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hierin Amtliche Beilage Nr. 5."

Hus Hanau Stadt und Eand.

Kantttt, 5. April.

Westliche Litzssls der Ltshtversriisetell^VttskMlllSg

vom 4. April 1906.

Anwesend waren die Herren: Vorsteber Kommerzienrat Canthal, Aukamm, Baader, Bever, Bernges, Bonn, Daß- öach, Förster, Dr. Heraeus, Honien, Hock, Kehl, Koburger, Müller, Ohl, Peteler, Steinbeuer, Schwabe, Spatz, Schroeter, Salomon, Utb, Voltz, Dr. Wagner, Dr. Wenke und Wohl­farth ; vom Magistrat: die Herren Oberbürgermeister Dr. Gebeschus und Magistrats-Assessor Dr. Koppen.

Errichtung eines Volksbrausebades.

Der Referent Baurat Wohlfarth führt aus, daß der Magistrat beschlossen habe, im Hofe her früheren Kleinkinder­schule in der Bangertstraße, welcher Platz mit Rücksicht auf die zentrale Lage besonders geeignet ist, ein Volksbrausebad zu errichten. Die Anlage ist in kleinem Maßstabe vorge­sehen und soll 17 850 Mark kosten. Der Baderaum für Frauen wird mit Rücksicht auf die Erfahrung, daß Brause­bäder bei Frauen nicht beliebt sind, 4 Wannenbäder, der­jenige für Männer 8 Brausebadezellen erhalten. Ein Wannen­bad soll 20 Pfg., ein Brausebad 10 Pfg. kosten. Wäsche (je ein Handtuch) wird umsonst zur Verfügung gestellt. Der Finanzausschuß hat sich dem Antrag des Magistrats an« geschlossen.

Stadtv. Dr. Wagner hält es für einen schlechten Lausch, falls etwa nach Errichtung des Volksbrausebades das Bad neben der Gasanstalt , eingehen sollte. Er bedauert, daß der Magistrat seiner früheren Anregung, ein Schwimm- bad zu errichten, nicht nachgekommen ist. Für die Brause­zellen wünscht Redner geschloffene Räume.

Stadtv. Kehl wendet sich gegen den Plan, an ver­schiedenen Stellen der Stadt kleinere derartige Anstalten zu errichten, da eine solche Dezentralisation zu kostspielig sei. ®r ist der Meinung, daß solch ein Institut in großem Maß­stabs erbaut und in der Mitte der Stadt errichtet wer­den muß.

Stadtv. Wohlfarth glaubt zwar auch, daß, sobald das Bad neben der Gasanstalt eingeM das geplante Volks- öad zu klein sein wird, doch solle dieses auch nickt für die ganze Stadt genügen. Es sei vielmehr in diesem Falle, wenn sich die Sache rentiere, beabsichtigt, auch auf anderen Grundstücken noch solche Bäder zu erbauen. Er hält auch den Bettieb kleinerer Anstalten nicht für besonders teuer, aber für zweckmäßiger als eine Zenttalanstalt. Wenn der Arbeiter einen großen Weg nach der Arbeit machen solle, dann verzichte er auf das Bad.

Stadtv. Kehl bleibt dabei, daß mehrere Betriebe ganz bedeutend mehr erfordern, als ein einziger großer Betrieb. DaS Bad an der Gasanstalt sei allerdings zu abgelegen, aber wenn inmitten der Stadt eine solche Anlage errietet wurde, würde sie wohl auch benutzt. Ein besonderer Weg sei wohl in den meisten Fällen so wie so erforderlich.

Stadt. Voltz ist entschieden gegen die Errichtung eines Bolksbrausebades in der jetzigen Zeit. Falls das jetzige Bad wegfallen müsse bei Vergrößerung der Gasanstalt, dann solle man ein größeres Bad dem allgemeinen Publikum zugäng­lich machen. Das jetzt geplante sei viel zu klein. Er halte es für richtiger, die Sache vorläufig noch liegen zu lassen. Das jetzige Bad genüge noch vollständig.

Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus glaubt, daß ein Aufsckieben in diesem Falle wohl gleichbedeutend sei mit einem Aufheben. Die Sache beschäftige die Versammlung ja nicht zum erstenmale und die Absicht des Magistrats, an­stelle eines einzigen Bades deren verschiedene an verschiedenen Stadtteilen zu errichten, sei ja bekannt. Durch die Notwendig­keit, erst einen großen Weg zunickzulegen, werde die Bade­iust nicht angeregt. Ein Schwimmbad würde sich für unsere Stadt schwerlich rentieren. In Offenbach hat diese Anlage auch nur rentiert, solange das Frankfurter Badepublikum hinkam, und auch da nur deshalb, weil die ganze Anlage geschenkt wurde.

Stadtv. Wohlfarth bittet nochmals, die Vorlage an­zunehmen, und wiederholt, daß es mit dieser einen Anlage nicht getan sein soll. Es solle eben ein Versuch sein. Ren­tiere sich die Sache, daS heißt bezüglich der Frequenz, nicht bezüglich der Kosten, dann stehe ja gar nichts im Wege, noch weitere einzurichten. Mit der Annahme der Vorlage werde kein Geld herausgeworfen. Der (Errichtung eines Volksbrausebades im Hofe der früheren Kleinkinder­schule wird darauf z u g e st i m m 1.

Ausbau der Straße Vor der Kinzigbrücke.

®cr Magistrat beantragt, die Strecke TeichwegBruch- iöbelerlandstraßo und den südlichen Bürgersteig bis zur Fall- bachstraße auszubauen. Für die Fahrbahn soll Kleinpflaster zur Anwendung kommen, das gegenüber der Beschotterung

weniger Unterhaltungskosten und geringere Schmutz- und Stanbbildnng verursacht. Durch den endgültigen Ausbau dieser Straße wird die Verbindung mit der bereits mit Kl ein­st fl aller versehenen Bruchköbelerlan dstraße und der Kinzig­brücke hergestellt und eine übermäßige Verschlammung der letzteren vermindert.

Die Vorlage wird angenommen mit der Maßgabe, daß die nach Abzug der Straßenkostenbeiträae verbleibenden Kosten nicht aus laufenden Mitteln, sondern aus dem außerordent­lichen Etat, Titelt, Verwendung der Ueberschüsse, entnommen werden.

Stadtv. Salomon fragt an, wie weit es mit der elektrischen Straßenbahn gediehen sei und ob mit dem Bau von Arbeiterwohnlläitsern, die dem Mangel an kleinen Wohnungen abzuhelien geeignet seien, fortgefahren werden soll.

Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus verspricht Ant­wort in nächster Sitzung.

Hierauf wird der außerordentliche Etat ge­nehmigt und vorbehaltlich der Rechnungsprüfung in Ein­nahme und Ausgabe auf 1172900 Mk. festgesetzt.

Verkauf des Bauplatzes in der Markt st raße.

Der nach Niederlegung der Häuser Marktstraße 15, 17 und 19 verb'eibende Bauplatz in der Gesamtgröße von 1 ar 71 qm soll nach einem Beschluß deS Magistrats verkauft werden und zwar an Herrn Bauunternehmer Jean BerngeS zu dem von diesem in dem Versteigerungstermine vom 23. Februar abgegebenen Gebote von 14000 M. Von dem ursprüng­lichen Plan, ein Haus mit Kleinwohnungen dort zu errichten, kam man ab. da der hohe Preis des Grund und Bodens die Rentabilität von solchen Wohnungen hier unmöglich machen würde. Außerdem hat die AlthaNauer Berecktigllngs- kasse ihren Beitrag von 14 MO Mk. zum Erwerb der frag­lichen Häuser von der Bedingung abhängig gemacht, daß der Platz zum öffentlichen Verkauf kommt. Der Bau von Kleinwohnungen rentiert in der Regel nur, wenn höchstens LO Mst. Hr Lxn,^m Grund und Boden ausgegeben wird. Zum Erwerb der Häuser wurden aber 4t 000 M. und mit den noch aufzuwendenden Straßenverbreiterungskosten 42 000 M. ausgegeben, sodaß nach Abzug des Zuschusses der Althflnauer Berechtigungskape und des Kauf­preises . von Bernges die Stadt noch 14000 Mark zu tragen hat, was bei den nach Abzug des in die Straßen- verbreiftfung fallenden Geländes noch verbleibenden 171 Quadratmeter 82 Mark pro Quadratmeter ausmacht. Beim Bau von Kleinwohnungen würde sich also der Quadratnieter auf 1i>4 Mark stellen. Die Versammlung schließt sich dem Magistratsbeschluß am Der Zuschlag ist also Herrn Ban- unternehmet Bernges erteilt.

Verkauf des Gartens der ehemaligen Kleinkinderschule.

Der nicht in die Straßenflucht fallende Teil der ehe­maligen Kleinkinderschule in der Bangertstraße nebst Stadt- mauerparzelle wurde vom Magistrat dem Bauunternehmer Karl Knoll zum Preise von 15 000 Mark zugeschlägon. Von den Straßenkostenbeiträgen bleibt der Muftr befreit. Durch den Verkaufspreis wird der Taxwert (30 Mark pro Quadratmeter nebst Straßenkostenbeitrügen) erheblich über­schritten.

Es wird Zustimmung erteilt.

Die weiteren Punkte der Tagesordnung werben teils «b- gesetzt, teils in geheimer Sitzung erledigt. *

Jie Verhandlungen der KaMenqnete öder die

Verbände in der deutsches Cpritnsindnßrie, die, wie gestern mitgetcili, am 8., 9. und 10. Februar in Berlin ftatüanben, haben auch für unseren Leserkreis tum Test Intercsse, weshalb wir anschließend an die gestrigen Schlußbemerkungen unseres Artikels die dort gehaltenen Aus­führungen des Sachverständigen Koiymwziènrats Canthal, der auch vorher über die Wirksamkeit des Beirats gesprochen hatte, folgen lasten:

Kommerzienrat Canthal- Hanau: Meine Herren, ich will nur mit wenigen Worten das sagen, was ich auf dem Herzen habe, und mich in der Begründung meiner Auffassung möglichst beschränken. Ich möchte vor allen Dingen an eine Bemerkung anknüpfen, die Herr Kommerzienrat Sinner eben gemacht hat. Er äußerte, daß sich bei der Gründung des Heftsyndikats eine Einigkeit des Gewerbes in erfreulichster Weise dokumentiert habe. Meine Herren, der Begriff der Einheit des Gewerbes scheint mir von Herrn Kommerzienrat Sinner viel zu eng gefasst zu sein; denn das Gewe> be be« steht nicht nur aus Produzenten, sondern es umfaßt auch die Abnxhmer, und, meine Herren, das ist ja gerade der Kernpunkt dieser Verhandlungen: der Mangel an Rücksicht­nahme auf die Abnehmer! Es kann nicht bebrüten werden, daß ein Recht zur Koalition besteht und au§geübt werden darf in Form von Kartellen seitens der Produzenten. Dieses Recht ist ausdrücklich seitens eines der Herren Vorredner den

Herren Spiritusbrennern zugestanden worden. Aber bit Herren haben auch ohnedies von diesem Reckte Gebrauch ge­macht und haben den Artikel fyndiz ert, soweit er die Pro­duktion und die Verfeinerung anlanM. Meine Herren, es handelt sich also nicht darum, festzustellen, daß ein Zweig eines Gewerbes ^S Recht hat, sich zu syndizieren, sondern es handelt sich darum: in we'cker Weise hat dieser Zweig eines Gewerbes die chm dadurch gewordene Macht ausge­übt? Meine Herren, nach dieser Richümg sind schwere Klagen seitens der Abnehmer erhoben worden, daß die Interessen dieies wichtigen Teiles der Branche, bei Konsums, durchaus nicht genügend berücksichtigt worden wären, daß man sich zu sehr habe leiten lasten von der Wahrung von Sonderinteressen der Produktion und der Spritindustrie, daß man zn sehr aus rein kaufmännischen Gesichtspunkten des augenblicklichen Vorteils gewittschaftet hab» und sichdervollenVerantwortlichkeitnichtbewußt war, die man fürdas douernde Ged eihen der gesamten Industrie haben muß der gesamten Industrie, wie ich ausdrücklich, um nicht mißver­standen zu werden, hervorheben will, wie sie verkörpert wird zugleich durch die Produktion und den Konsum.

Meine Herren, die Vergangenheit ist hoffentlich eine Zeit der Lehre füL die Herren gewesen, und aus den versöhnlichen Worten, d'e Herr Direktor Untuckt eben an uns gerichtet hat, wie aus den Ausführungen des Herrn von Graß glaube ich entnehmen zu dürfen, daß nach dieser Lehrzeit durch die heutige Aussprache die Veranlassung gegeben ist zu ernsten Erwägungen darüber, welche Aenderungen und Verbesserungen sich herbeiführen lassen. Meine Herren, ick will die lebhafte Hoffnung ousfp'echen, daß es nichr nur bei den uns eben gewordenen Zulagen bleibt, sondern daß diese Zusagen auch in die Tat umgesetzt werde». Meine Herren, es ist dies um so erforderlicher, als sich die Einheit des Gewerbes doch auf allen Gebieten deutlich dokumentiert; jede Schädigung, jede Beunruhigung eines Zweiges des Gewerbes trifft auck mehr oder weniaer die anderen. Ich benutze die Gelegenheit, daran tu erinnern, daß gerade die argrariscken Kattelle mit besonderen Sckwiettgkeiten zu kämvftn haben, daß ein Erfo'g agrarischer Kartelle außerordentlich erschwert ist, weil ihnen das wichtige Mittel seh t, eine Enschrân^nng der Produktion in genügender Werse berbeizuführen, welches die industttellen Kartelle zur Anwendung bringen zur Regulierung der Produktion: bie rücksichtslose Bindung der Produsiwn. Meine Herren, Sir sind von der Gunst der Sonne abhängig. Sie tonnen ferner nicht von heute auf morgen die Produktion ehr eilen. Der Spiritus ist sein Artikel, der nur um feiner selbst wegen fabttzftrt wird ; er wird a^s Nebenprodukt gewonnen, und Sie sind in der Festsetzung des Wirlschaftsplaves von vornherein daraus ang-wiefen, es mag gut oder schlecht gehen, eine gewisse Produktion von Spittnis in die Wege zu leiten. Meine Herren, all dieses im. Verein mit den Erfahrungen der ver­gangenen Jahre muß Sie zu der Ueberzeugung führen, daß cs doch ein großer Fehler war, daß Sie nicht für einen Vorrot reforgt haben, her Sie in die Lage setzt, von den fetten Jahren zu den mageren einen auSgleichenden Bestand hinüber« zunehmen. Meine Herren, es wird hoffentlich eine Lehre für' Sie fein, die Sie veranlaßt, sich einen Iuliu sturm für Spiriius zu gründen, aus dem in dm schlechtesten Zeiten die Schleusen geöffnet werben, um den Marft, der von Spiritus entblößt ist, w eder zu füllen, dadurck allein sann eine ® t a* bilitäl der Preise tatsächlich cime'übrt werben. Meine Hcrren, Sie haben uns dieft Stabilität der Preise versprochen, Sie sind aber nicht in der Lage gewesen, sie durchführen zu können; Sie sind namentlich deshalb nicht in der Lage dazu gewesen, weil Sie für keinerlei Reserven gesorgt haben. (Sehr richtig!)

Meine Herren, ick will noch einen weiteren Punkt heu» vorheben, der von erheblicher Bedeutung ist, und in dem sich auch wieder zeigt, wieviel gemeinsame Interessen innerhalb der Brancke vorhanden sind. Meine Herren, es ist vor ku' zem, vor vielleicht zwei Jahren, in den Konradschen Jahr­büchern eine außerordentlich interessante wissenschaftliche Schnst erschienen von einem Herrn Presdorf, welche die ganze Brannt- wtinsteuergesetzgebung auf daS eingehendste behandelt und auch die Wirkung des Kartells bis zum Jahre 1903 bespricht Dieser Herr, den persönlich zu kennen ich leider nicht die Ebre -habe, hat in objektivster und eingehendster Weise und offenbar in der Absicht, tunlichst schonend vorzugehen, die Verhältnisse der Produktion besprochen und ist doch zu dem Resultat gekommen, daß es weder der Gesetzgebung noch dem K riell möglich gewesen sei, die Aufgabe zu erfüllen, di» beide sich gcfeyi hatten, nämlich die Produktion zu regeln. Alle dft vielfachen, einschneidende» Maßnahmen der Gesetz-