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Anzeiger
M»tat'l»nrdruL imb Verlag der Buchdruckerei des veräs. e». Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
AMihks Grga« für SW uni LanLKreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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«Ä A-ssespaÜe« Petitzell« oder deren «am» 1- M m SieklaiuerUeL die Zelle 35 Pf^
Nr. 31
Ferusprechanschlutz Nr. 605
Dicnsllig bett 6. Februar
Fernsprechanschlutz Nr. 605.
1906
Amtliches.
Stadt- und Landkreis Hanau.
Es wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Ge- tverbeaufsichtsbeamten des Regierungsbezirks Cassel bestimmte Sprechstunden für Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgesetzt haben und zwar:
1) der Regierungs- und Gewerberat zu Cassel (Regie- rungsgebüude 1. Stock, Zimmer 23) an jedem Samstag von 11 bis 127s Uhr;
2) der Gewerbe-Inspektor zu Fulda (Bureau Heinrichstraße 13) an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat, vormittags von 8 bis 9l's Uhr und an jedem 2. und 4. Montag im Monat, vormittags von 8 bis 10 Uhr.
Hanau den 3. Februar 1905.
Der Königliche Landrat und Polizeidirektor.
P 1097 I. V.: v. Schlieben, Reg.-Assessor.
Landkreis Hanau.
MnntmchNgen des McNeil LAhrktMülts.
Um den Gefahren zu begegnen, welche bei dem Befahren von unbewachten Wegeübevgängen der Eisenbahnen (insbesondere Nebeneisenbahnen und Kleinbahnen) in Schienenhöhe sowohl für die Fuhrwerke wie für die Eisenbahnzüge entstehen können, ist es namentlich erforderlich, daß die Führer der Fuhrwerke beim Passieren von Bahnüber- gängen die größte Aufmerksamkeit und Vorsicht beobachten. Die Wagenführer gefährden bei unachtsamem Passieren der Bahn nicht.nur ihr eigenes Leben, wâru scheu, sich auch einer erheblichen Bestrafung aus Grund des § 316 St.- G.-B. aus.
Indem ich nachstehend den § 2 der Polizeiverordnung vom 30. März 1887 (Amtsblatt der Königl. Regierung 311 Cassel vom Jahre 1887 S. 126) veröffentliche, mache ich den Führern von Fuhrwerken die strengste Beachtung dieser polizeilichen Bestimmung zur Pflicht. Wenn die letztere stets genaue Beachtung findet, namentlich beim Passieren von Bahnübergängen, werden sich die Gefahren und Unfälle ver- unndern, von denen in den Zeitungen so oft berichtet wird.
Die mir unterstellten Polizeiorgane werden hiermit ange- wiefen, auf die Beobachtung der fraglichen Polizeivorschrift ganz besonders zu achten und jeden Uebertrerungsfall zur Bestrafung zu bringen. Die erfolgten Bestrafungen sind durch die Ortspolizeibehörden zur öffentlichen Kenntnis zu bringen.
Hanau den 1. Februar 1906.
Der Königliche Landrat.
V 679 v. Beckerath.
8 2. Der Führer des Fuhrwerks muß sich in wachem und nüchternem Zustande erhalten und die Zugtiere, sowie deren nächste Umgebung während der Fahrt stets aufmerksam im Auge behalten. Er muß während der Fahrtentwederauf dem Fuhrwerk selbst — nicht auf der Deichsel, deren Arme oder auf einem an der Seite des Fuhrwerks angebrachten Sitze —- seinen Platz nehmen, oder auf einem der Zugtiere reiten, oder unmittelbar neben dem Fuhrwerke oder den Zugtieren hergehen. Sitzt der Führer auf dem Fuhrwerke oder reitet er, so muß er die Zügel unausgesetzt angezogen in der Hand halten. Geht er nebenher, so darf er" nur Schritt fahren.
Bei Hundefuhrwerken muß der Führer stets nebenher gehen.
Der Führer darf sich von dem Fuhrwerk über fünf Schritte nur dann entfernen, wenn dasselbe nicht in Bewegurig ist unb er entweder eine andere geeignete Person zur Aufsicht bei dem Fuhrwerke zurückgelassen oder die Zugtiere auf einer Seite — bei Ziv ei- und Mehrspännern auf der Deichselseite — abgesträngt hat.
500 Mark Belohnung.
Der Lederarbeiter Atari Rudolf Hennig, geboren am 30. Oktober 1874 in Berlin, ist dringend verdächtig, am 4. Dezember 1905 im Grunewald bei Wannsee (Regierungsbezirk Potsdam) den Kellner August Giernoth ermordet und beraubt zu haben.
Hennig ist 1,68 m groß und schlank, hat schniales blasses Gesicht, schwarzbraunes Hoar und Schnurrbart, kahlen Scheitel, hervorstehende Backenknochen und an der Kehlgrube 8*/* cm lange Narbe. H. war zuletzt bekleidet mit schwarzem steifen Hute, dunklem Ueberzieher und Jackeltanzug und langem hellen Schlips mit birnenförmiger Perlnadel; trug Stock mit
rundem Silbergriff und häufig blauen Aktendeckel oder schwarze Tasche.
Hennig ist vielfach mit Zuchthaus und Gefängnis vorbestraft und wird von verschiedenen Behörden steckbrieflich verfolgt (Vergl. Deutsches Fahndungsblatt vom 29. Januar 1906 Nr. 26). Er hat sich bis vor kurzer Zeit in der Umgebung von Berlin und Potsdam umhergetrieben und gefälschte Pfandscheine über versetztes Leder an Schuhmacher verkauft. Von der Festnahme erbitte ich sofort Nachricht zu 534 IV. 12/06.
Auf die Ergreifung des Mörders sind 500 Mk. Belohnung ausgesetzt.
Berlin den 1. Februar 1906.
Der Polizei-Präsident.
Stadtkreis Hanau.
Am Mittwoch den 7. Februar 1906, vormittags von 10 Uhr ab, findet im unteren Sitzungssaale des Neustädter Rathauses, Zimmer Nr. 1, öffentliche Sitzung des Kauftnanusgerichts statt, in welcher Parteien etwaige Streitigkeiten, Klagen re. zur Schlichtung anbringen können.
Hanau den 3. Februar 1906.
Der Vorsitzende des Kaufniannsgerichts.
Dr. Gebeschus. 2718
Steuererhebung.
Die Erhebung der Steuern und des Schulgeldes für Januar/März 1906 hat am 12. s« M. begonnen.
. E r h e b e t a g er
Zettel Nr. 1-8000 vom 12. bis 22. Januar 1906, Zettel Nr. 8001-6000 vom 23. Januar bis 2.
Februar 1906,
Zettel von Nr. 6001 ab vom 3. bis 15. Februar 1906.
Im übrigen verweise,r wir auf Sie auf dem Steuerzettel aufgeSruckten BesLiwmuugen.
Hanau den 13. Januar 1906.
Stadthauptkasfe. 1003
Bekanntmachung.
Im Laufe der nächsten Zeit soll die Vernichtung nachstehender Akten:
1) der aus faffienen Akten zurückbehaltenen Erkenntnisse der früheren Kriminalgerichte zu Hanau und Fulda und des vorhinnigen Obergerichts Hanau bis 1867 — sofern seit der Strafverbüßung 30 Jahre vergangen sind —,
2) der aus kassierten Akten zurückbehaltenen Erkenntnisse der früheren Kreisgerichte zu Hanau und Fulda aus den Jahren bis 1875, soweit seit der Strafverbüßung 30 Jahre verflossen sind,
3) der Strafakten wegen Verbrechen und Vergehen aus den Jahren 1893, 1894, 1895,
4) der Kattsammlungen über Anzeigen und Vorverfahren aus den Jahren bis 1900 — soweit Einstellung erfolgt und Verjährung eingetreten ist, stattfinden.
Alle diejenigen, welche Ansprüche auf Erhaltung einzelner der obigen Akten oder auf Zurückgabe von Urkunden aus denselben zu haben glauben, werden hierdurch aufgefordert, ihre Ansprüche im Sekretariat der Königlichen Staatsanwaltschaft dahier innerhalb 4 Wochen vom Tage der Einrückung dieser Bekanntmachung anznmclden und zu bescheinigen.
Nach Ablauf der Frist wird mit der Aktenvernichtung begonnen werden.
Hanau den 26. Januar 1906.'
Der Erste Staatsanwalt. 2695
Königliches Gymnasium.
Anmeldungen neu eintreiender Schüler nehme ich Mittwoch den 7., Donnerstag den 8. und Frei- tag den 9. Februar zwischen 11 und 127* Uhr in meinem Amtszimmer im Gymnasium entgegen. Vorzulegen sind Geburtsurkunde und Impfschein. Zeugnisse über den seitherigen Schulunterricht können nachgeliefert werden. Hanau den 5. Februar 1906.
Der Königliche Gymnasialdircktor.
Dr. Brann. 2646
Hanauer Ortskrankenkasse.
Den Mitgliedern zur Nachricht, Satz an Stelle des Kassenarztes Herrn Dr. Meyn nunmehr Hm Dr. Noth, Griumstraße Nr. 20, getreten ist.
Wir ersuchen die Mitglieder, die auf Dr. Meyn ausgestellten Legitimst konskarten alsbald auf der Kasse umschreiben zu lassen, da etwa sonst entstehenden Kosten von der Kasse nicht getragen werden.
Hanau 5. Februar 1906.
Der Vorstand der Hanauer Ortskrankenkasse.
Sch abl, Vorsitzeuder. 2682
Bekanntmachung.
Das Proviantamt setzt den freihändigen Ankauf von Roggen, Hafer, Wiesenheu und Roggenstroh aus letzter Ernte zu den gangbaren Tagespreisen fort. Es werden selbst die kleinsten Mengen angenommen.
Die Einlieferung von Roggen, Hafer und Herr kann ohne vorherige Anmeldung und an jedem Wochentage von 8—12 Uhr vormittags sowie von 2—4 Uhr nachmittags erfolgen. Für die Einlieferung von Stroh ist wegen Beschränktheit des Lagerraumes vorherige Anfrage erforderlich. Hanau den 2. Februar 1906.
Königliches Proviant-Amt. V 729
Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanau, 6. Februar.
* Vibelstuude. Heute abend 8'/, Uhr findet Bibelstunde im evangel. Vereinshause statt, gehalten von Herrn Pfarrer Fuchs.
* Evangel. Vereinshaus. Am Mittwoch den 7. Februar, abends 8 Uhr, wird Herr Pfarrer Correvon aus Frankfurt einen Bortrag über die Hugenotten halten. Frankreich ist ja gegenwärtig auch wieder von schweren Kämpfen heimgesucht. Der Protestantismus in Frankreich ist durch die Gesetzgebung, welche Staat und Kirche getrennt und der Kirche jede Staalsunterstützung genommen har, schwer getroffen. Es wird deshalb vielen interessant sein, wieder einmal an die alten Kämpfe erinnert zu werden, die in früheren Zeiten die Hugenotten zu bestehen hatten. Gerade in unserer Stadt, die jenen Kämpfen ihr Wachstum verdankt, wird ein solcher Vortrag aus dem Munde eines sachkundigen Mannes rege Teilnahme finden.
* Der Ditruausschutz des Mittelrheimtreises tagte am 4. Febr. in Laubenheim. Für das diesjährige Kreisturnfest in Hanau wurden als allgemeine Vorführung Freiübungen ohne Belastung geivählt. Die Anlage des Turn Platzes unb die Verteilung der Aemter beim Wetturnen wurden besprochen. Eine nochmalige eingehende Verhandlung betraf die dem diesjährigen Kretstnrntage vorzulegende abgeänderte Turnordnung für das VereinSwcitttrnen. Für die erste Kreis- vortnrnerstunde am 20. Mai in Bockenheim wurde folgender Plan festgesetzt: 1) Freiübungen für das Kreisfest in Hanau (Kreisturnwart Bolze), 2. Uebungsstoff für eine Frauenturn stunde (1. Kreisvertreter Schmuck), 3. Musterriege des Turnvereins „Vorwärls^-Bockenheim, 4. Atemgymnastik (Doll- Kreuznach), 5. Lângspferd : Grundübungen in Sprüngen u. Schraubenaufsitzen'(Lohfink-Hanau), 6. Keulenübungen als Vorbereitung für das deutsche Turnfest in Frankfurt a. Dt. 1908 (Kreisturnwart-Volze), 7. Ringen (Gräfer-Franksurr), 8. Dauerlauf; nachmittags nach der Mittagspause Spiele, insbesondere Schlagball ohne Einschenker, seitens des mittel- rheinischen Spielverbandes.
* C.K. Katholischer Männerverein. Wie alljährlich so findet auch in diesem Jahre der große Familienabe n d mit Tanz Theater rc. vorgenannren Vereins am Sonntag den 18. Februar im Restaurant zur „Stadt Bremen" statt und wird alles Nähere hierüber noch im Inseratenteil und an dieser Stelle bekannt gegeben werden. Es sei bemerkt, daß diese Festlichkeit bei sreiem Eintritt stattfindet, aber der Eintritt nur gegen Einlaßkarten gestattet ist, welche im Laufe der nächsten Woche bei den Herm Vereins Mitgliedern erhältlich sind.
* Weltgeschichte und Weltkultur. Die Teilnehmer an dem morgen stattfindendeu Studienausflug des Herrn Dr. Quilling werden am Ostbahnhof in Frankfurt von einem Jungen abgeholt, der durch eine weiße Schleife auf dunklem Havelock als Führer nach dem Völkermuseum kenntlich ist