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ftetatieaSbntc? und Setlaß bet Buchdruckers res srrrm.

Waisenhäuser in Hanau.

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SinrücknngSgebShr«

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AmtHks Olga« für Stob m- fanükrtis Zma.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, belletristischer Beilage.

Streut®««. tobafteur: 9. Schricker t» ^em.

Nr. 33

Fernfprechanschlutz Nr. 605.

KL « WWW9£X!900r

Donnerstag den 8. Februar

ffernsprechairschkch Nr. 605»

1906

Amtliches.

Candkreis Hanau.

MMmchuWi des Königlichen Lmdratsmts.

Der Bürgermeister Friedrich Andreas Zeh in Kilianstädten ist auf eine fernere achtjährige Wahlperiode zum Bürgermeister der Gemeinde Kilianstädten gewählt und be-

stätigt worden.

Hanau den

J.-Nr. A 443

5. Februar 1906.

Der Königliche Landrat.

v. Beckerath.

Der Gastwirt Georg Philipp Baumann in Bruchkobel beabsichtigt auf seinem Grundstück Karten­blatt 9 Nr. 99 Brandversicherungsnummer 39 ein Schlachthaus zu errichten.

Begründete Einwendungen gegen die geplante Anlage, zu welcher Beschreibungen und Zeichnungen im Bureau des Kreisausschusses hier offen liegen, sind innerhalb zwei Wochen schriftlich in zweifacher Ausfertigung beim Unter­zeichneten anzubringen.

Zur Erörterung der rechtzeitig eingegangenen Einsprüche wird Termin auf

Samstag den 24» Februar 1906, vormittags 10 Uhr, anberaumt. Zu diesem Termin werden die Interessenten mit dem Bemerken geladen, daß im Falle ihres Nichterscheinens gleichwohl mit der Erörterung der etwa erhobenen Einsprüche vorgegangen werden wird.

Hanau den 5. Februar 1906.

Der Vorsitzende de^ Kreisausjchusies.

J.-Nr. A 609 v. De cke ra t H.

2933

Hus Hanau Stadt und Cand.

Haumt, 8. Februar.

Für die BcibehâNsi der Oberrealschnle wurde eine Eingabe an den Magistrat der Stadt Hanau gerichtet, die folgenden Wortlaut besitzt:

An den Magistrat der Stadt Hanau.

In der Sitzung der Stadtverordneten vom 2. Februar ist die Frage der Umwandlung der Oberrealschule in eine Realschule in Erwägung gezogen worden. Eine große Be­unruhigung hat infolge dessen in den Kreisen der Eltern Platz gegriffen. Im Laufe der Verhandlungen wurde aus- geführt, daß die Anzahl der Abiturienten eine geringe ge­wesen sei, und daß ferner durch die Rückwandlung eine Er­sparnis von 1617 000 Mk. gemacht werden könne.

Hiezu ist zu bemerken, daß der gesamte Besuch der drei oberen Klassen in den letzten Jahren stets zugenommen hat, er beträgt jetzt 39 Schüler (gegen 47 im Gymnasium), sodaß eine ganz wesentliche Steigerung der Abiturientenzahl in den nächsten Jahren mit Sicherheit zu erwarten ist. Ein viel (größerer Besuch der drei oberen Klassen dürste überdies gar nicht erwünscht sein, da nach unseren Erkundigungen die Räumlichkeiten in der Oberrealschule dann gar nicht mehr ausreichen würden. Da ferner auch alle übrigen Klassen stark besucht sind, so würde bei noch größerem Besuche der Schule der gewiß nicht erwünschte Neubau einer Oberrealschule in Frage kommen.

Bei dem etwas geringen Besuche der Oberklassen hat die Berechtigungsstage der Oberrealschule bisher die größte Rolle gespielt." Nach authentischen Erklärungen steht die Zulassung der Oberrealschulabituricnten zum Studium der Medizin un­mittelbar bevor, sodaß den Oberrealschulen alle Studienfächer außer Theologie zugestanden sind. Es ist daher unbegreiflich, daß in dem Augenblicke, wo den Oberrealschulen nach 30- jährigem schwerem Kampfe alle gewünschten Berechtigungen Serkannt werden, man sich hier anschicken will, ohne triftigen rund diese Anstalt wieder eingehen zu lassen.

Hinsichtlich der Ersparnis ist zu erwähnen, daß dieselbe unbedeutend sein wird, wenn überhaupt noch eine solche eintreten sollte. Denn die Ersparnis durch allmähliches Eingehenlassen der 3 Oberlehrerstellen, welche die Oberreal- schule erfordert hat, wird vermutlich bald wieder aufgehoben werden durch einen verminderten Besuch der Schule. (Die Oberrealschule hat seit ihrem Bestehen um 150 Schüler zu­genommen.) Ganz gewiß aber wird in den nächsten 8 Jahren keine Ersparnis eintreten können, da ja, nach einer früheren ministeriellen Erklürring zu schließen, die Schüler der jetzigen Sexta noch bis zur Oberprima hinaufgeführt werden müssen.

Für die Beibehaltung der Oberrealschule spricht weiterhin noch der Umstand, daß die Entscheidung für den Beruf der Kinder um viele Jahre hinausgerückt ist. Bei der Real­schule ist man gezwungen, die Kinder dem Kaufmanns-, oder Handwerkerstand zuzuführen, während bei der Oberrealschule immer noch die Möglichkeit des Studiums vorliegt. Waruni

also diese Einschränkung, wenn kein zwingender Grund vor­handen ist?

Mcht unerwähnt sei auch der Umstand, daß eine Stadt, die ein Gymnasium und eine Oberrealschule auszuweisen hat, für die Beamten von außerordentlichem Vorteil ist. Die Stadt Fulda hat dem wohlweislich Rechnung getragen, in­dem sie jetzt trotz des schon vorhandenen Gymnasiums eben­falls eine Oberrealschule eingerichtet hat. Vielleicht hat die Stadt es in der Erwägung "getan, daß bei Zuerteilung des Landgerichts, die ja noch in Frage steht, der Mangel einer zweiten höheren Schule nicht als Hindemis für die Ver­legung des Landgerichts nach Fulda angeführt werden kann.

Nach alle dem bitten wir den Magistrat, da kein triftiger Grund für Umwandlung der Oberrealschule in eine Real­schule vorliegt, sondern im Gegenteil, da diese Umwandlung unserer Stadt nur zum Nachteil gereichen kann, dahin zu wirken, daß diese Umwandlung nicht vollzogen werde.

Listen zum Unterzeichnen der Eingabe liegen in den beiden Bnchhandlnngen von Altmanns- perger «nd Clantz & Feddersen ans.

Das vorläufige Ergebnis Der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 für den preußischen Staat, dessen Pro­vinzen, Regierungsbezirke, Kreise bezw. Oberämter und für die Landgemeinden mit über 10000 Einwohnern sowie für die Fürstentümer Waldeck und Pyrmont wird jetzt amtlich durch die Statistische Korrespondenz, die im Königlichen Statistischen Landesamt zu Berlin herausgegeben wird, be­kanntgegeben. Danach ist die Bevölkerung Preußens auf 37 273 772 Köpfe gestiegen und hat seit dem 1. Dezember 1900 um 8.10 v. H. oder durchschnittlich jährlich um 1.57 v. H. zugenommen.

Innerhalb der 38 Jahre von 1867 bis 1905 war das Anwachsen der Bevölkerung Preußens keineswegs gleich- tzvM LZâMgâMeußemeMchlieMch,H Herzog­tums Lauenburg sowie seit 1890 einschließlich der Insel

die jährliche Volkszunahme

Helgoland

3.

am Dezember

1867

die Volkszahl 24 021440,

1.

1871

24 689 252 (

1.

ft

1875

25 742 404 (

1.

ff

1880

27 279 111 (

1.

1885

28 318 470 (

1.

1890

29 957 367 ?

2.

1895

31 855 123 (

1.

1900

34 472 509«

in

Personen

166 953 263 288 307 341 207 872 327 779

379 551

523 477

v. H. 0,69 1.05

1.17 0.75 1.13

1.24 1.59

Die Ursachen der starken Bevölkerungszunahme Preußens den letzten Jährfünften sind weniger in der Vermehrung

der Geburten, als in dem dauernden Sinken der Sterbe­ziffer und dem Rückgänge der Auswanderung zu suchen. Im einzelnen zeigt der Osten Preußens eine verhältnismäßig sehr schwache Bevölkerungszunahme. Die östlichen Provinzen bilden ja bekanntlich vorwiegend die Auswanderungsgebiete für die übrigen Landesteils der preußischen Monarchie. Daher kommt es, daß die Binnenwanderungen im preußischen Staat zurzeit den Gegensatz von Entvölkerung des Ostens und Anhäufung der Bevölkerung im Westen in nicht gesunder Weise verschönen. Weiterhin zeigen die 88 Stadtkreise Preußens sämtlich eine Zunahme, diese ist am stärksten in Rirdorf 65.90 v. H., Schöneberg 46.87, Kiel 34.38, Char­lottenburg 26.52. Das Anwachsen der Bevölkerung war am größten in den Kreisen Ruhrort und Teltow. Die 263 Städte Preußens mit 10 000 unb mehr Einwohnern haben 13 325 049 Bewohner. (B. L.-A.)

* Für Vie Kaiserspende evangelischer Gemeinden Hessens zum Besten der Anstalten in H o f R ait h und Rengshausen sind bei den Geistlichen der Johannis­gemeinde weiter eingegangen: Von Herrn B. 1.50 Mk., Ungenannt (durch die Post) 5 Mk., L. O. (aus der Spar­büchse 0.35 Mk.. G. Sch. 2 Mk., F. L. 3 Mk., K. Sch. 2 Mk., F. T. 3 Mk., Frau G. 2 Mk., Frau N. N. 5 Mk., F. I 5 Mk., A. M. 2 Mk., aus der Reichenbachstiftung 50 Mk., I. W. 10 Mk., O. W. 4 Mk., L. R. 2 Mk., C. W" 2 Mk. D. D. 2 Mk.; bis jetzt im ganzen 196.10 Mk. Herz­lichen Dank den freundlichen Gebern. Weitere Gaben werden gern in Empfang genommen.

Sämtliche ' BahnhoMoirte im Direktionsbezirke Frankfurt sind verpflichtet worden, an Eisenbahnbedienstete gute Milch zum Preise von 7 Pfg. für zwei Zehntel Liter âbzugeben.

* Marienkirchenchor. Heute abend Probe. Um all­seitiges ^Erscheinen wird dringend gebeten.

* Die Kanolbenuhungsgebühren. Zur Frage der Erhebung von Kanalbenutzungsgebühren wird uns geschrieben: Die erheblichen Gründe, welche gegen die geplante Kanal- benutzungsgebühr sprechen und sie ungerecht erscheinen lassen, sind bereits in der Stadtverordnetenversammlung deutlich vorgebrachi warben. Da über die Stimmung Klarheit

herrscht, und kaum etwas Neues vorgebracht werden farm, erscheint eine Versammlung, wie sie der Sprechsaalartikel in voriger Nummer anregt, überflüssig. Nachdem die Vorlage im Prinzip angenommenist, gilt eS jetzt bei der Staffelung der Prozente, die von den Mieten erhoben werden, Ungerechtig­keiten nach Möglichkeit zu vermeiden. In dem Beamten- ausschuß, der sich schon vor der Stadtverordnetenversamm­lung mit der Vorlage befaßte, wurde besonders hervorge­hoben, daß der Sprung von 1 Prozent für Wohnungen von 200 bis 240 Mark auf 3 Prozent von 240 bis 300 Mark ein ganz ungeheuerlicher sei, und daß besonders im Interesse der kleinen "Beamten für Wohnungen bis zu 400 Mark eine Erhöhung der zu erhebenden Prozentsätze überhaupt nicht eintreten dürfe.

§ Dortrag. Im ev angel. DereinShause hielt gestern abend Herr Pfarrer Correvon-Frankfurt den dritten Abonne­mentsvortrag und zwar über die Hugenotten, jene unter dem Drucke der Verfolgungen aus Frankreich auS- gewanderten evangelischen Christen, die den sie aufnehmenden Völkern, besonders uns Deutschen, durch Wissenschaft und Kunst, durch gewerbliche Tüchtigkeit und häuslichen Fleiß ebenso nützlich wurden als durch Ausbreitung ihres echt religiösen, sittlich strengen Lebenswandels, ihrer Anhänglich­keit' an Heim und Familie. In warmen, eindrucksvollen Worten schilderte Redner die ersten Anfänge des evangelischen Lebens in Frankreich und der französischen Schweiz, haupt­sächlich in Genf, dem evangelischen Rom, fübrte die großen Männer vor Augen, die durch ihren Feuergeist als Träger und Verbreiter des evangelischen Gedankens so unendlich viel GuteS gestiftet, gab ein Bild von der Entwicklung deS Evangelismus in Frankreich und kam dann auf die lang­wierigen und verheerenden Kämpfe zu sprechen, die zwischen den Konfessionen tobten und das blühende Frankreich ver­wüsteten. Redner erinnerte bei Erwähnung der schrecklichen Verfolgungen, die in der Folgezeit die Hugenotten auszu­halten harren, an die entsetzlichen Massakren, die jener grauen­vollen Mordnacht folgten, welche unter der Bezeichnung Pariser Bluthochzeit" für immer einen Schandfleck am Namen Frankreichs bilden wird, an die entsetzlichen Strafen, die den Streitern für das reine Evangelium auferlegt wurden, er erinnerte aber auch an die immense Glaubensstärke, die von den Märtyrern an den Tag gelegt wurde, an die erhebenden Beispiele unwandelbarer Glaubenstreue, die unS mit Be­wunderung erfüllen müssen vor diesen Helden des Geistes und der Seele. Mit der Mahnung, durch Unterstützung der evangelischen Kirche Frankreichs diesem in religiöser Be­ziehung jetzt so armen Lande segenbringende Hilke zu leisten, schloß Redner seine von tiefem Empfinden durchwehten und mit packender Kra^t vorgetragenen Ausführungen.

* Statistisches. Im Monat Januar wurden in Hanau lebendgeboren 54 Kinder, 24 Knaben und 30 Mädchen. Gestorben sind mit Ausschluß von 1 Todgeborenen 51 Per­sonen 27 männlichen und 24 weiblichen Geschlechts. Darunter 9 Ortsfremde. Für die Stadt selbst bleiben 42 und es kommen auf 1000 Einwohner und aufs Jahr berechnet 15,6 Todesfälle.

Gestorben sind:

4

Kinder im Alter von

0-1

Jahr

8

If ff

15

Jahren

1

Kind

510

9

Personen im Alter von

1020

6

2030

1

Person I ", *

3040

6

Personen

4050

ff

6

5060

ff

8

ff

6070

ff

8

ff ff

7080

ff

4

ff ff ff ff

8090

ft

An Tuberkulose starben 15 Personen, darunter 6 hiesige Personen und ein Ortsfremder an Langenschwindsucht, eine Person an akuter Miliartuberkulose, eine ortsfremde Frau an Bauchfelltuberkulofe und 6 Kinder an tuberkulöser Hirnhautentzündung, 3 Kinder starben an Keuchhusten und eins an Masern. In 6 Fällen war die Todesursache Herz- erkrankung, in 4 nicht tuberkulöse Erkrankung der Atmungs­organe, in je 3 Schlaganfall und Aderverkalkung, in 2 Zucker­ruhr und je ein Fall Krämpfe, Bauchfellentzündung, Rhachitis, Blinddarmentzündung, Bauchwassersucht, Nieren­leiden imd Geschwulst im Kleinhirn.

Nicht durch Krankheit war der Tod in 7 Fällen bedingt: 2 Leute starben an Altersschwäche, ein kleines Kind an Lebensschwäche, eine Person verunglückte und 3 Personen beendeten ihr Leben durch Selbstmord.

Sanitätsrat Dr. Zeh.

Ihren 86. Geburtstag feiert morgen die Mutter des Herrn Restaurateurs F. Rohrweg (Brauerei Dörr) Frau Ph. R o h r iv e g W w e. in geistiger und körperlicher Frische.

Mk. Englische K onkurrenz in Ruhland. In einer russischen Korrespondenz der LondonerCommercial Intelli­gence' wird zwar bei den gegenwärtigen wirren Zuständen der öffentlichen Verhältnisse in Rußland vor Eingehung von Geschäften mit diesem Lande gewarnt, andererseits aber wird auf die außerordentlich guten Aussichten auf gute