Erstes Blâ
Hanauer W Anzeiger
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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des »«cut. «. Waisenhauses in Harum.
General-Anzeiger
Amtliches Grgsu fit Stabt- und Landkreis Kaum.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- mrd Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Dit DaizespaUen« Petttzeil« oder deren Nama IS ^ » Sieklamentnl tat Zell« lö P^
ecnebeetfl. Näakteuri e. «chrocker ta Han»
Nr. 30 spernsprechanschlttf; Nr. «05,
Moniak den 5. Februar
ffernsprechanschlutz Nr. 005,
1906
»lir i e'ches.
Eandkreis F)anau. f * ' ; , des.Nniglichkn Lankatmts.
Bekämpfung der Blutlaus.
Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung voin 2. /11. v. AS. - V 7117 - abgedruckt in Nr. 264 deS „Hanauer Anzeiger" sowie in Nr. 18 der „Amtl. Beilage" veranlasse ich die Herren Bürgermeister, die Baumbesitzer rc. durch ortsübliche Bekanntmachung auf die Vertilgung der Blutlaus nochmals hinzuweisen.
Hanau den 3. Februar 1906.
Der Königliche Landral.
V 746 J. A.: Conra d, Kreissekretär.
Zwanstsverfteigerung.
Am Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Langenselbold belegenen, im Grundbuche von Langenselbold Bl. 2484 G. V. Nr. 5 und 4 zur Zeit der Eintragung des DcrsteigcrungSvermerkes auf den Namen des Maurers Johann Heinrich Wilhelm Hamburger, Johannes 6r Sohn in Langenselbold' eingetragenen Grundstücke :
Krtbli 43 Parz. 59, Acker die Hohlgârten, 6,76 ar, (Grnndstenerreinertrag 1,97 Mk.)
Krtbl. 43 Parz. 102/61 daselbst, 3,50 ar, (Grundsteuer-reinertrag 0,93 Mk.)
am 4. April 1000, vormittags 91 /» Uhr, durch bas unterzeichnete Gericht — an der Genchtsstelle — versteigert werden.
Langenselbold den 31. Januar 1906.
Königliches Amtsgericht. 2653
Hanauer Ortskrankenkasse.
Den Mitgliedern zur Nachricht, das; an Stelle des Kassenarztes Herrn Dr. Meyn nunmehr Herr Dr. Noth, Grimmstraße Nr. 20, getreten ist.
Wir ersuchen die Mitglieder, die auf Dr. Meyn ausgestellten Legitimationskarten alsbald ans der Kasse umschreiben zu lassen, da etwa
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Feuilleton.
Stotttjcnter in Hanau.
= Hanau, 3. Februar.
DaS von Fräulein Hellrot für ihren Ehrenabend gewählte fünsaklige Lustspiel „Die Verschwörung der Frauen" von Arthur Müller ist zwar trotz seines historischen Hintergrundes recht veraltet und literarisch minderwertig, aber in Anbetracht des Umstandes, daß die Benefiziantin lediglich ein solches Stück in ihren Erwägungskreis zog, in dem" sich eine sogenannte Paraderolle zur Entfaltung ihrer künstlerischen Fähigkeiten bietet, wollen wir die Mängel des Stückes mit schonender Rücksicht übergehen und uns auf die Totlachen beschränken, daß die geschätzte Benefiziantin durch ein gut besuchtes Haus sowie mannigfache Ueberraschungen erfreuliche Genugtuung für ihren stets» sich offen erwiesenen Pflichteifer empfinden konnte. Graziös und gewandt, nichr der nötigen Schalkhaftigkeit entbehrend, verstand es Frl. Hellior vortrefflich, sich in das Wesen und die Manieren jenes verkappten wackeren Pagen „Kurt" hineinzufinden, der durch seine drolligen diplomatischen Winkelzüge nicht zum wenigsten zur aufmunternden Stimmung beitrug, wenn solche in Anbetracht öfters vorkonnnendèr üninterenanter Dialoge (die übrigens manche Kürzung vertragen konnten) zu erlahmen drohte. In Folge bestimmten Auftretens sowie munteren glaubwürdigen Spieles verlieh Herr N a ch b a u r seinem Hauptmann" „von Wessenberg" diejenigen Eigenschaften, die zu einer abgerundeten gut gelösten Leistung führten, wie auch der biedere „alte Dessauer" deS Herrn Kempf mit imponierender Männlichkeit best gelungen auf der Bühne stand. Eine charakteristische Gestaltung ließ Herr G e h r ° mann dem bis über die Ohren verliebten alten Sünder „Heinrich" angcdeihen, dem sich Herr H a u s e r(v. Rosenberg) mit glücklicher Laune anpaßte.
Vornehmes Auftreten und scharf umrissenc Spielartwaren die Ingredienzien, durch die sich Frl. Behrens in de.
fönst entstehenden Kosten von der Kasse nicht getragen werden.
Hanan 5. Februar 190«.
Der Vorstand der Hanauer Ortstrantentaste.
Schabt, Vorsitzender. 2682
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Hus Hanau Stadt und Eand.
Hanau, 5 Februar.
* Der Ausbau des zweiten Gleises der Strecke Arie berg Hänau. Aus Friedberg berichtet unser X-Korrespondent: Die Handelskammer für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten beschloß in ihrer Plenarsitzung einstimmig, an feit Kgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. wie an den zuständigen Herrn Minister das dringende l^rsuchen zu richten, um baldigen Ausbau des zweiten Gleises auf der Bahn Friedberg — Hanau (W i n de ck cn — H a n a u ° O st) und Durchführung des V o l l b a h n b e t r i e b S auf dieser Strecke. Begründet wird die Eingabe mit der vorhandenen Ueberlastung der Strecke, der deumächstigen Steigung des Verkehrs durch die stattge- fnndene Gimnünbung der Nebenbahn Lauterbach—Stockheim— Windccken, sowie der Vermehrung der Schnellzüge Hagen- Betzdorf- Gießen— Frankfurt a. M., wodurch die Linie F r i e d b e r g — H a n a u sich immer mehr zu einer wichtigen und auch kürzesten Verbindung zwischen Nordwcst- und Südbeulschland, zwischen Bremen, Westfalen und Bayern— Württemberg, gestaltet. Die Handelskammer Friedberg wird die S ch w e st e r k a m m e r Hanau um Unterstützung der Eingabe ersuchen.
* Füttfuhr-Tee. Der aur 23. Januar in der Central- Halle zu Gunsten des „Vaterländischen Frauenvereins" veranstaltete Fünfuhr-Tee erzielte einen schönen Erfolg mit einem Reinertrag von rund 1100 Mark. Allen, welche zu diesem Ergebnis beigetragen haben, sei seitens des Frauen- vereins bester Dank ausgesprochen.
* Der Turn§ail „Offenbach — Ha»a«" umfaßt nach der am 1. Januar d. Js. erhobenen Statistik 21 Vereine mit 4357 Mitgliedern; von letzteren sind Erwachsene über 17 Jahren 3700 und Zöglinge unter 17 Jahren 657. An den Turnübungen beteiligten sich 1147, nämlich 508 Zöglinge und 639 Erwachsene. Die Zahl der Turnwarte und Vorturner beträgt 128, die der Vorturnerstunden innerhalb der Vereine 117. Der Gau turnte an 2306 Abenden mir 57 765 Turnern. Bei 4 Vereinen — Turngemeinde Hanau, Turngesellschnft Hanau, Turn- und Fechtklub Oberrad und Turnverein Offenbach — wird das Damenturnen betrieben; die Zahl der Turnerinnen beläuft sich auf 156, welche an eifersüchtigen und gekränkten „Katharina" äu hübsch« Erfolg sicherte, während die Illustratiorwsiguren ^es geheimen Komplottes bei den Damen Müller (v. Gutzmar) I a i d a (von Wutrgenau), Reichelt (Euphrosine), Holm (von Linzendorf)wirksam aufgehoben erschienen. Herr Gehrmann als Regisseur, sowie die übrigen Vertreter kleinerer Partien suchten mir sichtlichem Bemühen ihren obliegenden Pflichten gereift entlast nachzukommen.
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X Hanau, 5. Febr.
Nachdem im Verlaufe der letzten 8 Tage je ein Meisterwerk aus der deurschen und englischen Literatur (Lensing und Shakespeare) in dem Svielplane unserer Sühne Aufnahme fand, sollte gestern abend wieder einmal, nach jahrelanger Pauke, eine der bekanntesten Schöpfung r des bedeutendsten französischen ZusrspieldichtersMo. „Tereingebildere Krame" in der deutschen Bearbeitung Ludwig Fuida's, mir der Königlichen Hoffchauspieierin ,Frl. Maric Doppelbauer alS „Toinette" in Szene gehen. Das Geheimnis von Molière'S Kunst und keiner dauernden Wirksamkeit liegt eines Teils in keiner ihm angeborenen Beobachtungsgabe, die charakterikttschen Schwächen undVerkeöriheften derMew-k" - seiner Zeit mit o-oßer Schlauheit zu belauschen, cnberert.ts in der rmvera'etchlich technischen Kenn nuè seiner 'chark um- riffenen Büdnenaestalten ein unstalbar wirksames Plaß von Kraft, Beftirmnlheit und Naioerät zu verleiten, während der komische Kern seiner Lustspiele mehr in pkycho logischen Rätseln und Widersprüchen des Geistes vornehmlich zu finden ist. Der größte Reiz seiner Dichtungen aber besteht vor allem in der Klarheit und Nebernchtl-chkeir des Planes, indem er mit sicherer Hand die Geißel der Saune schwingt imd dreist auf sein Ziel losgeht, ohne jemals unklar ober uninteressant zu werden. So gilt er denn unverkennbar als Vorbildner für alle Gattungen des Lustspiels jeder Dimension und Form, nach besten Schablonen seine Nachfolger noch immer arbeiten, ohne ihn bis heute in seiner lirerar- und bühnenhistorischen Bedeutung übertroffen zu haben.
Was die Inszenierung anbelangt, können wir Herrn Ober- regisseur Steger unser größtes Lob für eine flott herunter
251 Abenden in der Stärke von 4683 dm Turnplatz frequentierten. Die beiden Hanauer Verein- oft egen auch das Turnen schulpflichtiger Kinder mit 83 Knabm und 119 Mädchen. Außer der Turngeselllchafi Hanan, der Sämige- sellschaft Klein-Auheim, der Turngemeinde Lämmerspiel um, der Turngemeindt Offenbach sind alle Vereine des Gaues im Besitze eigener Turnplätze, im Besitze eigener Turnhallen sind 8 Vereine: Turnverein Bieber, Turngemrind- Bürgel, Turngesellschaft Bürgel, Tnrnklnb Groß-Auheim, Turnge- meinbe Hanau, Turnverein Neu-Fimburg, Turn- und Fechtklub Oberrad und Turnverein Offenbar-.. 72 Mitglieder des Gaues sind 1905 in das Heer einget ->:en, und alle Pe-nc-- baltèn in 24 Stücken die „Deutsche Turnzeitung". Nur ein Verein, nämlich Heusenstamm, turnt noch nicht während der Wintermonate. Der Gau besteht zurzeit aus solgmoen Vereinen: Turnverein Bieber (259 Mitglieder), Turn Gesellschaft Bieber < 142), Turngemeinde Bürgel 7291), Ium» gesellschaft Bürgel 7258), Turngemeinde Dietesheim 7100), Turnklub Groß-Auheim (82), Turngemeinde Hanau 7499), Turngesellschaft Hanau (180), Turnverein Hauken 793), Turnverein Heusenstamm 7133), Turngemeinde Jügesheim (108), Turnverein Klein-Auheim (90), Turngemeinde Lâmmer- spiel (82), Tnrnerschast Mühlheim (252), Turnverein Neu- Isenburg (428), Turn- und Fechtklub Oberrad (98), Turnverein ObertShauken (HO), Turnverein Offenbach (822), Turngemeinde Offenbach (125), Turnverein Rumpenhei», (111) und Turngemeinde Urberach (94 Mitglieder).
* Stadttheater. (Wochenspielpl a n): Mittwoch (4. Serie Nr. 9): „Der Schwur der Treue*; Freitag (4. Serie Nr. 10): Gastspiel der Großherzogl. Hos- schauspielerin Frl. Frieda Eichelsheim vom Hof- theater in Darmstadt. Zum ersten Male: „Hedda Gable r", Schauspiel in 4. Auszügen von Heinrich Ibsen. Titelrolle — Frl. Eichelsheim a. G.; Sonntag nachmittags halb 4 Uhr. Bei bedeutend ermäßigten Preisen: „Das Glück im Winkel", Schauspiel von Sudermann; Abends 7 Uhr: Neu einstudiert: „Mauerblümchen", Lustspiel in 4 Akten von O. Blumertthal und G. Kadelburg.
* Kappenfahrt. Wie in früheren Jahren hält der Bäckerverein „Frühauf" Sonntag den 11. Februar im Saalbau zum Deutschen Haus seine "diesjährige Kappensahrt ab. Auch dieses Mal hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, i feinen Gästen durch Vergnügungen aller Art den Abend so angenehm wie möglich zu machen. Außer einer ausgezeichneten Musik von einem Teile der Ulanenkapelle werden noch verschiedene gute Humoristen von hier und Frankfurt zur Unterhaltung' beitragen. Für Kräppelliebhaber sei noch besonders erwähnt, daß außer einer Kräppelpolonaise noch 500 Stück nur prima Ware durch den Oberfeuerwerker Sauer- teigia mittelst der Vereins-Haubitze abgeschossen werden.
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gespielte, gut arrangierte Vorstellung spenden, die demi auch einen durchsa agenden HeiterkeiiSerfolg vor einem vollständig ausverkauften Hanse erzielte.
Neben einem äußerst fekchcn Stuftreten und einem geradezu unvergleich wirksamen Gebärdenspiel, wußte Frl. Doppelbauer für die altkluge, übermütige Frauenseele „Shrrmnorto*- derartig seltene Schalkhaftigkeit sowie guten Hun t* wickeln, daß uns die bewährte Künstlerin durch e
Gastspiel wieder einen weiteren Beweis ihrer ho.
Gestalrungsk-mst ablegte. Eine ebenfalls oc der Höhe flehende Leistung bot Herr Steger körperung der pedantischen, egoistischen Jamme
Hypochonders „Siegen".
Was uns an bleiet ßevtung besonder- genes, war die angenehme Dezenz und die künstlerisch fein abgewägte Spiel- weike, mit der der Darsteller jenen ungeduldigen eingebildet« Kranken aussiatlete, wodurch Lieke Fi-cur die Aukmerksamkeir des Hörers bis zum Schluffe voLürnè r in Anknrnch nahm, ine nur einmal mrnotcn oder uninteressant zu wirken.
Pt der Wied -rabe bet rroflknendenden lauuufrvuuu«
Egoistin „Bc 'and sich Frl. Anda gut g^un rea ab, wie es auch Frk. Hs rn gelang, die ihr arrrerrraute Siriabe bei M-terzogenkn kchwärmerikchen „Angkicoue" bestens zu ü:?«. Glücklich er-rrnd in Herrn Kempé der abgeklärte Derr-nnfS- menkch „Sora-b“, in Herrn Nyarrn der zungerckernre Tower „Thmnas'. Aechr yeriié erthien die kleine Verräterin „Louikon" des Fru Bochmann, irrte* betätigten sich er-olg- reich Herr Nachbaus: (Eleanl . Herr £ Staren als gewandter Dauerredner „Dr. D r-onuS", sowie Herr Müller a’S der roeisiagenbe „Dr. Puraon". Kleinere Beschattigung« fanden" öerr listet Mmranr . Herr Schröder sSamtefni«
Zu Beginn des gestrigen Abends martere men noch mit dem allerliebsten französischen Einakter „Eine Ta»e Tee" von Nuitter rmd Decken in vervollständigender Bb sich: mit, der denn auch durch feinen urdrolligen Inhalt könne Dank einer äußerst gewissenhaften Regietührung des Herrn Hauser eine stark zündende Wirkung ausübte. Geschmackvoll im äußeren Auftreten brachre Frl. Hellior die vornehme „Hermance" mit dem nötigen Humor vereint, gewandt und anmutig einwandftei zur Gestaltung, während Herr Nach.