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Hanauer G Anzeiger
Bezugspreis:
Liertchäbrlich 1,80 M., monatlich 60 $fg„ für auswärtige Abonnenten mit dem betreffenden Postausjchlag.
Die ern;elne Nummer kostet 10 Pfg.
Notationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, e». Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- M Landkreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Eiurückuugsgebühe t
Die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 15 Hz. im Reklamenteil die Zeile 35 Pj^
Derantwortl. Redakteur: S. Schrecker m Hanau.
Ux. 154 Fernsyvechanschlutz Nr. 605»
Donnerstag den 5. Juli
Fernsprechanschlust Nr. 605. 19 06
Amtliches.
Stadt- und Landkreis Fyanau*
Bekanntmachung.
Anläßlich des am 14. bis 18. d. Mts. staklfinden- den Mittclrheinischen Kreisturnfestes werden im Interesse des öffentlichen Verkehrs folgende polizeiliche Anordnungen getroffen:
^ Verkehr nach dem Festplatz.
1. Das Halten von Fuhrwerken ist auf der Wilhelmstraße und der Lamboystraße zwischen der Nordstraße und dem Eingang der Feststraße in die Lamboystraße untersagt.
Die Feststraße von der Lamboystraße bis zum Festplatz ist für alles Fuhrwerk gesperrt.
2. Als Halteplatz der Fuhrwerke am Festplatz dient die Nordseite der Lamboystraße östlich von der Ein- mündung der Feststraße. Das erste Fuhrwerk darf nicht näher als zehn Meter an ben Eingang der Feststraße heranrücken, die später kommenden Fuhrwerke schließen sich in einer Reihe an und rücken nach Erfordern vor.
3. Die Wilhelmstraße und Lamboystraße von der Nord- strahe bis zum Kaiserhos wird für Automobile gesperrt. Automobile haben nach dem Festplatz den Weg durch das Nürnbergertor und über die Lamboybrücke zu nehmen.
4. Fuhrwerksbesitzer, welche auf den Straßen und Plätzen ihre Dienste anbieten wollen, haben hierzu rechtzeitig die Er-, taubnis der Königlichen Polizeidirektion nachznsnchen.
5*. Fliegende Händler rc.
1. Das Aufstellen von. P erkaufsständen aus und au der Feftstraße zwischen der Lamboystraße und dem Festplatz ist untersagt.
2. Es ist verboten auf und in der näheren Umgebung des Festplatzes Konfetti, Papierschlangen, Federwische, Pfauenfedern und ähnliche Gegenstände zu verkaufen. Das Werfen von Konfetti und Papierschlangen und das Berühren anderer Festbesucher mit Federwischen u. dergl. hat polizeiliche Bestrafung und Ausschließung von dem Feste zur Folge.
IH. Besondere Bestimmungen für Sonntag den 15. d. Mts.
1. In der Zeit des Hauptgottesdienstes von ’/slO bis Vail Uhr ist es untersagt Musikkorps oder Trommlerkorps spielen zu lassen. Während der Frühgottesdienste in der Marienkirche, der Johanniskirche und in der katholischen Kirche ist das Musizieren in der näheren Umgebung der Kirchen verboten.
2. Zur Aufstellung des Festzuges werden für die Zeit von 1Isl2 Uhr bis zum Abmarsch des Festzuges die Bebraerbahnhofstraße, die neue Anlage bis an das Nürnbergertor, die Grimmstraße, Akademiestraße und Friedrichstraße für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.
3. Während des Durchmarsches des Festzuges über die Wilhelmsbrücke bleibt diese für jeden Verkehr gesperrt.
4. Für die Bier- und LebenSmittelfuhrwerke, welche nach Aufhebung der Straßensperre auf den Festplatz wollen, wird sowohl für die Hinfahrt wie für die Rückfahrt der Weg entlang dem Bahnkörper und der neue Weg bestimmt.
Den Anweisungen der Polizeibeainten ist jedermann verpflichtet, unverzüglich nachzukommen.
Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen werden, soweit nicht höhere Strafbestimmungen Platz greifen, mit Geldstrafe bis zu 30 Mark, im Unvermögensfalle mit Haft bis zu drei Tagen bestraft.
Hannu den 2. Juli 1906.
Der Königliche Landrat und Polizei-Direktor.
5468 v. Beckerath.
Eandkreis panau*
MnntmchlMl öks Königlichen Lanörntsnnlis.
Der Landweg Keffelstadt -Dörnigheim wird wegen Dampfwalzarbeiten auf der Strecke vom Schloß Plnlipps- ruhe bis nach Dörnigheim in der Zeit vom 5. bis einschl. den 18. d. Mts. für Fuhrwerke mit einem Ladegewicht von über 20 Ztr. gesperrt.
Hanau den 4. Juli 1906.
Der Königliche Landrat.
4 V 4915 J. A.: Conrad, Kreissekretär.
Ich mache die Herren Bürgermeister, sowie den Herrn Gutsvorsteher von Pulverfabrik cM den aia Beilaa» zu
Nr. 26 des „Regierungs-Amtsblattes" veröffentlichten Verteilungsplan über die Beiträge der Gemeinden (Schulverbände) zur Volksschullehrer-Witwen- und Waisenkasse für die drei Rechnungsjahre 1906, 1907 und 1908. aufmerksam und verweise besonders auf die in den beiden letzten Absätzen der Bekanntmachung enthaltenen Bestimmungen über die Ablieferung der Beiträge unb das den Beteiligten zustehende Rechtsmittel.
Hanau, den 30. Juni 1906.
Der Königliche Landrat.
J V 4735 v. Beckerath.
Stadtkreis Hanau.
MMièrchschnittspttise in £w pro 1906.
1. Weizen â 100 kg .
19,25 Mark
„ „ 1 hl . . .
15,40
2. Roggen „ 100 kg .
17,87
ff
„ „ 1 hl .
13,22
3. Gerste „ 100 kg .
17,75
„ „ 1 hl . . .
11,72
4. Hafer „ 100 k" .
18,75
ff
„ „ 1 hl . . .
8,25
5. Kartoffeln ü 100 kg, ordinäre,
5,75
„ A 100 kg, englische,
12,00
6. Welschkorn & 100 kg
19,00
7. Roggcnstroh â 50 kg
3,15
8. Haferstroh ü 50 kg .
2,75
9. Gerstenstroh A 50 kg
2,33
10. Heu L 50 Vo
3,45
ll. Bnchcnscheüholz a 1 rm .
11,00
12. Eichenscheitholz â. 1 rm .
♦
10,00
ft
13. Lannmichcnholz â 1 rm .
9,25
II
Hanau den 30. Juni 1906.
Städtische Polizei-Verwaltung. Der Oberbürgermeister.
J. V.: B o de. 14120
Bekanntmachung.
Städtische Badeanstalt.
Notwendig vorzunehmender Reparaturen halber bleiben die Räume der Römisch-Irischen und des Dottche- Bades von Montag den 9. Juli d. Js. ab bis auf weiteres geschlossen.
Hanau den 5. Juli 1906.
Städtische Badeanstalt.
v. Gäßler. 14122
MW MtWrMtlWWt,
Langstraße Nr. 41.
Kostenfreie Arbeitsvermittelung werktäglich vorm 81/,—121/g „achm. 3—6 Uhr.
Städtisches Arbeitsamt, Rathaus Zimmer Nr. 12. Kostenfreie Auskunft in Sachen der sozialen Gesetz- gebung (Unfall-, Invaliden-, Kranken- usw. Gesetze.) Hanau am 2. Juli 1906.
Der Magistrat.
Dr. Gebeschu s. 1280
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 Herrenschirm mit schwarzem, gebogenem ' Griff mit Metalleinlage, 1 weiße Kindermüye, 1 Kontobuch, ! 1 Photographie (Soldat in Mantel und Mütze), 1 Drillich- ‘ jacke (AnstreicherkittcI), 1 graue Handtasche (Krokodil, In- ; halt ein Damenportemonnaie mit 24 Mk., eine Bleifeder und i ein beschriebener Zettel). Von einem Geschäft hier abge- - liefert ein Paket mit verschiedenem Inhalt (Taillenstäbe, ; schwarze Besenlitze, schwarzes Band, Krageneinlage Japon, ’ Baffchen rc.).
Verl o r e n : 1 Brosche (Kaiser Friedrich Zehnmarkstück ; mit oxydiertem Rand), 1 silberne Damenuhr, 1 Mitglieds- karte vom Marken-Konsumverein für Heinrich Herrmann, l 2 weiße Perlmutterknöpfe mit Platinrand unb. Saphir? Cabochons.
Hanau den 5. Juli 1006. i
Der erste Enkel des Kaisers. i
Potsdam, 4. Juli. Die Kronprinzessin Cecilie ist ; heute morgen 9 Uhr 15 Min. im Neuen Palais von einem j Knaben •nttwnben word-n.
Ueber ein Jahr ist dahingegangen, seit das Deutsche Reich dem jungen Ehepaar zujubelte, das am 6. Juni 1905 in der Berliner Schloßkapelle die Hände zum Bunde für das Leben ineinanderlegte, und wie damals bei der Eheschließung, so nimmt auch jetzt das ganze deutsche Volk, und alles was sich deutsch nennt auf dem Erdenrund, den freudigsten Anteil an dem Glück, das die Herzen im deutschen Kaiserhause höher schlagen läßt. Mr freuen uns mit an der stolzen Befriedigung, die aus den Augen des Lenkers unseres Reiches leuchtet, wenn er die Kunde erhält von der Geburt des Enkels, der nach menschlicher Voraussicht berufen erscheint, dermaleinst an der Spitze des Deutschen Reiches zu stehen, der das Erbe antreten soll, bas seine Väter ihm aufs beste vorbereitet haben; wir empfinden im Herzen mit das innige Glück, das die Brust unserer Kaiserin durchwogi, wenn sie in der Würde einer Großmutter den Sohn des Sohnes im Arm hält, und zu dem jungen Elternpaare eilen unsere herzlichsten Wünsche, die Segen erflehen für diesen Ehebund, auf daß er werden möge wie der des kaiserlichen Elternpaares, voll des innigsten Familienglückes, das auch dem Ersten des Volkes erblüht in der echten deutschen Häuslichkeit. Der junge Prinz aber, den heute allerorten, wo nur Deutsche wohnen, heller Jubel und Begeisterung begrüßt, er möge einmal sein wie seine Väter waren: Schützer und Hüter des Reichs, ein Friedensfürst.
Potsdam, 4. Juli. Das über die Entbindung dec Kronprinzessin Cecilie am Mittwoch ausgegebene Bulletin lautet:
Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit, die Frau Kronprinzessin, sind heute früh 9 Uhr 15 Minuten von einem kräftigen, gesunden Prinzen entbunden worden. Das Befinden Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit ist den Umständen nach befriedigend, gez.: E. Bumm, gez.: Keller.
Der „Deutsche Reichsanzeiger und Königlich Preußische Staatsanzeiger" brachte in einer am Mittwoch mittag erschienenen Sonderausgabe folgende Bekanntmachung:
Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Frau Kronprinzessin des Deutschen Reiches und von Preußen ist heute vormittag 9 Uhr 15 Minuten im Marmorpalais zu Potsdam zur Freude Seiner Majestät des Kaisers und Königs, Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin und des ganzen Königlichen Hauses von einem Prinzen glücklich entbunden worden.
Dieses erfreuliche Ereignis wurde der hiesigen Einwohnerschaft durch die üblichen Kanonenschüsse bekannt gegeben.
Die hohe Wöchnerin sowie der neugeborene Prinz befinden sich in bestem Wohlsein.
Berlin, 4. Juli 1906.
Der Minister des Königlichen Hauses, v. Wedel.
Politische Rundschau*
Die Budgetkommission der badischen zweiten Kammer befaßte sich gestern nachmittag mit der Heidelberger Schloßfrage. Die Kommission beschloß, die Regierung zu ersuchen, ein Preisausschreiben für neue Vorschläge zur Erhaltung der Ruine zu erlassen.
Ein anarchistisches Komplott gegen den Deutschen Kaiser? Der Korrespondent, der „Köln. Ztg." aus Seattle im Staate Washington telegraphiert: August Rosenberg, dem man anarchistische Gesinnung zuschreibt, reiste am 1. Mai von Seattle nach Hamburg" ab. Um diese Zeit ging der deutschen Regierung ein Warnungsschreiben zu, sie solle sich auf ein Attentat auf den Deutschen Kaiser gefaßt machen und Vorkehrungen treffen. Die deutsche Regierung setzte den hiesigen (d. h. den deutschen) Konsul in Seattle in Kenntnis. Auf dessen Veranlassung unternahm die Polizei gestern eine Haussuchung in dem vormals von Rosenberg bewohnten Haus. Es wurde eine vollständige Einrichtung zur Herstellung von Bomben und Höllenmaschinen sowie ein Vorrat von 200 Flaschen mit Säuren und Sprengstoffen vorgefunden.
Die österreichische Delegation nahm in ihrer gestrigen Sitzung das Marinebudget an." Marinekornmandant Gras Montecuccoli dankte für die von allen Rednern der Marine ausgedrückten Sympathien und betonte, daß sich das Stärkeverhältnis der österreichischen Marine gegenüber den Flotten der anderen Großmächte fortdauernd verringere, da diese namentlich in den beiden letzten Dezennien ihre Flotten rapid ausgestalteten. Die österreichische Schlachtflotte bedürfe dringend einer Erneuerung und eines Ersatzes für untaugliche Schlachtschiffe. In dem nächsten Budget würden aus diesem Grunde die Kredite sür3Schiffezu 14000 Sonnen und mehrere schnelle Kreuzer gefordert werben. Die Erneuerung der Torpedoflotttlle dürste im Jahre 1908 beendet sein. Der Marinekommandant betonte dann die Notwendigkeit, eine Flottenbasis im Zentrum von Dalmatien zu schaffen und erklärte Sebenico hierfür am besten geeignet. Die wichtigste Aufgabe der österreichischen Flöt» - sei di» Küstenverteidigung. Eine Flotte, welche jedoch