Stoffe auszufüllen. Im übrigen unterliegen die Sendungen mit Flüssigkeiten den für die Feldpostpakete nach Deutsch-Südwestafrika allgemein geltenden Versendungsbedingungen.
Berlin W. 66 den 2. Oktober 1906.
Der Staatssekretär des Reichs-Postamts.
K r a e t k e.
Eandkreis Hanau.
WanntmchNiWn des Königlichen Landrntsilmts.
Die Herren Minister des Innern und der öffentlichen Arbeiten haben zur Kennzeichnung von Kraftfahrzeugen für den Regierungsbezirk Potsdam die weiteren Nummern E 4001 bis 7000 überwiesen.
Hanau den 4. Oktober 1906.
Der Königliche Landrat.
V 7165 I. A: Conrad, Kreissekretär,
Nach einer Mitteilung des Königlichen Bezirksamt zu Alzenau ist die Ortshanptstraße in Michelbach, die wegen Neupflasterung gesperrt war, für den Fuhrwerksverkehr wieder freigegeben worden.
Hanau den 3. Oktober 1906.
Der Königliche Landrat.
V 7314 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
In R o ß d o r f ist die S ch w e i n e s e u ch e festgestellt worden.
Die Gehöftssperre ist angeordnet.
Hanau den 6. Oktober 1906.
Der Königliche Landrat.
V 7371 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Feuilleton.
Staittheater in Hana».
= Hanau, 8. Oktober.
Nun erlebte auch gestern an unserer Bühne die 4 aktige Detektiv-Komödie „Sherlock Holmes" nach Canon Doyle und Gilette von Albert Bozenhard ihre Feuertaufe, die dem Spielplan unserer deutschen Bühnen nach zu urteilen, der Clou der diesjährigen Theaterspielzeit zu werden scheint. Daß bei diesem theatralischen Machwerk von irgend einer literarischen Wertschätzung nicht im entferntesten die Rede sein kann, dürfte wohl klar sein, da sich die ganze sensationelle Handlung mit ihren momentan verblüffenden Ereignissen gewissermaßen nur als dramatisierter Hintertreppenroman betrachten läßt, der sich nach Belieben noch durch alle möglichen weiteren Erlebnisse dieses gefürchteten englischen Verbrecher- fängers „Sherlock Holmes" ansdehnen ließe. So ergibt auch der Kampf des Deteklivenkönigs gegen alle Arten verbrecherische Gewalten, speziell gegen seinen eongenialen Widersacher Moriarty, bei welcher Gelegenheit er sich zur Krönung seiner Taten eine Braut gewann, den eigenartigen Inhalt der Komödie. Daß der Verfasser alle möglichen Mittel geschickt anwendete, um durch äußerliche Effekte eine derart fieberhafte Spannung zu erzeugen, daß einem bald wonniges Gruseln, bald kalter Schauder über den Rücken läuft, ist wohl das einzige Verdienst, wenn von einem solchen hierbei überhaupt die Rede sein kann. Alles in diesem Kassen- und Zugstück, das auch hier ohne Frage weit mehr als die normale Anzahl Wiederholungen erleben wird, ist plump, grell und unmöglich, fesselt aber selbst denjenigen in seinen Bann, der aus ästhetischen Gründen diese Art von Dramatik als verwerflich empfindet.
Eine nicht zu unterschätzende Verantwortung, ein derartiges Effekt-Stück nach jeder Beziehung hin zur vollendeten Wirkung gelangen zu lassen, lastet auf den Schultern des | Regisseurs. In äußerst anerkennenswerter Weise können
Montag den 8. Oktober
Sollten in einzelnen Ortschaften nach der Erstattung des Berichtes zu meiner Verfügung vom 28. August d. Js. — V 6319 — noch Krüppelkinder im Alter von unter 15 Jahren zugekommen sein oder bis einschließlich den 10. d. M. noch zukommen, so wollen die betreffenden Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher mir deren Zahl alsbald mitteilen.
Hanau den 6. Oktober 1906.
Der Königliche Landrat.
V 7378 I. D.: Siemon, Reg.-Assessor.
Stadtkreis Hanau.
Bekanntmachung.
Die städtische Parzelle J Nr. 83 in der Größe von 86 qm, belegen am Kanaltor, soll öffentlich meistbietend versteigert werden. Versteigerungstermin ist auf Montag von 15. Oktober 1906, vormittags 11 Uhr, im Rathaus, Zimmer Nr. 1, anberaumt. Die Versteigerungsbedingungen werden im Termin bekannt gegeben.
Hanau den 21. September 1906.
Der Magistrat.
Dr. G ebeschus. 19958
Amtliche Bekanntmachung.
Die Heberolle der Kirchensteuer für das Vierteljahr vom 1. Januar bis 31. März 1906 ist zur Einsicht der Gemcindcglieder der Marien- und Johanniskirche in der Wohnung des Kirchendieners Grasmeher, Schloßstr. 2, vom 7. bis 21. Oktober 1906 offengelegt.
Hanau den 5, Oktober 1906. , „ -
Die Presbyterien der Marien- und Johanniskirche. 21537
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanan, 8. Oktober.
* Kreistag. Der am 5. Oktober d. J. hier versammelt gewesene Kreistag des Landkreises Hanau stellte den Wegebauetat für 1907 auf den Betrag von 84 000 Mk fest und nahm verschiedene Kommissionswahlen vor. Der Voranschlag der Verwaltüngskosten der Kreisiparkasse für 1907 wurde in Einnahme und Ausgabe auf 12000 Mk. festgesetzt. Ferner wurde die Abtretung eines Streifens des Grundstücks Hainstraße 12 an die Stadt Hanau zum Ausbau der Rückert-
wir konstatieren, daß Herr Hauser seine Aufgabe in weitgehendstem Maße erfüllte, und das Arrangement der Bühne in allen 4 Akten sowie die Gemmtwirkung der oft darstellerisch kompliziert zu gebenden Szenen nichts. zu wünschen übrig ließ. Auch als Träger der Titelrolle, des scharfsinnigen, kombinierten Beobachters, wußte er sich eines teils durch seine angenehme, wohlüberlegte Spiel in eise, dann wieder durch sein behendes, routiniertes Wesen auf der Bühne einen vollen Erfolg zu sichern.
Treffend, sowie fern von jeder Uebertreibung zeichnete in scharfen Umrissen Herr Steger den gehässigen, verbissen n Rivalen Sherlock Holmes ,„Prof. Moriarty", wie auch Herr P u st a r (James Larabee) durch frisches, lebendiges Spiel in den Vordergrund trat. Herr Kempf gab den ehrlichen, liebenswürdigen „Dr. Watson" sehr wirkungsvoll und sympathisch, während Herr Nygrin dem Bilde des verkappten Hochstaplers „Sidney Prince" hinreichend entsprach. Die in schmählicher Weise in die Falle verbrecherischer Gewalten gelockte „Alice Faulkner" wurde von Frl. H o l m in einer derart überzeugenden, feinfühlenden Weise auf die Bühne gestellt, daß wir die künstlerischen Fortschritte der jungen Darstellerin gegen das vorige Jahr nur bewundern können. Das trefflich gelungene stumme Spiel im ersten Akt ließ ein ernstes Studium sowie klares Auffassungsvermögen erkennen. Obschon wir die geschulte Aussprache sowie die hübsche schauspielerische Begabung von Frl. Macdonald anerkennen, hätten wir doch die von ihr wiedergegebene gewissenlose Spionin „Madge" in der Charakteristik etwas schärfer dar- gestellt gewünscht, da hierdurch der Kontrast in den Szenen mit „Sherlock Holmes" nachhaltiger zur Geltung gelangt wäre. Einen „famosen Bengel" „Billy" schuf Frl. Berger, wie auch die Herren O. H. Müller (Craigin), Hei dein an n (Alf Brassick), Hop k^r k (Leary), Matter (Tague), Gehrmann (Forman), Schröder (Parsous), sowie Frl. Reichelt (Smeedly) bemüht blieben, den auch an unserem Theater außergewöhnlichen Erfolg dieser Komödie vor einem vollständig ausverkauften Hause (inkl. Orchester- raum) herbeiführen zu helfen.
Fernsprechanschlutz Nr. 605, 1906 straße beschlossen und der Kreisausschuß ermächtigt, die näheren Bedingungen zu vereinbaren und auszuführen.
Hk. Argentinische Republik. Zahlung der Zölle. — Weitererhebung des Zollzuschlags. Nach dem mittels Botschaft vom 10. August d. J. dem Kongresse vorgelegten Entwurf eines Gesetzes über den Staatshaushalts-Voranschlag auf das Jahr 1906 sind zur Deckung der in diesem Voranschlag vorgesehenen Ausgaben u. a. folgende Einnahmen bestimmt: a) in Gold: Einfuhrzölle im allgemeinen, der 2prozentige Zollzuschlag, Lager- und Ladegebühren, Leuchtturm- und Bakenabgaben, Gebühren für Schiffs-Sanitätsvisiten, Hafen-, Kai-, Dock- (einschließlich des Hafens von La Plata), Konsular-, statistische und Stempelgebühren, Strafen usw. ; b) in Landeswährung: Abgaben von Alkohol, Tabak, Zündhölzern, Bier, Versicherungsgesellschaften, künstlichen Getränken, Spielkarten, ferner Gewerbesteuer, Stempelpapier usw. Für die nach dem Zollgesetz einem Einfuhrzoll von 10 v. H. oder mehr unterworfenen Waren und Erzeugnisse soll der Zollzuschlag von 2 v. H- des Wertes auch für das Jahr 1907 weiter erhoben werden. Die Einnahmen in Gold sind in effektivem Gold oder in Münzen mit gesetzlichem Kurs nach Maßgabe des Gesetzes Nr. 3871 zu zahlen.
• Herbstpserderennen. Ende dieses oder Anfang nächsten Monats findet auf dem Exerzierplatz das vom Ulanenregiment veranstaltete Herbstpferderennen statt. Hierbei wird auch wieder ein landwirtschaftliches Flachrennen geritten, worauf wir die Interessenten jetzt schon aufmerksam machen.
* Schnitzeljagd. Morgen nachmittag wird von den Offizieren des Ulanenregiments ■ wiederum eine Schnitzeljagd geritten. Sammelplatz um 3 Uhr 300 Meter südlich vom Bahnhof Großauheim auf dem Feldweg nach der Pulverfabrik. Platz für Zuschauer auf der Straße Großauheim— Neuwirtshaus.
* Stadttheater. Wochenspielplan: Mittwoch: Neu einstudiert: „Jugendfreunde", Lustspiel in 4 Akten von Ludwig Fulda; Freitag : Neu einstudiert: „Deborah", Schauspiel in 4 Akten von S. H. Mosenthal; Sonntag: „Sherlock Holmes", Detektiv-Komödie von Bozenhard. — Da bei dem ungewöhnlich großen Andrang zur gestrigen Premiere von „Sherlock Holmes" viele Gesuche um Billets unberücksichtigt bleiben mußten, so findet nächsten Sonntag eine Wiederholung dieser Vorstellung statt.
* Vortrag des Techniker-Vereins. Am Dienstag den 23. Oktober d. I., abends 81/» Uhr, wird Herr Dr. E. Deckert (Dahlem-Berlin), ein Erdbebenforscher von Beruf, einen Dortrag halten über: „Die Erdbeben von SanFrancisco und Valparaiso", erläutert durch zahlreiche Lichtbilder eigener Aufnahme. Wir glauben jetzt -schon empfehlend auf dies jetzt aktuelle Thema Hinweisen zu dürfen. Auch hat der hiesige Techniker-Verein in den letzten Jahren durch wissenschaftliche Vorträge sich einen großen Freundeskreis erworben und werden ihm durch diesen Vortrag sicherlich neue Freunde zugeführt. Der Kartenverkauf wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden.
* Preisschietzen. Anläßlich der dritten Gründungsfeier» hielt die Zimmerstutzen-Gesellschaft „Patrontasche" vom 2.-5. d. Mts. ein Preisschießen ab, das folgendes Resultat zeitigte :
1.
Preis
mit
29
Ringen
M. Hasselbaum.
2.
7/
ff
28
ff
G. G u n ck e l.
s’
ff
ff
28
ff
Ph. Knoth.
4.
ff
ff
28
ff
E. Pilgram.
5.
ff
ff
28
ff
A. Groß.
6.
ff
ff
28
ff
C. SchIingI 0 fs.
7.
ff
ff
27
ff
L. W 0 b i t 0.
8.
ff
ff
27
E. Dieb elius.
9.
ff
ff
26
ff
A. Roth.
10.
ff
ff
26
ff
F. Appel.
11.
ff
ff
25
ff
A. Schulz.
12.
ff
ff
25
ff
W. Lang.
13.
ff
ff
25
ff
L. Seil el.
* Die Erhaltung des Deutschtums im Ans- lartde. Zum Schutze des Deutschtums ,im Auslande nach besten Kräften beizutragen, dies erscheint erfreulicherweise Weise immer weiteren Kreisen unseres Volkes als eine nationale Pflicht. Seitdem das deutsche Reich machtvoll erstanden ist, findet es Mißgunst überall und unseren Stammes- genossen draußen in der Welt, die sich und ihren Kindern deutsche Sprache und deutsche Art erhalten wollen, tritt man vielfach feindselig gegenüber. Mehr denn je ist nun gerade jetzt unser aller Pflicht, den draußen weilenden deutschen Brüdern, sei eS in Oesterreich, sei es in der Ostmark, oder in anderen Landesteilen, unsere Teilnahme zu zeigen, uament-