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• Die Festlichkeiten, welche anläßlich b e 8 25 j 5 § r i g e n $ e it e 5 e n 8 bei „Ä lIgemei n en Deutschen Eâ ulv e re i n 8" von den hiesigen Ortsgruppen veranstaltet werden, nehmen mit den Aufführungen der Schöpfungen von Prof. Dalcroze heute ihren Anfang. Bieler Müde und Arbeit haben die schwierigen Vorbereitungen bedurft. Die gestrige Hauptprobe stellt aber ein gutes Gelingen außer Zweifel. Wir beglückwünschen den „Deutschen Schulverein" zu seinem Jubelfeste und wün- Mitn unseren Ortsgruppen herzlichst im Interesse der guten Sache einen schönen Erfolg.
* Eintrittskarten zu den heute und morgen von den tiefen Ortsgruppen des „Allgemeinen Deutsche n S ch n l v e r è i n s" in der „Eentralhalle" veranstalteten Auf- sührungen sind auch abends an der Kasse ohne Preisaufschlag zu haben (numerieric Sitze 2.50 W., nichtnumerierte Sitze 1.50 Mk.). Heute, Samstag, beginnen die Aufführungen um 6 Uhr, morgen Sonntag aber bereits um 5*/i Uhr. Außerdem ist morgen Sonntag nach den Aufführungen Kinderfest, und auf Wunsch Tanz.
* Begräbnis. Gestern nachmittag gegen 4 Uhr wurde Herr Pfarrer Z i m m e r in a » n unter zahlreicher Beteiligung seiner Amtsbrüder von nah und fern und seiner näheren Freunde zu Grabe getragen. Zn schönen Worten schilderte dabei Herr Pfarrer Dar das fromme, gottergebene Leben des Verewigten, der im Dienste des Evangeliums wirkte und schaffte. Ihm diente er und ihm verdankte er seine Kraft und seine Leistungsfähigkeit. „Selig sind, die da reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen". Dieses Schrift- TOort war sein Leitstern allezeit. Ueber dieses Wort hatte er seine erste Predigt gehalten, dieses Wort hatte schon des Jünglings Herze ganz erfüllt. Redner schilderte den Heimgegangenen weiterhin als scharfen Geist und tiefen Denker, er Ivar gleich dem Bergmann, der immer neue Schätzt zu Tage förderte. Tage lang konnte er über einem Bibelwort sitzen und grübeln, um seine tiefste Bedeutung zu ergründen. Er habe nur in seiner Welt gelebt, den Außenstürinm völlig fremd, er sei deshalb immer Optimist gewesen und habe nie geglanbz daß es in der neuen Zeit so viel Schlimmes in der Welt jetzt gebe. Eine ausgeglichene Persönlichkeit, ein edler Freund und treuer Berater für jedermann, ein guter, ireusorgender Familienvater sei mit ihm ins Grab gesunken. Herr Superintendent F r i t sch widmete dem Dahingegmlgenen »;o± einige warme Worte im Namen seiner Amtsgenossen, worauf die Feier mit einer Kranzniederlegung durch das Presbyterium der Zohanneskirche, dem Herr Zimmermann 80 Jahre lang «»gehörte, zu Ende ging.
* Zur irdische» Ruhe begattet wurden gestern n achmittag die bei dem Einsturz an der Dnnlopfabrik getöteten Arbeiter. Das tragische Geschick der Unglücklichen und ihrer bedauernswerten Angehörigen hatte eint zahlreiche Menschenmenge auf den Friedhof geführt und aufrichtiges Mitgefühl wu den schwer Betroffenen erweckt. Bei den ergreifenden Worten des Herrn Pfarrer? Bär konnten sich auch die Fernstehendsten einer tiefen Rührung nicht erwehren und so manches Auge flimmerte im feuchten Tränenflor. Der Schmerz der Angehörigen war erschütternd. Kränze wurden niederge- lezt durch die Arbeikerschafi der Fabrik, durch die Aktien- cefcH’Aaft Stephan tu Ko. und für den Verunglückten A l b a ch noch durch da? HornistenkorpS und die dritte Kompanie der Freiwilligen Feuerwehr.
Warnung vor Auswanderung. Neuerdings werden durch verlockende Prospekte und Versprechungen deutsche Familien zur Ucbersiedelung nach der Republik Ecuador zu dct’ fiten gesucht. Von durchaus eingeweihter Seite wird uns dazu mitgeteilt, daß das zur Besiedelung vrrsâgbare Gelände z. T. noch vollständig unerforscht ist, daß weder Steg noch Weg und vor allen Dingm keine Lebensmittel zum Unterhalt der Einwanderer vorhanden find. Diejenigen, die sich zum Ncberficdeln verleiten ließen, würden jedenfalls dem größten Elend ausgeschi sein, zumal fi« von der jetzigen Regierung der Republik keine sachgemäße Unterstützung zu erwarten haben.
* StaSitheater. „Sherlock Holmes". Das Zugstück aller Bühnen, die gegenwärtig erfolgreichste aller Novi- râlm, die Detektiv-Komödie „Sherlock Holmes", wird, wie bereits gemeldet, morgen Sonntag erstmalig zur Aufführung gelangen. Nach dem großen Aufsehen, welches dieses Stück durch seine sensationellen Erfolge überall erzielte, ist zu schließen, daß dasselbe auch hier allgemein das größte Jn- teresse erwecken und voraussichtlich der Schlager dieser Spielzeit werden dürfte. Die überaus packende Wirkung hoch- dramattscher Momente, die ganze Szenenführung der Komödie ist eine so geschickte und bühnmkundige, daß man daraus, schließen kann, daß ein Schauspieler und zwar in diesem Fall der langjährige, beliebte Bonvivant des Thalia-Theater? in Hamburg, Albert Bozenhard, der Bearbeiter ist. Zm Mittelpunkte der überaus spannenden Handlung steht die Figur des bekannten englischen Detektivs „Sherlock Holmes", welchen Herr Hauser bereits im Laufe des Sommers mit hervorragendem Erfolg gespielt hat. Das Oberhaupt der Londoner Verbrecherwelt, her gefürchtete Professor Moriarty wird durch Herrn Steg <r eine vor,restliche Verkörperung erfahren. In weiteren Rollen find beschäftigt die Damen: Holm, Macdonald, Berger uni Reichelt, sowie die Herren: Kempf, Pustar, Nygrin, O. H. Müller, Gehrmann, Heidemann, Hopkick und Matter. — Ein überaus interessanter Theater-Abend ist bestimmt zu erwarten.
* Hanauer Abonnementskonzerte. Am nächsten Dienstag, abends 8 Uhr, findet in der „Centralhalle" das erste der obigen AbonnementSkonzerte statt. Bezüglich des reichhaltigen und hübschen Programms und der mitwirkcnden Kräfte verweisen wir auf das heutig« Inserat.
* Allgemeiner Unterhaltungsabcud. I» dem am Sonntag den 14. Oktober, abends 8 Uhr, im Saale der „Crntralhalle" stailsindenden ersten Allgemeinen Unterhaltungs- abend gelangen Volks-, Soldaten- urb Kunstlieder zum Vor-
Lamstag
trage, wobei endlich einmal ein Kuiistsäuger seine Muse in den Dienst der Allgcmembeit des Volkes gestellt hat, sodaß das Kunstlied und der Kunstgesang, die anzuhören bisher nur den Bemittelten möglich war, durch den niedrigen Eintrittspreis jedermann zugänglich gemacht werden. Herr Hof- opernsänger Ernst Ravens der Solist beS Abends, besitzt den Ruf eines feinsinnigen, mit prachtvoller, wohlgeschulter Stimme begabten Sängers, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem leider so sehr vernachlässigten Volkslied wieder zu seinem Rechte zu verhelfen. Hoffentlich erfreut sich der allgemeine Unterhaltungsabend des verdienten Interesses.
* Bund deutscher Militäranwärter, Verein Hanau feiert, wie aus dem gestrigen Inseratenteil ersichtlich, morgen, den 7. Oktober, im Saale des „Deutschen Hauses" sein 1. Stiftungsfest in Form einer Abend- Unterhaltung mit Tanz. Da sich die im vergangenen Jahre abgehaltencn Familienabende und Festlichkeiten eines sehr zahlreichen Zuspruchs erfreute», so wird bicS mich bei der morgen ftattfmb'nben Feier umso mehr der Fall sein, als durch Aufstellung eines wirklich vorzüglichen Programms jeder befriedigt werden wird. Die Vorbereitungen lagen in bewährten Händen. Da eS auch Nichtmitgliedcru gegen Lösung einer Eintrittskarle für 0,50 Mk. gestattet ist, dem Stiftungsfest beizuwohncn, dürfte es ratsam erscheine», sich rechtzeitig ein Plätzchen zu sichern. Anfang pünktlich 6 Uhr Nachmittags.
* L. Wegen Untreue ist am 31, Juli v. Js. vom Landgerichte Hanau der Metzgermeistcr Wilhelm Rink verurteilt worden. Er hatte in Fechenheim eine Metzgerei gemietet und von dem Eigentümer den Auftrag erhalten, einen Eisschrank so vorteilhaft als möglich für ihn zu verkaufen. Den Auftrag führte er zwar aus, aber das Geld lieferte er nicht ab. Seine Revision wurde vom Reichsgerichte verworfen.
* Wallonische Kirche. Am 20. Oktober b. I. feiert, so Gott will, der Kirchendiener der Wallonischen Gemeinde, Herr Heinrich Thyriot, seinen 76. Geburtstag. Gleichzeitig sind es 40 Jahre, daß er das Amt als Kirchendiener versieht.
* Sehenswürdigkeiten. „Museum der Wetteraui- scheN Gesellschaft" fAltstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von 11 bis ^sl Uhr. Kindern ohne ^Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet. — „Museum des Hanauer Geschichtsvereins" (Altstädker Rathaus, eine Stiege hoch): Geöffnet an Sonn- und Festtagen vormittag? von 11^12'/z Uhr. Kinder unter 12 Jahren haben keinen Zutritt.
* Der Buchbergverein zählt jetzt 230 Mitglieder, etwa 50 Mitglieder haben sich für das Bereinsjahr 1907 angemeldet. — Der Familie nausflug nach dem Buchberg findet morgen Sonntag nachmittag statt. Abmarsch 17» Uhr am Nürnbergertor.
* âth. Kasino „Eintracht". Sonntag den 28. Oktbr. begeht das Kath. Kasino sein 37. Stiftungsfest, bestehend in Abendunterhaltung - und Ball. Nach den Vorbereitungen und dem vorliegenden Progranmi zu urteilen, wird sich das Fest den früheren borartigen Veranstaltungen dieses Vereins ebenbürtig zur Seite stellen können.
* Das Konzerthaus „Wiener Spitze" hatte in den letzten Sonntagen einen guten Besuch aufzuweisen, deshalb wollen wir auch nicht verfehlen, auf die nächste Sonntags- vorstcllung hinzuweifkn. Ein DDÜftmibig neues Programm wird geboten und gute Kunstkräfte werden auftreten. ~
* Konzerthaus „Frankfurter Bau". Mit dem morgigen Sonntag eröffnet der Restaurateur Herr Herbert, Restaurateur zu»? Frankfurter Bau, feine diesjährige Winter- faison und zwar mit einem Konzert der beftbekannten Jn- strumentalisten-Gesellschaft D'Eggentaler in Landestracht. Der Kapelle geht ein guter Ruf voraus und können wir versichern, daß jedem Besuck?er einige vergyügte und genußreiche Stunden bereitet werden.
* Sehr erfreulich wird eS ben zahlreichen sonntägigen Besuchern des „Kaiserhoses" sein, zu hören, daß nächsten Sonntag für genügend Platz in warmen Räumen gesorgt ist. Mcht allein der Saal und die Parterre-Zimmer, sondern auch die großen schönen Räume des ersten Stockes sind von der strebsamen Wirtin zu Gastzimmern eingerichtet und durchwärmt. Ein Hauptanziehungspunkt für viele ist der jeden Sonntag daselbst auftreteiide Charakter-Komiker H. Bach.
* Esperanto. Wir wollen nicht versäumen, unsere Leser auf den nächsten Mittwoch, abends halb 9 Uhr, in der „Centrolhalle" stattfindenden Vortrag über die Welthilfssprache Esperanto aufmerksam zu machen. Esperanto ist die von dem russischen Arzte Dr. Zamenhof geschaffene internationale Hilsssptache, welche schon über den ganzen Erdball verbreitet ist. Ihre Grammatik ist bereits in 28 Sprachen übersetzt worden, etwa 25 monatlich erscheinende Zeitungen dienen der Sache und über 800 Werke, darunter Ueber« setzungen der größten Klassiker aller Länder sind bereits in Esperanto erschienen. *- Im Interesse der Verbreitung dieser internationalen HilsSsprache ist zu erwarten, daß dieselbe auch auS dem Kreise unserer Leser eifrige Unterstützung finden wird.
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4« Fechenheim, 5. Oktbr. (Gemeinde» n gt! «- genheiten.J Infolge Verlegung des Ostbahuhofes in Frankfurt tu M. und der dantit notwendigen Verlegung des StaatSbahngeltisès von dort bis zur Station Mainkur benötigt die Eisenbahnverwsltung einen Teil des anliegenden GemeindegelândcS. Da die Stabt Frankfurt vertragsmäßig zur Stellung deS Geländes verpfiichiei ist, trat sie s. Z. zur Erlangung des Geländes mit der hiesigen Gemeindeverwaltung in Unterhandlung und zwar, da die Eisenbahnver- waltung schon jetzt mit den Arbeiten auf. genannier^ Strecke beginnen will, bis zum Anschluß des Kaufes pachlwetse. In vorletzter Sitzung hatte nun die Riesige Gemeindevertretung ati Pachtpreis die Zinsen zu 4 pCt. des Verkaufsweries fest- gesetzt. Die Stadt Franksurt läßt sich jedoch hieraus nicht ein und bietet einen jährlichen Pachtpreis von 20 Mk. pro Morgen zunächst für eine Pachtzeit von 6 Monaten, nötigen- falls noch auf weitere 8 Monate. Auf Antrag de« Finanzausschusses stimmte die Gemèindcvertretuua bem Anerbieten
6. Oktober
zu. Kommt nach Ablauf von 9 Monaten der Kauf des Gc» ländes nicht zustande, so wird die Eiseubahnverwaltung auf Kosten der Stabt Frankfurt das Enteiauuugsverfahren ein« leiten. — Ein weiterer Berat»»gögcgeustand war die Regelung des Feuerlöschwesens nach den neuen Vorschriften und zwar gemäss beu neuesten Verordnungen beS Herrn llècgic- rungSpräfibenten, welche diese den Gemeinden durch Orts- ftahit oder Polizeiverordnung überläßt. Da hier eine freiwillige und Pflichtfeuerwehr besteht, empfiehlt sich eine Regelung durch Ortsstatut, dessen Entwurf durch die Gemeindeverwaltung in nächster Sitzung zur Vorlage kommt. — Im weiteren beriet die ©emeinbeoeriretung über den von Herrn Direktor Dr. Hoffmann nachgesuchien Kauf von 500 qm an seinen Park angrenzenden WaldgeländeS zur Anlage eines Familienerbbegräbnisses. Da diese erst der Bestätigung Kgl. Regierung bedarf, so kann eS, sich nur um prinzipielle Zustimmung seitens der Gemeindeveriretung handeln. Die Aussprache hierüber ist eine sehr lebhafte, da namentlich gesiuid- heitliche Bedenken wegen der Nähe des Wasserwerks ob; walten, doch stimmt die Vertretung auf Antrag des Finanzausschusses dem Verkauf des Geländes zum Preise von 2 Mk. pro qm zu. — Endlich wurden bewilligt 50 Mk. als Beihilfe zur Teilnahme einer Lehrerin an einem Ausbildungskursus in Jugendspielen und 10 Mk. pro qm zum Ankauf von Gelände zu einer neuen Straßenanlage.
Marktbericht.
Hanau, 6. Oktober. (L e b cu s m i t t e l p r e! s e.) Gflügel: Tauben, das Pärchen 0,80 bis 1.20 Mk.; ein alter Hahn 1.60—2.20 Mark; ein junger Hahn 0.90 bis 1.30 Mk.; ein Huhn 1.30 bis 1.60 Mark; eine Ente 2.00 bis 2.50 Mk.; eine Gans 3.50 bis 4.— Mk.; Fische: gewöhnt. Sorte 35 Pfg., bessere Sorte 40 Pf^,, Aal 0.S0—1.00 M., Hecht 1.00—1.20 Mk., Bresem 60 Pfg., Barben 60 Pfg., Barsch 70 Pfg., Karpfen — Mk., Vs Kilogramm. Gemüse: Meerrettich die Stange 5—20 Pfennig; Blumenkohl, das Stück 25—70 Pfennig., Kopfsalat, Stück 5—10 Pfennig, Endivien das Siütf 5 bis 10 Pfennig ; Rettich, das Stück 3—5 Pfg.; Ober- Kohlrabt, das Stück 6—10 Pfg.; Unter-Kohlrabi 15—20 Pf., Wirsina, das Stück 10—20 Pfg; Weißkraut, daS Stück 10-30 Pfg., Rotkraut, das Stück 15—40 Pfg., Sellerie, das ©tue? 10—15 Pfg.; Gurken, Stück 10 — 15 Pfg.; Gurken zum Einmacheu, d. Hundert—.-- .— Mk., gelbe Rüben, d. Bund 6—10 Pfennig; Neue Erbsen, Pfund 46 Pfennig, neue Bohnen, das Pfund 35 Pfennig, Braunkohl, Portion 25—30 Pfg., Schwarzwurzeln, Pfd. 30 Pfg., Spinat 1 Pfd.
20 Pfennig, Kartoffeln, neue, Doppelliter 12—14 Pfennig; Obst: Trauben das Pfund 35 Pfennig, Aepfel 1 Pfund 15 bis 30 Pfennig, Birnen Pfund 15 bis 30 Pfennig, Zwctschen, das Hundert 25 bis 30 Pfennig, Nüsse, das Pfund 0.40—0.60 Mk., Pfirsiche, das Pfund 20 Pfennig, Cirroncu, das Stück 10 Pf.; Paradiesäpfel, das Pfd. 20—25 Pfg.; Verschiedenes: Butter, daS fßhinb 1.10 bis 1,40 Mk.f Käse, 1 SHlcr 4 bis 6 Pfennig; Eier, Stück 5—9 Pfg.; Zwiebeln, das Pfund 10 Pfennig; Wclschkorn, Doppelliier 25 Psg., Radieschen, das Bündel 10 Pfennig; Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfennig; 2. Sorte 18 Pfennig; 3. Sorte 16 Pfennig — ^i Kilogramm.
Oeffentlicher Wetterdienst.
D i e n st st e I l e Weilburg (Landwirtschaftsschule). Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abendes 6. Oktober bis zum nächsten Abend.
Mäßige westliche Winde, veränderliche Bewölkung, nur strllenwesie leichte Niederschläge. Temperatur nicht erheblich geändert.
Hus aller Mell.
Raubmord in Tatenberg bei Hamburg. (400 Mark Belohnung.) Die wegen des am 6-/7. August 1906 an dem GèMeindèvorsitzèndeu Janssen in Tatenberg "verübten Raubmordes steckbrieflich verfolgten Dienstknechte Mar Karl Menso Holz und Georg Gustav August Karl Güttich sind bisher nicht ermittelt worden. Das Signalement lautet: Holz: 36 Jahre alt (geboren am 8. März 1870 in Itzehoe), 1,65 Meter groß, schlanke, etwas kräftige Figur, schleppender Gang, dunkelblondes Haar, starker, blonder Schnurrbart — jetzt vielleicht rasiert oder Vollbart —, hohe Stirn, blaue Augen, volles Gesicht, rundes Kinn; starke Krampfadem und Operationsnarbe am linken Unterschenkel, Bißwunde an der rechten Hand, vermutlich am Zeigefinger- Güttich: 31 Jahre alt (geboren am 18. Dezember 1875 in Berlin), 1,53 Meter groß, schmächtige Statur, gebeugte Haltung, dunkelblondes Haar, zusammengewachsene Augenbrauen, blaue Augen, breite eingedrückte Nase, großer heller Schnurrbart — setzt vielleicht rasiert oder Vollbart —, Wndes, volles Gesicht. Tätowierungen: auf der Brust: blau und rot täto« wiertes Wappen mit 2 Fahnen; auf dem linken Arm: TrapezkUnstlerin am Trapez, Wappen, Krone und Herz, darin ein <1, Schleife mit Kreuz; zwischen Daumen und Zeigefinger der linkem Hand: Anker mit Tau; auf dem rechten Arm: blau und rot tätoroirter Jndianerkops. Bei den Reckerchen ist damit zu rechnen, daß Holz und Güttich, da kein Geld erbeutet worden, sich mit falschen Papieren versehen und wiederum Dienste auf dem Lande verschaffen oder daß sie ihre verbrccherifche Tätigkeit sortsetzen werden. Beide sind wiederholt vorbestraft; 'Glittich, ein rückfälliger Einbrecher, zuletzt mit 8 Jahren Zuchthaus. Die Mittäter Otto Süsse» feldt und Joseph Paul sind am 14. August in Wilhelmshaven-Bant beziv. am 12. September in Aussig in Böhmen verhaftet worden. Von der ausgesetzten Gesamtbelohnung von Mk. 800 entfallen je Mk. 20u aus die Ergreifung deS Holz und Gifttich oder für den Nachweis von Tatsachen, die deren Ergreifung zur Folge haben.
Briefkasten.
N. T, Die Kiindigung gum 15. ist nicht zulässig. Bei monatlicher Mietezahlung kann, wenn etwas anders nicht vereinbart ist, nur in der Zeit bis zum 15. auf den 1. deS kommenden Monats aekünbiat werdm.