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Nr. 57 Fernsprrchanschlus; Nr. 605.
Donnerstag den 8. März
Fernsprechanschlutz Nr. 605.
1906
■ "«SP
Amtlèches.
Candkreis Hanau.
VtkMtmchirWN des KSniglichen Lllnhratsmts.
Diejmigen Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises, welche bis jetzt nur einige bezw. noch gar keine Kontroll-Auszüge über Zu- und Abgänge an Einkommen- und Ergänzungssteuer im II. Halbjahr 1905 eingereicht haben, veranlasse ich, die Kontroll-Auszüge alsbald vorzu- legen. Es darf nicht gewartet werden bis zu dem Termin, an welchem die Zu- und Abgangslisten einzureichen find.
Hanau den 7. März 1906.
Der Vorsitzende
der Einkommensteurr-Deranlagung-Kommisfion für den Landkreis Hanau.
iSt 1543 I. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.
Die Liquidationen der Mitglieder der Einkommensteuer- Boreinschätzungskommissionen sind zur Zahlung auf die hiesige Königliche Kreiskasse angewiesen.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, die Mitglieder hiervon in Kenntnis zu setzen.
Hanau den 6. März 1906.
Der Vorsitzende der Einkommensteuer - Veranlagungs-Kommission für den Landkreis Hanau.
St 1425 J. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.
An die Herren Bürgermeister deS Kreises.
, Der durch die landrätliche Verfügung vom 19, Zum 1884 — J V 5tr. 5525 (Str. 143 des Hanauer Anzeigers) angeordnrten Berichterstattung zum 1. März und 1. August eines jeden Jahres über den Zustand der Pfarr-, Kirchen-, Schul- und Küstergebäude bedarf es fernerhin nicht mehr.
Hanau den 6. März 1906.
Der Königliche Landrat.
J V 3br. 1456 I. V.: Conrad, Kreissekretär.
Gesundem und verlorene Gesienstilnde re.
Gefunden: 1 schwarzes Portemonnaie mit etwas über 2 Mk., 1 silberne Brosche mit 2 grünen Steinchen und in der Mitte einen Kopf, 1 Portemonnaie mit etwas über 4 Mk.
Zugelaufen: 1 grau-brauner Jagdhund w. Geschl. Hanau den 8. März 1906.
ZereiâllHch her LanhmrWstskanmn fit des RegiemOczirk Kassel.
X Gaffel, 7. März.
Der Vereinsausschuß unserer Landwirtschaftskammer hielt heute dahier unter zahlreicher Teilnahme seine 18. Generalversammlung ab. Herr ».Stockhausen auf Abgunst, der Vorsitzende der Kammer, eröffnete die Sitzung und begrüßte besonders die erschienenen Regierungsvertreter und Gäste, den Herm Oberprâstdentm von Windheim, den Herm Regierungspräsidenten Grafen Bernstorff, Herrn Regierungsrat Lücke und Herm Geheimrat Dr. O f ius. In seinen weiteren Ausführungen gedachte der Herr Vorsitzende auch des Ablebens eines eifrigen Mitgliedes der Kammer, Herm Molkereidirektors Jordan in Homberg, und hob dessen Verdienste um die Landwirtschaft bezw. das Molkerei- wesen hervor. Die Versammlung ehrte das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen.
Mit Eintritt in die Tagesordnung erstattete Herr Oeko- nomierat G e r I a n d den Jahresbericht des VereinsauSschuffrs. Er hat im verflossenen Jahre vier Sitzungen abgebalten, in denen in der Hauptsache die Neuwahl der Kommissionen vor- genommen wurde. Mit Ausschluß der Pferdezuchtkommission würben sämtliche Mitglieder der Kommissionen wiedergewählt. Redner verbreitete sich dann über die Tätigkeit der einzelnen Kommissionen, über die auch bereits in der Vollversammlung Bericht erstattet wurde. Die neue Lehrschmiede in Cassel dürfte voraussichtlich am 1. Oktober d. I. eröffnet werden. Weiter wurde beim Herrn Regierungspräsidenten der Antrag jaus Einführung einer fakultativen Eberkörordnung gestellt, doch hst eine solche bisher nicht eingeführt. Auch die Ziegenzucht hat einen großen Aufschwung genommen. Die in Fulda gehaltenen Vorträge für Landwirte waren gut besucht. — In er Diskussion wurden von einzelnen Rednern noch verschiedene Wünsche zum Vortrag gebracht und Herr v. Stockhausen beleuchtete eingehend die Wichtiakeit der Beibeüaltuno von Bezirkstierschaue».
Es folgte ein Dortrag des Herm RegiemngS- und Baurats Hennings - Cassel über das Thema: „Die wichtigsten im Regierungsbezirk Cassel geltenden Gesetze und Bestimmungen des WasserrechtS im allgemeinen und im besonderen für Zwecke »on Wiesenbewässerungsanlagen." Redner betonte die Wichtigkeit non Bewässerungsanlagen für Wiesen und besprach dann eingehend d'e bezüglichen Bestimmungen der kv- hessischen Wasserordnung von 1824. Ihre Bestimmungen seien heute noch in bester Wirksamkeit. Das neue Gesetz vom 16. August 1905 decke sich vollständig mit der kur- hessischen Verordnung. Der Referent besprach dann ausführlich das kurhessische Gesetz vom 28. Oktober 1834, wies auf die Wichtigkeit der einzelnen Paragraphen hin und kam auf das Abänderungsgesetz vom 17. Dezember 1857 zu sprechen. Redner wies in seinen weiteren Ausführungen auf die Bildung von Genossenschaften für Witsenmeliorationen hin und kennzeichnete den Gang der Verhandlungen bei der Anlage von Bewässerungsanlagen. Für seine Äusfühmngen erntete der Redner lebhaften Beifall.
Nach einer kurzen Debatte, an der sich die Herren Oeko- nomierat Rexerodt, Rittergutsbesitzer Pfannstiel, Rittergutsbesitzer v. Stockhausen, Herr Präsident v. Baumbach, Herr v.Bodelschwingh-Schwarzenhasel, Herr Rittergutsbesitzer Caron sowie der Vortragende beteiligten, trat eine kurze Frühstückspause ein.
Hiernach referierte Her Professor Dr. Hollrung aus Halle a. S. über „Die Fritfliege und andere Schädlinge des Getreides, sowie Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung". Redner gab zunächst eine knappe Beschreibung der Lebensgewohnheiten und Entwickelung der Fritfliege.
Als wirksame Bekâmpiungsmaßnahmen empfahl er vor- sichttge Behandlung der Stoppeln und des Ausfalls, eventuell Anlage von Fangpflanzensaaten, möglichst späte Winteraussaat, dagegen frühe Sommeraussaat und endlich reichlicher Gebrauch von Phosphorsâ'ire. Im dritten Teil seines Vortrages gab der Redner dann noch eine Anzahl praktische Ratschläge, namentlich inbezug auf den richtigen Aufbau der Pflanzen durch zweckgemäße Zuführung von Wasser, Wärme, Licht und Luft als Betriebskräfte. Die Prüfung der natürlichen Betriebskräfte bilde das Hauptgewicht, und dadurch werde man den Schädling wirksam bekämpfen. Für seinen Vortrag wurde Herrn Professor Hollrung der lebhafteste Beifall der Versammlung zu teil. Nach kurzer Debatte gelangten dann noch einige Wünsche aus der Versammlung zur Kenntnis. Anschließend an die Verhandlungen fand gemeinschaftliches Mittagsmahl im Lesemuseum statt.
Hus Hanau Stadt und £and.
Hanau, 8. März.
Beamten-Personalnachrichten.
Ernannt: die Referendare Heyne und Dörnberg zu Gerich tsassessoren, der Hilfsgerichtsdiener Schröder zum Gerichtsdiener bei dem Amtsgericht in Niederwildungen.
Uebertragen: dem Förster, Hegemeister Schröder zu Wendegrund in der Oberförster« Rotenburg - Lüdersdorf vom 1. April d. I. ab die Försterstelle Wanfried, Oberförsterei Wanfried.
Ueberwiesen: an Stelle des mit der Vertretung des Dirigenten der Kirchen- und Schulabteilung bei der Königlichen Regierung in Trier beauftragten Rcgierungsrats Schulin der Regierungsrat Krause, bisher in Frankfurt a. O., dem Königlichen Oberpräsidium in Cassel, der Regierungsassessor Dr. jur. Graf v. Wartensleben dem Landrate des Kreises Osthavelland im Regierungsbezirk Potsdam zur Hilfeleistung in den landrätlichen Geschäften.
* Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage zugehen lassen, wonach die vom Verbände Deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine ausge- stellien Normalien für Deutsche Normal - Abflußröhcen (D. N. A.) bei Hausentwässerungs-Anlagen Verwendung finden sollen.
* Stadtthrater. Ein außergewöhnlich genußreicher Theater-Abend wird am Sonntag bevorstehen. Frau Hauser- G u a st a l a und Frl. Alice R a a t h e n werden ein nochmaliges Gastspiel absolvieren. In dem reizenden Luspiele Wolzogens „Ein unbeschriebenes Blatt" hat Frl. Alice Raathen sich bereits glänzend bewährt und dürfte auch das Gastspiel der Opernsängerin Frau Hauser-Guastala von besonderem Interesse sein. Dieselbe singt zu Beginn deS Abends einige Arien und Lieder und wird zum Schluß Szenen aus dem 3. Akt der Oper „Margarethe" (Faust) von Gomrod zum Vortrag bringen.
* Benefiz Kehrmann. Das morgen zum Benefiz für unsern beliebten Charakierkomiker Herrn Paul G e h r - mann in Szene gehende Volksstück mit Gesang: „Die Lieder des Musikanten" zählt zu den beliebtesten Stücken dieses Genres. Die fesselnde Handlung und die hübsch» von F. Gumbert dazu komponierte Musik haben ihm hier immer drn stärksten Beifall gesichert. In einer glän- »enden Rolle hat der Benefiziant Gelegenheit zur Entfaltung seines Können" und werden ihm zum Gelingen des Abends, die in weitere größeren Rolleu beschäftigten Herren: Kemps, ^ygrin, Steger, Hauser, Nachbaur, und Müller, sowie die Damen: Braune, Helliot, Stahl und I a i d a bestens zur Seile stehen. Wir wünschen dem beliebten Künstler nochmals von Herzen ein recht volles Haus.
* Konzermotiz. Unsere einheimische Sängerin Fräulein Kellermann errang sich in dem großen Passivns- werk „Golgatha" von Lorenz, das am Sonntag in der evangelischen Kirche zu Weilburg aufgeführt wurde, im Verein mit den Herren Konzersänger Adolf Müller und Heinrich Hormann - Frankfurt, einen glänzenden Erfolg.
83 Statistik. Im Monat Februar 1906 wurden in Hanau lebend geboren 70 Kinder, 34 Knaben und 38 Mädchen. — Gestorben sind, mit Ausschluß von 1 Totgeborenen, 46 Personen, 83 männlichen und 13 weiblichen Geschlechts, darunter 8 Ortsfremde. Für die Stadt selbst bleiben 38 und es kommen auf 1000 Einwohner und aufs Jahr berechnet 15.6 Todesfälle.
Gestorben sind: 10 Kinder im Alter von „ tr n » 1 Kind „ „ „
4 Personen , , „ 4 o * * * ff ff ff V » » «
W * H K
An Diphtheritis starb ein Kind au'
0-1 Jahr
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30-40
40—50
50—60
60—70
70—80
80—90 ,
der Nordstraße und 4
Kinder an Masern, je eins aus der Engegasse, Altstraße, Sternstraße und Nordstraße, 2 Kinder an Rhachitis und je ein Kind an tuberkulöser Hirnhautentzündung, Darmkatarrh, Knochenmarksentzündung und an Krämpfen. An nicht tuberkulöser Erkrankung der Atmungsorgane starben 10 Personen 6 Personen (darunter 1 Ortsfremder) an Lungenschwindsucht, 3 Personen an Schlaganfall, je 2 an Zuckerruhr und Leberleiden und je eine Person an Aderverkalkung und Krebs- leiden. — Nicht durch Krankheit war der Tod in 10 Fällen bedingt: 3 Personen starben an Altersschwäche, 2 kleine Kinder an Lebensschwäche, eine Person starb an Brandwunden (Verunglückung) und 4 Personen beendeten ihr Leben durch Selbstmord. Sanitätsrat Dr. Zeh.
* Viehseuchen. Im Regierungsbezirk sind zur Zeit folgende Ortschaften verseucht: Tollwut: Kreis Eschwege: Aue; Rotz der Pferde: Kreis Gelnhausen: Kempfenbrunn; Schweinestuche (Schweinepest): Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Dollmarshansen, Rothenditmold , Rengershausen, Harleshausen, Wahlershausen, Dennhausen, Nordshausen ; Kreis Eschwege: Frieda, Schafhof, Wanfried; Kreis Fritzlar: Maden, Werkel, Kirchberg, Haddamar, Besse, Gleichen; Kreis Fulda: Opperz; Landkreis Hanau: Niederdorfelden, Butterstadt; Kreis Hersfeld : Hilperhausen, Obergeis; Kreis Hofgeismar: Grebenstein, Holzhausen, Veckerhagen, Lamerden, Zwergen, Friedrichsfeld ; Kreis Homberg: Niederhülsa, Homberg; Kreis Melsungen: Guxhagen; Kreis Rotenburg: Oberellenbach, Hübenthal; Kreis Grafschaft Schaumburg: Niengraben; Kreis Schmalkalden: SteinbachHallenberg; Kreis Wolfhagen: Rittergut Hohenborn, Domäne und Dorf Burghasungen, Domäne Rangen, Wolfhagen; Gef lügel cho l e ra: Kreis HerS- feld: Willingshain; Kreis Hünfeld: Hünfeld; Influenza der Pferde (Brustseuche): Stadtkreis Cassel: Cassel; Landkreis Cassel: Niederkaufungen, Niederzwehren, Bettenhausen, Rothenditmold, Wolfsanger, Mönchehof; Kreis Fritzlar: Fritzlar; Kreis Rotenburg: Bebra.
* Aus dem Frankfurter Zoologischen Garte». Nachdem die Festgewänder der Kaiserfeier und deS Bürger- maSkenballS aus den Sälen des „Zoologischen" verschwunden sind, dürfte sich empfehlen, den Tierhäusern wieder das Hauptinteresse zuzuwenden, in die während der ersten zwei Monate des Jahres bereits manche Neuheiten eingezogen sind. Obenan steht ein Paar der südafrikanischen Eland- Antilope, der größten bekannten Antilopenart nach der Giraffe. Wiewohl das neue Pärchen noch jung ist, besitzen die Thiere bereits Pserdegröß« und «erden, wem» sie «»