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M Nr. 107 des

Dienstag den 8. Mai 1906

.InWkr".

Amtliches.

Stadtkreis Ran au»

Jmpfordmmg

Der im Stadtkreise .Hanau im Jahre 1906 aus- zuführenden öffentlichen Impfungen.

Erstimpfungen.

1. Freitag den 18. Mai, nachmittags 3 Uhr, Impfung aller im Jahre 1905 geborenen, bis jetzt noch nicht mit Erfolg geimpften Kinder. Nachschau: Freitag -en 25. Mai, nachmittags 3 Uhr.

2. Samstag den 19. Mai, nachmittags 3 Uhr, Impfung aller früher als 1905 geborenen, bis jetzt noch nicht mit Erfolg geimpften, so­wie derjenigen Kinder, deren Impfung im öffentlichen Impftermin angeordnet worden ist. Nachschau: Samstag den 26. Mai, nachmittags 3 Uhr.

Jmpflokal: Attes Uealschulgroiiudr, Eingang Iohannisdirchplat;.

Miederimpfungeu.

3. I. Bezirksschule. Impfung: Montag den 21. Mai. nachmittags 3 Uhr. Nachschau: Montag den 28. Mai, nachmittags 3 Uhr. Jmpflokal: I. Bezirksschule.

4. II. Bezirksschule. Impfung: Dienstag den 22. Mai, nachmittags 3 Uhr. Nachschau: Dienstag den 29. Mai, nachmittags 3 Uhr. Jmpflokal: II. Bezirksschule.

5. III. Betirksschule. Impfung : Mittwoch den 23. Mai, vormittags lO1^ Uhr. Nachschau: Mittwoch den 30. Mai, vormittags lO1^ Uhr. Jmpflokal: III. Bezirksschule.

6. Knaben-Mittelschule. Impfung: Mon­tag den 11. Anni, nachmittags 3 Uhr. Nachschan: Montag den 18. Juni, nachmittags 3 Uhr. Jmpflokal: Knaben-Mittelschule.

7. Mädchen-Mittetschule Impfung : Mon­tag den 11. Juni, nachmittags 4 Uhr. Nachschau: Montag den 18. Juni, nachmittags 4 Uhr.

Jmpflokal: Mädchen-Mittelschule.

8. Gymnasium und Oderrealschule. Impfung: Dienstag den 12. Juni, vormittags M/4 Uhr. Nachschau: Dienstag den 19. Juni, vormittags HTM Uhr.

Jmpflokal: Oberrealschule.

9. Höhere Mädchenschule und Kaehlerffche PrivatmädchenschnLe. Impfung: Diens­tag den 12. I»m> vormittags 11 Uhr. Nach schau: Dienstag den 19. Anni, vorm. 11 Uhr.

Jmpflokal: Höhere Mädchenschule.

Die zur Erstimpfung vorzustellenden Kinder dürfen nur mit rein gewafchenem Körper und mit reinen Kleidern zum Impftermin gebracht werden. Die Begleiter haben sich vorher sorgfältig die Hände zu reinigen.

Die Wiederunpslinge haben sich mit reiner Haut, reiner Wäsche und in sauberen Kleidern im Termin vorzustellen.

Den Impflingen nnd allen sonstigen Personen, in beten Hause ansteckende Krankheiten herrschen, wie Scharlach, Masern, Diphtheritis, Croup, Keuchhusten, Flecktyphus, rose­artige Entzündungen, natürliche Pocken oder Wasser­blattern, ist das Betreten des Jmpslokals strengstens untersagt. Diese Impflinge sind dem Jmpfarzte am Schlüsse des Jmpfgeschäftes und nachdem die geimpften Kinder und deren Begleiter sich entfernt haben, anzumeld^n.

Ausdrücklich wird darauf aufmerksam geinacht, baß nach Abschnitt IV § 8 der vom Bundesrat erlassenen Vorschriften zur Ausführung des Jmpf- gefetzes ein Jmpspslichtiger, welcher ans Grund ärztlichen Zeugnisses von der Impfung zweimal befreit worden ist, die fernere Befreiung nnr durch den amtlich bestellten Impfarzt erwirken kann. Jmpf- arzt für die Stadt Hanau ist Herr Medizinalrat, König!. Kreisarzt Dr. Eichenberg.

Den Angehörige:: der Erstimpflinge werden von der Königlichen Polizeidirektion Verhaltungs­vorschriften für die öffentlichen Impfungen und über die Behandlung der Impflinge während der Entwickelung der Jnrpfblattèrn zugestellt, auf deren Beachtung wir hinweisen.

Exemplare dieser Vorschriften können außerdem im Bureau des Standesamts entgegengenommen werden.

Hanau den 4. Mai 1906.

Der Magistrat.

J. Ä.

Dr. Koppen. S768h

Preußischer Landtag.

Abgeordnetenhaus.

Sitzung vom 7. Mai.

Am Ministertische Unterstaaissefteiär Fleck. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der ersten Beratung der S e k u n d â r b a h n v o r l a g e.

Nach Vorbringung weitgehender lokaler Wünsche seitens verschiedener Redner wird die Sekundärbahnvorlage an die Budgetkommission überwiesen. Es folgt die Beratung des Antrages Schenckendorff betr. die Förderung des H a n d s e r t i g k e i t s u n t c r r i ch t s.

Abg. Berndt (nat.-lib.) berichtet über die Verhand­lungen in der Kommission über den Antrag und beantragt Ueberweisung an die Regierung zur Berücksichtigung.

Abg. S ch e n ck e n d o r f f (nat.-lib.) führt aus : Leider gehöre der Handfertigkeitsunterricht noch nicht zum Schul- lehrplan, obwohl dieses Fach für die Heranbildung zur prak­tischen Tätigkeit von ganz besonderer Bedeutung sei. Die bloße Unterstützung der Vereinstätigkeit genüge nicht. Der Staat müsse sich zur Einführung des Unterrichts in geeig­neten Schulen entschließen.

Abg. Schmedding (Ztr.)' stimmt dem Anträge der Kommission zu.

Die Abgg. Eickhoff (fr, Vp.) und M ü n st e r b e r g (fr. Vgg.) stimmen gleichfalls dem Anträge zu, der dann der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen wird. Es wird der folgende Antrag Brütt betr. die Reorgani­sation des landwirtschaftlichen Institutes an der Universität Kiel ohne erhebliche Debatte gemäß dem Kommissionsbeschluß der Regierung zur Erwägung überwiesen. Es folgt der Antrag Eickhoff betr. die pensionsfähigen Zu­lagen für die Direktoren der s e ch s k l a s s i g e n höheren L e h r a n st a l t e n.

Abg. Eickhoff (frs. Vp.) dankt der Regierung für ihre wohlwollende Erklärung in der Kommission.

Abg. Berndt (nat.-lib.) stimmt dem Anträge zu, eben­so die Abgg. Arendt (freikons.) und Glattfelder (Ztr.) Ein Regierungsvertreter sagt das Wohlwollen der Regierung dem Antrag gegenüber zu, der dann zur Berück­sichtigung an die Regierung überwiesen wird.

Es folgen Petitionen. Die Petition um anderweitige Regelung der Einkommen- und Dienstverhältnisse der K o m- munalforstbeamten im Regierungsbezirk Wiesbaden wird der Regierung als Material überwiesen. Die Petition der deutschen Schwimmerschaft Münsters um Einführung des obligatorischen Schwimmunterrichts in den Schulen wird der Regierung als Material überwiesen. Die Petition um ein­heitliche Regelung der Besoldungsverhältnisie der Leiter, der Lehrer und Lehrerinnen an den öffentlichen Mittelschulen wird nach kurzer Debatte dem Kommissionsantrage gemäß der Re­gierung zur Berücksichtigung überwiesen. Zu der Petition um Verbesserung der Verhältnisse der für höhere Lehranstal­ten geprüften Zeichenlehrer beantragte die Kommission Neber- gang zur Tagesordnung.

Abg. Heisig (Ztr.) tritt für die Petition ein.

Abg. Schenckendorff (nat.-lib.) beantragt Zurück­verweisung an die Kommission.

Abg. Dittrich (Ztr.) wünscht mit Rücksicht auf die schwache Besetzung des Hauses die Absetzung des Gegenstandes von der Tagesordnung.

Das Haus beschließt demgemäß. Die Petitionen um Er­höhung des Gehaltes für seminaristisch gebildete Lehrer an den staatlichen höheren Lehranstalten und um die Herab­setzung der Pflichtstunden mit dem zunehmenden Lebensalter werden der Regierung als Material überwiesen.

Deutscher Reichstag.

Sitznng vom 7. Mai.

Zigarettensteucr. Stempelsteuer.

Das Haus setzt die Beratung der Zigarettensteuer fort. § 8 wird ohne Debatte angenommen, ebenso nach unerheb­licher Debatte die §§ 9, 10 bis 13. Bei § 14, der vor­schreibt, daß die Betriebsinhaber den (steuerbeamten bei der Ausübung der Steueraufsicht die dazu nötigen Hilfsdienste zu leisten'haben, tritt Staatssekretär v. Stengel der An­deutung des Abg. v. E1 m entgegen, als ob die Steuer­beamten nicht zuverlässig seien.

Der Paragraph wird hierauf angenommen, ebenso eine Reihe weiterer Paragraphen bis einschließlich 32. Die So- zialdemokraten beantragen die Einfügung eines neuen § 32a, der für Personen, die als Arbeiter oder Arbeiterinnen in der Zigarettenindustrie gearbeitet haben und die nach dem

Inkrafttreten des Gesetzes arbeitslos werden, eine Ent­schädigung vorsieht.

Nach längerer Debatte wird der Antrag der Sozialdemo­kraten mit dem Amendement Mielczynski abgelehnt. Da­gegen wird ein Kompromißantrag auf Einfügung eines anderen Paragraphen 32a angenommen, wonach unter Auf­hebung der Bestimmungen des Tabaksteuergesetzes von 1879 die Vergütung von Abgaben bei der Ausfuhr von Zi­garettentabak' durch den Bundesrat festgesetzt werden soll.

Rach kurzer Debatte wird dann § 33 betreffend Ueber- gangsbestimmungen nebst einem Kompromißantrage dazu angenommen, wonach die angemeldeten Vorräte noch 3 Monate ohne Entrichtung der Steuer verkauft werden kön­nen. Hierauf wird § 34 angenommen, ebenso der zurück- gestellte § 1, der den Eingangszoll für feingeschnittenen Tabak und Ligaretten auf 800 M. für den Doppelzentner und für Cigaretten außerdem noch einen Stückzoll von 5 M. für tausend Stück festsetzt. Damit ist die Zigarettensteuer­vorlage in zweiter Lesung angenommen. Die Resolution der Kommission auf Erlaß von Bestimmungen über die Heimarbeit in der Cigarettenindustrie wird gleichfalls an­genommen.

Es folgt die zweite Beratung der Novelle zum Reichs­stempelgesetz, zunächst Stempel auf Frachturkunden. Die Kommission hat beschlossen, Frachturkunden für ganze Schiffs- ladungenund für ganze Eisenbahnladungen im inländischen und im Binnenverkehr mir 0,20,0,50 bezw. 1M. je nach der Höhe der Frachtsätze zu besteuern. Die Besteuerung vckn Paketadressen und Gepäckscheinen hat die Kommission indessen abgelehnt.

Der Antrag auf Zurückverweisung an die Kommission wird abgelehnt und die Kommissionsvorlage mit dem Anträge Kanitz angenommen.

Daraus vertagt das Haus die Weiterberatung auf morgen

1 Uhr. Schluß 6 Uhr.

Vereins- n. Vergnügungsnachvichten

für Dienstag den 8. Mai.

Turngemeinde: 79: Jugendabteilung, 7' i9: ^rsuenabteilusg A, 67: Francnabteilung B, 56: Mädchenabteilung.

Turngesellschaft: Abends neu 810 Uhr: Turnen der Juzendabteilung. Turnverein: Abends von 810 Uhr: Turnen der Jugendabteiluug.

HumoristischerMusikveeeinGermania": Don 911 Uhr: UebuugSpunde kRestanrationGermania").

Dram.-Liter. Verein Hanau: Vereinsaüend imCarlsberg".

Ev. Männer- und Jünqliugsvereill: Iânglingsoei ein: Bibelbefprechung Jungfrauenverein: Flickabend (Ev. Deremshauè).

Kaih. KasinoEintracht" (Vereins:.zum Brauülb'l"): Dereinsabend. GesangvereinDumser": Singstunde in derStadt Bremen". GesangvereinEintracht": Singstunde.

Gewerbe- und Handwerker-Verein: Vereinsabend in derCeuiralhalle". Kegelklub der Svessart-Touristen: Gasthauszur guten Quelle". Verein der Bayern: Vereinsabend im Gasthauszur Sonne". Süddeutscher Klub: Klubabend in der Restama> ionAllemania". Ges. Verb,Normannia": Klubabend imLöwengärtchen". Deutschnationaler Handlungsgchilfen-Berband, Ortsgruppe Hanau, Ler­einsabend imCarlsberg". Zitherverein Hanau: Probe in derAllemania' .

AlhletenklnbGermania": Riegenstemnien und MusterriezenarbeiteN (Restaurationzum großen Kurfürsten").

Stemm- und Ring-KlubEiche": Abends 9 Uhr: Stemmen, Ringen und Steinstoßen (Restaurationzum Sandhof").

Verstergerungs- re. Kalender für Mittwoch den 9. Mai.

Angebote betr. Uebernahme der Arbeiten und Lieferungen zur Er­weiterung des Eilgüterschnppcns auf Bahnhof Offenbach (Reu) find bis vormittags 11 Uhr an die Königl. Eisenbahn-Betriebs-Jnspektion zu Hema« eiuzureicheu (s. Nr. 95Han. Anz.").

, Offerten betr. Uebernahme auf Lieferung der Kohlen für die Kohlen- kasse imgoldnen Rad" sind im Laufe des Tages in genanntem Kaffen­lokal abzugeben.

Barometerstand mlttags 12 Uhr am 7.,5. 8. 5.

730===J

Sehr trocken Beständig

^ ^on / 60

Veränd erlich==

Regelt (Windsibo-^ Viel Regen 74a :

Sturm

Hus aller Kielt

Unterschlagung. Beim Spar- und Vorschußverein in Fürstenwalde wurden Unterschlagungen, Wechselfälschungen und Betrügereien im Betrage von 361000 M. festaestellt, welche durch frühere Mitglieder des Vorstandes und Auf­sichtsrates begangen worden sind.

Bom Blitz erschlagen. In Oberharmersbach (Baden) wurde der hochbetagte Küfer Andreas Schneider bei einem Gewitter vom Blitz erschlagen.

Brandstiftung. In Brandenburg wurden das Gasthaus Zum Hirsch" und fünf weitere Doppelhäuser in der ver­gangenen Nacht ein Raub der Flammen. Zehn Familien sind obdachlos. Man vermutet Brandstiftung.

Zermalmt. Der 60 Jahre alte Gastwirt Georg Berg in Rheingönnheim, Batex non sechs Kindern, warf sich gestern vormittag unter einen Schnellzug und wurde zermalmt.

Einbrecher erbrachen in dem Bureau von Joses Leiter in Chicago einen feuerfesten Schrank mit Hilfe von Spreng.