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General-Anzeiger
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Amtliches Organ für Sirtt- Mi Landkreis Kanan.
n, Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Deranim««. Stüuckteur: 6. Lchrecker tot Hamm.
Ml. 231 Fernfprechanschluß Nr. 605»
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Amtliches.
Landkreis Ran au* WMUchniW -eS WN AMtSsM.
Die Herren Bürgermeister wollen mir binnen 8 Tagen anzeigen, welcher Erlös für Gemeindeobst im Jahre 1906 erzielt worden ist.
Hanau den 2. Oktober 1906.
Der Königliche Landrat.
V 7239 I. A.: Conrad, Kreissekretär.
Mittwoch den 3. Oktober
Diejenigen Herren Bürgermeister und Gutsvorsteber, welche mit der Berichterstatiung zur Verfügung vom 30. März 1899 — V 3243 — betreffend Ausräumung der Flut-Entwässe- rungs- und Abzugsgräben im Rückstände sind, werden an Erledigung der angezogenen Verfügung mit Ltägiger Arist erinnert.
Hanau den 2. Oktober 1906.
Der Königliche Landrat.
V7238 I. A: Conrad, Kreissekretär.
Der bisherige Gemeindeverordnete, Landwirt Heinrich Wilhelm Adam in Eichen ist zum Bürgermeister dieser Gemeinde gewählt und bestätigt worden. •
Hanau den 1. Oktober 1906.
Der Königliche Landrat.
A 4547 v. Beckerath.
Festgestellt: Die Schweinescuche in Roth und Wächtersbach, Kreis Gelnhausen.
Erloschen: Die Rotlaufseuche in Maus wink el, Kreis Gelnhausen.
Hanau den 2. Oktober 1906. V 7060
Stadtkreis Ranau. Bekarmtmachlmg.
T uS an der Bruchköbelerlandstraße gelegene Grundstück Y Y 318/16 — 24 ar 01 qm groß, sowie die in der Gemarkung Groß-Auheim gelegenen Grundstücke B 474 und 475, im Auermeck = 7 ar 36 qm groß, sollen am Freitag den 5. d. Mts», vormittags um 10 Uhr, in der Stadthauptkasse (Neustädter Rathaus, 1. Obergeschoß, Zimmer- Nr. 4) meistbietend verpachtet werden.
Pachtliebhaber werden zu diesem Termin eingeladen.
StaStharrptkaffe. 21238
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 hellgraues Portemonnaie mit etwas Inhalt und einer Rückfahrtkarte Hanau-West— Wilhelmsbad, 1 Oelglocke von einer Maschine, 1 Ledermappe, 1 gelbe Brosche (Schmetterling).
Verloren: 1 schwarze Onixbrosche mit Photographie, 1 Kneifer, 1 goldener Damengürtel mit 2 Schnallen, 1 Sparkassenbuch (lautend auf den Betrag von 172.25 Mk. für Reismeier-Langenselbold, 1 goldener Siegelring mit Monogramm F. J., 1 weißes gesticktes Taschentuch (gez. K. Z.).
Entl aufen: 1 Bernhardinerhund.
Hanau den 3. Oktober 1906.
Hus Ranau Stadt und £and.
Hattlttt, 3. Oktober.
• Dev neue Stadtschulinspektov. Herr Rektor Thal, welcher bekanntlich vom Magistrat zum Stadtschulinspektor gewählt wurde, weilte am Samstag in Hanau und stellte sich unserem Herrn Oberbürgermeister vor. Die definitive Bestätigung seiner Wahl ist erfolgt, nachdem Herr Thal ein ärztliches Attest vorgelegt hat, welches in jeder Beziehung günstig lautet und von irgendwelcher Krankheit des Herrn Thal nichts zu sagen weiß. Herr Thal wird unter Vorbehalt der Genehmigung seiner vorgesetzten Behörde in Brandenburg a. d. H. am 1. Januar 1907 das Amt eines Stadtschulinspektors in Hanau antreten.
* v. Deines. Der kommandierende General des VIII. Armeekorps, General der Kavallerie v. Deines, ist vom Kaiser â la suite des Königs - Husaren - Regiments gestellt worden. General v. Deines (ein Hanauer) ist aus diesem Regiment hervorgegaugcn, dem er zuerst als Reserve-Offizier angehörte, bis er 1870 in das aktive Offizierkorps übertrat.
* Verliehe». Herrn Rechtsanwalt Leroi dahier würbe der Charakter als ..Justizrat" verliehen
Fernsprechanschlutz Nr. 605. 1906
t Fuldaer Station liegen bleiben und fuhr 1 Stunde später - als fahrplanmäßig ab.
) * Schutz den Vögeln und Modeunsitte. Neuer-
- dings wird wieder besonders eindringlich, selbst von feiten
. der Frauen, vor einer Mode und Unsitte gewarnt, Vogel- t bälge oder gar nur einzelne Federn, um deretwillen ihr ursprünglicher Träger sein Leben lassen mußte, zum Putz , z u v e rw e n d e n. Der vorjährige internationale Ornitho- r logenkongreß in London konstatierte das Aus st erben , einer ganzen Reihe unersetzlicher Vogelarten , im Laufe der letzten drei Jahrzehnte, da der Nachfrage der , Putzhändler allein mehr als 3000 Millionen auslân- t bischer Vögel zum Opfer fielen I Natürlich richtet sich dieser t unselige Vernichtungskrieg gerade gegen die prächtigsten Ge- t fiederträger. Die Existenz vieler Arten dieser lieblichen Wesen e ist aufs Aeußerste gefährdet, wenn der Modetorheit nichl - schleunig und energisch gesteuert wird. Unsere Damenwell - beweist ja täglich, daß sie sich auch ohne Federn zu schmücken t versteht und wird sicherlich nicht den Fluch der Nachwelt ) auf sich laden wollen, deren Auge und Ohr niemals die
lebenden Wunder jener schönen Tage genießen soll, als noch ) keine Modetorheit mit rauher Hand das Idyll verwüstete und c selbst unsere einheimischen Sänger in Massen vernichten ließ. ) Darum schützt die Vögel!
- * Revolverheld. In Elm feuerte ein betrunkener
* Personalien. Dem Oberzahlmeister Kuhn vom 1. Großherz. Hess. Feld-Art.-Regt. 25 und dem Oberzahlmeister Stamm vom 1. Großherz. Hess. Inf. (Leibgarde-) Regiment Nr. 115 ist das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipp des Großmüligen verliehen worden. Dem Militär-Bau-Registrator B u r g g r a f in Darmstadt wurde das Ritterkreuz II. Klasse desselben Ordens verliehen.
Q Gedenktag. Am 1. Oktober waren es 40 Jahre, daß die Bebra-Fulda-Hanauer Eisenbahn dem öffentlichen Verkehr übergeben worden ist. Der Kurfürst, der sämtliche Aktien der Main-Weserbahn im Besitz hatte, ließ nach langem Zögern 1856 den Bahnbau abstecken, während dessen Herstellung die Geschäftsleute goldene Zeiten hatten, weil die Arbeiten mit dreifachen Preisen bezahlt wurden. Zur 1866er Kriegszeit waren die Teilstrecken Bebra-Fulda-Neuhof fertig; erst nach zwei Jahren konnte man bis Hanau fahren, weil die Führung über den Distelrasen zwischen Flieden und Elm dem Bahnbau große Schwierigkeiten bereitet hatte. Mit dem ersten Zug vor 40 Jahren wurde das 30. preußische Landwehrbataillon von Fulda nach Melsungen transportiert.
* Ehemalige 83er. Eine selten schöne Feier fand am vorigen Sonntag im Saale des Kameraden Hamburger in Langenselbold statt, wo eine große Anzahl Veteranen und Kameraden obigen Regiments zur diesjährigen Wanderversammlung zusammengekommen waren, um das alljährliche Wiedersehen zu feiern. Kamerad Betz-Langenselbold, der im Laufe des Nachmittags wiederholt durch passende Deklamationen rc. hervortrat, begrüßte die erschienenen Gäste mit herzlichen Worten. Ihm dankte Kamerad Mülhause-Hanau mit Worten der Freude ^r das zahlreiche. Erscheinen und schloß seine Ansprache mit einem Hoch auf Se. Maj. den deutschen Kaner, in das alle Anwesenden begeistert einstimmten. Hierauf gedachte Kamerad Schwellenberg-Hanau mit warmen Worten der vielen Verdienste unserer Zusammengehörigkeit im Kreise Hanau, des unvergeßlichen Seniors der 83er, des Kameraden Schäfer, der nun fast vor einem Jahre so rasch und unerwartet zur großen Armee abberufen wurde, und forderte die Anwesenden auf, durch Erheben von den Sitzen dein Entschlafenen nochmals die letzte Ehre zu erweisen. In ebenso beredten Worten dankte Kamerad Schäfer jun. für alle Liebe und Treue, die seinem Vater stets bis zur letzten Stunde erwiesen sei und versprach den alten Kameraden dies zu danken dadurch, daß er, soweit ihm möglich, die besten Beziehungen zu den 83ern gerne erhalten wolle durch sein Erscheinen bei den alljährlichen Versammlungen. Sodann wurde Kamerad Mülhause-Hanau bestimmt, die ferneren alljährlichen Zusammenkünfte der alten Veteranen zu berufen, um das schöne Band treuer Kameradschaftlichkeit immer wieder aufs Neue anzufachen. An das Regiment wurde ein Begrüßungstelegramm abgeschickt. Für die Erledigung der laufenden Geschäfte, die sich durch Einberufung der Versammlung rc. ergeben, wurde Kamerad Schwellenberg- Hanau als Kassierer bestimmt. An diese geschäftliche Erledigungen schloß sich dann der gemütliche Teil und es ist nicht möglich, ausführlich den weiteren Verlauf zu schildern. Nebergroß war, wie auch bei jeder vorausgegangenen Versammlung, die Freude, so manchen alten und treuen Freund mal wieder gesehen und gesprochen zu haben, wie denn auch so viele schöne Erinnerungen an jene große Zeit von 1870/71 wachgerufen wurden. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß der Verein der alten Veteranen von Langenselbold es sich nicht nehmen ließ, dieser Zusammenkunft beizuwohnen und trugen dieselben nicht unwesentlich zur guten Unterhaltung bei.» Die nächstjährige Versammlung wird auf allgemeinen Wunsch in Hanau abgehalten werden.
* Stadètheater. Auf das heute neu einstudiert in Szene gehende Lustspiel Moser und Schönthans: „Unsere Frauen" sei nochmals besonders hingewiesen. — Als nächste Novität wird am Sonntag das gegenwärtige Zugstück aller Bühnen, Bogeuhardt's Detektiv-Komödie: „Sherlock Holmes", zum ersten Male zur Aufführung gelangen.
* Städtische Badeanstalt. Im Monat September 1906 wurden an Bädern abgegeben: Kl. 1: 55, Kl. 11: 178, Kl. III: 998, Douchebäder 14, Römisch-Irische Bäder 20; zusammen 1265 Bäder. Die größte Zahl der abgegebenen Bäder betrug 123 am 8. Septbr., die kleinste Zahl 9 am 19. September.
* Birrliefevit» 1. Der Brauerei Stein in Alzenau wurde der ganze Bierbedarf der Königl. Pulverfabrik übertragen.
( ) Entgleist. Von dem Postziig, der um 1" nachmittags in Bebra abgelassen wird, ist gestern zwischen Hers- seld und Hünfeld die Maschine entgleist. Infolge der Aus- gleiinngsarbeilen mußte der Frankfurter Schnellzug auf der
• Italiener am vergangenen Sonntag auf eine Anzahl jm i Garten vor dem Pfarrhause spielende Kinder, als diese über - ihn lachten, vier scharfe Revolverschüsse ab. Ein Nachbar, der t nicht weit von dem Platze entfernt stand, eilte sogleich herbei, I um den Kindern Schutz zu gewähren, jedoch der Revolver-
v Held richtete jetzt gegen diesen die Waffe, sodaß er hinter
a einen Baum flüchten mußte. Zum Glück kam ein anderer Italiener dazu, der sich seinem Landsmann näherte und ihm t schließlich mit großer Mühe die Waffe abnahm. Von den - Kindern ist keines verletzt worden. Die Schüsse wurden r durch den Zaun, welcher um den Garten führte, abgehalten,
e Dem Gendarmen ist sogleich Anzeige erstattet worden und
, man hatte den Italiener wieder erkannt, der aber konnte t trotzdem in seine Heimat ausrücken.
-L. Wege» Beamtèn-N »terschlagung, Betrugs • und Bestechung ist am 22. Januar vom Landgerichte
r Hanau der frühere städt. Rohrmeister August B o r ri s ch zu - 8 Monaten 1 Woche Gefängnis verurteilt worden. Seine , Ehefrau ist wegen Unterschlagung zu 50 Mk. Geldstrafe ver- t urteilt worden. Der Angeklagte war bei der Gasanstalt in Hanau angestellt und hat häufig von den Materialien, die er : zu seinen Arbeiten benutzte (Holz und Koks), größere Mengen l für sich verwendet, auch hat er Privatarbeiten durch t Magistratsarbeiter ausführen lassen und dann den Irrtum t erregt, als ob diese Arbeiten für die Stadt geleistet seien, - sodaß sie dann auch von der Stadt bezahlt wurden. End- ; lich hat er sich für Beaufsichtigung von Arbeiten, die er = amtsgemäß zu bewirken hatte, 10 Mk. zahlen lassen. Seine - Frau hat Petroleum für sich verwendet, welches der Stadt t gehörte. — Die von dem Ehemann eingelegte Revision wurde heute vom Reichsgerichte verworfen.
L. Wegen fahrlässiger Körperverletzung ist am ' 11. Dezember v. Js. vom Landgerichte Hanau der Land- > mirt Heinrich Emmerich aus Windecken zu einer Geldstrafe von 50 Mk. verurteilt worden. Er pflegte seinen - Wagen auf der stark abschüssigen Straße stehen zu lassen f und durch das Zudrehen der Bremse das Hinunterrollen zu 1 verhindern; Kinder machten sich aber oft an dem Wagen zu - schaffen und als sie eines Tages die Bremse gelockert hatten, 1 rutschte der Wagen die Straße hinunter. Ein Knabe, der ihn halten wollte, erlitt dabei eine Quetschung der Hand. Das Gericht hat angenommen, daß der Angeklagte diesen ' Unfall voranssehen konnte und es aus Fahrlässigkeit unter- - lassen hat, Vorkehrungen zu treffen, welche ihn unmöglich machten. — Die Revision des Angeklagten wurde gestern vom Reichsgerichte verworfen.
* Bartrag. Der „Kaufmännische Verein Hanau" unter dem Patronate der Handelskammer, Kreisverein de» Ver° : bandes Deutscher Handlungsgehilfen Leipzig, veranstaltet ■ am Donnerstag den 11. Oktbr. in den Sälen des „Deutschen Hauses" den 1. Vortragsabend. Redner ist Ingenieur Dr. F. F e r r o l, der über das Ferrol'sche neue Rechnungsverfahren, eine Umwälzung auf rechnerischem Gebiete, sprechen [ wird. — Die „Nationalzeitung", Basel, schreibt: Auch Dr. . Ferrol kann sagen: „veni, vidi, viel"; er ist mit einem Schlage das A und 3 aller Gebildeten und gebildet sein wollenden geworden. Wir hätten nicht geglaubt, daß eine so trockene Wissenschaft so viel Interessantes, so viel spannende Abwechslung, so viel Humor zu bieten vermag. Wir staunen und bewundern, weil wir das, was wir hier sehen c unb hören, nun einmal nicht fassen, nicht begreifen können.