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Amtliches Grgilk für Statt- null Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 83
F-rnfprcchanfchl«tz Nr. 605
Samstag dcn 7. April
Fernsprechanschlrch Nr. G05.
1906
Amil'ches.
Candhms Hanau. Bekümrimchmlsen deß MiMm LRhrstsmtß.
Erloschen: Die Schweineseuche in dem Armen- und
Siechenhauie in Frankfurt a. M.
Hanau den 6. April 1906.
V 2348
Gefundene und verlorene Gegenstände x
Gesund e n: 1 Reichsbank - Giro - Konto-Gegenbuch, 1 Poesie-Album, 1 Brille, 1 kleines weißeS Taschentuch mit breitem Raum (gez. E.l.
Stehen gebliebene auf dem Viehmarkt am letzten Mittwoch ein Jahre alter Stier.
Verloren: 1 Schere lauf dem Saudeldamm).
Zugelaufen: 1 Hoster gelber Pinscher m. Geschl.
Hanau den 7. April 1906.
Mus Hanau Stadt und fand.
Hanau, 7. Aprzl.
Palmsouutag.
Palmsonntag ! — Ein Markstein im menschlichen Leben! Unsere Söhne und Töchter legen an geweihter Sichte durch die Konfirmation, ein klar und wahr, ein gut und treu Gelübde ab vor Gott und der chrfftlichen Gemeinde. Die Kindheit ist abgeschlossen — ein neues Leben beginnt. Neue umschlungene Wege tun sich auf. Ob dornenvoll — ob mit Rosen bestreut? Wer weiß es, als Goll allein? Ihm, dem Zenker aller Geschicke stellen wir darum die Führung anheim !
dem Wege der Tugend, sein mächnger Arm leite unsere Kinder durch die Fährnisse und Klippen des Lebens! Er bewahre sie vor Kleinmut im Unglück — vor Ueberhebung in den Tagen d°r Lust I Sie aber, die in heiliger Freude dem Herrn ihr Gelübde ablegen, sie mögen sich dessen erinnern,
in guten und beren Stunben! Der Konfirmationsspruch sei ihnen keine leere Formest wohl aber cm Talisman; er sei ihnen Schutz und Stab, an dem sic unverzagt und
in der
Furcht des Herrn vorwärts streben für und für.
Gott feane sie, und wenn des Himmels Blaue
Em trübes Grau der Sorgen einst umzieht, Wir stehen daß dein Scaen sich erneue Wie Morgenrot «ach Mitternächten glüht; Der Vater sieht und lehrt die stille Treue, Die in Gebet und Arbeit fromm erbt übt, Drum faife Mut, auch wenn sich W ollen türmen.
Er kann, er wird fein treues Kind beschirmen!
Professor Israel f. Wie bereits kurz berichtet, verschied gestern unerwartet nach kurzem Kranksein ' Herr Prof. Christian Israel, Oberlehrer an der Oberrealichule dahier. Aus seinem Lebensgange sei das Folaende hervorgehoben : Geboren am 29. Mai 1836 in Ober-Hülse im Kreise Homberg, wo sein Vater als Plärrer wirkte, erhielt er von diesem seinen ersten lateinischen Unterricht und besuchte später das Gymnasium zu Cassel, liceum Fridericianum genannt, das er am 18. März 1856 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Auf der Universität Marburg widmete er sich namentlich unter Professor Vilmar, dem er sein Leben lang dankbar war, theologischen Studien und legte in Marburg und Cassel die vorgeschriebenen Prüfungen ab. Am 13. Mai 1864 wurde er als Pfarrer ordiniert und am 22. Juli 1874 wurde ihm durch Mmisterialerlaß die Anstellungsfähigkeit für sAymnasien zugesprochen, nachdem er sich früher an der Universität Dorpat einer Prüfung für das Lehramt unterzogen batte. Seme Ernennung nim Professor erfolgte am 27. März 1893. Im 25. Lebensjahre begann er seine Lehrtätigkeit am Gymnasium zu Weiro in Livland, wo er von August 1860 bis Ostern 1862 hauptsächlich als Lehrer des Deutschen wirkte. Vom Herbst 1862 bis Ostern 1864 war er als Lehrer an einer Erziehungsanstalt für Mädchen zu Friedrichsdorf bei Homburg v. d. H. tätig, um sodann am 1. Mai 1865 an diè Realschule zu Hanau, jetzige Oberrealichule, berufen zu werden. Von Juli 1865 bis Januar 1871 versah er zugleich die Pfarrvikarstelle an der Johanniskirche und wirkte von 1889 —1891 auch als Prediger an der Christuskirche zu Frankfurt a. M/ Auch literarisch hat sich Herr Prof. Israel betätigt. U. a. bearbeitete er ein Buch, das im 18. Jahrhundert von einem Frankfurter -Theologen unter dem Titel »Rechtfertigung eines armen Sünders vor Gott" herausge- geben war und suchte den Dank, den er seinem Lehrer- Vilmar schuldete, durch Bearbeitung des von diesem herauS- Zgebenen Buches über die theologische Moral abzulrageu. Rn seinen Aufenthalt in den russischen Ostseeprovinzen er
innert seine Bearbeitung des Volksepos der Esthen, das den Titel Ka^wipoeg führt und aus dem er seinen Schülern besonders schöne Abschnitte minutehen liebte, wie er sich auch besonders mit W in be- Edda niedergèleg-en Sage der nord- germanischen Völker beschäftigte. Erwähnen wollen wir noch sein Handbuch für Stubier-uibe der Theologie und eine im Jahresberichte der Realschule von 1884 veröffentlichte Rede auf Luther, dessen Werke der Gegenstand^,seines tinausge- setzten, eifrigsten Studiums waren. Se ne zahlreichen Schüler haben ihr ganzes Leben lang fein-r in Dankbarke t gedacht, keinen Amtsgenossen ist er stets ein treuer Mitarbeiter und lieber Freund aewefen, und in wei'en Kreisen hat er sich durch sein liebenswürdiges Wesen, seine chäraktstßste, aufrichtige und zuverlässige Männlichkeit zahlreiche Freunde erworbnt. EhrL feinem Andenken!
* MisKonssittNde. Morgen abend 8 Uhr wird Herr Missionar F lad aus Frankfurt a. M., früher in China, eine Missionsstunde im evangel. Vereinshause halten, wozu jedermann freundlichst eingeladen ist.
" KomPsrtttebeftckiigrN'NteK. Beim Jn'anterie-Re- giment Hessen-Homburg Nr. 166 fanben gestern und heute die Kon-Kniebesichtigungen statt.
* Pepssnnli"». Dem schuliecbnischen Mitarbeiter bei dem Provinzialschu'kolleginm Raffel, Professor Dr. Bernhard Heil, ist der Rang der Räte vierter Klasse verli-hen worden. — Den Domänenpâchier»Oberämimânner Gabcke zu Fasancubos-und S i! u t h e i m zu Ziehers ist der Charakter als Amtsrat verliehen worden.
* Grrraimt wurde Gerichtsassessor Goßmann in Langenselbold zum Amtsrichter in Duisburg HRuhrort).
* Akademische Nachricht, 'n der .mediznuschen Fakultät der Göttinger Universität babimierte sich Dr. med.
lSohL des „Kehrers Heiderich, II in Hanau), Assistent am anatomischen Jnstimt. I" VmM" Probcvörlcsnng sprach Dr. Heiderich übet die Faszien des Schulterblattes.
®i(t??rne Hochzeit. Morgen feiern Herr Hausvater N. Wissen back und Frau das Fest ihrer silbernen Hochzeit.
* Bou den Apotheken ist morgen nachmittag von 3—9 Uhr die Altstadt - Apotheke geöffnet.
* Major a. D. Kurt v. S. Malsburg auf Eichenberg ist nach 'langem Leiden in Dresden, wo er Linderung seiner Leiden suchte, in der Montagnacht gestorben. Vorgestern nachmittag 4 Uhr wurde seine sterbliche Hülle indem Erbbegräbnis derer v. d. Malsburg bei Eichenberg im Beiseit'. einer überaus großen Anzahl Leidtragender, zumeist hessischer Edelleute,!beigeseht. Aus dem LebenSgange des im fast vollendeten 70. Lebensjahre Verstorbenen sei mitgeieilt, daß er als Sohn des kurhessischen Oberforst meistrrs und Vizemarschalls der althessischen Ritterschaft v. d. Malsburg- Eichenberg geboren imb im kurhessischen Kadeitenhause in Cassel erzogen wurde. Mit jungen Jahren trat Kurt v. d. Malsburg als Fähnrich beim kurb. Hufaren-Regt. in Cassel ein, avancierte zum Leutnant und machte den Feldzug gegen Preußen mit. Nach 1866 trat er in preußische Dienste und wurde in das Düsseldorfer Husaren-Regiment versetzt. Zum Rittmeister befördert würbe v. d. Malsburg in das Husaren- Regt. nach Itzehoe versetzt, wo er zum Major befördert und dem Regimentsstabc zugeteilt wurde. Im Jahre 1878 quittierte Major v. d. Malsburg den königlichen Dienst und übernahm die Verwaltung des Familiengures auf Eichenberg. Daneben stellte er seine Arbeitskraft und Kenntnisse in den Dienst der Landwirtschaft und der Kreis- und Kom-mmal- Verwallung seiner hessischen Heimat. Zunächst gehörte er als Vorstandsmitglied dem hessischen ländwirtichaftl. Zemrai- verein an und seit Schaffung der Landwirtschaftskamvier zählte er ununterbrochen bis zum Vorjahre zu den kenntms-
reichsten und eifrigsten Mitgliedern dieser Vertretung Landwirtschaft. Seit Einführung der Kreisordnung v. d. Malsburg Mitglied des Casseler Kreistages sowie KreisauSscbusses unb' gehörte in dieser Eigenschaft auch Kommunallandtage sowie dem Landesnnsschuffe an.
der war- des dem Am
vorigen Jahre ivar Herr Major v. d. Malsburg krankheitshalber genötigt, sein Amt als Mitglied des Kommunallandtages niederzulegcn und damit der ihm liebgewordeneu Arbeit zum Wohle seiner hessischen Heimat zu entsagen. Sein liebenswürdiges ritterliches Wesen und seine vorurteilsireie und zuvorkommende Art schufen diesem echten hessischen Edel- manne viele Freunde, die dem Toten ein ehrendes Gedenken bewahren werben.
* Gesellenprüfung für Glaser und Schreiner. Diejenigen Lehrlinge, welche Obern ihre Lehrzeit vollendet oder in kürzester Zeit vollenden werben, wollen sich baldigst unter Vorlegung der erforderlichen Papiere bei dem Vor
. Tie hf«t$e ^«mme. . r-.èsaU ausser dem Unterhaltttngsdtatt 18 Leiten
sitzenden der Prüfungskommision Schreinermeister Mich.
Klans melden.
* Ein herrliches kirchliches Kunstwerk, eine M die 3. große deutsche kunstgewerbliche Ausstellung in Dresden bestimmte Tarffkavelle, befindet sich yeqenwäriig in den Werkstätten der Flensburoer kunstgewerblichen Fachschule in Arbeit. Die Modelle zu den Figuren, die dem Werk einen ganz besonderen Reiz geben, stammen ans dem Atelier des Bildhauers Wettig, einem Hanauer, und es freut uns, konstatieren zu können, da der Arbeit des Künstlers uneingeschränktes Lob in der Flensburger Preffe oeipenoet wirb. Das Werk wird in Dresden sicher Anerkennung finden.
* Pirrolemusik. Die Kapelle des Jnf.-Regts. Hessen- Homburg Nr. 166 spielt morgen mittag zur Parolemustk folgende Stücke: 1) „Kadettenmarsch" von R. Eilenberg; 2) Ouvertüre z. Op. „Der Geiger aus Tyrol" von R. Gense; 3) „Frühlingsgruß", Walzer von M. Depret; 4) „Es war einmal", Lied v. Liucke; 5) Hymne und Triumphmarsch a. d. Op. „Aida" von G. Verdi.
* Kurort Withelmsbad. Morsten nachmittag von 4 Nhr ab findet zu WilhelmsbaD Militâr- KMzert der Kavette des Jnf.-Regts. Kessen- Homburg Nr. 166 statt; bei ungünstiger Wilte- rnnst wird das Konrert in den Sälen abpehalten.
* SehensWÄrdistkeiLen. „Museum der Wertercrui- schen Gesellschaft" fAltstâdrcr Sa loß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis Vsl Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt
nicht gestattet.
* Turn?Piel. Morgen nachmittag führt die Spielriege der Turngemeinde auf ihrem Spielplätze am Wasserwerk ein Schlagballspiel ohne Einschenken vor. Es ist dies eines der interessantesten Turnspiele, da es die Ausdauer und Geschick- li Ateir ,. der^ Turner im besten Lichte zeigt. ^ Der Sportplatz
X. - - . ^UIHCL V^IVU ^mue ^l^U ^UUV.«,
^^_J: • . ist für jedermann geöffnet und find Freunde der Turnspiele
willkommen.
TckMMr Wetterbericht her Dentsfai keimst
Tslerkramm aus .Hamburg vom 7. April.
9 Uhr 35 Min.
Marfina von 775 mm Innern am Kanal und bei Stock- Holm, ein Minimum unter 716 mm lagert westlich von den Lowten. In Deutschland ist das Wetter ruhig, heiter, ftcHenweis» ist Niederschlag gefallen.
Prognose für den 8. April: Fortdauer der herrschende» Witterung wahrscheinlich.
Mus Dab und fern.
^ Bad Ovb, 8. Avril. Nachdem sanitäreren Dr. Hufnagel die auf ihn gefallene Wahl als Beigeordneter der Stadt Orb abgelehnt hat, wählte die Stadtverordnetenversammlung den. Gerichtssekretär Steinbeinr für dieses Amt.
' Mtlda, 6. April. Sicherem Vernehmen nach steht auf der Kandidatenliste für die Wiederbesetzung des verwaisten Hildesheimer Bischofsstuhles auch Herr Professor Dr. Damian Joseph Schmitt, Seminarregens und Dsm- kapitular zu Fulda.
Darmstadt, 6. April. Heute vormittag zwischen 11 und 12 Uhr drang ein fremder Metzgergeselle in den Laden des Metzgers Schröder in der Bessungerstraße ein, woselbst die Frau allein beschäftigt war. Er fchloß die Tür hinter sich ab und versetzte der Frau in der Absicht, sie zu ermorden, drei Stiche. Da jemand hinzu kam, ergriff er die Flucht, und als er sich, verfolgt sah, versuchte er, sich die Kehle zu durchschneiden. Er wurde schwer verletzt ins Spital gebracht. Die Frau des Metzgers ist lebensgefährlich verletzt.
Darmstadt, 6. April. Der Metzgergeselle, der die Frau Schröder in ihrem Laden in der Beffungerstraße überfiel, wollte die Kaffe ausrauben und wurde dabei von ihr betroffen. Der Täter ist der 28 Jahre alte Metzger-gesell« Rühl von Jugenheim an der Bergstraße und war früher in dem Schröderschen Geschäft beschäftigt. Zurzeit war er stellenlos. Die schwerverletzte Frau ist noch nicht vernehmungsfähig. Die Festnahme des Rühl erfolgte durch zwei Unteroffiziere des 25. Feldartillerie-Regimcnts, die von einer Uebung heim- kehrten und den Täter zu Pferde verfolgten.
stete NâZ Zictog!
Marienburger Geldlose » 3 Mk.
Hauptgewinne 60000 Mk. n. s. w, mir so lange Vorrat 3d
W. Lohmann, Hanau, Rörnerstr. 2L