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Jg. Gpotz-Altheittt, -• August. (E irchwcihfe st.) Morgen Sonnrag den 5. August wird hier in althcrkönun- Mcr Weise die Nnchkirchweih gefeiert und haben unsere Gastwirte sich schon vorgesehen, daß alle Gäste durch Bewirtung mit guten Speisen und Getränken zufrieden gestellt werden. Große Tanzvelustigunge» finden in den Sälen zur Rose, zum goto. Stern, zur Krone und zum Anker statt.
X Ostheim, 3. August. (Goldene Hochzeit.) Das Ehepaar Landwirt Brodt II und Frau feiert heute das Fest der goldenen Hochzeit und erhielt aus diesem Anlaste u. st. die Ehejubiläums-Medaille.
J Bergen, 8. August. (Selbstmord.) Der fetzige Rentner und frühere Gastwirt C. hat sich erhängt. Gemütskrankheil wird als Ursache der Tat angesehen.
L p r e ch s a a l.
Zinn Btevanffchlag.
Daß unsere Wirte den Bieraufschlag so ohne Weiteres hingenommtn haben, findet man begreiflich, wenn man 6e« denkt, daß auch sie dabei nicht leer auSgehen, sondern ihrerseits nochmal mehr als das doppelte deS Brauereiaufschlages profitieren. Beispiel: 100 Liter gewöhnlichen Bieres berechnen die Brauereien mit 1,50 Mk. mehr. Dir Wirte schlagen mit 8 io Liter 1 Pfg. auf und nehmen pro 100 Liter 8,33 Mk. mehr ein. Einer der Herren Wirte, der bei der Versammlung seiner Kollegen zur Stellungnahme gegen den Bieraufschlag so groß gesprochen und den Aufschlag all ein notwendiges Uebel betrachtet hat, ist mit der niedrigsten Sorte bei */io Liter sogar um 2 Pfg. aufgeschlagen. Ihm bringt das pro 100 Liter 5 Mk. rin, während er nur 1,50 Mk. Aufschlag zu zahlen hat. (Extraprofit 8,50 Mk.) Ist das nicht ein Geschâftche? Glaubt ihr Konsumenten nun noch daran, daß es den Wirten mit ihrer Stellungnahme Ernst war? Aber der Schein mußte doch gewahrt bleiben und so zahlen wir nun 'aft den Stakett Tribut.
Anmerkung der Redaktion: Der Herr Einsender schießt mit seiner Verurteilung der Wirte doch ein bedeutendes Stück über das Ziel hinaus. Dir Wirte fanden die Aussicht auf den Mchrverdienst gar nicht sehr verlockend, denn sie waren sich bcivußt, daß ihnen durch Rückgang des Konsums und zu erwartender Steigerung der Mietpreise der Mchrverdirnst bald wieder illusorisch gemacht werden würde. S-- behuben sich aber in einer bösen Zwangslage, denn für f« hieß es, entweder aufschlagen oder kein Bier mehr bekommen. In diesem Dilemma haben die meisten für den Beschluß im „Hotel Riesen" gestimmt, ohne irgend einen Vorteil für sich dabei zu erhoffen.
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Bier-Aufschlag.
Mit welchen Mitteln und Raffinement (Gedächtnisstärke) ^tz! die Lebensmittel verteuert werden, wozu auch das Bier gehört, das bedarf doch einmal einer gründlichen Beleuchtung, damit es jedermann klar wird und niemand in falschem Jrttum lebt. Also die Herren Brauer haben von Frankfurt — Zentral- sitz — aus in allen umgebenden Provinzen, wo sich nur ein kleiner Braukessel noch vorfand, einen Ring geschloffen, wonach keiner derselben zum alten Preise Bier liefern darf, ohne den Aufschlag von 1,50 Mk. pro Hektoliter zu berechnen, bei einer Konventtonalstrafe von 5000 Mk. ohne weitere Ersatzansprüche ic, ja sogar den Schankwirten gedroht, wenn solche nicht aufschlagen, dieselben ganz aufs trockene zu setzen und kein Bier mehr zu liefern, demnach eine Diktatur auf den Geldbeutel des Konsumenten. Hier in Hanau ist das alles möglich, indem die Herren Brauer ja fast sämtliche Wirt- sbafishäuser aufgekauft haben, nur um einen Bierkrahnen meor laufen lassen zu können. Der Bieraufschlag beträgt 1,50 Mk. pro Hektoliter, warum soll aber der Biertrinker 4 Mk. mehr bezahlen als seither? Die ’/io enthalten ohne Borte nur 1 4 Liter, sind demnach 4 Glas auf 1 Liter, ergo be- kommt der Herr Brauer davon Iss und der Herr Wirt- : Restaurateur 2s',, also 4 Pfg. pro Liter, oder 4 Mk. pro Hektoliter. Um nun die Herren Wirte gefügig zu machen, hat man denselben diesen Vorteils-Aufschlag herausgerechnet. Frage hiermit an, gibt es denn hier gar keinen Zusammenhalt der Konsumenten? Wie diesem Getriebe ein Ende gemacht werden kann, hat uns Niederhessen und jetzt besonders Castel zur Genüge bewiesen. Seither waren die Herren Wirte mit dem Bierverdienst zufrieden — allgemein ohne Klage — und dazu sollen jetzt diese noch obendrein,2,50 Mk. pro Hektoliter mehr vereinnahmen. Hier ist es' nun leider einmal so traurig bestellt. Diesen Treibereien gegenüber darr nicht einmal ein Gast oder Konsument öffentlich ausneten, sonst fliegt er hinaus, aus Furcht andere anzu- stecken i^ Beschwerden wegen zu schlechten Einschenkens, zu kleiner aber teurer Bedienung usw. Dieses zur Beleuchtung für jedermann, der daraus ersehen kann, was es ihn kostet und wie es gemacht worden ist.
Einer für Viele.
Hus Dab und fern»
r Marburg, 1. August. Die Arbeitslöhne in der städtischen Gasanstalt werden erhöht. Der Ausstand ist beendet.
Wiesbaden/ 3. Aug. Die Regierung beschloß den sofortigen Wiederaufbau der durch Feuer eingeâscherien Pfalz 'm Rhein.
FC. Frankfurt/ 4. August. (Privattelegramm.) Heute morgen halb 8 Uhr geriet der 18jährige Hilfsarbeiter Schäfer aus Flörsheim a. M. am hiesigen Güterbahnhof zwischen die Puffer zweier Wagen und war sofort tot
Aied, 3. August. Durch Sturz einer Aufzugmaschine im Gewicht von zirka 15 Zentnern von einem Baugerüst sind 5 Maurer teils schwer, teils leicht verletzt. Die Schuld an dem Unglück soll den Parlier und den Bauherr:: treffen, ^ k^ Gerüst ganz ungeeignet für eine solche Last war. Dv Bau ist einstweilen solüeiliä fudBttrt
Samstag
Limburg, 3. Anguß. Auf der Strecke Frankfnrt- L'-ttburg stürzte gestern naPmittag hinter der Station Cam- berg der Heizer Friedrich Dietz während der Fahrt von der Maschine des um 1 Uhr 41 Min. in Limburg eintreffenden Personenzuges. Er trug einen Schädclbruch und schwere innere Verletzungen davon. Man brachte den Verletzten in das Limburger Vinzciizhospital, wo er in der verstossenen Nacht verstarb.
^ Mainflingen/ 3. Aug. Die Grubenverwaltung des neuerstblosscucn Braunkohlenbergwerks „Grube Gustav" bei Seligenstadt läßt zur Beförderung ihrer Fabrikate an die Bahnstrecke Aschaffenburg-Hanau einen Schiencnstraug nach Dettingen legen. Die erforderliche Geländeerwerbung würbe bereits vollzogen und die resp. Grundbesitzer wurden vorgestern auSbezahlt.
Ilbenstadt, 2. August. Am Montag starb auf freiem Felde infolge eines Herzschlages der Wagnermeister Dickenberger im Alter von 63 Jahrein Derselbe war im ganzen Leben nie krank gewesen. Er gehörte fast 18 Jahre den: Gemeinderat an und war geachtet und beliebt bei Jedermann.
Eschwcge, 3. August. Ein zurückschlagender Göpel tötete die Frau des Kalkwerkbesitzers Bebendorf in Netra.
M mch'WW Sage im Bezirk her GrH. HsMlslsMm Sieben
gestaltete sich im Jahre 1905 nach den im Jahresbericht auf Grund der Sachverständigen-Berichte gemachten Mitteilungen in den einzelnen Geschäftszweigen folgendermaßen:
Der Getreidehandel arbeitete fortgesetzt mit bescheidene«: Nutzen. Eine Aenderung gegenüber den Vorjahren ist hierin nicht eingetreten. Nach der Erntestatistik fiel die Weizen- und Roggenernte in der Provinz Oberhessen etwas reichlicher aus als im Vorjahre, wogegen Gerste und Hafer in qualitativer und quantitativer Hinsicht einen geringeren Ernteertrag hatten. Der Handel mit Filtermitteln war ziemlich befriedigend bei steigenden Preisen und fortwährend knappen Beständen. Der Viehhandel stand unter dem Zeichen einer ganz ungewöhnlichen Preissteigerung und deS Mangels an Schlachtvieh. Die Fleischpteise wiesen eine außerordentliche Steigerung auf was eine Einschränkung des Fleisch- genusses und die Verwendung von Ersatzmitteln, insbesondere von Fischen, zur Folge hatte. In der Lage der Weizenmüllereien unseres Bezirks ist keine Besserung cingerreren. 'Sie leiden fortgesetzt unter den: scharfen Wettbewerb der großen rheinischen Mühlenwerke. Der Handel mit Dlühlenfabrikaten gestaltete sich dagegen im Hinblick auf das Inkrafttreten der neuen Handelsverträge lebhafter als im Vorjahre. Die Molkereien hatten einen befriedigenden Geschäftsgang, doch sind im Interesse des Bezugs" ihres Rohmaterials und des Versandes ihrer Fabrikate bessere Einrichtungen auf den Eisenbahnen zu fordern. Die Bierbrauereien erzielten im allgemeinen einen normalen Absatz. Die Biererzeugung weist gegenüber dem Vorjahre nur einen kleinen Rückgang auf. Der Ertrag litt unter hohen Rohstoffpreisen und zum Teil unter Lohnsteigerungen. In dem Kreditunwesen im Verkehr mit. den Gastwirten ist noch keine Benerung eingetrstSn. Eine große Deunruhiqung verursachte gegen Ende des Berichtsjahr dem hiesigen Braugewerbe die in Aussicht genommene Erhöhung der Biersteuer. Die Branntwein- und Likörfabrikation hatte wiederuni unter der Preispolitik der Zentrale für Spirirusverwertung schwer zu leiden. Tie Verkaufspreise der Fabrikate konnten mit den enorm gestiegenen Peisen des Rohmaterials nicht in Einklang gebracht werden und der Konsum, von Trinkbranntwein hatte eine weitere Abnahme zu verzeichnen. In der Essigfabrikation waren Beschäftigung und Absatz besser als im Vorjahre. Im Kolonialwarerihandel war der Geschäftsgang zufriedenstellend, doch ließen die Ergebnisse immer noch zu wünschen übrig. In der Rauchtabakindustrie ist ein Rückgang zu verzeichnen, wogegen in der Kautabakfabrikation vermehre Umsätze erzielt werden konnten. Der Geschäftsgewinn war allerdings in der gesamten Tabakfabrikation äußerst gering und stellte sich nur wenig höher als eine Verzinsung des Betriebskapitals. In den Cigarrenfabriken herrschte im zweiten Halbjahre slotter Geschäftsgang, der sich nach Bekannt- werden der Steuerpläne der Reichsreg ieruvg noch lebhafter gestaltete. Der Nutzen war dagegen bei der fortgesetzten Preissteigerung der von der Kundschaft verlangter:' fahlen Decken, dm erhöht«: Ansprüchen in Ausstattung und Fasson und der langsamen Zahlungsregulierung gering. Die in Aussicht genommene Mehrbesteuerung des Tabaks verursachte in der hiesigen Industrie eine große Beunruhigung, da von ihrer Durchführung eine Umwälzung in den Produk- tionsoerhäl kniffen zu Gunsten der süddeutschen Fabrikation, zu befürchten war.
Mit des Milchen Mleckenßes.
Dienststelle Weilburg a. d. L. (La:ü>wirtschaftsschule).
Freitag, 3. August 1906, 8 Uhr morgens.
Witterung im Gebiet während der letzten 24 Stunden
Siirderschlagsmengeu in Deutschland wäbrend der letzt. 24 Stunden (in Silan auf ben qm)
Marburg
Vieist heiter.
Hamburg
0
Dresden
0
Hachenburg
Meist heiter.
Memel
Breslau
0
Wiesbaden
Meist heiter.
Aachen
Metz
0
Fulda
Meist heiler.
Hannover-
0
Karlsruhe
0
Cassel
Steift heiter.
Berlin
0
München
0
Allgemeine Uebersicht.
Der ozeanische Tiefdruckwirbel rückt nordostioärtS vor- Gestern befand sich unser Gebiet noch im Bereich des jetzt ostwärts zurückweichendm Hochdruckgebietes. Wir hatten^also bei schwachen östlichen Winden heiteres, gegen vorgestern wieder wärmeres Wetter. Ein an der Südostseite deS ozeanischen Wirbels liegendes Randtief hat dann heute früh zunehmmde Bewölkung verursacht, sodaß die Temperatur zu sinken beginnt. Es durste unS heute noch stellenweise Gewitter bringen. Ein zweites jetzt noch über Frankreich lagerndes Randtief dürfte dann über Nacht oder morgen weiteren Gewitterregen verursachen. Darauf scheint eine Zeft trüben, kühlerm und vielfach regnerischen WetterS bevorzu- üehen
4, August
Ocffcntlichcr Wetterdienst.
Dienststelle Weil b u r g (Landwirtschaftsschule). Boraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 4. August bis zum nächsten Abend.
Schwache westliche Winde, abnehmende Bewölkung, nur stellenweise leichte Niederschläge, etwas kühler.
Für Evrichtuttg âeS AitSsichtsLurmeL auf dem Buchberge IM Langenselbold gingen ein:
Freund bet 40 m hohe n Eiche in der nahen Bomstußschlucht bei Niederrodenbach . . . 1.— Mk.
Voriger Betrag .. . 1242.— „
Zusammen bis jetzt 1243.— Mk.
Kunst und Oben.
Die Kochsche Expedition zur Erforschung der Schlafkrankheit befindet sich nach bet „Disch. Rund sch. für Geographie" bereits auf dem gefahrvolleren Teil ihre: Reife, nach Mualiza au: Südufer des Viktoriasees. Dort soll eine Zentralstation eingerichtet werden, da die Gegend um den Viktoriasee als der eigentliche Herd der Schlafftank' heit angesehen wird. Man meldet, daß es bisher etwa 1500 Tote gegeben hat. Später soll beschlossen werben, ob die Expedition auch an der: Tanganikasee geht, wo jetzt ebenfalls einige Fälle von Schlafkrai(kheit vorkaurcn.
Hus aller Welt.
Selbstmord eines Meruudachtzigjührigen. ©einem langen Leben machte der 84jähnge Altenteiler Dreyer in Hoya ein gewaltsames Ende, indem er sich an einem. Baume erhängte. Er war des Lebens müde geworden.
Bor deu Attgon seines Baiers totgefahuerl wurde der Sohlt des Landwirts Picht ans Etzeitrode. Vater und 'Sohi: saßen auf einem mit Holz beladenen Wageiu Ohne anzuschraubci: fuhren sie auf der etwas abschüssigen Chaussee auf bem Bankett. Als der Wagen an einen Schutzsteil: anstieß, wurde der Knabe von: Wagen geschleudert und kau: vor die Räder zu liegen, die ihm über die Brust gingen.
Selbstmorv durch Dynamit. Aus L v n d o n/ 2i August, wird dem „Rhein. Kur." geschrieben: Ein uniwr« sichtiger Selbstmörder ist Mr. I. D. Gibbs, der in Welling- lon, Kansas aus verschmähter Liebe in den Tod zu gehen beschlossen hatte. Er wählte eine Todesart, die an die schauerlichsten Geschichten von Edgar Allan Boe erinnert. Er kaufte sich ein Paket Dynamit, schnürte es sich um den Hals, stellte sich in der Hauptstraße der Stadt auf und freckte die Zündschnur in Brand, um sich in die Luft zu sprengen. Als er die Flamme auf das Paket zukommen sah, lvurde ihm fein Entschluß aber leid und er machte große Anstrengungen, um sich das Paket vom Halse zu reihen. Von den zahlreichen Zuschauern wagte keiner, dem Unglücklichen hilfreiche Hand zu leisten. Tatsächlich gelang es GiüüL^ auch nicht, den Syrèngstvn zu entfernen,' bevor der zündende" Funke ihn erreicht hatte. Das Dynamit explodierte und zerriß den wankelmütigen Selbstmordkandidaten in Stücke.
Blutvergiftung. Als dieser Tage eine Köttersfrau ein ins Wasser gefallenes Küchlein rettete, kam die Henne wütend hinzu und verletzte die Frau an der Hand. Infolge Un« beachienlassens der kleinen Wunde schwoll die Hand an, so daß sich die Frau an einen Arzt wandte; dieser stellte Blutvergiftung fest.
Der Blitz. Ueber Steiermart sind vorgestern schwer« Gewitter lüebetgegaitgen, die großen Schaden ««gerichtet haben. Ein in der Strafanstalt flirrlau auf Wache stehend« Soldat wurde von einem Blitzstrahl getroffen, der ihm beidt Füße lähmte.
SchiWberichto.
(ÜRUgeteiU von Agent Ad. Treusch - Hanau.)
Der Hamburger Dmr:pfer „Graf Walders«" ist am 8 August wohlbehalten in New-Aort cingetroffen.
HäUtbttVg, 2. August. Der Dampfer „HiSpania" von der Han:burg-Amerika-Lüüe ist gestern in St. Thomas ein« getroffen.
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