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Anzeiger
Bezugspreis-
Diertelsâhrlich 1,80 Mk., monatlich 60 Pfg., für aus. âtig- Abonnwten mit dem betreffenden Postausjchlao
Die einzelne Num»r kostet 10 Pfg.
Rotationsdruck unb Verlag der Buchdruckerei d«â verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Steil- und Landkreis Kasan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Eiurückmtgsgebühr I
Die fünfgespaltene Petilzeile oder deren Raum 15 Uz, im Rektameiiteil die Zeile 35 Pfg.
verantwort!. Rebaktem: S. Schrecker in Harum.
Nr. 209 Fernsprechanschluß Nr. 605.
Freitag den 7. September
Fernsprechanschlutz Nr. 605.
■1906
SlmMches.
£andkreis Ran au, BekmlnlchuWn des Königlichen Lnvdratsnmts.
Der Großkrotzenburger Zugangsweg zur Fähr- austalt über den Main zwischen Groß- und Kleinkrotzenburg wird wegen Umbaues in der Zeit vom 10. d. Mts. bis einschl. den 31. Oktober d. Js. für jeden Fuhr- Werksverkehr gesperrt.
Hanau den 5. September 1906.
Der Königliche Landrat.
V 6521 v. Beckeräth.
Der frühere Goldarbeiter Wilhelm Schäfer und der Wagnermeister I o h annes Schmiegel zu Kessel- stadt sind für die Zeit bis Ende Oktober d. Js. als Hilfs- f e l d s ch ü tz e n widerruflich bestellt und von mir bestätigt worden.
Hanau den 5. September 1906.
Der Königliche Landrat.
V 6544 v. Beckerath.
In Langenselbold sind unter den Schweinen die Hacksteinblattern festgestellt worden.
Die Gehöftssperre ist angeordnet.
Hanau den 6. September 1906.
Der Königliche Landrat.
V 6531 . J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Erloschen: Die Schweineseuche in Sprendlingen, H e us e nstam m, Patershausen und R u mp^e n- h e i m, Kreis Offenbach a. M.
Die Sperrmaßregeln sind aufgehoben.
Hanau den 6. September 1906. V 6529
Die Verwaltung
1. der Landkirchenkasse,
’ 2. des Hauptkirchenärars,
3. der Präsenz Hanau,
4. der Hanauer evang. Pfarr-Witwen- u. Waisenkasse befindet sich von Montag den 10. September d. J. ab in dem Hause Rückeriftratze 11 (am neuen Kinzigsteg). Hanau am 6. September 1906.
Schneider. 18452
Bandeiskammer zu Banau.
x Plenarsitzung
am 12. September 1906, ^5 Uhr nachmittags.
Tagesordnung:
1. Protokollgenehmigung.
2. Einführung des neuen Mitgliedes für Fulda, Herrn Dux, und Ergänzung des Ausschusses für allg. Handelsund Gewerbeangelegenheiten und der Jahresberichtskommission.
3. Etat der Handelskammer (Ab- und Zugänge).
4. Geheimhalten der Gewerbesteuerveranlagungen.
5. Zollabfertigung von hartem Kammgarn.
6. Veredlungsverkehr.
7. Erleichterung des Wechselprotestes.
8. Unfallberufsgenossenschaft für Detailgeschäfie.
9. Gesetzliche Regelung des Ausverkaufswesens.
10. Gesetzliche Regelung der Arbeitszeit der Kontorangestellten.
U. Erlaß einer neuen Bauordnung für Cassel, Fulda, Hanau und Marburg.
12. Verkehrsangelegenheiten.
13. Mitteilungen.
Hanau den 6. September 1906. 18504
D i e H a n d c l s k a m m e r.
Cauthal.
Der Syndikus.
___ Dr. phil. Grambow.
Hus Ran au Stadt und fand.
Hanau, 7. September.
* Verliehen. Dem Kapitänleutnant Karl Prinzen zu N se n b ur g - B üd i n g e u wurde der Rote Adler- »rden vierter Klasse mit der Königlichen Krone verliehen.
* Eine Aenderung im Wahlverfahren der Reserveoffiziere. Das Kriegsministerium ist, wie die
„Rat.-Ztg." meldet, in Verfolg einer Erklärung des Kriegsministers v. Einem in den letzten Reichstagsverhandlungen in Erwägungen eingetreten, ob es wünschenswert und angebracht wäre, den Bezirkskommandos die Wahl der Reserveoffiziere teilweise zu nehmen und sie den aktiven Truppen zu übertragen. Als Gründe für eine solche Maßnahme werden angeführt: 1. Die Ofsizieraspiranien, besonders in den großen Bezirkskommandos, sind dem Landwehroffizierkorps oft gänzlich fremd. 2. Zwischen dem aktiven Truppenteil und dem Bezirkskommando entstehen häufig Differenzen, da ersterer die Wahl eines Aspiranten wünscht, während letzteres die Wahl für inopportun hält. 3. Durch die häufigen Wahlhandlungen werden die Offiziere des Beurlaubtenstandes in zu ausgedehnter Weise ihrem Zivilberufe entzogen.
* Die erste Wagenklafte verschwindet mehr und mehr aus den Personenzügen. Nach dem Fahrpianentwurf vom 1. Oktober ab sind auf der Strecke Frankfurt-Bebra bereits zehn Personenzüge nur mit zweiter bis vierter und sieben Züge nur mit dritter und vierter Klasse vorgesehen. Dasselbe gilt für die umgekehrte Richtung Bebra-Frankfurt. Die Main-Weserbahn Frankfurt-Cassel erhält dreizehn Personenzüge ohne erste Klasse, während auf der Strecke Cassel- Frankfurt sogar einige Züge mehr ohne erste Klasse verkehren. Nur die „Bäderlinien" Frankfurt-Wiesbaden und Frankfurt-Homburg haben keine Züge, in denen die erste Wagenklasse fehlt.
* Haltestelle Roßdorf. An den Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten richtete die Handelskammer nachstehende Eingabe: Einer Zeitungsnotiz zufolge haben Ew. Exzellenz auf eine Eingabe der Handelskammer zu Friedberg die Antwort erteilt, daß „ dem zweigleisigen . Ar^ dex Strecke Heldenbergen-Hanau-Ost demnächst näher getreten werden soll. Bei dieser Gelegenheit gestatten wir uns, Ew. Exzellenz ergebenst d'ie Bitte zu unterbreiten, daß alsdann sogleich für die Einrichtung einer Haltestelle in Roßdorf Sorge getragen werden möge. Wie uns bei einer bezüglichen Konferenz mit dem Dezernenten der Königlichen Eisenbahn- direklion zu Frankfurt mitgeteilt wurde, war die Einrichtung dieser Haltestelle seither unmöglich wegen der ungünstigen Gefällverhältnisse der betreffenden Strecke, dagegen könnte bei Einbau eines zweiten Gleises diesem von vornherein ein solches Gefälle gegeben werden, daß sich die genannte Haltestelle, welche schon lange als Bedürfnis dringender Art bezeichnet wird, ohne weiteres einrichten ließe. An Ew. Exzellenz richten wir daher die ergebenste Bitte, dem angegebenen Wunsche wohlgeneigtest Rechnung tragen zu wollen.
* Kahltalbahu. Auf Ersuchen des Spessart- Touristen-Vereins hier hat die Betriebs-Inspektion der Kahltalbahn genehmigt, daß am nächsten Sonntag die bis Ende August gefahrenen Sonntagszüge: 1) ab Schöllkrippen 8 Uhr 05 Min., Ankunft Kahl 9 Uhr 26 Min. abends; 2) ab Kahl 10 Uhr abends, an Schöllkrippen 11 Uhr 18 Min., nochmals fahren, wobei alle Haltestellen benutzt werden können. Es ist dies gewiß bei dem schönen Herbstwetter ein recht anzuerkennendes Entgegenkommen und wird dieser Zug im Touristenverkehr der Beachtung nicht entgehen zur Ausführung einer schönen Herbsttour ‘in den Vorspessart.
* Regelung des Feuerlöschwesens. Am 1. Oktober d. J. tritt für diejenigen Teile des Regierungsbezirks Cassel, für welche das Feuerlöschwesen nicht durch Ortsstatut geregelt ist, eine Polizeiverordnung in Kraft, die dazu bestimmt ist, das Feuerlöschwesen zu regeln. Gleichzeitig ist eine Polizeiverordnung erlassen, die die Verpflichtung zur Hilfeleistung bei Bränden in der Umgegend (Nachbarschaft) regelt.
* Znm Bierkrieg. Eigentliche Neuigkeiten über den Bierkrieg sind rar, und beschränken sich fast nur auf die Aussprache von Vermutungen über dessen Ausgang, alles auch nur einigermaßen wissenswerte in dieser aktuellen Frage wird eifrig kolportiert und findet Lauscher. Ein Maler bringt nun in humorvoller Weise den Bierkrieg auf einem i Bilde, das im Schaufenster von Fr. Königs Buchhand- ° lung ausgestellt ist. Ein Bierfaß (ein sogen. Waisenknabe) mit muskulösen Armen kämpft mit einem herzhaften Aepfci- weinbembel, der mit einem Aste des Aepfelbanmes dreinschlägt. Während auf der Bierseite sich Gläser und Maßkrüge am Kampfe beteiligen, findet der Bembel an einer Garde von Wafferknügen, Wein- und Limonadeflaschen Unterstützung. Mit Spannung vertieft sich der Beschauer in das Schlachtfeld. die strategischen Vor- und Nachteile wägend. — Nach dem Bilde ist zu vermuten, daß eher die Scherben des Aepfel- weines als die Faßdauben des Bieres vom Platze getragen werden. Ganz gewiß aber ist, daß, so lange der Kampf unentschieden ist, noch mancher schöne Durst ungestillt bleibt.
* Der Schwindler aus Reisen. In Mainz, Wiesbaden und Hanau versuchte kürzlich ein Schwindler mit gutem Erfolge eigenartige Manöver, indem er ein Zimmer mietete, telephonisch alsbald von einem Geschäft Gegenstände zur Auswahl verlangte und das Ersuchen stellte, für 100 oder 50 Mk. Kleingeld mitzusenden, da er einen Kassenschein zu wechseln habe. Trotzdem die Tagespresse diese Fälle mit* teilte, scheinen die Geschäftsinhaber keine Lehren aus diesen Vorfällen zu ziehen, denn gestern ist es dem Gauner, der offenbar die Umgegend brandschatzt, in Offenbach gelungen, einen dortigen Geschäftsmann in gleicher Weise zu schädigen. Der Schwindler verlangte eine Auswahlscndung und für 100 Mk. Kleingeld. Er kaufte einen Gegenstand für 17,75 Mk. und ließ sich 82,25 Mk. hinzählen. Diesen Betrag strich er ein, gab der Ueberbringerin, einem Ladenmädchen, 1 Mk. Trinkgeld und versprach den Hundertmarkschein im Nebenzimmer zu holen. Er kam jedoch nicht wieder zum Vorschein, da er das Weite gesucht hatte.
* KinSerunfug. Am Stadtgraben in der Nähe bet Reitbahn spielten gestern eine Anzahl Kinder. Ein größerer Knabe stiftete zwei jüngere Spielgenossen an, ein drei Jahre altes Kind in den Stadtgraben zu stoßen, was prompt ausgeführt wurde. Da das Waffer jetzt nur eine geringe Tiefe besitzt, ging der Vorfall noch gut ab.
* Der katholische Arbeiterverein in Hanau hält am Sonntag den 9. September, abends 8 Uhr, im Vereinssaal zum Braustübl eine öffentliche Versammlung ab. Sämtliche Mitglieder der anderen katholischen Vereine Hanaus, denen auch schriftliche Mitteilung zugegangen ist, sowie alle katholischen Arbeiter Hanaus sind hierdurch höflichst zu dieser Versammlung eingeladen. Das Referat hat Herr Arbeitersekretär Thelen übernommen, der über ein aktuelles, alle iyteressierendes Thema reden wird.
* Esperanto. Die Erkenntnis für die Bedeutung der internationalen Hilfssprache „Esperanto" bricht sich unaufhaltsam Bahn und der in den letzten Tagen in Gens stattgefundene Esperanto-Kongreß hat wieder zur Genüge bewiesen, daß sich Esperanto als internationales Verständigungsmittel mehr als gut bewährt. Die fortwährend in allen Ländern, nicht allein in großen sondern auch in kleineren Städten, stattfindenden Gründungen neuer Gruppen und das stete Anwachsen der schon bestehenden Vereinigungen, legen weiter beredtes Zeugnis ab, einesteils für das Bedürfnis üach einer solchen Sprache und andernteils für die Erkenntnis daftir, daß gerade Esperanto durch seine beinahe verblüffende Einfachheit sich am Besten hierzu eignet. Auch die hiesige Gruppe hat andauernd neue Anhänger zu verzeichnen und eine weitere Anzahl hat sich zu dem Anfangs Oktober neu beginnenden Lehrkursus angemeldet. Neuerdings hat sich hier auch eine Spezialgruppe für Damen gebildet, deren Anhängerinen sich jeden Mittwoch, abends von 8—9 Uhr, zwecks Erlernung dieser Sprache im Vereinszimmer der „Centralhalle" zusammenfinden. Da sich der Unterricht noch in seinen ersten Stadien befindet, ist weiteren Interessentinnen die Gelegenheit unbenommen, an diesem Kursus für Damen teilzunehmen. — Nächsten Sonntag den 9. September, nachmittags 3 Uhr, ist ein gemütliches Zusammentreffen der Frankfurter und Hanauer Gruppe in Wilhelmsbad geplant
Vereins- u. Vergnügungsnachrichten
für Fr eitag den 7. September.
Ev. Männer- u< Iünglingsverein: Unterhaltungsabend (Ev. PereinSbaus.) Turn- ii. Fechtklub: Abends 6—71/» Uhr: Turnen der Damenabteilung; 8Vs—10 Ubr: Fechten.
Turugesellschaft: Abends von 8—10 Ubr: Turnen der Iugendabteiluug.
Turnverein: Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Jugcndabtcilnng. Humoristischer Mufikverein »Germania" : Von 9—11 Uhr: Uebungsstunde, l Restanration „Germania').
Verein f. Homöopathie u. Nalurbeilkunde: Vortragsabend (Stadt Bremen,) Erster Hanauer Kellnervkrein: Dereinsabend in der „Harmonie". Hanauer Kellnerverein (gegr. 1880); Dereinsabend bei Ulsamer.
Erster Hanauer Kellnerbuud 1905: Vereinsabend im „Elephanten".
Klub „Amicitia": Dereinsabend im Gasthaus „zum Elephanten". Gesangverein „Melomania" : Singstunde in der „Karthaune'. Sänger-Quartett: Bereinsabend in der Brauerei Orschler.
Klub „Schlaraffia": Vereinsabend in der „Allemania".
Klub „Fraternitak: Klubabend in den „3 Schwanen".
Katholischer Gesellenverrin: Dereinsabend im „Draustübll". Freitaas-Gesellschaft Carlsberg: Restaurant „Earlsbera". Französischer Klub: Zusammenkunft im „Bernhardseck". Gesellschaft „Scharte? Eck": Monatsversammlung.
Merkes'scher Steuoaraphen-Verein: Fortbildungskursus „zur Sonne".
Gabelsbeiger Stenographen - Verein im Gasthaus zu sten „3 Rindern" : Abend? von 9—10 Uhr: Uebungsfiunde: Redeschrift.
Bicpcle-Klnb 1890: Klubabend im „Kaiser Friedrich".
Athleteiiklub „Germania": Riegenstemmen und Ringen der 1., 2. und 3. Klasse („zum großen Kurfürsten").
Stemiii- und Ring-Klub „Eiche": Abend? 9 Uhr: Stemmen, Ringen, Steinstoßen (Restauration „zum Sandhof").
Gesellschaft „Lustige Brüder": Klubabend bei Heinrich Vowinkel, für Samstag den 8. September.
Allgeitieine Lesegesellschaft: Mittags 12 Uhr: Eencraloerjammlung im städtischen Lesezimmer.